Bayern München: Skandale, Amigo-Deals und andere Peinlichkeiten


Peinlichkeiten? Das gibt es bei anderen Klubs in der Bundesliga, aber doch nicht beim Vorzeigeverein FCB. Mumpitz!

Ein Vorbild an aktiver Resozialisierung. „Der FC Bayern ist ein Verbrecherklub“: Das sagen die Bayern-Hater. Aber es stimmt – wenn auch auf eine ganz andere Art. Denn der FC Bayern wird/wurde maßgeblich von vorbestraftem Personal geführt. Ein Vorbild an aktiver Resozialisierung also. „Cheffe“ Karl-Heinz Rummenigge akzeptiert im Jahr 2013 einen Strafbefehl wegen Zollvergehens und bezahlt eine Strafe von 250.000 Euro. Er hat zwei Luxusuhren aus Katar nicht verzollt. Ein Richter am Amtsgericht in Landshut verurteilt ihn zu 140 Tagessätzen. Laut FOCUS geht das Gericht davon aus, dass Rummenigge täglich 1.785 Euro zur freien Verfügung hat. Ex-Präsident Uli Hoeneß sitzt wegen Steuerhinterziehung 21 Monate im Gefängnis. Aber auch der Aufsichtsrat, mit dem der FC Bayern München in die Saison 2018/19 geht, ist nicht ganz „sauber“. Dieser besteht aus den folgenden neun Mitgliedern: Uli Hoeneß, Herbert Hainer, Prof. Rupert Stadler, Dr. Werner Zedelius, Timotheus Höttges, Prof. Dr. Dieter Mayer, Dr. Edmund Stoiber, Dr. Theodor Weimer und Prof. Dr. Martin Winterkorn. 33 % von ihnen hatten oder haben zu diesem Zeitpunkt Probleme mit dem Gesetz. Sofern jemand zu mehr als 90 Tagessätzen oder mehr als drei Monaten Freiheitsstrafe verurteilt wurde, gilt er nach dem deutschen Recht als vorbestraft. Das trifft auf Uli Hoeneß zu, den damaligen Aufsichtsratsvorsitzenden der FC Bayern München AG. Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende zum Start der Saison 2018/19, Prof. Rupert Stadler, ist im Sommer 2018 in Untersuchungshaft wegen Verdunklungsgefahr und gegen das Aufsichtsratsmitglied Prof. Dr. Martin Winterkorn liegt im Rahmen der VW Dieselgate ein Haftbefehl aus den USA vor.

Angst vor Max Merkel – Das Ende von Gerd Müller und Wilhelm Neudecker: Im Jahr 1979 gibt es Dauerärger zwischen Trainer Pal Csernai und Superstar Gerd Müller. Start der Fehde soll eine Auswechselung Müllers im Spiel gegen Eintracht Frankfurt gewesen sein. Gerd Müller flüchtet in die USA. Csernai hat den Job überhaupt nur bekommen, weil sein ehemaliger Chef, Gyula Lorant, entlassen worden ist. Bayern-Präsident Neudecker will den ehemaligen 1860-Trainer Max Merkel verpflichten. Der gilt als Schleifer und davor haben die eher verwöhnten Bayern-Stars Muffe. Sie lehnen den Trainer Merkel ab und Neudecker tritt zurück. Stattdessen wird Pal Csernai, Cheftrainer. Die Ära Neudecker ist vorbei, die erste Spielerrevolte der Bundesliga ist erfolgreich, denn mit Pal Csernai wird Bayern zwei Mal Meister.

Das Heynckes Versprechen, Trainerflops und Mittelmäßigkeit: Anfang der 90-er Jahre durchlebt der Rekordmeister turbulente Zeiten. Zahlreiche Trainer, darunter Erich Ribbeck und Sören Lerby, versuchen sich wenig erfolgreich daran, das Team zu revitalisieren. Die Zeit nach der Entlassung von Jupp Heynckes im Oktober 1991 ist eine Zeit des Misserfolges. Die Bayern sind taktisch und vom Spielerpersonal her nicht mehr auf der Höhe des Geschehens – sowohl in Europa als auch in Deutschland. Es hagelt Niederlagen und das frühzeitige Ausscheiden aus den europäischen Wettbewerben gegen maximal mittelmäßige Gegner wird nicht die Ausnahme, sondern zeitweise normal. Für eine kurze Zeit scheint es, als ob der FC Bayern ein durchschnittlicher Bundesliga-Verein werden würde. Und besonders viel Geld haben die Münchener damals auch nicht auf dem Festgeldkonto. Die schlechteste Saison in dieser Phase ist die Spielzeit 1991/92. Am 8. Oktober 1991 muss Heynckes nach einem schwachen Saisonstart seinen Platz auf der Bank räumen. Sein 1990 auf dem Münchner Rathausbalkon gemachtes Versprechen, er werde mit den Bayern den Europapokal gewinnen, und seine damals etwas zu verbissene Art brechen ihm das Genick. Schon in der Vorsaison hat es „nur” zum Vizemeistertitel gereicht. Außerdem hat man sich im DFB-Pokal bei den Amateuren des FC Weinheim bis auf die Knochen blamiert und ist im Europapokal an Roter Stern Belgrad gescheitert. Die neue Spielzeit wird für den FC Bayern zum Super-GAU. Nach dem erneuten Pokal-Aus im eigenen Stadion gegen Zweitligist FC Homburg und einer 1:4-Heimpleite am 12. Spieltag gegen die Stuttgarter Kickers will Manager Uli Hoeneß nicht mehr an seinem Freund Heynckes festhalten. Kapitän Klaus Augenthaler hat vor der Saison seine Karriere beendet, die Leistungsträger Jürgen Kohler und Stefan Reuter sind nach Italien abgewandert. Torwart Raimond Aumann und sein Stellvertreter Sven Scheuer fallen verletzungsbedingt lange aus. Mit 36:40 Punkten schließen die Bayern die Saison mit einem miserablen Punkteschnitt auf Platz 10 ab. Bis heute hält Hoeneß die Heynckes-Entlassung für den größten Fehler seiner Manager-Laufbahn.

