Kontaktieren Sie uns
St. Pauli

GZW

Akte FC St. Pauli – Weltpokalsiegerbesieger, Dauerab- und -aufsteiger sowie Kultmarke

Das FC St. Pauli Dossier – Vereinsprofil. Was wenige wissen. Aktuelle und historische Tabellen, Head2Head Vergleiche, das aktuelle Team

Der Fußball-Club St. Pauli von 1910 e. V., kurz FC St. Pauli, ist ein Sportverein aus Hamburg. Das Gründungsdatum ist der 15. Mai 1910, die Vereinsfarben sind Braun und Weiß. Die Spielstätte des Vereins ist das Millerntor-Stadion auf dem Heiligengeistfeld in der Nähe der Reeperbahn im Hamburger Stadtteil St. Pauli. Die Spieler werden regelmäßig „Kiezkicker“ bezeichnet.

Lange vor der Gründung des FC St. Pauli wurde „auf“ St. Pauli bereits Fußball gespielt. Seit der Saison 1895/96 wurden auf dem Heiligengeistfeld regelmäßig Punktspiele des Hamburg-Altonaer Fußball-Bundes ausgetragen. Im Jahr 1900 trug der FC Victoria 1895 dort seine Heimspiele aus. Auch der FC Alemannia 1896 spielte auf dem Heiligengeistfeld und nahm für einige Jahre den Zusatz „St. Pauli“ in seinen Vereinsnamen auf.

Der FC St. Pauli gehörte zu den Mannschaften, die seit 1974/75 an der neugegründeten 2. Bundesliga teilnahmen. In der Saison 1976/77 gelang dem Verein der Aufstieg in die Bundesliga. Ein Jahr später folgte der erste Abstieg. Fortan schwankte der Verein zwischen 2. Bundesliga und Amateurbereich. Im Jahr 1988 gelang der zweite Aufstieg in die Bundesliga. Ebenso schnell folgte der nächste Abstieg, Bis 2001 schaffte St. Pauli zwei weitere Aufstiege in die Bundesliga, stieg aber in 2002 bereits wieder in die 2. Bundesliga ab.

Im Jahr 2010 schaffte der Verein zum vorerst letzten Mal den Aufstieg in die höchste deutsche Fußballklasse, konnte sich aber wieder nur ein Jahr im Fußball-Oberhaus behaupten. Seitdem spielt der Verein konstant in der 2. Bundesliga.

Ein großer Teil der Fanszene am Millerntor versteht sich als politisch. Die Springer-Zeitung “Welt” berichtete, dass der Verein im Jahr 2010 weltweit ca. 11 Millionen Anhänger hatte und stetig steigende Absatzzahlen für Fanartikel verbuchen konnte. Befördert wurde der Kultstatus des FC St. Pauli unter anderem durch die Ausstrahlung des Films „Sankt Pauli! Rausgehen, Warmmachen, Weghauen“ im Jahr 2008.

 

