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Bayern-Star Lewandowski, Ibrahimovic und Co. – Das waren die frechsten Bosman-Transfers

Vor 25 Jahren kippte das Bosman-Urteil das Fußball-Transfer-System. Spieler wie Robert Lewandowski oder Zlatan Ibrahimovic profitierten.

Lewandowski Bosman Transfer

Vor 25 Jahren erschütterte ein Gerichtsurteil die Fußball-Welt. Das Bosman-Urteil kippte das bisherige System für Fußball-Transfers. Es ermöglicht jedem Spieler bei Vertragsende einen ablösefreien Transfer. Stars wie Robert Lewandowski, Zlatan Ibrahimovic oder England-Legende Steve McManaman profitierten von dieser Entscheidung.

Im Dezember 1995 betrat ein dunkelhaariger Mann mit langen Koteletten und traurigem Blick den Gerichtssaal. Jean-Marc Bosman erstritt am Europäischen Gerichtshof in Luxemburg sein Recht auf freie Wahl des Arbeitsplatzes. Der bis dahin völlig unbekannte Fußballprofi hatte 5 Jahre vergeblich geklagt. Die zu hohe Ablöseforderung seines Klubs RFC Lüttich empfand er als ,,Einschränkung seiner Arbeitnehmerfreizügigkeit.” Am 15. Dezember 1995 bekam er Recht. Der EU-Gerichtshof (AZ: EuGH RS C-415/93, Slg 1995, I-4921) verbot alle finanziellen Forderungen für einen Spieler bei Vertragsende. Damit hob man das bestehende Fußball-Transfersystem aus den Angeln. Ein Präzedenzfall. Die nach Meinung von Bosman zu hoch angesetzten Ablöseforderungen von Klubs bei auslaufendem Vertrag hatten damit ein Ende.

Größte Profiteure wurden damit die Top-Klubs. Sie konnten von nun an Spitzenspieler zum Null-Tarif holen. So diese sich mit ihren alten Klubs nicht auf eine Vertragsverlängerung einigen konnten. Die Redewendung „Einen Bosman-Transfer landen“ wurde beispielsweise in England zum geflügelten Wort.

4 Jahre nach dem Urteil wurde auch ein Superstar des englischen Fußballs zum „Bosman-Transfer“. Der FC Liverpool ging 1999 leer aus. Steve McManaman (heute 48) wechselte ablösefrei zu Real Madrid. Dort wurde der offensive Mittelfeldspieler – ein echter Mersysider – zum Hit. 2000 und 2002 gewann McManaman mit Real die Champions League. 2-mal wurde er spanischer Meister. Liverpool wartete bis 2020 auf einen nationalen Meistertitel…

Noch besser machte es der FC Bayern München 2014. Die Bayern, traditionell clever bei ihren Transfers, holten Robert Lewandowski. Der Pole war bei Borussia Dortmund zum Torschützenkönig und Weltklasse-Stürmer gereift. Statt einer Ablöse von 50 Millionen zu kassieren, musste Dortmund „Lewy“ zum Nulltarif ziehen lassen. Seitdem hat er die Münchner 6-mal in Folge zur Deutschen Meisterschaft und 2020 zum „Triple“ geschossen. Umgekehrt hatten die Bayern 2006 Pech. Michael Ballack, den sie selbst 2002 ablösefrei aus Leverkusen geholt hatten, zog ohne einen Cent Ablöse weiter zum FC Chelsea.

Doch die größten Bosman-Transfers wären nicht komplett ohne ihn. Ohne Zlatan Ibrahimovic. Der inzwischen 39-jährige Schwede kumulierte in seiner Profi-Karriere fast 150 Millionen Euro Ablöse. Paris St.-Germain blieb 2012 mit 21 Mio. Euro knapp unter dem Höchstwert. Diesen hatte der AC Milan 2010 für „Ibra“ hingelegt. 24 Millionen für den schwedischen Stürmerstar. In Paris setzte Ibrahimovic neue Maßstäbe. Er erzielte 156 Tore in 180 Pflichtspielen. Nur der Uruguayer Edinson Cavani (33, jetzt Manchester United) erzielte mehr Treffer für PSG. Der Dank? Ibrahimovic wechselte 2016 ablösefrei zu Man. United. Heute geht es ihm nachweislich besser als Jean-Marc Bosman. Der Belgier lebt seit 2015 ohne Job. Zurückgezogen. Von dem nach ihm benannten Urteil konnte er nicht profitieren. Er erhält Zuwendungen von einer Spielergewerkschaft. Das ist ja wohl auch das Mindeste…


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