Bundesliga: Das sind die schlechtesten Absteiger der 3-Punkte-Ära


Die Bundesliga-Saison 2018/2019 hat ein Gutes. Erstmals seit 10 Jahren braucht es keine ,,Abstiegs-Thriller”, um irgendwie Spannung herbei zu reden.

Ein bis zum Schluss offenes Meisterschaftsrennen mit dem FC Bayern München und Borussia Dortmund und ein Abstiegskampf, der diesen Namen nicht verdient, prägen diese Saison.

Der FC Schalke 04, Vizemeister von 2018, vermeidet als 14. der Tabelle ein Horror-Szenario. Dass es die ,,Königsblauen” unbedingt in der Bundesliga weiterspielen wollen, zeigen sie im Prinzip nur an einem einzigen Tag in dieser Saison, beim 4:2-Derbysieg am 27. April 2019. Ansonsten: Schlechtetes Heim-Team mit nur 15 Punkten und nur 16 eigenen Toren in der heimischen Veltins Arena. Auch die geretteten Puppenspieler vom FC Augsburg blamieren sich beim 1:8 am letzten Spieltag in Wolfsburg so gut, wie es eben geht.

Je weiter man nach unten blickt, desto düsterer wird es! Hannover 96 und der 1. FC Nürnberg verabschieden sich direkt in die 2. Liga und viele genervte Fans würden ihnen am liebsten zurufen: ,,Bitte, bleibt unten!” ,,Die Roten” und ,,Der Club” liefern Zahlen des Grauens ab – und stehen damit in einer unrühmlichen Tradition.

Für Schalke 04 reduziert sich die Saison 2018/2019 nur auf den Derbysieg am 27. April bei Borussia Dortmund... (Foto von Martin Rose/Bongarts/Getty Images)
Sie gehören zu den schlechtesten Bundesliga-Absteigern seit Einführung der 3-Punkte-Regel zur Saison 1995/96. Den Spruch ,,Mit 40 Punkten bleibst du sicher drin” kann man mit Blick auf die gemeinschaftlich schlechtesten Teams dieser Ära getrost vergessen…

Die schlechtesten Absteiger der 3-Punkte-Ära 5: 1. FC Kaiserslautern 2011/2012, 23 Punkte

Auch Meister Borussia Dortmund und Mario Götze (l.) stürmten 2011/2012 den Betzenberg des 1. FC Kaiserslautern - 5:2. (Photo by Thorsten Wagner/Bongarts/Getty Images)
Der 1. FC Kaiserslautern hat Anfang Juni 2019 die Lizenz für die 3. Liga erhalten. Irgendwo gut so, denn sonst würde dieser Traditionsklub wahrscheinlich ungebremst weiter abstürzen.

Das Profil eines Erstligisten hat der 1. FCK, 2108 erstmals drittklassig, schon lange nicht mehr. Die bislang letzte Saison im ,,Oberhaus” 2011/2012 wird für Lautern zum Fiasko. 2-mal ist der stolze Pfälzer Vorzeigeklub zuvor schon abgestiegen – 1996 und 2006.

Das aber jeweils am letzten Spieltag, im direkten Duell mit den Abstiegs-Konkurrenten Bayer Leverkusen (1:1) und VfL Wolfsburg (2:2) und immer als 16. Nun steigen die ,,Roten Teufel” erstmals als Tabellenletzter ab – und mit nur 23 Punkten.

8 Zähler fehlen am Ende auf den Relegationsplatz 16 und Hertha BSC mit Ex-FCK-Meistercoach Otto Rehhagel. Besonders bitter: Die einstige Festung Fritz-Walter-Stadion auf dem Betzenberg wird für die Gegner zum Selbstbedienungsladen. Der FCK ist mit nur 2 Siegen und 11 Zählern die schlechteste Heim-Mannschaft der Liga und stellt mit nur 24 Zählern die schwächste Offensive der Bundesliga. Srdjan Lakic und Co. werden mitunter von den restlos enttäuschten Fans sogar angespuckt…

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Die schlechtesten Absteiger der 3-Punkte-Ära 4: 1. FC Köln 2017/2018, und MSV Duisburg 1999/2000, je 22 Punkte

In China klappte es für Anthony Modeste gar nicht. (Photo by Matt Roberts/Getty Images)

Das Auf und Ab des Bundesliga-Geschäfts spiegelt sich bei kaum einem anderen Klub so deutlich wider wie beim 1. FC Köln.