Wie entlasse ich den Sir – peinlich und rührend: Beim Wettbewerb um den schlechtesten Bayern-Trainer der letzten 30 Jahre fallen immer drei Namen: Jürgen Klinsmann, Sören Lerby und Erich Ribbeck. Wie die Bayern Ribbeck absägen – peinlich und rührend zugleich. Sir Erich folgt im März 1992 auf den Fehlgriff Sören Lerby. Kurz vor ihm werden Franz Beckenbauer und Karl-Heinz Rummenigge als Krisenhelfer in den Verein geholt und zu Vize-Präsidenten gewählt. Erich Ribbeck spielt mit einer neu formierten Mannschaft zwar 1992/93 wieder um den Titel mit – zu mehr als dem Vizemeistertitel hinter Otto Rehhagels Werder Bremen reicht es nicht. In Erinnerung bleibt die „Sargnagel-Aussage“ Ribbecks, nicht unbedingt Deutscher Meister werden zu müssen. Als auch im zweiten Jahr seiner Amtszeit das Team nicht richtig in die Gänge kommt und in der Hinrunde schon aus DFB-Pokal und UEFA-Cup ausscheidet, treffen sich in der Winterpause die Bayern-Granden, um zu besprechen, wie man den „Sir“ stilvoll „entsorgen“ könnte. Ribbeck ist allerdings direkt nach Ende der Hinrunde in den Urlaub nach Gran Canaria geflogen. Keine gute Idee. Bei der folgenden Präsidiumssitzung setzt Grummeln ob der Trainersituation ein. Aber es gibt keine Alternative. Uli Hoeneß schlägt plötzlich Vize-Präsident Beckenbauer vor, dieser schlägt schweren Herzens ein. Der Kaiser will seinen Freund Ribbeck aber nur beerben, wenn der selbst zurücktritt. Der Legende nach fliegen kurz vor Weihnachten daraufhin zwei Vorstandsmitglieder im Privatjet nach Gran Canaria. Sir Erich bewirtet die beiden Überraschungsgäste nichtsahnend so freundlich, dass sie es nicht übers Herz bringen, ihm die Wahrheit zu sagen. Back to Munich ohne Mitteilung der Entlassung. 25.000 Mark Flugkosten sind futsch! Ob die Geschichte stimmt, ist nicht bewiesen. Belegt ist, dass Franz Beckenbauer Erich Ribbeck ablöst und zum zweiten Mal einspringt. Er holt genauso viele Punkte in der Rückrunde wie Erich Ribbeck in der Hinrunde. Aber mit der „Lichtgestalt“ als Teamchef fängt die Mannschaft Herbstmeister Eintracht Frankfurt mit dem Bayern-Provokateur Klaus Toppmöller („Bye-bye Bayern“) noch ein und wird einen Punkt vor dem 1. FC Kaiserslautern Meister. Nobel: Ribbeck bekommt die volle Meisterprämie (250.000 DM) und sein Gehalt bis 30. Juni (500.000 DM). So verabschiedet man einen Freund…

Hoeneß über die eigenen Fans – megapeinlich: Auch die Offiziellen der Bayern sind nicht ganz frei von stillosen Fehltritten. Auf der Hauptversammlung des Jahres 2007 rastet Uli Hoeneß plötzlich aus und beschimpft die eigenen Fans. Unter anderem wirft er ihnen vor, selbst für die häufig schlechte Stimmung im Stadion verantwortlich zu sein. Dazu rechnet er aus, dass nur die hohen VIP-Logen- Entgelte die billigen Eintrittspreise im Stadion möglich machen würden. Ton und Stil – peinlich. Fakten – so ganz falsch nicht.

Der Kaiser, die Bayern, die WM und die Deals mit den Scheichs: Amigo-Deals sind in Bayern nicht selten und auch dem FC Bayern nicht fremd. Im Skandal um die Vergabe der WM 2006 könnte deshalb auch der FC Bayern noch in Bedrängnis geraten. Hierbei geht es insbesondere um verdächtige Zahlungen und bizarre Freundschaftsspiele – in Malta, Thailand und Tunesien. Zwar bestreitet Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, dass der Verein im Jahr 2000 (als die WM vergeben wurde) ausgerechnet in den Ländern zu Freundschaftsspielen antritt, aus denen Mitglieder des Vorstandes beim Internationalen Fußball-Verbandes kommen, die am Ende genau über die Zuteilung des Turniers entscheiden. Und das zu Preisen, die marktunüblich sind. Maltesische Ermittler interessiert ein ganz spezieller Vertrag, der kurz vor der WM-Vergabe im Privathaus des damaligen Verbandspräsidenten Maltas, Joe Mifsud, unterschrieben wird. Der lukrative TV-Kontrakt mit der Schweizer TV-Rechte-Agentur CWL bringt dem Verband ordentlich Geld[1]. Es geht um die Fernsehrechte für das Freundschaftsspiel zwischen Malta und den Bayern 2001. Angeblich fließen 250.000 Dollar in die Kassen des Fußballverbandes von Malta. Hintergründe sind bisher unbekannt, der Vorwurf ist nicht bewiesen.