Erfolge und bemerkenswerte Ereignisse

1947: Hamburger Meister
1948: Norddeutscher Vizemeister, Vizemeister der Britischen Besatzungszone und Teilnahme am Halbfinale um die deutsche Meisterschaft
1949: Norddeutscher Vizemeister und Endrundenteilnehmer um die deutsche Meisterschaft (Viertelfinale)
1950: Norddeutscher Vizemeister und Endrundenteilnehmer um die deutsche Meisterschaft (Viertelfinale)
1951: Norddeutscher Vizemeister und Endrundenteilnehmer um die deutsche Meisterschaft (Gruppenspiele)
1952: Niederlage im ersten Fußballspiel, das im Fernsehen übertragen wurde, dem DFB-Pokal-(Heim)Spiel gegen Hamborn 07 (3:4)
1954: Norddeutscher Vizemeister
1964: 1. Platz in der Regionalliga Nord
1966: 1. Platz in der Regionalliga Nord
1972: 1. Platz in der Regionalliga Nord
1973: 1. Platz in der Regionalliga Nord
1977: 1. Platz in der 2. Bundesliga Nord und erster Aufstieg in die Bundesliga
1981: 1. Platz in der Amateur-Oberliga Nord, deutscher Amateurvizemeister nach 0:2-Finalniederlage bei den Amateuren des 1. FC Köln
1983: 1. Platz in der Amateur-Oberliga Nord
1984: 2. Platz in der Amateur-Oberliga Nord und Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga
1986: 1. Platz in der Amateur-Oberliga Nord und Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga
1988: 2. Platz in der 2. Bundesliga und zweiter Aufstieg in die Bundesliga
1989: 10. Platz in der Abschlusstabelle der Fußball-Bundesliga 1988/89, bisher höchste Platzierung am Saisonende seit Gründung der Fußball-Bundesliga
1991: 1:0-Auswärtssieg beim FC Bayern München. Dieser trat mit sechs Weltmeistern des Jahres 1990 an (Aumann, Augenthaler, Kohler, Pflügler, Reuter und Thon) sowie Stefan Effenberg an
1995: 2. Platz in der 2. Bundesliga und dritter Aufstieg in die Bundesliga
1995: 1. Platz in der Gruppe Nord der DFB-Nachwuchsrunde
1995: Tabellenführer der Bundesliga nach dem 1. Spieltag der neuen Saison durch 4:2-Heimsieg gegen TSV 1860 München
2001: 3. Platz in der 2. Bundesliga und vierter Aufstieg in die Bundesliga
2002: 2:1-Heimsieg des Tabellenletzten FC St. Pauli gegen den FC Bayern München, der Begriff des Weltpokalsiegerbesiegers wird geprägt
2006: Einzug als Regionalligist ins Halbfinale des DFB-Pokals gegen den FC Bayern München, das mit 0:3 verloren wurde
2007: Meister der Regionalliga Nord und Aufstieg in die 2. Bundesliga
2010: 2. Platz in der 2. Bundesliga und fünfter Aufstieg in die Bundesliga
2011: 1:0-Auswärtssieg des Aufsteigers FC St. Pauli beim Hamburger SV, erster Sieg im Hamburger Stadtderby seit 1977
2011: 1:8-Heimniederlage des Aufsteigers FC St. Pauli gegen den FC Bayern München, die höchste Bundesliga-Heimniederlage des Vereins

 

Die Piratenflagge und der Mythos des ewigen Underdogs

Geboren wurde der Mythos St. Pauli aus Resten der 68-er Protestbewegung, die zunächst mit diversen Aktionen Deutschland aufrüttelte und sich danach militant gegen die siegreiche bürgerliche Gesellschaft abschottete. In der linken Subkultur Hamburgs hielt man das Andenken an die Seeräuberei, insbesondere wohl an die lokalen «Likedeeler» immer hoch. In der Punkszene auch.

Folgerichtig besangen in der besetzten Hafenstrasse unweit der Spielstätte des FC St. Pauli am Millerntor «Slime», Ikonen des Deutsch-Punk, im gleichnamigen Lokal den Piraten Störtebeker. Irgendwann in den 80ern kam dann die Liebe zum FC St. Pauli, der ewigen Nummer 2 in Hamburg und Gegenentwurf zum reichen, schnöseligen Hamburger SV hinzu. Je erfolgloser das Team, desto hingebungsvoller die Huldigung an den Verein.

Mit den Punkern kam die Piratenflagge ins Millerntor-Stadion, zusätzlich jenes Publikum, das sich als autonom, progressiv, anti-faschistisch und anti-bürgerlich verstand und mit Sprechchören, Transparenten und Spass-Guerilla-Aktionen Stimmung machte. Nicht nur gegen die Gegner auf dem Platz sondern auch gegen Rassismus und Diskriminierung, Kommerz allgemein und Sportkommerz ganz besonders. Langsam entstand der Kult um den «sexy Aussenseiter», der in den 90er-Jahren zum Exportschlager weit über die Hamburger Szene hinaus wurde.[svc_carousel_layout car_autoplay=”yes” loadmore=”yes” grid_link_target=”nw” dexcerpt=”yes” dmeta_data=”yes” dsocial=”yes” query_loop=”size:16|order_by:date|order:DESC|post_type:post” grid_thumb_size=”200X172″ svc_class=”bigger-slider” title=”MEHR VON LIGALIVENET – DIE GEHEIMNISSE DER BUNDESLIGAKLUBS” loadmore_text=”Mehr Stories von Ligalivenet”]


Mehr in GZW