Der Final-Fluch: Die 5 größten Endspiel-Pleiten des Jürgen Klopp


Jürgen Klopp greift als Trainer des FC Liverpool am Samstag zum 3. Mal in seiner Karriere nach der Champions League.

Im Finale gegen Tottenham Hotspur kämpft der deutsche Trainer am Samstag in Madrid einen einsamen Kampf.

Für Klopp geht es auch darum, seinen persönlichen Final-Fluch von 6 Pleiten in Serie endlich zu beenden und zu zeigen, dass er doch noch Titel gewinnen kann. Seit 2012 muss der ehemalige Mainzer mit Borussia Dortmund, aber auch mit dem FC Liverpool immer am Pokal vorbei laufen.

Die internationalen Medien thematisieren Klopps schwarze Final-Serie am Freitag im Vorlauf des Champions-League-Finales. Keine spanische Zeitung liegt in Madrid herum, die nicht darüber berichtet, kein britischer Journalist, der nicht danach fragt.

Jürgen Klopp (r.) und Trent Alexander-Arnold wissen nach dem 2:0-Erfolg gegen Wolverhampton Wanderers nicht, ob sie lachen oder weinen sollen... (Photo by Laurence Griffiths/Getty Images)

Jürgen Klopp versteht es, sich diesem Makel seiner Karriere bewusst zu stellen. ,,Die Umstände in meinen Endspielen waren immer anders”, sagt Klopp vor dem großen Finale in Madrid, ,,wenn ich der Grund für meine sechs Finalniederlagen bin, dann sind die Menschen zurecht besorgt. Letztes Jahr haben wir ein Weltklasse-Tor und 2 Tore bekommen, wie es uns normalerweise nicht passiert.” Damit sind wir auch schon mittendrin: 6 Finals hat Klopp seit 2012 verloren, davon 2 in einer Saison, 2015/2016 in seiner ersten Spielzeit in Liverpool.

Klopps schlimmste Final-Pleiten 5: Verschaukelt im DFB-Pokalfinale

Es gibt bessere Einstellungen zu dieser Szene aus dem Pokalfinale 2014 zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München als diese. Doch wie man es dreht: Der Ball von Mats Hummels ist von Bayerns Dante hinter der Linie erwischt worden... (Photo by Adam Pretty/Bongarts/Getty Images)

In Berlin, wo er mit Borussia Dortmund 2012 die Bayern im Pokalfinale mit 5:2 gedemütigt hat, erlebt Klopp 2014 gegen die Münchner eine bittere Pleite.

Seinem Team kann man dabei keinen Vorwurf machen. Die Dortmunder erzielen ein Tor durch Mats Hummels. Der Nachteil: Es zählt nicht.

Obwohl der Münchner Dante den Ball von Hummels hinter der Torlinie klärt, entscheidet Schiedsrichter Florian Meyer (Burgdorf) auf ,,kein Tor” – und liegt falsch. In der Verlängerung haben die Münchner den längeren Atem und gewinnen noch mit 2:0.

Klopp anschließend: ,,Jeder hat gesehen, was passiert ist.” Dass die DFL wenig später angesichts des nicht gegebenen Treffers für die Einführung der Torlinientechnik stimmt, ist für den BVB ein schwacher Trost.

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Der Karriere-Start von Zlatan Ibrahimovic, hier im Trikot des AC Mailand, begann mit einem Abstieg... (Photo by Claudio Villa/Getty Images)

Klopps schlimmste Final-Pleiten 4: Abschied aus Dortmund ohne Titel

Der VfL Wolfsburg gab bei Klopps Abschied aus Dortmund 2015 den Party-Crusher.

Die Saison 2014/2015 steht für Klopp und Borussia Dortmund von Anfang an unter keinem guten Stern.

Im ersten Bundesliga-Spiel gegen Bayer Leverkusen (0:2) kassieren Klopp und der BVB das bis dahin schnellste Tor der Liga-Historie aller Zeiten. Karim Bellarabi trifft nach 12 Sekunden. Ein Menetekel.

Dem Vizemeister will ohne den ablösefrei nach München abgewanderten Torschützenkönig Robert Lewandowski nicht viel gelingen. Klopps Zugänge Ciro Immobile, Adrian Ramos und Kevin Kampl zünden nicht. Als der BVB in der Rückrunde nach einem 0:1 gegen Augsburg auf einem Abstiegsplatz steht, zieht Klopp von sich aus die Reißleine – und verkündet im April 2015 seinen Abschied am Saisonende.

,,Zum Abschied mit dem Pokal noch mal um den Borsigplatz zu fahren, das wär’ ziemlich lässig”, wünscht er sich. Seine Mannschaft scheint ihm diesen Wunsch auch zu erfüllen. Im Elfmeter-Krimi beim FC Bayern schafft Dortmund den Finaleinzug, scheitert dann aber in nur 16 Minuten und trotz früher 1:0-Führung im Finale von Berlin durch Pierre-Emerick Aubameyang (5.) mit 1:3 am VfL Wolfsburg. Die ,,Wölfe” drehen die Partie mit Toren zwischen der 22. und der 38. Minute durch Luiz Gustavo, Kevin de Bruyne und Bas Dost bei miserabler Leistung von BVB-Ersatzkeeper Mitch Langerak noch vor der Pause…

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Klopps schlimmste Final-Pleiten 3: Vercoacht in Basel!

