Bundesliga-Spiele an Silvester: Es waren keine Kracher!


Tasmania Berlin ist das schlechteste Bundesliga-Team Foto: Imago
Tasmania Berlin ist das schlechteste Bundesliga-Team Foto: Imago

,,Das Beste kommt zum Schluss" - Das ist das Motto vieler Silvesterpartys.

Es will irgendwie in die kurze und alles andere als traditionsreiche Geschichte der Bundesliga-Spiele an Silvester passen, dass am 31. Dezember 1964 das schlechteste Team auf den Platz muss, dass die deutsche Fußball-Eliteliga je gesehen hat.

Tasmania Berlin, Hüter fast aller Negativ-Rekorde in mehr als 55 Jahren Fußball-Oberhaus, muss zum Jahreswechsel ran.

Als ob die Spieler des hoffnungslos unterlegenen Neulings, der nicht sportlich aufsteigt, sondern vom DFB ,,berufen" wird, nicht schon genug Sorgen hätten. Nun wird also auch Silvester zum Arbeitstag! Aus der Serie: ,,Man hat ja sonst nichts zu tun..."

Eintracht Braunschweig Silvester Tasmania Berlin
Silvester in der Bundesliga: Hier eine Szene aus dem Hinspiel zwischen Eintracht Braunschweig (mit Peter Kaack, links) gegen Tasmania Berlin in der Saison 1965/66.

Bundesliga an Silvester: Das wurde zum Glück keine Tradition!

Tiefpunkt der Karriere war Tasmania Berlin.
Horst ,,Schimmi" Szymaniak: Sein Tiefpunkt der Karriere war Tasmania Berlin. Foto: Imago

Am 31. Dezember 1965 müssen die Tasmania-Kicker gegen Eintracht Braunschweig antreten.

Eine Besonderheit, denn an Silvester ruht in allen europäischen Ligen - und im Happy-New-Year-verrückten Amerika sowieso - der Ball! Dafür sind die trinkfesten Engländer am 1. Januar am Start, um im Stadion den Silvester-Kater rauszulaufen.

Zu Deutschland, seien wir ehrlich, würde Bundesliga weder an Weihnachten noch an Silvester wirklich passen. Man kann schließlich nicht erst im Stadion und danach noch auf der Silvester-Party saufen!

Am 31. Dezember 1964 lautet die Silvester-Partie -nicht Party! - 1. FC Nürnberg gegen den VfB Stuttgart. Und weil das den Spielplan-Planern des DFB nicht genug ist, gibt es zu Silvester 1965 noch ein 2. Spiel: Tasmania Berlin gegen Eintracht Braunschweig. Hm.

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Müller: ,,Dann haben wir eben gespielt"

Luggi Müller Max Merkel
Foto: Imago Images / Sven Simon

Wie auch immer: Die beteiligten Spieler aus den Bundesliga-Silvester-Begegnungen denken bis heute ungern an diese Ansetzungen.

„So ganz genau kann ich mich nicht erinnern“, sagte etwa Nürnbergs Verteidiger Horst Leupold in einem NDR-Feature, ,,war das nicht ein Schneespiel?“ Nein, gerade nicht! In Nürnberg herrschen zum Jahreswechsel ordentliche Bedingungen, die Witterung ist trocken, der Platz schneefrei, wie damals der in der fränkischen Metropole ansässige Kicker zu berichten weiß. Immerhin: 23.000 Zuschauer haben am 31. Dezember 1964 offenbar doch etwas Besseres zu tun, als Silvesterpunsch zu naschen. Sie freuen sich in der 77. Minute über ein Tor von Ludwig ,,Luggi" Müller, einer echten FCN-Legende, zum 1:1.  Die Stuttgarter sind nach 3 Minuten durch Hartmut Weiß in Führung gegangen. Es ist unter den 58 Toren von Weiß sicherlich das mit dem eigentümlichsten Charakter.

Dass an Silvester gespielt wird, ist für ,,Luggi" Müller heute und mit dem Abstand von 55 Jahren kein großes Ding mehr. ,,Wenn der Spielleiter die Begegnung auf Silvester angesetzt hat, dann haben wir eben gespielt. Das war unser Job“, sagt der inzwischen 78-jährige Müller.

DFB-Spielleiter Walter Baresel (,,Hückeswagen gegen Borussia Dortmund, das wird spannend") setzt ein Jahr später noch einmal um 14 Uhr einen Bundesliga-Silvester-Kick an. „Es handelte sich um ein Nachholspiel“, verweist der Braunschweiger Klaus Meyer auf den 2:0-Sieg der ,,Löwen" beim abgeschlagenen Tabellenletzten Tasmania. Meyer fährt nach der „maßlos traurigen Partie“ (Sport-Magazin) mit seinem Teamkollegen Lothar Ulsaß noch zu einer Silvesterparty in den Harz. Immerhin. Die 3.000 frierenden Zuschauer sehen immerhin den 500. Treffer in der Bundesliga-Historie durch den 2-fachen Torschützen Erich Maas.

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