Die Rheinländer spielen 2016/2017 eine überragende Saison! Platz 5, 49 Zähler und erste Europapokalteilnahme seit 1992/93. Dann wechselt Anthony Modeste, Top-Torjäger am 12. Juli 2017 auf Leihbasis zu TJ Quanjian nach China. Die 25 Saison-Tore aus dem Vorjahr, die der bullige Mittelstürmer aus Frankreich erzielt hat, fehlen dem FC.

Jhon Córdoba von Mainz 05 kann ihn nie wirklich ersetzen. Erfolgscoach Peter Stöger muss am 3. Dezember 2017 gehen. Zu diesem Zeitpunkt herrschen in Köln ,,tasmanische Verhältnisse”. Mit nur 3 Punkten steht der Deutsche Meister von 1978 am Tabellenende. Sein Nachfolger Stephan Ruthenbeck kann das Blatt nicht wenden, Köln steigt als Europacup-Teilnehmer (Aus in der Vorrunde in einer Gruppe mit FC Arsenal, BATE Borissow und Roter Stern Belgrad) ab. Mit 22 Zählern.

Ebenfalls ,,schmale” 22 Punkte holt 1999/2000 der MSV Duisburg. Die ,,Zebras”, 1988/99 als Pokalfinalist im internationalen Wettbewerb, stellen dabei die Schießbude der Liga. 71 Gegentore – allein beim späteren Tabellendritten und CL-Teilnehmer HSV (!) setzt es ein 1:6.

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Die schlechtesten Absteiger der 3-Punkte-Ära 3: Gladbach 1998/99, Greuther Fürth 2012/2013, Hannover 2018/2019, je 21 Punkte

2006 wurde Robert Enke wieder in den erweiterten Kader der Nationalmannschaft berufen. Foto: Getty Images
Robert Enke wechselte nach dem Abstieg mit Gladbach zu Benfica Lissabon. Foto: Getty Images

Die Saison 1998/99 sieht den ersten Abstieg des 5-maligen Deutschen Meisters Borussia Mönchengladbach.

Die ,,Fohlen” müssen im Herbst 1998 in 2 Spielen 15 Gegentore hinnehmen – 2:8 gegen Bayer Leverkusen am altehrwürdigen Bökelberg und 1:7 beim VfL Wolfsburg eine Woche später. ,,Eine Legende stirbt”, titelt BILD. Der bedauernswerte Gladbach-Keeper Robert Enke († 2009) muss 79 Gegentore hinnehmen. Superstar Stefan Effenberg hat man im Sommer 1998 ein 2. Mal an Bayern München abgegeben. Die altgedienten Michael Klinkert und Christian Hochstätter sind über ihrem Zenit. Die erfahrenen Zugänge Toni Polster (Köln), Markus Feldhoff (Leverkusen) und Newcomer Sebastian Deisler (18) zünden nicht. Sie holen 21 Punkte – und das ist viel zu wenig! Eintracht Frankfurt, das sich am letzten Spieltag auf Rang 15 rettet, macht mit Jörg Berger 16 Zähler mehr als die Gladbcher, ebenso wie der 3. Absteiger 1. FC Nürnberg. Für Trainerfuchs Friedel Rausch († 2017) ist es der 2. Abstieg in Folge…

Zum 2. Mal in nur 3 Spielzeiten runter muss 2019 auch Hannover 96. 21 Punkte, zweitschlechteste Heimbilanz hinter Schalke 04 mit nur 16 Zählern. Nur 3 Siege gibt es unter dem zum 1. Februar 2019 für Aufstiegscoach André Breitenreiter geholten Thomas Doll. 0,67 Zähler pro Spiel sind die schlechteste Ausbeute für den Trainer, der den HSV 2006 in die Champions League geführt hat.

