Copa América: Argentinien oder Brasilien? – Zwei Giganten sind einer zu viel!


Viel glücklicher als in den Vorrundenspielen wirkte Argentiniens Superstar Lionel Messi auch im Viertelfinale gegen Venezuela nicht... (Photo by Lucas
Viel glücklicher als in den Vorrundenspielen wirkte Argentiniens Superstar Lionel Messi auch im Viertelfinale gegen Venezuela nicht... (Photo by Lucas Uebel/Getty Images)

Na, wenigstens dieses Trauma kann Lionel Messi (32) ad acta legen. 

Am Freitagabend verlässt der Superstar der argentinischen Nationalmannschaft den Ort seiner größten sportlichen Niederlage, das Maracana von Rio de Janeiro, als Triumphator. Nach der 0:1-Niederlage im WM-Finale 2014 kann Messi dieses Mal jubeln.

Mit einem 2:0 (1:0) gegen Venezuela zieht Argentinien ins Halbfinale der Copa América ein. Dort wartet in der Nacht zum Mittwoch (2.30 Uhr) die nächste, ganz große Herausforderung. Dann geht es im Südamerika-Klassiker gegen den Erzrivalen und Gastgeber Brasilien.

Keine Frage: Argentinien hat sich gegenüber der schwachen Vorrunde mit nur einem Sieg, 2:0 gegen Katar, steigern können. Allerdings kann und darf der Gegner aus Venezuela, 29. der FIFA-Weltrangliste, kein Maßstab für die ,,Albiceleste“ sein. Dazu sind die Unterschiede im Kaderwert einfach zu groß. Argentinien bringt einen Team-Wert von 652 Mio. Euro mit nach Brasilien, Venezuela gerade mal 65 Mio.

Auch gegen Venezuela gab es keinen Messi-Bonus... (Photo by Bruna Prado/Getty Images)

Argentinien fehlt es an spielerischer Klasse

Der Gewinn der Copa America 1993 in Ecuador im Finale gegen Mexiko (2:1) war der letzte große Erfolg für die argentinische Fußball-Nationalmannschaft. Mandatory Credit: Shaun Botterill/ALLSPORT
Es ist ein Pflichtsieg, den Lautaro Martinez und Giovani Lo Celso gegen Venezuela herausschießen, mehr nicht.

,,Wir sind nach dem Weiterkommen jetzt viel lockerer und werden unsere Chancen jetzt nicht verspielen“, sagt ein erleichterter Lionel Messi nach dem 2:0-Zittersieg gegen das Einladungsteam aus Katar. Eine Aussage dazu, ob er an den Gewinn der Copa América im Land des Erzrivalen – es wäre sein erster großer Titel mit Argentiniens Nationalmannschaft – wirklich glaubt, lässt er sich jedoch nicht entlocken.

Argentiniens Auftritte beschreibt das Kicker-Sportmagazin vor dem Viertelfinale als ,,Suche nach der verlorenen Klasse.“ – ,,Bislang hat diese Mannschaft noch kein Spielsystem gefunden“, fällt Kicker-Korrespondent Sergio Lvinsky am Donnerstag ein ernüchterndes Urteil über die Mannschaft Nationaltrainer Lionel Scaloni (41), ,,sieht man sie spielen, beschleicht einem das Gefühl, jeder einzelne Spieler tut nur sein Möglichstes, aber eben nur für sich.“

,,Alle zusammen, jeder für sich“, das wird gegen die Brasilianer, die sich im Elfmeterkrimi gegen Paraguay durchsetzen, nicht reichen. Im 4-3-3-Offensivsystem ist es im Prinzip nur ein lichter Moment von Lo Celso, der den Ausschlag gibt. Aus dem Mittelfeld kommt bei den ,,Gauchos“ einfach zu wenig, es fehlt die Kreativität. Argentinien spielt Messi-Klasse, nicht Meister-Klasse!

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Belo Horizonte: Brasiliens Rückkehr an den Ort der Schande...

Torhüter Juli Cesar beim historischen 1:7 mit Brasilien im WM-Halbfinale gegen Deutschland am 8. Juli 2014.
Torhüter Juli Cesar beim historischen 1:7 mit Brasilien im WM-Halbfinale gegen Deutschland am 8. Juli 2014. (Photo by Martin Rose/Getty Images)

Irgendwie hat man bei dieser Copa das Gefühl, als wären beide Großmächte des südamerikanischen Fußballs auf der Suche nach der verlorenen Zeit.

Argentinien wartet seit 26 Jahren auf einen Erfolg beim kontinentalen Turnier, Brasilien seit 2007. Nur einer der beiden Rivalen wird sein Titel-Traum überwinden können. Der Spielplan nimmt in der Nacht zum Mittwoch das Finale im Halbfinale vorweg.

Die Brasilianer müssen ohne ihren Superstar Neymar auskommen und sie müssen nun an dem Ort, an dem sie ihr größtes Fußball-Trauma nach dem WM-Finale von 1950 erleben, zurück. Im Halbfinale gilt es in dem Stadion, in dem man am 8. Juli 2014 die legendäre 1:7-Schmach im WM-Halbfinale gegen Deutschland hinnehmen muss, Messi aus dem Turnier zu werfen. Das Estadio do Mineirao in Belo Horizone ist also wieder ein Schicksalsort für das fußballverrückte Brasilien.

,,Das Leben ist Belo“, titelte die Sportzeitung Olé in Anspielung auf den Austragungsort des Duells der Erzrivalen am kommenden Dienstag. ,,Wir sind angekommen, um gegen Brasilien bestehen zu können“, glaubt Lionel Messi. Damit die Messi-Show weitergeht, flehen die argentinischen Medien den Superstar vom FC Barcelona regelrecht an: ,,Leo, wach gegen Brasilien auf!“

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