[1] Näheres zum magischen Dreieck Beckenbauer, Netzer und Dreyfus findet sich u.a. hier: https://www.sueddeutsche.de/sport/fussball-netzer-im-strudel-der-wm-affaere-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-151028-99-08361

Sepp Maier und Ehefrau lassen sich fotografieren.
Sepp Maier und Ehefrau lassen sich fotografieren. Foto: Imago Images

Noch mehr Wissen über den FC Bayern München

Private Schnappschüsse der Bayern-Stars waren schon in den 70-er Jahren ziemlich normal.
Private Schnappschüsse der Bayern-Stars waren schon in den 70-er Jahren ziemlich normal. Foto: Imago Images

Und noch ein fauler Deal – diesmal mit Leo Kirch: Und der ist bewiesen. Offensichtlich sind die Bayern durchaus früher mal käuflich gewesen.

Nach Recherchen des “manager magazin” schließen am 9. Dezember 1999 Bayern-Manager Uli Hoeneß, das Bayern-Vorstandsmitglied Karl Hopfner sowie Ex-Präsident Fritz Scherer mit den damaligen Kirch-Managern Dieter Hahn und Stefan Ziffzer einen Geheimvertrag. In dem 18-seitigen Dokument vereinbaren beide Parteien eine „exklusive Zusammenarbeit”. Danach verpflichtet sich die Kirch-Gruppe, den Bayern bis einschließlich der Saison 2004 /2005 die Differenz zwischen den Erlösen aus der zentralen Vermarktung durch den DFB und den möglichen Erlösen des FC Bayern bei einer individuellen Vermarktung der TV-Rechte zu ersetzen – eine in der Liga-Geschichte einmalige Wettbewerbsverzerrung. Mit dieser Zahlung soll sich Kirch die Zustimmung des FC Bayern für eine weitere zentrale Vermarktung der Bundesliga-Rechte erkauft haben. Bayern-Manager Hoeneß macht sich anschließend im Liga-Ausschuss zudem für die Rechtevergabe an die Kirch-Gruppe stark. Kirch sichert dem Bundesligisten in dem Geheimvertrag zu, in den ersten drei Jahren jeweils einen Ausgleich von bis zu 30 Millionen Mark zu zahlen. Von der Saison 2003/2004 an wären gar bis zu 50 Millionen Mark pro Saison fällig gewesen. Tatsächlich überweist Kirch für die Spielzeiten 2000/2001 und 2001/2002 rund 40 Millionen Mark an die Bayern, bis es zur Insolvenz der Kirch-Gruppe kommt. Noch im Sommer 1999 hat die Bayern-Vereinsführung auf eine Eigenvermarktung der TV-Rechte durch die Bundesligavereine bestanden, weil sie auf diese Weise höhere Honorare als bei einer zentralen Vermarktung durch den DFB zu erhalten hoffte[1].

Wenn der Kaiser grollt: Beckenbauers Wut-Rede in Lyon 2001. Das „Champions-League-Bankett“ ist für Lover wie für Hater des FC Bayern München eine absolute Pflichtveranstaltung. Es sind Sternstunden der Corporate Identity der Münchner – und zuweilen des deutschen Fußballs. Am 6. März 2001 sitzen die Spieler mit leerem Blick bei Tisch in ihrem Teamhotel in Lyon. Von Olympique Lyon sind sie in der zweiten Gruppenphase der Champions League zuvor mit 0:3 auseinandergenommen worden. Nun muss im letzten Heimspiel gegen den FC Arsenal ein Sieg her, sonst ist man in der „Königsklasse“ früh am Ende. Da muss man was machen, denkt sich auch Bayern-Präsident Franz Beckenbauer. Der „Kaiser“ weiß um die Macht des Mikrofons und um die Kraft der Wut-Rede. „Die Frage ist immer, wie man ein Spiel verliert. Das war heute eine Blamage. So, wie wir gespielt haben, das hat nichts mit Fußball zu tun. Das ist eine andere Sportart, die wir spielen. Wir haben zugeschaut, wir haben körperlos gespielt. Das ist nicht Fußball, das ist Uwe-Seeler-Traditionsmannschaft, Altherrenfußball! Tut mir leid, wenn ich das so sagen muss. Es ist so. Es hat von der Tribüne aus vermutlich noch schlimmer ausgesehen, als Ihr es unten auf dem Platz mitbekommen habt. Das hat nichts mit Fußball zu tun!“, kanzelt er die Stars um Stefan Effenberg ab. „Wir sind sicherlich in einer Situation, wo wir noch einiges retten können. Nur, ihr müsst euer Spiel komplett umstellen. Es ist fünf Minuten vor Zwölf! Anschauungsunterricht war der heutige Gegner. Das ist Olympique Lyon, das ist nicht Real Madrid, FC Barcelona oder Manchester United – und wir haben heute eine Vorführung bekommen. Warum? Weil die Einstellung nicht gestimmt hat. Weil wir zurzeit einen Fußball spielen, der einfach nicht mehr adäquat ist. Den hat man vielleicht vor 30 Jahren gespielt. Ihr müsst Euch schleunigst wieder an das Einmaleins des Fußballs gewöhnen: Zweikämpfe. Wenn die Zweikämpfe nicht angenommen werden, bist du immer zweiter Sieger. Auch gegen eine Mannschaft wie heute, die sicherlich eine gute ist, aber nicht zu den besten gehört. Da schaust du aus wie ein Lehrbub, und zum Schluss kannst noch froh sein und sagen: „Vielen Dank, dass wir nur 3:0 verloren haben.’“ Für Beckenbauer ist klar: ,,In Zukunft könnt Ihr das nicht machen, sonst müssen wir uns alle einen anderen Beruf suchen!“ Am nächsten Tag wird bei Harald Schmidt bereits gerätselt, welche Berufe dies sein könnten… und man landet immer beim „Fußballprofi“. Wie auch immer. Am Ende wirken Beckenbauers Worte Wunder: Die Bayern-Stars, die sich nach der Wutrede spontan in Effenbergs Zimmer versammeln und schwören, es dem Kaiser zu zeigen, holen sich nach 25 Jahren endlich wieder den Pokal der Landesmeister und verlieren inklusive des Finales gegen den FC Valencia in Mailand kein Spiel mehr.