Die SpVgg Greuther Fürth spielt 2012/2013 ihre bislang einzige Saison in der Bundesliga. Mit nur 4 Siegen ist das ,,Kleeblatt” bei 21 Punkten früh am Ende. Immerhin: Beim 1:6 gegen Borussia Dortmund gibt es im Ronhof Besuch von Star-Trainer José Mourinho von Real Madrid. Das wundert auch BVB-Coach Jürgen Klopp: ,,Bruce Willis kommt aus Idar-Oberstein, José Mourinho war in Fürth – Sachen gibt’s!”

Die schlechtesten Absteiger der 3-Punkte-Ära 2: 1. FC Nürnberg 2018/2019, 19 Punkte

Für den 1. FC Nürnberg war nach dem 0:4 gegen Gladbach am 11. Mai 2019 die Erstliga-Veranstaltung vorzeitig und zum 9. Mal beendet.
Für den 1. FC Nürnberg war nach dem 0:4 gegen Gladbach am 11. Mai 2019 die Erstliga-Veranstaltung vorzeitig und zum 9. Mal beendet. (Photo by Sebastian Widmann/Bongarts/Getty Images)
9-mal ist der 1. FC Nürnberg Deutscher Fußballmeister geworden, ebenso oft muss ,,Der Club” den bitteren Weg in die Zweitklassigkeit gehen.

Die Franken halten sich in ihrer Katastrophen-Saison 2018/2019 an den bitteren Ausspruch ihrer Fans ,,Der Club is a Depp”.

Mit nur 19 Punkten, wahlweise helfen die beiden Remis gegen Meister Bayern (1:1) und Vizemeister Borussia Dortmund (0:0), diesen Negativ-Rekord zu vermeiden, überbietet der FCN die schlechteste Ausbeute der 3-Punkte-Ära nur um ein mickeriges Pünktchen.

Kein Team wird 2018/2019 in fremden Stadien so gern empfangen wie der 1. FC Nürnberg. Die Mannschaft von Michael Köllner und dem später installierten Boris Schommers holt nur 3 Auswärtspunkte und bleibt dabei ohne Sieg, kassiert 46 Gegentore.

Die schlechtesten Absteiger der 3-Punkte-Ära 1: SC Freiburg 2004/2005, 18 Punkte

Die Fans des SC Freiburg (siehe Spruchband) nahmen die Rekord-Abstiegssaison 2004/2005, wie hier gegen den VfL Wolfsburg, durchaus mit Humor.
Die Fans des SC Freiburg (siehe Spruchband) nahmen die Rekord-Abstiegssaison 2004/2005, wie hier gegen den VfL Wolfsburg, durchaus mit Humor... (Photo by Michael Kienzler/Bongarts/Getty Images)
Der SC Freiburg in der Saison 2004/2005 – Nie ist ein Team in der 3-Punkte-Ära schlechter als ,,Finkes bunte Vögel”.

Die Truppe mit Spielern aus 15 Ländern scheint irgendwie nicht so richtig zusammen zu finden und stürmt mit konsequentem 4-3-3-Offsensivsystem ins Verderben.

Zwischen dem 10. und dem 17. Spieltag setzt es für den Sport-Club 7 Niederlagen in Serie. Das 1:0 gegen den VfL Wolfsburg im Januar 2005 ist einer von nur 2 Heimsiegen im Schwarzwaldstadion. Ab dem 12. Spieltag liegt Freiburg konstant auf einem Abstiegsplatz und am Saisonende sind es 18 Zähler Rückstand auf Platz 15.

Bemerkenswert: Trotz des 0:7 im DFB-Pokal gegen den FC Bayern München und einem 0:5 bei Mainz 05 innerhalb einer Woche bleibt Trainerlegende Volker Finke im Amt. Der Norddeutsche wird 2006 sogar zum Profi-Trainer mit der längsten Amtszeit bei einem Klub in Deutschland und überholt damit Otto Rehhagel, der von 1981 bis 1995 insgesamt 14 Jahre, 2 Monate und 30 Tage für den SV Werder Bremen arbeitet.

LigaliveTV: FCN-Coach Boris Schommers: ,,Haben den Klassenerhalt nicht verdient"

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