Die 25 wichtigsten Titel und Einzelsiege in der neueren Geschichte des FC Bayern München


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Die 25 wichtigsten Siege in der neueren Geschichte des FC Bayern München

Jupp Henckes und das triumphale Jahr 2013.
Jupp Henckes und das triumphale Jahr 2013. Foto: Getty Images

Der FC Bayern München ist der beste und erfolgreichste Fußball-Verein Deutschlands. Zumindest wenn man nur die letzten 50 Jahre betrachtet. Seit dem Aufstieg in die Bundesliga im Jahr 1965 hat sich der FCB zum Maß aller Dinge in der Bundesliga entwickelt.

Wir fassen den Begriff in unserem Beitrag etwas weiter und dehnen ihn auch auf Meisterschaften und Titel aus. Wir zeigen die wichtigsten 20 von ihnen, dazu 5 besondere Siege in einzelnen Spielen, die maßgeblich für das Selbstverständnis der Bayern wurden. Hätten die Bayern diese Spiele nicht gerissen, wären sie heute vielleicht so etwas wie der HSV. Ein Verein in einer großen Stadt, der mal eine Phase des Erfolgs hat, dann aber wieder im Mittelmaß versinkt.

Doch die Münchener sind halt anders. Von der Nummer 2 in einer kleinen Millionenstadt nördlich der Alpen zu einem der besten 5 Vereine der Welt. Und das in weniger als 50 Jahren.

Wir gehen ziemlich chronologisch vor und fangen im Jahr 1965 an. Unsere Favoriten sind die Plätze 2 und 1. Der Sieg in den beiden Spielen, die zum Triumph und zu Platz 2 in unserem Ranking führten, wurden vom unserer Meinung nach besten Team der Bayern in den letzten 50 Jahren errungen.

Der Sieg auf Platz 1 war gar kein Sieg. Denn die Bayern gingen nicht als Sieger vom Platz. Aber gewonnen und triumphiert hatten sie trotzdem. Die Bayern eben.

Die Siege aus der Zeit nach dem ersten rRipple haben wir nicht berücksichtigt. Genausowenig wie Titel und Siege in der Zeit vor dem Bundesligaaufstieg. Das Dossier ist eine historische Betrachtung und beleuchtet den knapp 50-jährigen Zeitraum vom Aufisteig des FC Bayern in die Fußball-Bundesliga im Jahr 1965 bis zum Jahr 2013. Aktuelle Siege hängen wir demnächst dran, dann werden wir die Überschrift ändern müssen auf, die wichtigsten 30, 35 oder noch mehr Siege….

Platz 25 – Platz 21: Vom ersten Pokalsieg bis zum Europapokal der Landesmeister

25. DFB Pokalsieg 1966 als Aufsteiger

Der FC Bayern im Dezember 1965 im Stadion an der Grünwalder Strasse.
Der FC Bayern im Dezember 1965 im Stadion an der Grünwalder Strasse. Foto: Imago Images

Vor der ersten Bundesligasaison der Bayern in der Saison 1965/66 schimpfte Trainer Tschick Čajkovski, dass er keine fertigen Spieler habe und zufrieden wäre, wenn die Klasse gehalten werden würde. Und am ersten Spieltag der Bundesliga-Saison 1965/66 gab es im Derby gegen den TSV 1860 gleich eine 0:1 Niederlage.

Das Spiel war ein übles Geholze. 1860 München führte früh und das Spiel erlebte kurz vor dem Abpfiff noch einen Tiefpunkt.

Was soll ich anfangen mit “kleines, dickes Müller.”

Tschick Caikovski

Eine Aktion, die – so sind sich viele Experten sicher – den weiteren Lauf der Saison, gar der Fußballgeschichte beeinflussen sollte. Beteiligt waren der rustikale Bayern-Stopper Danzberg und 1860-Stürmerstar Konietzka. Der Bayern-Verteidiger trat den bereits am Boden liegenden Stürmer und wurde des Feldes verwiesen. Obendrein bekam er noch eine achtwöchige Sperre, in deren Folge er seine Position im Team verlor – ein junger Nachwuchsspieler rückte vor, der ein ganz anderes Spielverständnis hatte – “Le Kaiser” Franz Beckenbauer.