Giovanni Trapattoni – Lost in Translation: Es ist die bis heute denkwürdigste Pressekonferenz in der Fußball-Bundesliga. Sagen alle. Sagen vor allem die, die dabei waren- und es zum Teil auch nach Jahren noch nicht glauben können. München, 10. März 1998. Als Bayern-Coach Giovanni Trapattoni in einem roten Trainingspullover zwei Tage nach einem 0:1 auf Schalke das Rednerpult im Presseraum betritt, ahnt niemand etwas Böses. Kein Wunder. Der Italiener beginnt seinen Monolog, der in die deutsche Fußballgeschichte und in die Alltagssprache eingehen wird, ganz gemächlich und gesetzt. ,,Es gibt im Moment in diese Mannschaft”, so der ,,Mista”, ,,oh einige Spieler vergessen Ihnen Profi, was sie sind!” In der ersten Reihe wird schon gerätselt: Was will uns der Maestro damit sagen? Die Einstellung stimmt beim FC Bayern in dieser Bundesliga-Saison 1997/98, die man hinter Aufsteiger Lautern als Vizemeister abschließen wird, ebenso wenig wie die Aufstellung. Trapattoni fragt nach, ob auch alle mitkommen: ,,Iss klar, diese Worte, ist möglich verstehen, was ich sage gesagt?” Wir versuchen es zumindest, wäre die richtige Antwort gewesen! Jetzt kommt ,,Trap” in Fahrt: ,,Ein Trainer ist nicht ein Idiot! Ein Trainer zeigen, sehe, was passieren in Platz! In diese Spiel, es waren zwei oder drei Spieler, die waren schwach wie eine Flasche leer.” Für alle, die den Italo-Deutsch-Mix nicht beherrschen: Basler, Scholl und Strunz hatten einfach keinen Bock! ,,Diese Spieler”, beklagt Trap, ,,klagen mehr als spielen.” Richtig: Wenn es um eigene Ansprüche geht, war dieses Trio schon immer ganz weit vorn. Vor allem ein Spieler geht dem Italiener auf den Maßanzug: Thomas Strunz: ,,Strunz ist zwei Jahre hier, hat gespielt zehn Spiele, ist immer verletzt. Was erlauben Strunz?” Es wird ein geflügeltes Wort, wie sich später erweisen wird… Trapattoni hat keine Lust mehr: ,,Ich bin müde jetzt Vater diese Spieler, eh verteidige immer diese Spieler”. Auf Deutsch: Er lässt sie fallen und wohl auch zu Recht: ,,Ich habe immer die Schulde über diese Spieler, einer ist Mario, andere ist Mehmet. Strunz hat nur gespielt 25 Prozent diese Spiel.” Und er schließt mit ,,Ich habe fertig.” Noch so ein Satz, der es in die deutsche Alltagssprache schafft. Am Saisonende hat Trapattoni in der Tat fertig. Wenigstens verabschiedet er sich mit dem DFB-Pokal über die Alpen. Das 2:1-Siegtor im Finale gegen Duisburg erzielt übrigens Mario Basler…

[1] https://www.manager-magazin.de/digitales/it/a-236892.html

Ligalivenet Wissenspeicher - Wissen für Blowhards und Connaisseurs

FC Bayern München. Auch das ist alles passiert

Uli und die Detektive: Bayern spioniert Basler aus. So kann es gehen! Da begeben sich die Bayern-Stars Mario Basler und Sven Scheuer im November 1999 zu einem Reha-Aufenthalt nach Donaustauf – und am Ende darf sich zumindest der Pfälzer Basler einen neuen Job suchen.

