Bundesliga-Geschichte – Der Hamburger SV geht unter, der FC Bayern ist sauer


Bester Stoff für Bundesliga-Junkies auf Entzug: Was geschah am 01. Mai in der deutschen Fußball-Eliteklasse?

Das Bayern-Dusel kommt 1971 in vielerlei Gestalt daher. Im mühsam gewonnenen Heimspiel gegen Schlusslicht RW Oberhausen (4:2) zeigt es sich so: Oberhausens Uwe Kliemann trifft mit einem Befreiungsschlag den Kopf von Mitspieler Franz Krauthausen, der mit Gehirnerschütterung ins Krankenhaus muss. Ohne ihren torgefährlichsten Spieler, der nächstes Jahr bei den Bayern aufläuft, stehen sie natürlich auf verlorenem Posten.

Das DFB-Bundesgericht arbeitet auch 1973 am Tag der Arbeit. Am 01. Mai bestätigt es die Sperre für die Schalker Skandalsünder Rolf Rüssmann, Klaus Fischer, Herbert Lütkebohmert und Hans-Jürgen Wittkamp (alle zwei Jahre), die nun vor ein Zivilgericht ziehen wollen.

Übrigens: Der jüngste Manager der Bundesligahistorie tritt am 01. Mai 1979 seinen Dienst an. Der 27-jährige Uli Hoeneß, in der Hinrunde noch Profi des FC Bayern, beendet die Saison 1978/79 hinter dem Schreibtisch. Da so wenig zu tun ist, endet sein erster Arbeitstag nach zwei Stunden. Das wird sich ändern…

Der Arbeitsbeginn von Uli Hoeneß am 01. Mai 1979 als Manager von Bayern München.
Der Arbeitsbeginn von Uli Hoeneß am 01. Mai 1979 als Manager von Bayern München. Foto: Imago Images

Der FC Bayern rettet sich vor dem Abstieg

Bruno Labbadia (Bayern München) gegen Jörg Sobiech (Wattenscheid)
Bruno Labbadia (Bayern München) gegen Jörg Sobiech (Wattenscheid). Foto. Imago Images

Bernd Hoss ist 1987 der Aufstiegstrainer von Bundesliga-Eintagsfliege Blau-Weiß 90 Berlin. Weshalb sie ihn trotz miserabler Performance in der Saison 1986/87 nicht entlassen. Dermaßen gestärkt bricht er nach der 1:2-Heimpleite im Kellerderby gegen Fortuna Düsseldorf mit seiner Mannschaft. Auf der Pressekonferenz wettert er: „Am besten ist, wenn gar nichts mehr über uns geschrieben wird. Meine Jungs sind’s nicht wert, dass etwas über sie in den Zeitungen steht.“

Der saarländische Provinzklub FC Homburg steht am 01. Mai als erster Absteiger der Saison 1989/90 fest, das 1:1 in Frankfurt ist zu wenig. Das dritte Bundesligajahr ist bis dato das letzte der Grün-Weißen. Die Liga atmet auf, die Homburger waren nicht gerade ein Kassenmagnet, weder zuhause noch auswärts hat kein Verein weniger Zuschauer.

Bayern München bannt am ersten und einzigen 35. Spieltag der Historie das Abstiegsgespenst, das sich 1991/92 ungewohnt lange an der Säbener Straße herumtreibt. Durch ein 5:2 über Wattenscheid ist die von Erich Ribbeck gecoachte Mannschaft endlich in Sicherheit. Fortuna Düsseldorf hingegen besteigt nach dem 0:3 in Bochum wieder mal den Fahrstuhl nach unten.

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Pierre Littbarski macht Schluss

Pierre Littbarski macht Schluss im Mai 1993
Pierre Littbarski macht Schluss im Mai 1993. Foto: Imago Images

Sayonara Litti! Weltmeister Pierre Littbarski bestreitet 1993 sein letztes Bundesligaspiel vor seinem Wechsel nach Japan. Es wird ein perfekter Abschied, beim 2:0 seiner Kölner über Nürnberg schießt er beide Tore. „Wir verlieren nicht nur einen hervorragenden Fußballer, wir verlieren unseren Kopf“, ruft ihm Trainer Morten Olsen nach. So was steht sonst nur in Kitschromanen.

Die Karte gibt es schon acht Jahre, doch ein Torwart hat sie noch nie gesehen – bis zum 1. Mai 1999. Als Bayerns und Deutschlands Nummer Oliver Kahn förmlich darum bettelt. Binnen 120 Sekunden wird er zweimal verwarnt und zweimal Gelb macht Gelb-Rot. Die erste Torwart-Ampelkarte hat nur für den Sünder Folgen, seine Mannschaft gewinnt auch in Unterzahl gegen Schlusslicht Borussia Mönchengladbach mit 4:2. Das beeindruckt Spieler beider Seiten. Mario Basler tönt: „Jetzt sind wir Meister!“ Toni Polster ahnt: „Jetzt steigen wir ab.“ So wird es kommen.

Noch ein Münchner Torwart hat Pech: Michael Hofmann von 1860 München kassiert beim 1:4 in Rostock sein 41. Gegentor der Saison und muss sich eine Glatze scheren lassen. Hochmut kommt vor dem Haarausfall…

Nachbarschaftshilfe im Titelrennen 2004? Wie schon 1993 lässt sich der HSV bei Werder Bremen abschießen (0:6), wie damals sind die Bayern die Leidtragenden und entsprechend sauer. Manager Uli Hoeneß spricht von „einer Riesen-Sauerei“, HSV-Trainer Klaus Toppmöller entschuldigt sich zumindest „bei allen HSV-Fans- das ist der tiefste Punkt meiner Trainerlaufbahn.“ Auf einem mittlerweile schongewohnten Tiefpunkt ist auch der 1. FC Köln, der nach dem 1:2 bei den Bayern 2004 schon zum dritten Mal binnen sechs Jahren absteigt.

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