Deutschland: Weltmeister Matthäus pro Barca-Keeper ter Stegen


Marc-André ter Stegen vom FC Barcelona. (Photo by Juan Manuel Serrano Arce/Getty Images)

Fußball-Weltmeister Lothar Matthäus (57) hat sich in der Diskussion um die Torhüterposition in der deutschen Nationalmannschaft auf die Seite von Marc-André ter Stegen gestellt.

Für Matthäus gilt auch für die DFB-Torhüter, bei denen seit 2010 Manuel Neuer (32) vom FC Bayern München die unumstrittene Nummer 1 ist, das Leistungsprinzip.

Bundestrainer Joachim Löw hatte Neuer zur WM 2018 trotz monatelanger Verletzungspause nominiert und in allen 3 Vorrundenspielen eingesetzt und damit den weiteren Torhütern wie ter Stegen, Bernd Leno (jetzt FC Arsenal) oder Kevin Trapp (seit Sommer 2018 auf Leihbasis bei Eintracht Frankfurt) die Tür zugemacht.

Marc-André ter Stegen (26) kommt trotz 12 nationaler und internationaler Titel mit dem FC Barcelona lediglich auf 21 Länderspiele – seit 2012! Das ist gemessen an der Qualität und dem Standing des ,,Barca“-Keepers bei den Katalanen zu wenig.

In Barcelona zum Weltklasse-Torhüter gereift: Marc-André ter Stegen.

Matthäus: ,,Leistungsprinzip" auch bei den Torhütern

Marc-André ter Stegen, hier mit Manuel Neuer nach dem 2:1-Erfolg gegen Schweden, musste dem Wahl-Münchner auch bei der WM 2018 den Vortritt lassen... (Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images)
DFB-Ehrenspielführer Lothar Matthäus gilt als Klartexter. 

Der Weltmeister von 1990 stärkt dem früheren Gladbacher Marc-André ter Stegen im Duell mit Manuel Neuer demonstrativ den Rücken.

,,Die Kapitänsbinde darf nicht darüber entscheiden, ob du spielst oder auf der Bank sitzt. Ter Stegen hat eine faire Chance aufgrund seiner Weltklasse-Leistungen in den letzten beiden Jahren verdient. Wenn schon Leistungsprinzip, dann für alle“, sagt Matthäus in BILD (Dienstags-Ausgabe).

Bundestrainer Joachim Löw hat auch vor dem Start in die neue Länderspiel-Saison bekräftigt, dass er auf den 32-jährigen Bayern-Keeper Manuel Neuer als alte und neue Nummer 1 setzt.

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Bürki sieht ter Stegen als ,,besten Torwart Europas"

Manuel Neuer war 2014 mit dem Gewinn des Weltmeistertitels mit Deutschland und der Auszeichnung zum besten Torhüter des Turniers auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Für Lionel Messi (r.) war die Auszeichnung zum ,,besten Spieler des Turniers" eher eine Farce...
Manuel Neuer war 2014 mit dem Gewinn des Weltmeistertitels mit Deutschland und der Auszeichnung zum besten Torhüter des Turniers auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Für Lionel Messi (r.) war die Auszeichnung zum ,,besten Spieler des Turniers" eher eine Farce...

,,Manuel ist aktuell unsere Nummer 1″, wiederholt der Bundestrainer beinahe gebetsmühlenartig. ,,Er muss aber auch bei uns seine Leistung bringen“, räumt der Weltmeistertrainer von 2014 ein. 

,,Marc-André ter Stegen, der mittlerweile genauso auf Weltklasse-Niveau agiert,  wird seine Chance bekommen“, bekräftigt Löw, ,,die werde ich ihm einräumen und dann werden wir sehen.“ Für Insider wie den Schweizer Roman Bürki vom BVB ist der Fall eigentlich klar: ,,Ter Stegen ist der beste Torhüter in Europa.“ Das klingt, mit Verlaub, nicht nach einem offenen Torhüter-Duell.

Ter Stegen – Marktwert laut Transfermarkt.de: 80 Mio. € – und die Nationalmannschaft – das will irgendwie nicht so richtig passen. Sein Debüt gab der damalige Gladbacher Keeper 2012 im Vorfeld der EURO in Polen und der Ukraine und bekam im Test gegen die Schweiz (3:5) gleich 5 Stück eingeschenkt.

Die Folge: Löw strich ter Stegen aus dem EM-Kader und holte ihn erst in der EM-Qualifikationskampagne für Frankreich 2016 wieder regelmäßig ins Aufgebot. Die Gelegenheit, sich auszuzeichnen, nutzte ter Stegen beim erfolgreichen Confederations-Cup 2017 in Russland und in der verletzungsbedingten Abwesenheit von Manuel Neuer. In dieser Phase und einschließlich des letzten WM-Tests im Juni 2018 gegen Saudi-Arabien in Leverkusen (2:1) blieb die DFB-Auswahl mit ter Stegen im Tor ohne Niederlage. Löw entschied sich dann für das Turnier in Russland allerdings für Neuer – und setzte damit für ter Stegen und Leno sowie für viele neutrale Beobachter das falsche Signal.

Ligalive-Infografik: Player Profile Marc-André ter Stegen, FC Barcelona, La Liga-Saison 2018/2019

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