Der an sich harmlose Besuch in einer Regensburger Pizzeria endet in einer handfesten Keilerei zwischen Scheuer und einem Pöbler, bei der Mario Basler anschließend „ein überragendes Gespräch mit einem Polizisten“ hat. Beim FC Bayern kann man über solche Metaphern nicht lachen. Basler und Scheuer werden suspendiert, der Keeper wird später begnadigt, doch für „Super Mario“ ist beim FCB Schicht. Er wechselt zurück zum 1. FC Kaiserslautern, für den er 1988/89 im bedeutungslosen letzten Spiel bei Bayer Leverkusen (1:0) sein Bundesliga-Debüt gegeben hat. Der im Rückblick übertrieben erscheinende Rauswurf hat eine lange Vorgeschichte. Bevor die Bayern Basler die Papiere geben, lassen sie ihn von einem privaten Ermittler beobachten. Ein grüner Golf heftet sich an die Hacken des Laufwunders. Wenig später bittet ihn Bayern-Manager Uli Hoeneß zum Rapport. „Ich sag: Und Manager, alles klar? Und was gibt es Neues? Sacht er, nix, hast ja nix am Wochenende gemacht. Ist ja nix passiert. Sag‘ ich, scheiße gell? Der Volldepp der mir in dem grünen Golf nachgefahren ist, den hättet ihr euch auch sparen können“, erklärt Basler gewohnt blumig im Kölner „Express“. Uli Hoeneß, so Basler weiter, habe sich durch seine Reaktion direkt verraten. „Super Mario“ dazu: „Da hat der schon so einen Ballon gekriegt und dann hat er angefangen zu grinsen. Sag ich, wenn der nicht von euch auf mich angesetzt war gestern, dann könnt ihr mir in die Schuhe scheißen. Da hat er sich dann weggeschmissen vor Lachen.“ Auch im Wissen darum, dass sein Detektiv vorher schon allerlei Anklagestoff gesammelt hat, Basler geht für sein Leben gern in Spielcasinos, trinkt und raucht ungeniert in der Öffentlichkeit. Nun ist die Basler-Maß voll und der Pfälzer Bub Mario ist wieder zu Hause: „Ich bin froh, dass ich mir diesen Schwachsinn von Uli Hoeneß nicht mehr anhören muss.“

Franck Ribéry wird ausfallend: Eigentlich will Franck Ribéry in der Winterpause der Saison 2018/19 nur ein Steak essen im Restaurant Nusr-Et” in Dubai. Koch Nusret Gökçe will es besonders gut machen und serviert dem Franzosen nicht irgendein Steak, sondern ein vergoldetes Stück Fleisch für ein paar Euro mehr. Franck teilt den Genuss des Steaks über sein Instagram Account mit seinen Fans.  Das kommt nicht gut an. Ein Shitstorm vom Feinsten ist die Folge. Doch Ribéry schlägt zurück. Über die Storyfunktion auf Instagram richtet er den Kritikern seiner Essensvorlieben aus: “Lasst uns 2019 den Punkt auf das i und die Balken auf das t setzen. Beginnen wir mit den Neidischen, den Wütenden, die sicherlich durch ein kaputtes Kondom entstanden sind: Fickt eure Mütter, eure Großmütter und euren Familienstammbaum. Ich schulde euch nichts, mein Erfolg habe ich vor allem Gott zu verdanken, mir und meinen Nächsten, die an mich geglaubt haben. Ihr seid nicht mehr als Steine in meinem Schuh.” In einem weiteren Kommentar wendet er sich dann an “die Pseudo-Journalisten, die mich und meine Taten immer kritisieren.” Wenn er etwas Gutes täte, würde das nie in den Medien stehen. “Nein, sie reden lieber über die Ferien, die ich mit meiner Familie verbringe, sie scannen meine Handlungen, was ich esse usw.”, resümiert der Bayern-Profi. Unterstützung erhält Ribéry von seiner Frau Wahiba. Schon vor Frank pestet sie auf Instagram: “Keine Sorge, wir sind alle sehr erfreut zu sehen, dass wir sogar in der Küche verfolgt werden. Ich bin kurz davor, mich zu übergeben, glaubt mir. Armes Frankreich, dass es tatsächlich so viele Idioten und Schweine gibt!” Übrigens: Das Steak, welches Ribéry bestellt hat, ist ein Ottoman-Steak. Ohne Goldzusatz kostet es laut Karte 239 Euro. Mit Edelmetall wohl deutlich mehr. Allerdings ist davon auszugehen, dass Ribéry das Steak nicht bezahlt hat. Einladung vom Küchenchef[1].

Wenn Sepp Maier ins Manöver zieht: Die Bayern-Stars auf der Leinwand. Der Berliner Regisseur Werner Jacobs (1909 – 1999) hat mit Sicherheit bessere filmische Projekte umgesetzt als die Verfilmungen von Ludwig Thomas „Lausbubenschichten“. Wir erinnern uns an zeitlose Klassiker wie „Und sowas muss um 8 ins Bett“, „Die Lümmel von der ersten Bank – Zur Hölle mit den Paukern“ oder „Was ist denn bloß mit Willi los?“ Auf den „Lümmel von der ersten Bank“, Jung-Star Hansi Kraus alias Pepe Nietnagel, greift Jacobs 1967 gleich zweimal zurück. Neben dem Pauker-Film dreht er mit Kraus auch „Wenn Ludwig ins Manöver zieht“, den zweiten Teil der Lausbuben-Geschichten von Thoma. Die Besetzung ist prominent. Neben Kraus und Heidelinde Weis versuchen sich Georg Thomalla, Claus Wilcke („Hui Buh“) und Friedrich von Thun in der bayerisch-preußischen Militärklamotte. Und weil schon 1967 niemand mehr am FC Bayern München vorbeikommt, werden die Spieler Sepp Maier und Gerd Müller sowie Trainer Zlatko „Tschik“ Cajkovski gleich mit gecastet und in Uniformen samt Pickelhaube gesteckt. Heute ist das natürlich politisch völlig unkorrekt. Cajkovski als Armeekoch, Sepp Maier als „Sepp Maier“ und Gerd Müller als „Müller“, man kann erahnen, wie intellektuell anspruchsvoll diese Komödie ist. Den Kritikern reicht es: „Manchmal hat man den Eindruck, einen Werbefilm vor sich zu haben.“

