Champions League: Meuterei beim Maradona-Klub – Hat Ancelotti Napoli noch im Griff?


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Dass der SSC Neapel in Gruppe E in der Champions League am Dienstagabend gegen den Debütanten RB Salzburg beim 1:1 die Tabellenführung und das vorzeitige Weiterkommen verspielt hat, ist völlig in den Hintergrund getreten.

Wie italienische Medien am Mittwoch berichten, soll es nach dem Spiel zu einer Meuterei der Napoli-Stars gegen Trainer Carlo Ancelotti (60) gekommen sein.

Nach dem 1:1 in der UEFA Champions League gegen Red Bull Salzburg widersetzen sich die Spieler des Maradona-Klubs übereinstimmenden italienischen Medienberichten zufolge direkten Anordnungen des Vereins.

Eine einmalige Eskalation beim UEFA-Cup-Sieger von 1989.

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Fußball-Idol Diego Armando Maradona (l.) führte den SSC Neapel 1987 zur italienischen Meisterschaft.

Meuterei in Neapel? Ein einmaliger Vorgang...

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Dries Mertens ist der Superstar des SSC Neapel. Foto: Getty Images
Was ist diesen Berichten zufolge passiert? Statt  zurück ins Trainingslager im 35 Kilometer nordwestlich von Neapel liegenden Castel Volturno zu reisen, fahren Dries Mertens (32) und Co. einfach und offenbar eigenmächtig nach Hause.

Das Trainingslager ist von SSC-Präsident Aurelio de Laurentiis in Folge der 1:2-Niederlage im Serie A-Südschlager gegen die AS Rom am vergangenen Samstag angeordnet – um sich „besser kennen zu lernen“, wie der 70-jährige Filmproduzent ankündigt hat. Das geschah offenbar unabhängig vom Ergebnis gegen die Salzburger.

Neapel ist durch die Pleite in der Hauptstadt in der Serie A auf Platz 7 abgerutscht.

Die „Meuterei“ der Spieler, wie der Vorgang von italienischen Medien wie gianlucadimarzio.com und der Fußball-Bibel Gazzetta dello Sport bezeichnet wird, folgt im Anschluss an den Abpfiff gegen Salzburg.

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Carlo Ancelotti allein zu Haus

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Carlo Ancelotti coacht den SSC Neapel seit 2018. (Photo by Alessandro Sabattini/Getty Images)

Edoardo De Laurentiis, Sohn des Klubpatrons und Vizepräsident, verordnet dem Vernehmen in der Umkleidekabine die Rückkehr nach Castel Volturno – die Spieler lehnen ab und verlassen Augenzeugen zufolge nach und nach das Stadio San Paolo ohne Antwort auf Nachfrage von Reportern.

Lediglich Kapitän Lorenzo Insigne (28) bei Sky Italia und Torschütze Hirving Lozano (24) beim offiziellen Portal des europäischen Fußball-Verbandes uefa.com geben zuvor Kommentare zum Spiel ab. Auch Coach Carlo Ancelotti äußert sich nach Spielende nicht – im Gegensatz zu den Spielern reiste der 60-Jährige mit seinem Staff dem Vernehmen nach aber zurück ins Trainingslager.

Nicht, um eine klare Opposition gegenüber der Mannschaft einzunehmen, einen Bruch zwischen Trainerteam und Spielern gibt es laut Gazzetta dello Sport klar nicht – wie die stürmischen Jubelbilder mit dem Team und dem Ex-Bayern-Coach aus dem Hinspiel in Salzburg (3:2) belegen – sondern um Sanktionen gegen sich selbst zu vermeiden.

Ancelotti sitzt demzufolge zwischen den Stühlen. Wie die Gazzetta dello Sport zudem berichtet, haben Napoli-Profis bereits Kontakt mit Anwälten aufgenommen, um die Anordnung des Trainingslagers anzufechten. Dem Vernehmen nach war das Team nach dem Salzburg-Spiel überzeugt, die Anordnung sei aufgehoben, da die Leistung gut gewesen sei, obwohl die Qualifikation fürs Achtelfinale vorerst aufgeschoben ist. Präsident de Laurentiis sei mit den Mindereinnahmen durch den verpassten Sieg – ein Remis bringt dem Klub 900.000 ein, bei einem Dreier wären es 2,7 Millionen gewesen – allerdings nicht wirklich glücklich. Durch Ancelottis Fehlen bei der Nach-Spiel-Pressekonferenz erwartet den Klub zudem eine Geldstrafe.

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