Der gerade mal 19-Jährige war die Entdeckung der Saison. Nach nur sechs Liga-Einsätzen wurde Beckenbauer erstmals in die Nationalelf berufen, in der er sich alsbald zur Stammkraft etablierte. Beckenbauer stand dabei exemplarisch für die vielen Talente, die sich unter der Führung von Trainer Zlatko “Tschik” Cajkovski in den 60er Jahren entwickelen sollten. Gerd Müller, Georg Schwarzenbeck, Franz Roth, Sepp Maier, etc. Am vierten Spieltag stand der FC Bayern zum ersten Mal an der Tabellenspitze der Bundesliga. Die erste Saison wurde auf dem dritten Tabellenplatz beendet. Es war das einzige Mal in der Geschichte der Bundesliga, dass beide Vereine aus München am Ende einer Saison unter den ersten Drei standen.

Zusätzlich gelang es zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte im Finale gegen den Meidericher SV den DFB Pokal zu gewinnen. Nach dem mit 4:2 gewonnenen Spiel sagte Sepp Maier:

„Hoaß war’s, gschwitzt hamma, und gwunna a no. Grad sche war’s!“

Sepp Maier

1966 kamen damit sowohl der Meister der Bundesliga als auch der Pokalsieger aus München.

24. Europacup der Pokalsieger – Sieg gegen Glasgow am 31.05.1967 in Nürnberg

Franz Roth schießt die Bayern zum 1:0 Sieg im Finale des Europacups der Pokalsieger gegen die Glasgow Rangers.
Franz Roth schießt die Bayern zum 1:0 Sieg im Finale des Europacups der Pokalsieger gegen die Glasgow Rangers. Foto: Imago Images

In der nächsten Saison, 1966/67, blieb die Mannschaft nahezu unverändert. Einzig Franz „Bulle“ Roth kam aus Kaufbeuren hinzu, Georg Schwarzenbeck aus dem eigenen Nachwuchs. 

Nach dem Auftritt im inoffiziellen Messestädte-Pokal (Vorläufer des UEFA Cups) spielte der FC Bayern erstmals in einem von der UEFA veranstalteten internationalen Wettbewerb, dem Europapokal der Pokalsieger. Die Saison des Pokalsiegerwettbewerbs wurde zum ersten großen Triumphzug der Bayern auf europäischer Bühne. Über Tatran Prešov, die Shamrock Rovers, Rapid Wien und Standard Lüttich erreichte der FC Bayern das Finale, das fast zu einem Heimspiel wurde, da es in Nürnberg stattfand – im Stadion des damals erfolgreichsten deutschen Klub, dem 1. FC Nürnberg.

In Nürnberg hatten die Bayern schon 35 Jahre zuvor den ersten wichtigen Titel für den Verein gewonnen. Gegner im Finale waren die Glasgow Rangers, die zuvor im Achtelfinale den Titelverteidiger Borussia Dortmund aus dem Wettbewerb geworfen hatten. Vor 71.000 Zuschauern erzielte Bulle Roth in der Verlängerung (108. Minute) das 1:0 für die Münchner. Roth hatte zwei Jahre zuvor noch in der C-Klasse beim TSV Bertoldshofen gespielt und erzielte jetzt das entscheidende Tor zum ersten internationalen Titel des FC Bayern München. Nach Borussia Dortmund im Jahr zuvor gewann damit erneut ein deutscher Verein den Pokal der Pokalsieger. Die reguläre Bundesliga-Saison schloss der FC Bayern nur auf Platz sechs ab.

Der DFB-Pokal wurde jedoch erfolgreich verteidigt. In Stuttgart sahen 68.000 Zuschauer den erneuten Pokaltriumph der Bayern. Mit 4:0, durch Tore von Müller (2), Ohlhauser und Brenninger (je 1), hatte der Hamburger SV mit Uwe Seeler keine Chance.

