Nach dem Sieg gegen den BVB: Wirklich ein Triumph für Thomas Tuchel?


Paris St.-Germain hat den 4. Achtelfinal-Knockout in der Champions League vermieden.

Im ,,Geisterspiel” am Mittwochabend gegen Borussia Dortmund (2:0 / Hinspiel 1:2) hat die Mannschaft des deutschen Trainers Thomas Tuchel (46) die Konzentration hoch gehalten und sich auch dank ihrer höheren individuellen Klasse nach der Niederlage im Hinspiel noch durchgesetzt.

Die Tore für das PSG-Starensemble erzielen Neymar (28.) und der Ex-Bayernprofi Juan Bernat (45. + 1). Emre Can hat beim BVB die Rote Karte gesehen und wird somit zum Start der neuen CL-Saison – so diese im Herbst aufgrund des Corona-Virus wieder regulär starten kann – fehlen.

Thomas Tuchel, der bei einem erneuten ,,Aus” in der Runde der letzten 16 in Paris wohl zur Disposition gestanden hätte, preist sein Team nach dem Erfolg gegen Dortmund in höchsten Tönen.

PSG - Borussia Dortmund 2:0 Thomas Tuchel
Thomas Tuchel (r.) und sein Team jubeln nach dem Schlusspfiff des CL-Achtelfinals PSG gegen Borussia Dortmund (2:0). Foto: Imago Images / PanoramiC

,,Nur Bayern ist beeindruckender als PSG"

FC Chelsea - FC Bayern München 0:3
Die London-Bayern! 3:0 beim FC Chelsea und erneut ein Champions-League-Auswärtssieg in der britischen Hauptstadt. Foto: Imago Images / Moritz Müller

,,Es gab Momenten und Minuten, in denen wir in diesem Spiel gelitten haben”, erklärt Thomas Tuchel am späten Mittwochabend bei uefa.com.

Tuchel weiter: ,,Wir haben als Mannschaft gelitten! Unsere Stürmer Edinson Cavani, Pablo Sarabia oder auch Kylian Mbappé, sie haben wie verrückt in der Defensive mitgearbeitet. Sie haben Löcher gestopft und ich hatte während des gesamten Spiels das Gefühl, dass wir als eine echte Einheit aufgetreten sind.”

Die französische Presse hebt PSG, das im letzten Jahr kläglich an Manchester United (1:3 / 2:0 im Hinspiel in Old Trafford) scheitert, schon jetzt auf den Favoritenschild. Und das, obwohl Stand Donnerstag noch gar nicht feststeht, ob die Europapokal-Saison überhaupt regulär zu Ende gespielt werden kann.

,,Nur Bayern, klarer 3:0 gegen Chelsea, ist im Moment beeindruckender als PSG”, schreibt die französische Zeitung Le Parisien am Donnerstag.

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Tuchel: ,,Jeder spielt den Kritiker, das ist einfach"

PSG Borussia Dortmund
Keine Angst vor Corona: Die PSG-Fans feiern vor dem Stadion im Prinzenpark und jubeln ihren Lieblingen Marquinhos, Presnel Kimpembe und Juan Bernat zu. Foto: Imago Images / PanoramiC

Alle zusammen” (Tous ensemble) – titelt Frankreichs Fußball-Bibel L’ Equipe am Donnerstag – und zeigt die jubelnden PSG-Stars mit dem vor dem leeren Stadion ausharrenden Fans. Motto: Seht her, wenn wir alle zusammenhalten, schaffen wir alles – auch Corona!

Tuchel sagt nach dem Spiel nicht ohne Genugtuung: ,,Wir haben nur eines von 28 Spielen verloren und das Hinspiel in Dortmund hatten wir mit einem Tor Differenz verloren. Es wurde aber so getan, als wären wir schon draußen. Jeder will Kritiker sein, das ist sehr einfach.”

Das PSG-Star-Ensemble ist nach dem knappen 1:2 in Dortmund in der Tat nicht von Kritik verschont geblieben. Größter Gewinner bleibt aber – ungeachtet dessen, ob die Saison fortgesetzt wird oder ob nicht, Thomas Tuchel. Dem Ex-BVB-Coach ist mit dem Weiterkommen ein Prestigeerfolg gegen Dortmund und seinen Intimfeind Hans-Joachim Watzke (60) gelungen.

,,Dortmund und Tuchel”, schreibt das Magazin Dortmund von bpa Media in seiner aktuellen Ausgabe (Februar / März 2020), ,,verband keine echte Liebe. Vielmehr war es ein gegenseitiger Respekt. Mehr nicht. Die Art und Weise, wie der gebürtige Krumbacher seinen Beruf auffasst, stieß den Verantwortlichen schon lange sauer auf. Tuchel gilt als detailverliebt, will jeden Schritt seiner Mitarbeiter und Spieler genau kennen und ihnen seine eigenen Wege aufzwängen. (…) Auch das Auftreten nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus kurz vor dem Champions-League-Viertelfinale 2017 gegen die AS Monaco trug nicht gerade dazu bei, dass alle Beteiligten näher zusammenrückten. Sowohl Tuchel als auch die Verantwortlichen um Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc offenbarten in dieser Angelegenheit keinen gemeinsamen Weg.”

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