Der deutsche Clasico und die linke Rheinseite gegen die Schäl Sick


Der deutsche Clasico und die linke Rheinseite gegen die Schäl Sick – das sind die Highlights des zwölften Bundesliga-Spieltages. Oder für die, die nicht ganz so bewandert sind in den Details der Bundesliga-Lokalderbys. Dortmund vs. Schalke und Leverkusen gegen Köln.

Dabei spricht die Bilanz eindeutig für den BVB. Denn zu Hause gab es bisher 22 Siege für Borussia Dortmund bei 16 Unentschieden und 11 Niederlagen. Allerdings verloren die Knappen seit der Saison 2007/08 nur 2 Begegnungen in Dortmund, darunter in der letzten Saison eindeutig mit 0:3. Und die Gesamtbilanz ist positiv für die Schalker, die 16 der letzten 45 Duelle gewinnen konnten bei 12 Siegen der Dortmunder und 17 Unentschieden. Mal sehen, welcher der beiden neuen Trainer sich mit einem Sieg im deutschen Clasico einführt.

Die Bilanz der letzten Duelle ist für den S04 sogar positiv

Die Bilanz der letzten Duelle ist für den S04 sogar positiv

 

In der Region Köln/Bonn bezieht sich der Begriff Schäl Sick auf die umliegenden rechtsrheinischen Gebiete. Eine mögliche Erklärung für ein derartige Abwertung könnte in der frühmittelalterlichen religiösen Trennung der beiden Rheinseiten begründet liegen. Denn die Römer besiedelten am Niederrhein nur die linke Seite des Flusses. Die dort lebenden Germanen gönnten sich also alsbald römische Fussbodenheizung und fließend warmes Wasser, während die Stammesbrüder im Osten derlei Vorzüge nicht genießen konnten.

Der Rhein bildete die Grenze zum Römischen Reich und erst südlich von Remagen bei Rheinbrohl wagten sich die Römer auf die rechte Rheinseite und befestigten die Grenze in ihrem weiteren Verlauf mit dem Limes. Während sich das Christentum daraufhin in den römischen Gebieten weit verbreiten konnte, blieben die Germanen auf der anderen Rheinseite hiervon noch lange Zeit unbeeinflusst. [sam id=”29″ codes=”true“]

Die linksrheinischen Christen betrachteten die rechtsrheinischen Bewohner als Heiden, die Odin oder Wotan huldigten, welcher als einäugiger, schielender germanischer Gott bekannt ist, der bei den Christen als hinterlistig, tückisch und unberechenbar galt. Die Schäl Sick wäre demnach diejenige Rheinseite, auf der die unkultivierten Barbaren ihren Schäl Wotan verehrten. Und so ähnlich muss dem ruhmreichen 1. FC Köln auch das neureiche Bayer Leverkusen vorkommen.

Wobei unkultiviert mögen die Leverkusener ja sein, berechenbar sind sie für die Kölner aber eigentlich schon. Berechenbar erfolgreicher nämlich.  Denn bei insgesamt 61 Spielen ging die Werkself 24 Mal als Sieger vom Platz, bei 23 Unentschieden und 14 Niederlagen, sprich Siegen für die Domstädter.

Und in diesem Jahrtausend gewannen die Kölner bisher nur ein einziges Mal in Leverkusen, dafür aber gleich mit 4:1 in der Saison 2011/12. Da ist die Bilanz für den 1. FC Köln also fast so schlecht wie gegen die Borussia aus Mönchengladbach.

Mal sehen wie es es diese Saison wird. [sam_ad id=”3″ codes=”true“]