23. Deutsche Meisterschaft 1968/69 und das Double

Die erste deutsche Meisterschaft am 07.06.1969 in der Bundesliga.
Die erste deutsche Meisterschaft am 07.06.1969 in der Bundesliga. Foto: Imago Images
Der FC Bayern München konnte die ersten fünf Spiele der Saison gewinnen und war vom ersten bis zum letzten Spieltag Tabellenführer. Am Ende betrug der Vorsprung auf den überraschenden Vize-Meister Alemannia Aachen 8 Punkte. 

Die Münchner gewannen zudem den DFB-Pokal, womit ein deutscher Klub erstmals seit 1937 (FC Schalke 04) das Double gewinnen konnte. Dieser Erfolg bedeutete den nationalen Durchbruch für den FC Bayern im Fußball. Der Münchener Trainer Branko Zebec setzte in der gesamten Saison nur 13 Spieler ein. Neben Kickers Offenbach stieg auch der amtierende Meister 1. FC Nürnberg ab. Torschützenkönig wurde Gerd Müller von Bayern München mit 30 Toren.

“Die großen Trainer haben schließlich alle gesoffen: Weisweiler, Happel, Zebec. Und ich gehöre ja auch zu den Großen.”

Udo Lattek über die Trinkgewohnheiten der großen 3 und über sich.

EINE ANDERE LIGALIVE STORY?

22. Deutsche Meisterschaft 1971/72

Der FC Bayern schlägt den BVB in der Saison 1971/72 mit 11:1.
Der FC Bayern schlägt den BVB in der Saison 1971/72 mit 11:1. Foto: Imago Images

Nachdem Borussia Mönchengladbach 1969/70 und 1970/71 Meister geworden war und die Bayern in der Vorsaison die Meisterschaft noch durch eine Niederlage am letzten Spieltag beim damaligen Angstgegner MSV Duisburg versaubeutelt hatten, wurden die Münchener in der Saison 1971/2 wieder Meister. Doch es war knapp.

Denn vor dem letzten Spieltag führte Bayern München nur mit einem Punkt vor Schalke 04. Am letzten Spieltag trafen die beiden Mannschaften im neuen Münchner Olympiastadion aufeinander. Der FC Bayern gewann mit 5:1 und wurde Deutscher Meister.

Das fünfte Tor der Bayern von Franz Beckenbauer war das 101. Saisontor der Bayern, ein neuer Torrekord. Den größten Anteil daran hatte Torschützenkönig Gerd Müller, dessen 40 Tore ebenfalls Rekord sind.

Vize-Meister FC Schalke 04, mit 24 Siegen stärkster Tabellenzweiter seit Einführung der Bundesliga, gewann den DFB-Pokal.

Titelverteidiger Borussia Mönchengladbach qualifizierte sich als Dritter ebenso für den UEFA-Pokal wie der 1. FC Köln (4.), Eintracht Frankfurt (5.) und der 1. FC Kaiserslautern, der als Vize-Pokalsieger den Platz von Schalke 04 einnahm, das am Europapokal der Pokalsieger teilnahm.

21. Europacup der Landesmeister 1974 – Atletico Madrid

Hans-Georg Schwarzenbeck hält die Bayern im Spiel im Finale des Europacups der Landesmeister 1974 gegen Atletico Madrid.
Hans-Georg Schwarzenbeck hält die Bayern im Spiel im Finale des Europacups der Landesmeister 1974 gegen Atletico Madrid. Foto: Imago Images
Der FC Bayern München und Atletico Madrid standen sich im Jahr 1974 im Finale um den Europapokal der Landesmeister im Brüsseler Heysel-Stadion gegenüber. Drei Mal hatte Ajax Amsterdam zuvor den Titel gewonnen, nun stand eine Wachablösung in der damaligen Königsklasse an.

Und der FC Bayern schickte sich an, der neue europäische Dominator zu werden. Doch lange deutete gar nichts daraufhin.

