Diese 5 Nicht-WM-Spiele mit Deutschland gegen Argentinien schrieben Geschichte


Alles Müller oder was? Diego Armando Maradona nach dem Länderspiel Deutschland gegen Argentinien am 3. März 2010 in München.
Alles Müller oder was? Diego Armando Maradona nach dem Länderspiel Deutschland gegen Argentinien am 3. März 2010 in München. Copyright: imago/Norbert Schmidt

Es ist ein Länderspiel-Klassiker, der die WM-Geschichte geprägt hat.

3-mal stehen sich Deutschland und Argentinien seit 1986 im WM-Finale gegenüber. Keine Final-Begegnung hat es beim größten Fußball-Wettbewerb der Welt häufiger gegeben als das Duell ,,Die Mannschaft“ vs. ,,Albiceleste“.

Zu diesen 3 Finals gibt es ein Füllhorn an Anekdoten und Episoden. Die lassen wir mit Blick auf die Partie in Dortmund am Mittwoch außen vor und blicken nur auf die Freundschaftsspiele zwischen Deutschland und Argentinien, die bislang 14-mal aufgelegt worden sind.

Mit klar negativer Bilanz für die DFB-Elf. 9 Siegen der ,,Gauchos“ stehen nur 3 Siege der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegenüber. Nur 2-mal endet diese Begegnung remis. Deutscher ,,Rekord-Torschütze“ in Freundschaftsspielen gegen Argentinien ist Klaus Fischer, der auch WM-Teilnehmer 1978 in dem damals von der Militär-Junta beherrschten Land ist.

Bittere Rückkehr für die Weltmeister: 2:4 bei der Neuauflage des WM-Finales Deutschland gegen Argentinien am 3. September 2014 in Düsseldorf. Matthias Ginter, Kevin Großkreutz, Erik Durm und Kapitän Lukas Podolski (v. l. ) schauen sparsam...
Bittere Rückkehr für die Weltmeister: 2:4 bei der Neuauflage des WM-Finales Deutschland gegen Argentinien am 3. September 2014 in Düsseldorf. Matthias Ginter, Kevin Großkreutz, Erik Durm und Kapitän Lukas Podolski (v. l. ) schauen sparsam... Foto: Imago Image

1984: Das Debüt des ,,Kaisers" gegen Argentinien...

Ja, er ist es wirklich! Franz Beckenbauer vor seinem ersten Länderspiel als ,,Teamchef" der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am 12. September 1984 in Düsseldorf gegen Argentinien. Da staunten die Gauchos nicht schlecht!
Ja, er ist es wirklich! Franz Beckenbauer vor seinem ersten Länderspiel als ,,Teamchef" der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am 12. September 1984 in Düsseldorf gegen Argentinien. Da staunten die Gauchos nicht schlecht! Foto: Imago Images
Die Freundschaftsspiele Deutschland gegen Argentinien – vor heimischer Kulisse bieten sie sogar fußballhistorische Momente.

Am 12. September 1984 betritt ein Mann das Düsseldorfer Rheinstadion, der nach seinem Abschied vom Hamburger SV 2 Jahre zuvor mal dies, mal das gemacht hat. WM-Buchautor 1982, Co-Kommentator, Hobby-Golfer, gemeint ist Franz (Franz) Beckenbauer, damals 39. Er führt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gegen Argentinien als neuer ,,Teamchef“ an.

Zuvor wird ,,der Kaiser“ regelrecht ins Amt geredet. Als Fußball-Deutschland nach der desaströsen EURO 1984 in Frankreich am Boden liegt, schlägt die Stunde der BILD-Zeitung. In einer nächtlichen Runde im DFB-Quartier schlägt der BILD-Journalist und Franz-Freund Alfred Draxler den Weltmeister von 1974 als neuen Bundestrainer vor. ,,Spinnt’s Ihr?“, ist die Reaktion des Münchners. In der BILD-Zeitung liest sich das tags darauf so: ,,Bundestrainer? Franz: Ich bin bereit“. Die argentinischen Spieler um José Luis Brown († 2019) und Nery Pumpido schauen mehr als überrascht drein, als der Fußball-Weltstar zur Rasenbegehung im Düsseldorfer Rheinstadion schreitet. Das Team des Teamchefs ist nicht mit Weltklasse überfrachtet. Rudi Bommer, Hans-Günter Bruns, Wolfgang Dremmler und Christian Schreier können das kaiserliche Debüt beim 1:3 nicht nutzen. Zur WM 1986, bei der Deutschland völlig überraschend Vize-Weltmeister (2:3 gegen Argentinien) wird, stehen sie nicht im Kader.

