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Bundesliga, RTL, Tennor: Jürgen Klinsmann ist der Hinschmeißer des Jahres

76 Tage ist Jürgen Klinsmann (55) Coach bei Hertha BSC in der Fußball-Bundesliga.

Von den Trainern, die beim Hauptstadtklub mindestens 5-mal auf der Bank sitzen, ist nur der bedauernswerte Michael Skibbe kürzer im Amt – 47 Tage, vom 27. Dezember 2011 bis zum 15. Februar 2012.

Der Unterschied zwischen den beiden ehemaligen Bundestrainer ist: Michael Skibbe hat sich gegenüber Hertha nie illoyal oder nachtragend gegeben. Das kann man von Jürgen Klinsmann nicht eben behaupten. Wer die Woche des Jürgen K. beobachtet, muss staunen, wie schnell der Welt- und Europameister und einstige Hoffnungsträger beim DFB sich selbst demontiert hat.Mit der Veröffentlichung der ,,Klinsmann-Papiere” am Mittwoch in der Zeitschrift SPORT BILD hat sich der ehemalige Bundesliga-Profi vom VfB Stuttgart und von Bayern München selbst ins Abseits gestellt.

Wir wissen nicht, was Jürgen Klinsmann dazu bewogen hat, die 22 Seiten Protokoll über seine Trainer-Zeit in Berlin mit teilweise deftigen Urteilen über die Bundesliga-Profis (,,Kein Mehrwert” / ,,Nicht leidensfähig”) aus der Hauptstadt zu veröffentlichen.

,,Keine Ahnung, was ihn geritten hat”, wundert sich auch Trainerlegende Friedhelm Funkel (66) am Freitag in der WELT. Der Rheinländer Funkel, 2010 selbst einmal in Berlin tätig, hat eine klare Meinung zu Klinsmanns Vorstoß: ,,Diese Kritik ist unterirdisch. Das haben die Verantwortlichen von Hertha BSC in keinster Weise verdient.”

Der Rückzug des Jürgen Klinsmann aus der deutschen Fußball-Öffentlichkeit geht jedoch noch weiter.Wie BILD in seiner Donnerstag-Ausgabe berichtet, ist Klinsmann auch seinen Job als Berater der Tennor los. Das Unternehmen von Lars Windhorst (43) hält 49,9 Prozent der Hertha-Anteile und hat 224 Mio. Euro in den Berliner Bundesligisten investiert.

Klinsmann agiert für Windhorst zunächst als Aufsichtsrat, dann übernimmt er das Traineramt. Seine Fußball-Kompetenz und Strahlkraft scheinen dem Verein, der in der Bundesliga zum biederen Mittelmaß gehört, neue Türen zu öffnen. Mit der Rückendeckung von Lars Windhorst geht Klinsmann im Winter auf Einkaufstour und verpflichtet neue Stars für 76 Mio. Euro – kein anderer Klub gibt im Winter-Transfer-Zeitraum weltweit mehr Geld aus als die Berliner! Nach seinem überraschenden Rückzug hat Windhorst im Rahmen einer als legendär geltenden Pressekonferenz bereits mitgeteilt, dass Klinsmann nicht mehr für den Aufsichtsrat berufen wird.

Am Freitag wird Jürgen Klinsmann endgültig zum ,,Hinschmeißer” des Jahres. Der 55-Jährige hat seit dem vergangenen Frühjahr für den Sender RTL die Spiele der deutschen Nationalmannschaft analysiert. Damit ist nun ebenfalls Schluss. „Jürgen Klinsmann wird RTL auf eigenen Wunsch zukünftig nicht mehr als Fußballexperte zur Verfügung stehen“, teilt RTL nun mit. Sportchef Manfred Loppe erklärt: „Wir verstehen und respektieren seine Entscheidung. Wir haben ein enges, vertrauensvolles Verhältnis zu Jürgen Klinsmann und bedanken uns für die gute und professionelle Zusammenarbeit im vergangenen Jahr.“

Professionell kann man das, was Klinsmann in Berlin hingelegt hat, weiß Gott nicht nennen! Selten hat sich ein Top Player des deutschen Fußballs derart rasant selbst demontiert wie der Schwabe dies in den zurückliegenden Tagen und Wochen getan hat. Atemberaubend – und mit riesiger Fallhöhe, das ist der Rückzug des Jürgen K. Als Bundesliga-Trainer oder Funktionär ist Klinsmann verbrannt.


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