Bundesliga-Legende Klaus Fischer: ,,Mister Fallrückzieher” wird 70!


Sevilla, 8. Juli 1982 - Eine Sternstunde der deutschen WM-Geschichte. Klaus Fischer (m.) trifft per Fallrückzieher im Halbfinal-Spiel gegen Frankreich zum 3:3. Michel Platini (l.) kann nicht mehr eingreifen. Foto: Imago Images / Copyright: imago/WEREK

Er ist eine echte Legende des deutschen Fußballs – auch ohne WM-Titel. Klaus Fischer wird am Freitag runde 70 Jahre alt. 

Der Rekord-Torjäger des FC Schalke 04 (182 Treffer in 295 Spielen) ist mit der Gesamt-Torzahl von 268 Buden, die er außerdem für 1860 München, den 1. FC Köln und den VfL Bochum macht, hinter Bayern-Bomber Gerd Müller (365 Tore) der erfolgreichste Schütze der Bundesliga-Geschichte.

Tore sind sein Markenzeichen. Besonders Fallrückzieher. Fischer erhebt den Fallrückzieher zur absoluten Kunstform des Toreschießens.

Am 27. September 1975 beginnt diese unglaubliche Serie von Traum-Toren.

Klaus Fischer Fallrückzieher Karlsruhe
Karlsruhe, Wildparkstadion, 27. September 1975: Der Kult beginnt. Klaus Fischer Schalke erzielt per Fallrückzieher das Tor zum 0:2, Torwart Siegfried Kessler( KSC) und Winfried Schäfer (2. v. r.) sind machtlos. Foto: Imago Images / Werek

Der Bundesliga-Skandal kostete Fischer den WM-Titel 1974

Klaus Fischer FC Schalke 04
Nationalspieler Klaus Fischer vom FC Schalke 04 landete zwar nicht hinter Gittern, doch seine Verstrickung in den Bundesliga-Skandal 1971/72 kosteten den S04-Torjäger die WM 1974. Foto: Imago Images / Werek
Da jagt Fischer den Ball per Fallrückzieher im Wildparkstadion ins Tor des Karlsruher SC.

1977 folgt im Länderspiel Deutschland – Schweiz (4:1) in Stuttgart das Fischer-Fallrückziehertor, das ,,Tor des Jahres“, ,,Tor des Jahrzehnts“ und ,,Tor des Jahrhunderts“ zugleich wird.

Sein vielleicht legendärstes Tor erzielt Klaus Fischer in der Verlängerung des unvergessenen WM-Halbfinales 1982 in Sevilla gegen Frankreich  für Deutschland – ebenfalls per Fallrückzieher und zum 3:3-Ausgleich.

Ein Schienbeinbruch 1980 und die Verstrickung in den Bundesliga-Manipulationsskandal 1971/72 kosten ihn bei Welt- und Europameisterschaften (1974 und ‚ 80) große Erfolge mit der deutschen Nationalmannschaft.

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Klaus Fischer FC Schalke 04
München, 9. Oktober 1976: Schalke und Klaus Fischer (2. v. r.) sind nicht zu stoppen: 7:0 gegen den FC Bayern mit Franz Beckenbauer (l.) und Sepp Maier. Foto: Imago Images / Copyright: imago/Sven Simon

Der FC Schalke 04 ist 1970/71 in den großen Bundesliga-Skandal verstrickt. Zahlreiche Spieler, auch Klaus Fischer, verbringen danach viel Zeit in Gerichtssälen.

Denn: Die Schalker Spieler haben in der besagten Saison ein Spiel gegen Arminia Bielefeld gegen relativ geringe Bezahlung und als „Gefallen für Waldemar Slomiany“ (einen Spieler, der von Schalke zu den Bielefeldern gewechselt war, d. Red.) absichtlich mit 0:1 verloren. Fischer selbst, wie weitere Mannschaftskollegen – unter anderem Klaus ,,Tanne” Fichtel, Rolf ,,Rollo” Rüssmann und Reinhard ,,Stan” Libuda , spielen überhaupt nicht, da sie vom DFB sehr lange, z. T. anfangs lebenslang ausgesprochene Sperren kassiert haben. ,,Mein Gott, was waren wir damals dumm. Für 2.300 Mark pro Mann ein Spiel zu verlieren, blöder kann man nicht sein. Eine Siegprämie betrug damals 2.000 Mark“, sagt der Jubilar Fischer Jahre später.

Klaus Fischer wird in seiner insgesamt 20 Jahre währenden Profi-Karriere 3-mal Vizemeister in der Fußball-Bundesliga. Die Saison 1976/77 ist für Fischer und Schalke 04 mit Platz 2 hinter Borussia Mönchengladbach und 77 eigenen Treffern eine der besten Spielzeiten des FC Schalke 04 in der Bundesliga. Gekrönt wird sie mit dem bis heute höchsten Erfolg des FC Schalke 04 aller Zeiten in der deutschen Fußball-Eliteliga. 7:0 gewinnen die ,,Knappen“ unter Trainer Friedel Rausch am 9. Oktober 1976 beim FC Bayern München. Allein Klaus Fischer verewigt sich 4-mal an der Anzeigentafel des Olympiastadions. Erwin Kremers, Manfred Dubski und Rüdiger ,,Abi“ Abramczik erzielen die übrigen Treffer. Anschließend beschert Schalke dem ,,Kaiser“, Franz (Franz) Beckenbauer, die Höchststrafe. Mit den ,,Leuten, die uns gerade richtig hergespielt haben“, gemeint sind die Schalker, muss das Münchner Fußball-Idol ins gleiche Flugzeug steigen. Am Abend hat er mit den Schalke-Spielern Klaus Fischer und Erwin Kremers noch einen gemeinsamen Termin in der Gruga-Halle in Essen…

Gegenüber LigaLIVE.net sagt Klaus Fischer: ,,Torjubel gegen Bayern München war damals was ganz Normales. Trikot ausziehen oder so einen Quatsch, so etwas kannten wir gar nicht.” Klaus Fischer wird 1972 mit Schalke 04 und 1983 mit dem 1. FC Köln Deutscher Pokalsieger. Nach seinem Karriere-Ende sieht man ihn als Interims-, Assistenz- und Amateurtrainer beim FC Schalke 04 und beim VfL Bochum. Seit 1997 betreibt er eine Fußballschule und gehört der Schalker Delegation bei Auswärtsspielen als Repräsentant an.

Coming soon: Mehr über den FC Schalke 04, Klaus Fischer und den Manipulationsskandal von 1971 lesen Sie demnächst im großen LigaLIVE-E-Book zur Bundesliga!   

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