Bizarr geht es nach dem Duell Deutschland gegen Argentinien (0:1= am 3. März 2010 in München zu. Bei der Pressekonferenz nach der Partie in der Allianz Arena (0:1) leistet sich Argentiniens Fußball-Idol Diego Armando Maradona, inzwischen Trainer des angeschlagenen Südamerika-Giganten, einen unglaublichen Fauxpas. Er erkennt den DFB-Debütanten Thomas Müller nicht – und verlässt das Podium. „Ich wusste nicht, dass das ein Spieler war“, begründet ,,El Diego“ wenig später diesen peinlichen Abgang, „normalerweise ist bei einer Pressekonferenz nur der Trainer.“ Thomas wer? Müller merkt sich diese Episode und leitet etwas mehr als 3 Monate später mit seinem Tor zum 1:0 (Endstand: 4:0) im WM-Viertelfinale das „Aus“ Argentiniens und von Maradona als Nationalcoach ein. Rache ist Weißwurst.

 

EINE ANDERE LIGALIVE STORY?

Mario Götze schoss Deutschland am 13. Juli 2014 im Finale gegen Argentinien (1:0 n. V.) zum 4. Weltmeisterschaftstitel.

Klinsmann und der ,,Capitano" - Maradona blamiert sich

Das 2:2 gegen Argentinien am 9. Februar 2005 in Düsseldorf war eine der wenigen Sternstunden von Kevin Kuranyi (m.) in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Copyright: imago/Pressefoto Baumann

Vor dem WM-Viertelfinale am 30. Juni 2006 gegen Argentinien in Berlin lässt Bundestrainer Jürgen Klinsmann in der Kabine des Olympiastadions die Wände wackeln.

,,Der Tevez“, brüllt er DFB-Verteidiger Arne Friedrich an, ,,der muss deinen Atem spüren, der muss deinen Atem spüren.“ Klinsmann ist sicher: ,,Die wollen uns auskontern, weil sie die Hosen voll haben.“ Neben dieser küchenpsychologischen Rede greift der Schwabe aber noch zu einem anderen Trick. Anders als beim 2:2 im Testspiel gegen Argentinien am 9. Februar 2005 in Düsseldorf ist dieses Mal ,,Der Capitano“, Michael Ballack, dabei. ,,Die kennen unseren Capitano noch gar nicht“, weiß Klinsmann vor der hoch dramatischen WM-Begegnung. Stimmt. Ballack, in Düsseldorf nicht mit von der Partie, leitet den 1:1-Ausgleich von Miroslav Klose ein und trifft im Elfmeterkrimi. ,,Ein großer Kapitän“, jubelt der sonst so sparsame TV-Reporter Marcel Reif.

Eine ernüchternde Rückkehr gibt es für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gegen Argentinien am 3. September 2014 – und erneut in Düsseldorf. 2:4 heißt es am Ende der Neuauflage des WM-Finales vom 13. Juli 2014 in Rio de Janeiro – und die ,,Helden von Rio“ schleichen geschlagen von dannen. Es scheint, als haben sich Sergio Agüero und Co. alles für die WM-Revanche aufgehoben – 4 Gegentore hat Deutschland vorher noch nie zu Hause gegen die ,,Gauchos“ kassiert.

Im Anschluss an ein Turnier gegen Argentinien – diese Konstellation bringt Deutschland auch am 15. August 2012 kein Glück: 1:3 in Frankfurt und Ron-Robert Zieler zieht gegen José Sosa die Notbremse – und sieht Rot (31.). Ersatzkeeper Marc-André ter Stegen, der auch am Mittwoch in Dortmund zwischen den Pfosten stehen wird, hält als erste Amtshandlung den fälligen Foul-Elfmeter von Lionel Messi…

 

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