„Mer wolle ja nix Schlechtes sagen!“: Das Gefühl wird man auch 1973 nicht los, als endlich auch ER vor die Kameras tritt. Gemeint ist der Sozialkritiker und bekannte Fußball-Wettspieler Franz Beckenbauer, der als „Libero“ im gleichnamigen Film über ihn selbst einen kritischen Blick hinter die Fassade der Münchner Kicker-Schickeria der frühen 1970-er Jahre wirft. Es tun sich Abgründe auf. Mit vor allem einer bitteren Erkenntnis: „Ich hör auf mit dem Fußball.“ Um dieser drastischen Forderung gegenüber Harald Leipnitz Nachdruck zu verleihen, fordert der Kaiser: „Gib mir an Whisky, I spiel eh nimmer.“ Der Film wird von der Kritik zerrissen, nur nicht von Alt-Bundestrainer Sepp Herberger, der ihn auch sehen muss: „Mer wolle ja nix Schlechtes sagen!“ lautet sein irgendwie doch schlechtes Urteil.

Potato Fritz: Im Jahr 1976 reitet dann Hardy Krüger alias „Potato Fritz“ unter der Regie von Peter Schamoni über die Kino-Leinwand. Mit dabei: Sergeant Stark alias Paul Breitner. Dazu kommen die Berufs-Bösewichte Anton Diffring („Agenten sterben einsam“) und Arthur Brauss („Das Mädchen von Hongkong“) sowie die blonde Schönheit Diana Körner. Dazu die Musik von Udo Jürgens – mehr Kult-Kino geht eigentlich nicht. Der Erfolg scheint garantiert. „Oscar“-verdächtiges Western-Kino Made in Germany, wir wären gerne am Set mit dabei gewesen. Dass der tot geglaubte Captain Henry am Ende „den Indianern zu ihrem Recht verhilft“, ist sicher auch im Sinne von Fußball-Rebell Paul Breitner…

[1] Weitere Details gibt es unter: https://www.t-online.de/unterhaltung/stars/id_85036550/franck-ribery-rastet-aus-ueble-schimpfworte-an-seine-steak-kritiker.html

Gute Freunde…. Sollten niemals singen: Nonsens nach Noten mit den Bayern-Stars. Mehr Fremdschämen hat der FC Bayern, hat die Bundesliga nicht zu bieten, als wenn die Stars der Münchner zum Mikrofon greifen! Wir wissen natürlich nicht, wie viele Maß Bier nach einem Bayern-Sieg notwendig sind, um diese Lowlights aus der Welt des deutschen Schlagers und der Pop-Kultur ohne wirklich schlechtes Gewissen mitzusingen… Den Anfang macht „der Kaiser“. Franz Beckenbauer nimmt 1966 den seichten Song „Gute Freunde“ auf. Bis heute hat Beckenbauer die Scheibe, die es in Deutschland nur auf Rang 31 schafft und später als Titelsong der ARD-Fernsehlotterie weiter die Zuhörer quält, als „Jugendsünde“ abgestempelt. Aber noch immer wird er in der Allianz Arena gespielt. Text und Musik kommen von Kurt Hertha und Rolf Arland, die eigentlich für Hit-Garanten wie Al Martino oder Alice & Ellen Kessler tätig sind. Bei Franz ist selbst dieses Dynamic Duo machtlos – oder es hat mit lustloser Reimerei („Laß doch die andern reden, was kann denn schon geschehn, wir wollen heut und morgen nicht auseinander gehen“) einfach einen schlechten Tag erwischt. Die B-Seite der bei Polydor erschienen Single lautet übrigens „Du allein“, nur falls das mal bei Jauch gefragt wird… Gefragt ist der Titel allerdings auch Jahre später noch. „Die Amigos“, „Marianne & Michael“ und „Die jungen Zillertaler“, traditionell immer ganz nah dran am guten Geschmack, covern „Gute Freunde“.

„Dann macht es Bumm“: Bei Gerd Müller hat es beim FC Bayern in Form von Bundesliga-Toren 365-mal „bumm“ gemacht. Bei dieser sportlichen Komponente hätte es der „Bomber der Nation“ belassen sollen. Stattdessen wagt sich der Nördlinger 1969 ebenfalls ins Tonstudio – und heraus kommt mit „Dann macht es Bumm“ ein peinliches Machwerk, das selbst die B-Seite „Wenn das runde Leder rollt“ nicht retten kann. Man scheint Müller beim Gesang die fehlende Begeisterung für das Projekt, für diese Episode aus der Serie „Reim dich, oder ich fress dich!“, förmlich anzumerken. „Jeden Samstagnachmittag, ja da ist was los“, bemüht sich der „Bomber“, „immer wieder ist die Spannung riesengroß. Alle wollen Tore sehn, das ist sonnenklar, wenn es klappt, dann ist es wunderbar.“ Immerhin, gesteht Frau Uschi Jahre später, ihr Gerd würde das sicher nie wieder tun.

