FC Bayern: Chefkritiker Hamann zählt Robert Lewandowski an


Es ist in Leverkusen schon das 2. Mal in dieser Saison, dass Robert Lewandowski (30) die berühmten Zentimeter fehlen. Unmittelbar vor der Pause hat der polnische Stürmerstar des FC Bayern München in der BayArena die vermeintliche Vorentscheidung herbeigeführt. Sein Treffer wird per Video-Beweis allerdings als Abseitstor gewertet und zurückgenommen. Auch im Spitzenspiel bei Borussia Dortmund (2:3) kostet eine Abseitsstellung des Torjägers die Münchner einen wertvollen Punkt.

Als Robert Lewandowski am Samstag lustlos abwinkt und nach der 1:3-Pleite bei Bayer Leverkusen fast gleichmütig in den Katakomben verschwindet, ruft er damit einen seiner größten Kritiker auf den Plan. Es ist Ex-Bayernprofi und Champions-League-Sieger Dietmar Hamann (45).

Der Bayer legt am Sonntagabend in der TV-Sendung SKY90 so richtig los. Hamann holt die Wumme raus. „Ich glaube, dass Lewandowski für Bayern München ein Problem wird: Seine Theatralik, sein zum Teil lustloses Verhalten auf dem Platz. Ich glaube, es ist offensichtlich, dass er ein Einzelgänger ist“, sagte der TV-Experte.

Harte Worte. Bliebe die Frage: Wie muss man sich einen „Einzelgänger“ vorstellen, der in dieser Saison 7 Bundesliga-Tore vorgelegt hat, sich also höchst uneigennützig gezeigt hat?

Robert Lewandowski verlässt enttäuscht die BayArena. Ein Tor des Bayern-Stürmers wurde nach Abseitsstellung nicht anerkannt. (Photo by Dean Mouhtaropoulos/Bongarts/Getty Images)

Robert Lewandowski: Im Sommer war er allein in München

Lewandowski kann auch Spitzenspiel: Im Duell beim BVB am 10. November 2018 trifft er zwei Mal - dennoch verliert er mit dem FC Bayern München am Ende 2:3. (Photo by Dean Mouhtaropoulos/Bongarts/Getty Images)

Hamann geht mit seinem sonntäglichen Rundumschlag noch weiter.

„Lewandowski hat immer gut funktioniert, weil er Tore gemacht und auch, wenn er keine Tore gemacht hat, einen Wert für die Mannschaft hatte. Doch im Moment ist das nicht gegeben. Ich glaube, dass er auch in der Mannschaft zum Teil umstritten ist.“

Möglich. Ebenfalls denkbar ist aber auch, dass nur ein klärendes Gespräch mit dem neuen Trainer Niko Kovac (47) den Polen im Sommer 2018 in München hält. „Ich hatte das Gefühl, dass niemand hinter mir steht“, erzählt Lewandowski der Süddeutschen Zeitung, „weder in der Öffentlichkeit noch bei den Bossen hat man mich verteidigt.“

Dass Robert Lewandowski die Torjägerliste in der Bundesliga in der vergangenen Saison mit 29 Toren in 30 Spielen konkurrenzlos angeführt hat, ist für Dietmar Hamann, 2005 Champions-League-Sieger mit dem FC Liverpool, nicht entscheidend.

Ligalive-Infografik: Player Profile Robert Lewandowski, FC Bayern München, Bundesliga-Saison 2018/19

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Die Champions League liegt Robert Lewandowski... aber nur gegen Gegner wie AEK Athen...(Photo by Sebastian Widmann/Bongarts/Getty Images)

Für Hamann zählen vielmehr Lewandowskis internationale Auftritte.

8 Treffer aus 6 CL-Spielen stehen vor den schweren Achtelfinals gegen Hamanns Ex-Klub FC Liverpool zu Buche. „Bei den Toren muss man sehen, gegen wen er die gemacht hat“, ätzt Hamann, „in den entscheidenden Champions-League-Spielen der letzten Jahre hat er diese Tore nicht gemacht.“

Auch hier mag man dem Bayern-Polterer nicht widersprechen. Die Münchner scheitern 2017/2018 mal wieder im Halbfinale an einem spanischen Klub, Real Madrid. Den letzten Lewandowski-Treffer gibt es aber bereits im Achtelfinal-Hinspiel gegen Besiktas (5:0).

Geht es nach Dietmar Hamann, so darf in München der Verkauf des polnischen Nationalmannschaftskapitäns, der 2014 ablösefrei von Borussia Dortmund an die Isar kam, im Sommer kein Tabuthema mehr sein. „Ich würde lieber einen ersten Stürmer holen, als einen zweiten. Das würde natürlich heißen, dass du ihn abgibst“, so Hamann bei Sky, „er will immer als drittbester Stürmer der Welt gesehen werden – davon ist er meilenweit entfernt.“ Der Warschauer Lewandowski hat in München noch einen bis zum 30. Juni 2021 gültigen Vertrag.

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