Boateng über Liverpool: FC Bayern nur noch Champion im Starkreden?


Anti-Depressivum Champions League! Für den FC Bayern München, aber auch für den FC Liverpool geht es im direkten Duell im Achtelfinale darum, sich neues Selbstvertrauen für den Saison-Endspurt zu holen. Der deutsche Rekordmeister und der 18-fache englische Titelträger müssen derzeit eine Menge einstecken.

Die Kritik am FC Liverpool ist nach dem mageren 1:1 bei West Ham United am Montagabend mindestens ebenso verheerend wie die am FC Bayern München im Anschluss an die 1:3-Niederlage bei Bayer Leverkusen (Ligalive.net berichtete), die die propagierte Aufholjagd auf Borussia Dortmund arg ins Schleudern gebracht hat. Während die Bayern schon 7 Punkte hinter dem BVB liegen, kann Liverpool am Mittwoch von Manchester City von der Tabellenspitze verdrängt werden. Wirklich gut klingt das alles nicht.

„Liverpool fehlt es an Führungsspielern“, kritisiert beispielsweise der frühere englische Nationalspieler Chris Sutton nach dem blutleeren Auftritt im Londoner Olympiastadion.

Vize-Weltmeister Dietmar Hamann nimmt sich schon am Sonntagabend Bayern-Stürmer Robert Lewandowski zur Brust. „Er wird zum Problemfall für den FC Bayern“, pestet der CL-Sieger von 2005 (mit Liverpool). Sein früherer Münchner Teamkollege Lothar Matthäus (57) schlägt bei Sky in die gleiche Kerbe: „Die Bayern müssen sich Gedanken machen.“

Jérome Boateng spielte beim FC Bayern eine schwache Saison. (Photo by Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images )

Hat Liverpool mehr Teamgeist als die Bayern?

Beim prestigeträchtigen Audi Cup am 1. August 2017 liefen Thomas Müller (m.) und der FC Bayern München dem FC Liverpool, hier mit dem Ex-Hoffenheimer Roberto Firmino, meist hinterher - 0:3. (Photo by Jan Hetfleisch/Bongarts/Getty Images)
Im Pesthauch des Kritiker-Dschungels gibt es indirekt auch mahnende Worte von Weltmeister Jérome Boateng.

„Ich denke, was Jürgen Klopp da in Liverpool gemacht hat, davor muss man den Hut ziehen“, lobt der Bayern-Profi in der Sendung „100 % Bundesliga“ bei NITRO den kommenden Champions-League-Gegner, „die Mannschaft hat sich toll entwickelt. Man merkt auch, es ist eine richtige Mannschaft, die stehen zusammen.“

Das klingt nicht eben nach der 100-prozentigen Überzeugung. Viel mehr glaubt Boateng bei NITRO: „Wir brauchen zwei Weltklasse-Leistungen.“

Den Vorteil für den Rekordmeister, der im letzten Pflichtspiel gegen Liverpool 1981 im Landesmeister-Halbfinale an den „Reds“ (0:0 / 1:1) scheiterte, liegt für den Abwehrchef Boateng darin, „dass wir zuerst auswärts spielen.“ Der Nachteil: Noch nie hat ein deutsches Team ein Europacup-Auswärtsspiel an der legendären Anfield Road gewinnen können. Die letzten, die dort unter die Räder kommen, sind die Champions-League-Rookies von 1899 Hoffenheim im Playoff 2017 (2:4). Aber auch erfahrene Europapokal-Teilnehmer wie Borussia Dortmund (2016) haben die Magie von Anfield unterschätzt – 3:4 verliert der BVB im Europa-League-Viertelfinale nach zwischenzeitlicher 3:1-Führung. „Sie sind zu Hause unheimlich stark, aber auch auswärts sind sie ein unheimlich schwerer Gegner.“

EINE ANDERE LIGALIVE STORY?

Bayern definitiv ohne Müller, Ermittlungen gegen Klopp

West Hams Coach Manuel Pellegrini (l.) muss Jürgen Klopp vom FC Liverpool nach dem Schlusspfiff beruhigen. (Photo by Catherine Ivill/Getty Images)

In jedem Fall müssen die Bayern in beiden Spielen gegen die Merseysiders mit Thomas Müller (29) einen weiteren Leistungsträger ersetzen.

Die UEFA hat die Sperre für den Offensivspieler am Dienstagnachmittag bestätigt. „Damit habe ich eigentlich gerechnet, denn bei einer Roten Karte ist man grundsätzlich zwei Spiele gesperrt, bei einer Gelb-Roten Karte ein Spiel“, zeigt sich Bayern-Coach Niko Kovac (47) am Dienstag nicht überrascht, „ich bin froh, dass es nicht mehr geworden ist.

Müller ist nach seiner Roten Karte im letzten CL-Gruppenspiel bei Ajax Amsterdam (3:3) für 2 Partien gesperrt und wird damit sowohl in Anfield (19. Februar) als auch im Rückspiel am 13. März in München zum Zuschauen verdammt sein.

Ärger droht auch Liverpool-Trainer Jürgen Klopp. Wie die Zeitung Daily Mirror am Dienstag berichtet, ermittelt der englische Fußballverband (FA) gegen den 51-Jährigen nach angeblich abfälligen Bemerkungen nach dem Spiel bei West Ham in Richtung Schiedsrichter Kevin Friend. Im Dezember hat die FA den deutschen Coach der „Reds“ nach einem Sprint aufs Spielfeld beim Last-Minute-Sieg gegen den Stadtrivalen FC Everton (1:0) schon einmal mit umgerechnet 10.000 Euro zur Kasse gebeten.

Ligalive-Infografik: FC Bayern München, Champions League 2018/2019

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