Mein Geld, mein Verein, mein Gelaber


Auch auswärts dabei: Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (m.) und Martin Kind bei Hannovers Auswärtssieg am 21. Oktober 2017 in Augsburg. (Photo by Alexandra Beier/Bongarts/Getty Images)

Martin Kind (74) ist am Sonntag in der TV-Sendung Wontorra bei Sky. Warum wir das eingangs schon erwähnen? Es könnte spannend werden! Zu den Aussagen, die den mächtigen Geschäftsführer und Investor von Hannover 96 immer wieder schlecht aussehen lassen, könnten dann noch ein paar Bonmots dazukommen.

Mit Weltmeister Lothar Matthäus (,,Die Schuhe müssen zum Gürtel passen”), ebenfalls bei ,,Wonti” eingeladen, hat Kind sicher ein gutes Pendant. Trotzdem: So viele verbale Fehleinschätzungen, wie sie der 96-Boss seit August 2018 geliefert hat, sind atemberaubend.

Sie werden in dieser Fülle nur vom legendären TV-Auftritt des Dr. Robert Wieschemann (,,Wir haben ein Defizit – alle – an Durchblick”), Aufsichtsrat des 1. FC Kaiserslautern, im August 2002 getoppt. Kinds Statements zeigen in vielen Facetten, warum Hannover 96 auf dem direkten Weg in die 2. Liga ist.

Prognosen, Kader-Zusammenstellung, Trainerfrage – Kind hat sich seit letztem Sommer buchstäblich um Kopf und Kragen geredet. Frei nach Dr. Konrad Adenauer und dessen Devise: ,,Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?”

Martin Kind schien von der Arbeit von Horst Heldt wirklich überzeugt zu sein...

Hannover 96 war für Kind kein Abstiegskandidat. Nun ja....

Hannover 96 lieferte gegen RB Leipzig eine desolate Leistung ab. (Photo by Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images)

Los geht es mit einer Fehleinschätzung bei Saisonstart.

,,Den Sieg in Karlsruhe im Pokal habe ich vorhergesagt”, schwadroniert Kind nach dem 6:0-Auswärtserfolg im DFB-Pokal beim Drittligisten KSC. Das ist jetzt auch nicht so schwer gewesen… Gewichtiger ist sein Nachsatz: ,,Mit dem Abstieg werden wir nichts zu tun haben.”

Da hat sich der Mann, der 2017 bei der DFL die ,,50 plus 1″-Regel kippen will, wonach ein Verein nicht in Händen einer einzelnen Person sein darf, mächtig verspekuliert.

Seit dem 5. Spieltag (!) rangiert Hannover 96 auf dem Relegationsplatz oder schlechter. Zum Rückrundenstart – Hannover hat zuvor seit dem 11. Spieltag (2:1 gegen den VfL Wolfsburg) kein Liga-Match mehr gewonnen, hört sich das dann so an: ,,Wir brauchen noch mindestens 24 Punkte, besser 27.” Auch damit wird es nix: Stand 28. Spieltag hat der Pokalsieger von 1992 satte 3 Punkte in der Rück-Serie geholt…

EINE ANDERE LIGALIVE STORY?

Von Breitenreiter ,,überzeugt"... und von Doll natürlich auch

Die Bundesliga-Rückkehr von Thomas Doll endete mit einer herben Enttäuschung.
Die Bundesliga-Rückkehr von Thomas Doll endete mit einer herben Enttäuschung. (Photo by Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images)

In 22 Jahren unter Martin Kinds Ägide hat sich Hannover 96 aber auch zu einer Trainer-Schleuder entwickelt.

Seit 2013 sieht man in Hannover 6 Trainer sich die Klinke in die Hand geben. Am längsten hält sich in dieser Zeit der Aufstiegs-Coach André Breitenreiter (45) im Sattel: 66 Spiele.

,,Wir haben die Verträge mit Trainer André Breitenreiter und Manager Horst Heldt vorzeitig verlängert”, erklärt Martin Kind am 2. Oktober 2018, ,,weil wir von ihrer Arbeit überzeugt sind.” Wohl doch nicht so ganz. Am 28. Januar 2019 muss Breitenreiter gehen, Anfang April Horst Heldt. Ex-Nationalspieler Thomas Doll (53) übernimmt und was hören wir aus der Ehrenloge? ,,Wir können uns natürlich vorstellen, mit Thomas Doll in die 2. Liga zu gehen, dehsalb haben wir mit ihm einen Vertrag abgeschlossen, der auch dort gilt”, sagt der 96-Boss am 8. März, nachdem Doll mit 96 gerade mal 3 Punkte aus 5 Spielen geholt hat.

Genau deshalb hört sich das Ganze auch am 27. März 2019 schon anders an: ,,Ich persönlich habe gefühlt den Eindruck, dass weder André Breitenreiter noch Thomas Doll das Leistungspotenzial der Mannschaft voll ausschöpfen konnten.” Das ist im Abstiegskampf besonders bitter, ehrlich. Doch der Visionär blickt schon voraus: ,,Der Fußball geht weiter, für uns leider in der 2. Liga.”

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