Endlich Gold: Damit eine Bayern-Platte „Gold“ gewinnt, muss erst 1982 der Belgier Jean-Marie Pfaff vom SK Beveren nach München kommen. Der Torhüter macht musikalisch zwar nicht unbedingt eine bessere Figur als zuvor der Franz und der Müller-Gerd. Aber: Er vermarktet die Peinlich-Scheibe „Jetzt bin ich ein Bayer“ einfach professioneller. Nicht nur das, er spendet die Goldene Schallplatte auch noch Papst Johannes Paul II. bei einer Audienz. Inwiefern der Papst mit der Textzeile „Ich trinke Bier und esse Leberkäs mit Eier“ klarkommt, ist nicht überliefert.

„Rummenigge“ (All night long): Nur indirekt beteiligt – und das muss man im Nachgang absolut schade finden – beim Bayern-Sturm in die Hitlisten ist Karl-Heinz Rummenigge. Das englische Ehepaar Alan & Denise Whittle kommt am 13. Oktober 1982, beim Länderspiel England gegen Deutschland im Londoner Wembley-Stadion (1:2) auf die Idee, die sein Leben verändern wird. Die beiden Lover sind so sehr in die „sexy knees“ von DFB-Star Karl-Heinz Rummenigge verschossen, dass sie spontan zur Feder greifen und mit „Rummenigge“ (All night long) einen Kult-Trash-Klassiker rund um den FC Bayern produzieren. Der dazugehörige Videoclip kommt mit minimalistischem Aufwand aus und könnte auch im Wohnzimmer von Alan & Denise gedreht worden sein. Jedenfalls wissen sie von einem Fußballspieler „over in West Germany“ zu berichten, der „sexy knees“ hat…In Deutschland dribbelt sich „Rummenigge“, am Anfang „genervt“ von dem Lied, bis auf Rang 43 der Hitparade. Die eilig nachgeschossene, deutsche Version kommt mit Wolfgang Fierek und Cleo Kretschmer, „Rummenigge – Tag und Nacht.“ Und wir bleiben dabei: Schade, dass Karl-Heinz Rummenigge genervt war. Eine Sangeseinlage mit Wolfgang Fierek wäre ihr Geld wert gewesen. So bleiben Liebhabern der Fußball-Schlager-Szene nur Rummenigges Einsätze bei „Olé Espana“ und „Mexico mi amor“ mit Michael Schanze und Peter Alexander vor den Weltmeisterschaften 1982 und 1986. Dazu die Schaaad!

Karl-Heinz Rummenigge als Co-Kommentator im TV: Erreicht werden die Niederungen der Sangeskunst nur noch von den sprechakrobatischen Darbietungen von Karl-Heinz als Co-Kommentator für die ARD in den 90-er Jahren.  Ein Paradebeispiel des rhetorischen Zufalls. Einfache Sachverhalte macht man kompliziert, für komplizierte Sachverhalte weicht man auf dadaistische Satzkonstruktionen aus. Gerd Rubenbauer und Heribert Faßbender auf der einen Seite und Rummenigge als Sidekick – das war für vier Jahre Fußball-TV der ARD vor der Jahrtausendwende. Rummenigge: „Wenn man über rechts kommt, muss die hintere Mitte links wandern, da es sonst vorne Einbrüche gibt.“

Willkommen im Cup der Verlierer: Das böse Gerücht um Bayerns 0:4 in St. Petersburg. Am 1. Mai 2008 verliert der FC Bayern München im Halbfinal-Rückspiel des UEFA-Pokals mit 0:4 bei Zenit St. Petersburg. Es ist die höchste Bayern-Niederlage im Europacup seit dem Halbfinale im UEFA-Pokal 1980 bei Eintracht Frankfurt (1:5). Aber anders als im Mai 1980 im Frankfurter Waldstadion hat das Spiel im Petrovsky-Stadion von St. Petersburg ein „Geschmäckle“. Die spanische Justiz ermittelt wegen des Verdachts, dass bei der Partie, die die Russen durch Tore von Pavel Pogrebnyak (2), Konstantin Zyrianov und Viktor Fayzulin gewinnen (Hinspiel: 1:1) Bestechung im Spiel ist. Der Nationale Gerichtshof in Madrid bestätigt wenig später, dass ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden sei. Der deutsche Meister reagiert in einer schriftlichen Stellungnahme abwartend. „Dem FC Bayern München ist dieser Verdacht ebenso wenig bekannt wie der Münchner Staatsanwaltschaft. Wir werden versuchen, jegliche etwaige Information zu diesem Vorgang zu erhalten.“ Das Spiel, so berichten die spanischen Zeitungen El Pais und ABC unmittelbar danach, soll für 50 Millionen Euro verkauft worden sein. Ihre Behauptung und die Annahme der spanischen Justiz stützen sich auf abgehörte Telefongespräche von russischen Mafia-Bossen in Spanien. Der Chef eines einflussreichen kriminellen Unternehmens soll sich in einem Gespräch mit einem Kollegen gerühmt haben, den Erfolg von Zenit im Halbfinale ,,für 50 Millionen” gekauft zu haben. Die Währung sei dabei nicht genannt worden. Der mutmaßliche Mafia-Boss wird im Frühjahr 2008 in Spanien festgenommen. Die Ermittler bewegen sich jedoch offenbar auf dünnem Eis. „Es ist nicht einmal klar, ob der Kauf“ eines Fußballspiels im Ausland nach spanischem Recht einen Straftatbestand darstellt“, rudert die Zeitung ABC wenig später zurück. Erst 2010 stellt sich heraus: Die Vorwürfe der Spiel-Manipulation, die sowohl die Bayern als auch der spätere UEFA-Cup-Sieger Zenit St. Peterburg abstreiten, stammen von einem Betrüger. Robin Boksic heißt der Mann und er ist Mitarbeiter bei UEFA-Chefermittler Peter Limbacher. Sein Chef ist, wie DIE ZEIT und der STERN am 15. September 2010, schreiben falschen Informationen, die später auch in einem FIFA-Dossier erwähnt werden, aufgesessen. Und der Kroate Boksic ist mittlerweile als Hochstapler entlarvt…