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Klopps dickstes Ding mit Liverpool: Triumph im Europa-League-Viertelfinale 2016 gegen den BVB. Links: Emre Can, der nun bei Juventus Turin spielt und mit Bayern München in Verbindung gebracht wird. (Photo by Clive Brunskill/Getty Images)

Schon vor dem Europa-League-Finale gegen den FC Sevilla in Basel hat Kloppo in seiner Premieren-Saison schon wieder eine Niederlage auf dem Rücken.

Seit Oktober 2015 beim FC Liverpool im Amt, verliert Klopp erst das englische Ligapokal-Finale im Elfmeterschießen (2:4) gegen Manchester City – und dann auch noch das Endspiel um die Europa League in Basel.

Und das nach dem bis heute als legendär anmutenden Kraftakt gegen den BVB im Viertelfinale! Nach 1:1 im Hinspiel biegt Liverpool an der Anfield Road einen 1:3-Pausenrückstand gegen Borussia Dortmund noch in ein 4:3 um – und lässt das Stadion beben! Auch im Halbfinale gegen den FC Villarreal (3:0) holt man einen 0:1-Hinspiel-Rückstand auf.

Eine 1:0-Pausenführung durch Daniel Sturridge reicht im Finale von Basel wieder nicht zum Sieg. Der FC Sevilla gewinnt noch mit 3:1. Klopp generös: ,,Es ist mein Job, dem Team zu helfen, dass es besser reagiert. Ich kann mich sehr verbessern.”

Klopps schlimmste Final-Pleiten 2: Wembley ist ein Traum zu weit

Aus! Mit dem Schlusspfiff am 25. Mai 2013 in Wembley ist für Marco Reus (l.), Kevin Großkreutz und Borussia Dortmund die große Chance auf den Champions-League-Titel dahin. (Photo by Alex Grimm/Getty Images)
Aus! Mit dem Schlusspfiff am 25. Mai 2013 in Wembley ist für Marco Reus (l.), Kevin Großkreutz und Borussia Dortmund die große Chance auf den Champions-League-Titel dahin. (Photo by Alex Grimm/Getty Images)
In der Saison 2012/2013 begeistern Klopp und Borussia Dortmund ganz Fußball-Europa. Sind nach dem BVB-Double 2012 ,,alle ein bisschen verknallt in diesen Verein”, so kommt es noch besser.

In der Champions League liefert Borussia Dortmund mit dem überragenden Duo Mario Götze und Marco Reus Spiele für die Ewigkeit: 4:1 bei Ajax Amsterdam, 1:0 gegen Manchester City, 2:1 gegen Real Madrid in der Vorrunde, Gruppensieger. Es folgen das unvergessene 3:2 nach 1:2-Rückstand bis zur 90. Minute gegen den FC Malaga im Viertelfinale (Hinspiel 0:0) und das 4:1 im Halbfinale gegen Real Mardrid und José Mourinho, alles Spiele für die deutsche Europacup-Historie.

Das gilt auch für das Finale am 25. Mai 2013 in Wembley. Es ist das bis heute einzige deutsche Endspiel in der ,,Königsklasse” mit dem BVB und dem FC Bayern München. Die favorisierten Bayern haben Dortmund in der Liga stehen lassen, nun holen sie sich in der Schlussminute mit 2:1 durch Arjen Robben nach 2 Final-Pleiten in der CL in 3 Jahren den Henkelpott.

Viel bitterer geht es nicht, zumal beim FC Bayern Dante mit Gelb-Rot nach Foul (und anschließendem Elfer durch Ilkay Gündogan) vom Platz fliegen muss. ,,Wir sind ganz klar durch 2 Fehlentscheidungen benachteiligt worden”, gibt Klopp anschließend zu Protokoll, ,,aber am Ende ist uns der Sprit ausgegangen.”

Klopps schlimmste Final-Pleiten 1: Krasse Torwartfehler gegen Real

Trotz der schmerzhaften Niederlage im Champions-League-Finale von Kiew 2018 setzt Liverpools mächtiger Investor John W. Henry (2. v. l.) auf Trainer Jürgen Klopp (3. v. l.) und preist die Verpflichtung von Virgil van Dijk (m.). (Photo by David Ramos/Getty Images)
Es kann an einem Final-Abend aber noch mehr zusammenkommen als 2013 in Wembley.

2018 steht Jürgen Klopp erstmals als Trainer des FC Liverpool im Champions-League-Finale. Nach 31 Minuten verliert er seinen Top-Torjäger Mohamed Salah nach einem rüden Einsteigen von Sergio Ramos. Für den Ägypter kommt Adam Lallana.

Die größten Aussetzer in diesem Spiel leistet sich ausgerechnet ein ehemaliger Mainzer. Liverpools Keeper Loris Karius, der wie Klopp für die Rheinhessen spielte, wirft vor dem 1:0 den Ball zu Real-Stürmer Karim Benzema. Sadio Mané gleicht für Liverpool aus (55.).

Doch der überragende Gareth Bale per Fallrückzieher (64.) und ein weiterer, kapitaler Bock von Karius, der sich einen Weitschuss von Bale selbst ins Netz legt (83.) besiegeln die 6. Final-Pleite für Klopp. ,,Vorher war dieses Team noch nie im Champions-League-Finale”, tröstet Klopp die Untröstlichen, ,,jetzt waren wir es. Das hilft uns, dass wir das gemeinsam erlebt haben.” Das haben sie. 2019 sind sie in Madrid, u. a. nach Erfolgen gegen den FC Bayern (Achtelfinale, 3:1 und 0:0) und das unfassbare 4:0 gegen den FC Barcelona im Halbfinale (0:3 im Hinspiel) wieder gekommen. Zeit, um im englischen Finale gegen Tottenham Hotspur den Fluch zu beenden…

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