Beiden Teams über lange Zeit die große Nervosität deutlich anzumerken. Es gab viel taktisches Geplänkel hüben wie drüben und das Finale hielt nicht, was es versprach. Vielmehr verstanden sich die Kontrahenten darauf, Fehler zu vermeiden, um nicht in Rückstand zu geraten. Das gelang. Nach 90 Minuten stand es 0:0, die Verlängerung musste her und zunächst änderte sich nichts am torlosen Remis.

Zumindest bis zur 114. Minute, als den Spaniern ein Freistoß auf der halblinken Seite zugesprochen wurde. Die Zeit für den großen Auftritt von Kapitän Luis Aragones war gekommen. Der spätere Trainer der spanischen Nationalmannschaft legte sich den Ball zurecht, nahm Maß und zirkelte den Ball gekonnt über die Mauer ins Tor der Bayern. Keine Chance für Sepp Maier. Nichts, wirklich nichts sprach in diesem Moment für die Münchener. Sechs Minuten blieben, um ein Tor zu erzielen. 114 Minuten des vergeblichen Anlaufens lagen bereits hinter der Mannschaft von Udo Lattek, die Kräfte am Schwinden, musste ausgerechnet gegen diese Mannschaft, mit dieser Abwehr ein Tor her.

Ganze zwei Gegentore hatte die berüchtigte Defensive um Eusebio Bejarano und Ramon Heredia auf dem Weg ins Finale zugelassen, in sieben Partien hatten sie den Kasten sauber gehalten. Die Spanier standen hinten sicher und befreiten sich ein ums andere Mal aus den Fängen der Bayern, denen weniger und weniger einfiel.

Noch drei Minuten. Nichts zu sehen von Gerd Müller, Uli Hoeneß oder Franz Beckenbauer. Die Mannschaft von Taktikfuchs Juan Carlos Lorenzo schien auf alles vorbereitet, was vonseiten der Bayern kam. Auf fast alles. Zwanzig Sekunden vor Schluss starteten die Münchener den letzten Angriff, der Legende nach soll der belgische Schiedsrichter Vital Loraux zu diesem Zeitpunkt die Pfeife bereits im Mund gehabt haben. Der Moment war gekommen, in dem sich ein Spieler der Bayern zum ersten und wohl auch zum letzten Mal aus dem Schatten von Beckenbauer heraus begab, um seine eigene Geschichte zu schreiben. Georg Schwarzenbeck, “Katsche”, “Putzer des Kaisers” oder auch “des Kaisers Adjutant”.

Abräumer, Ausputzer oder Vorstopper, heute würde man ihn wohl als die klassische Sechs einordnen. Katsche war einer fürs Grobe, für die Drecksarbeit in der Defensive, keiner für die Offensive. Nur mit der Genehmigung von Beckenbauer durfte er die Mittellinie überqueren, hieß es. Und nun in dieser 120. Minute bekam ausgerechnet er, der sonst nicht den Hauch von Torgefahr ausstrahlte, rund 30 Meter vor dem gegnerischen Tor den Ball zugespielt. Wie groß muss die Verzweiflung des Kaisers in diesem Moment gewesen sein, dass er den Ball auf seinen Adjutanten spielte. Die Spanier hatten wohl mit vielem gerechnet, aber nicht mit Schwarzenbeck. Der legte sich den Ball zwei Meter vor, nahm Anlauf und drosch drauf. Der Ball schlug im linken unteren Eck ein. Ausgerechnet Schwarzenbeck, einfach nur aberwitzig. Es war eines von zwei Toren in seiner Europapokal-Karriere. Aberwitzig auch deshalb, weil nicht mal mehr die Bayern noch damit gerechnet hatten:

“Er wusste gar nicht, wohin mit dem Ball, da hat er einfach draufgehalten. Ich war schon auf dem Weg in die Kabine, guckte nur über die Schulter und sehe wie der Ball einschlägt. Ein unglaubliches Ding”,

erinnerte sich Udo Lattek Jahre später an die Szene, die in der Geschichte des FC Bayern den Beginn der erfolgreichsten Ära einleitete.

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