Top, die Wette gilt! – Klinsmann gegen „IM Lothar“: Es gibt nicht viel, was Lothar Matthäus, seines Zeichens Kapitän, Platzhirsch und auch sonst Synonym für den FC Bayern München in Hollywood-Zeiten ab 1995 nicht unternommen hat, um Jürgen Klinsmann zu diskreditieren. Der der BILD-Zeitung traditionell verbundene Franke, dem seine Teamkollegen später nachsagen, er habe „eine Standleitung aus der Bayern-Kabine zur BILD-Redaktion eingerichtet“ und den unter vorgehaltener Hand viele nur „IM Lothar“ nennen, weil viele Interna bzw. ,,Inderna“, wie Matthäus selbst sagen würde, auf oft wundersame Art und Weise den Weg in das Boulevardblatt finden, schmiedet einen perfiden Plan. Er hat es Klinsmann nicht verziehen, dass der vor der EURO 1996 nonchalant und gemeinsam mit Thomas Helmer und dem Dortmunder Matthias Sammer zu Berti Vogts marschiert und den Bundestrainer bittet, Matthäus nicht für das Turnier in England zu nominieren. Nur so, argumentiert Klinsmann, sei eine erfolgreiche EM möglich. Vogts folgt dem Ratschlag des Trios, nominiert Matthäus nicht und löst somit unvermutet die nächste Eskalationsstufe in der Dauerfehde zwischen „Klinsi“ und „Loddar“ aus. „Klinsmann ist feige, egoistisch und nur aufs Geld aus“, ist nur ein Giftpfeil von Lothar in die Richtung des Schwaben, der wo in München spielt. Was Klinsmann nicht weiß: Matthäus wettet mit Manager Uli Hoeneß um 10.000 Mark gegen seinen Intimfeind. Er glaubt, dass es Klinsmann nicht gelinge, in der Saison 1996/97, die Bayern München als Deutscher Meister beenden wird, 15 Tore zu erzielen. Moralisch in der Abstiegszone ist dies auch fachlich eine schlechte Idee. In seiner Premieren-Saison in München hat Klinsmann 1995/96 bereits 16-mal getroffen. Irgendwie kriegt Klinsmann spitz, was Lothar plant, klar, er hält ja auch öffentlich nie hinter dem Berg mit solchen Dingen. „Klinsi“ geht in die Offensive. Für den FC Bayern und seine Fans zum Glück auf dem Platz!

Mein Tagebuch: Die Zuschauer am altehrwürdigen Bökelbergstadion in Mönchengladbach wundern sich am 34. Spieltag. Beim 2:2 des neuen Deutschen Meisters FC Bayern in Gladbach drischt Jürgen Klinsmann den Ball in der 90. Minute mit einer derartigen Wucht ins Tor, als gelte es vor der Meisterparty noch schnell das Netz zu zerschießen. Was die Fans auf den Rängen und viele andere in Fußball-Deutschland nicht wissen: Es ist das Tor, mit dem Klinsmann in letzter Saisonminute dafür sorgt, dass Matthäus die Wette gegen Hoeneß verliert. Wenig später wissen dann wirklich alle Bescheid. Lothar Matthäus veröffentlicht seinen Kampf mit Klinsmann und andere Pikanterien unter Mein Tagebuch und gewinnt täglich neue Freunde. „Ich registriere das mit Unverständnis, langsam kann ich nur noch darüber lachen“, sagt etwa Nationaltorhüter Andreas Köpke, während Bayern-Keeper Oliver Kahn das Thema „Matthäus“ nicht mehr hören kann: „Wir sind Deutscher Meister, alles andere interessiert nicht. Auf einem solchen Niveau bewege ich mich nicht. Ich weiß, was los war. Ich brauche das Tagebuch nicht zu lesen – ich war dabei.“ Auf die Vorwürfe der Klinsmann-Seite, mit der hohen Wettsumme hätte man vielen Kindern in Afrika eine Freude machen können, setzt Matthäus einen finalen Konter: „Wenn man die zwei Millionen Mark, die sich Jürgen für die Ablöse als Klausel im vergangenen Jahr aus seinem Vertrag hat streichen lassen, noch dazurechnet, sind wir schon bei zwei Millionen und 10.000 Mark. Damit hätte man in der Tat eine ganze Menge anfangen können.” Klinsmann hat am Saisonende 1996/97 genug vom Niveau-Limbo und wechselt zu Sampdoria Genua. Nicht ohne dem Kontrahenten, mit dem er sich erst Jahre später versöhnt, noch einen mitzugeben: „Mir tun die Bayern-Spieler leid, denn die haben die Probleme mit Lothar in Zukunft. Ich habe sie nicht mehr, ich bin weg – Gottseidank.“

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