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Die schlechteste Startelf der deutschen Nationalmannschaft


DIE STORY IN KURZEN VIDEOS

DIE STORY IN KURZEN ESSAYS

The “Dark Age” of German Football

Die Krawatte von Uli Stielicke bleibt legendär. (Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)
Die Krawatte von Uli Stielicke bleibt legendär. (Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)
Die schlechteste Startelf der deutschen Nationalmannschaft. Die beste DFB-Nationalelf des 21. Jahrhunderts war die Weltmeisterelf von 2014. Klingt logisch. Obwohl – die Mannschaften der Jahre 2008, 2010 und 2012 waren soviel schlechter nicht. Da gab es schon ganz andere Teams. Voll mit Spielern, für die der Bewgriff Rumpelfüssler, die liebevolle Beschreibung  technischer Fußball-Unzulänglichkeit von Franz Beckenbauer, eher Ehre denn adäquate Beschreibung ihrer Leistungen war.

Überwiegend stammen die DFB-Teams aus dem dunklen Zeitalter des deutschen Fußballs. Aus der Nach-Berti Zeit, in der Erich Ribbeck, Rudi Völler aber auch Jürgen Klinsmann das Sagen hatten. Da waren die Deutschen soweit von Tiki Taka und filigranem Kurzpass- oder Umschaltspiel entfernt wie Hertha BSC oder der 1. FC Köln von der deutschen Meisterschaft. Denn der deutsche Fußball war zum Ende der 1990er Jahre in eine Sackgasse geraten und hatte den Anschluss an den modernen Fußball verloren. Raumdeckung, Pressing und Viererkette spielten weder in der öffentlichen Debatte noch in der fußballerischen Praxis eine Rolle.

Fernsehexperten wie Michael Schulz, beim BVB lange Zeit als Verteidiger aktiv, konnten noch 2002 mit der Viererkette nichts anfangen: „Wenn du mit drei Verteidigern spielst, hast du sowieso schon die meiste Zeit nichts zu tun. Mit vier Verteidigern wäre es noch schlimmer.“ Michael Schulz.

Während Arrigo Sacchi als Trainer des AC Mailand bereits Ende der 1980er Jahre mit der Viererkette internationale Erfolge feierte, spielte die deutsche Nationalmannschaft erstmals 2002 während der Weltmeisterschaft in Südkorea mit der neuen Defensivstrategie. Nachhaltige Wirkung hatte dieses aber nicht, da schlicht die Spieler fehlten, die die modernen Systeme hätten spielen können.

EINE ANDERE LIGALIVE STORY?

Das DFB-Team spielte katastrophal

Es kann nur Einen geben. (Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)
Es kann nur Einen geben. (Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

Die Folge: Das DFB-Team schied bei den Europameisterschaften 2000 und 2004 jeweils frühzeitig aus und spielte katastrophal.

Bei der WM 1998 folgte das Aus im Viertelfinale. Umso erstaunlicher, dass das Team um Rudi Völler es 2002 bis ins Finale der WM schaffte. Doch da waren die Gegner im Achtelfinale, im Viertelfinale und im Halbfinale Paraguay, die USA und Südkorea. Deutschland gewann jeweils mit 1:0. Rumpelfußball at its best – aber eben durchaus noch erfolgreich. Als dann aber der Titan im Finale schwächelte und mit Michael Ballack der einzige Weltklassespieler draußen bleiben musste, hatte das Team keine Chance gegen Brasilien. OLiver neuville meets Ronaldo – das konnte nicht gutgehen.

Die dunkle Dekade des deutschen Fußballs ist noch gar nicht lange her. Und deshalb haben wir mal eine Startelf des Grauens aufgestellt. Die schlechtest mögliche Nationalelf bestückt mit Spielern, die zwischen 2000 und 2019 wirklich das Trikot der deutschen A-Nationalmannschaft getragen haben. Nicht auf einmal und nicht zur selben Zeit. Wir dann einige Spieler gefunden, so dass es auch zu einer Ersatzbank reicht.

Wir lassen im 4-4-2 System spielen – ohne Libero. Ohne Libero – das hätte der Trainer des Grauens natürlich nie gemacht, aber deshalb ist er auf der Liste Trainer. Und ganz vorne (also ganz hinten in unserem Post) findet sich ein Spieler, dem nimmt man es nie ab, dass er aus dem Land der begnadeten Fußball-Techniker kam, bevor er in Deutschland Karriere machte. Der einzige Torlos-Mittelstürmer der deutschen nationalelf mit mehr als 12 Länderspielen.

Hypothetische Startelf

Es kann nur Einen geben. (Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)
Es kann nur Einen geben. (Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)
Bei den aufgezählten Fakten zu den einzelnen Spielern haben wir zum Teil auf Wikipedia zurückgegriffen.

Wir wissen, dass das Ranking subjektiv, einseitig und wohl auch in Teilen ungerecht ist. Wir möchten keinen Spieler herabwürdigen. Aber wir glauben – das Ranking stimmt. Wir wollen am Beispiel einer hypothetischen Startelf von Spielern, die wirklich in der Nationalelf spielten, zeigen, wie gut sich die Nationalmannschaft unter Jogi Löw von 2006 bis 2017 entwickelt hat. Die Dekade von 1997 – 2006 war fußballerisch ein gewaltiger Rückschritt für Deutschland, das folgende Jahrzehnt (2007 – 2017) sah einen Aufstieg, der so nicht zu erwarten war. Der Wendepunkt war das Jahr 2006 und die erfolgreiche WM im eigenen Land. Der Aufstieg zeigte sich nicht nur in den Ergebnissen sondern auch in der Art, wie fortan Fußball gespielt wurde. Denn auch in der dunklen Dekade wurde man immerhin Vizeweltmeister. Aber in Punkto Fußballkultur, Niveau und Innovation waren die Unterschiede gewaltig. Zur Zeit sieht es so aus, als ob wir wieder eine Phase des deutschen Fußballabstiegs vor uns hätten. Die Frage ist, wie lange sie andauern wird.

Ganz am Ende des Posts erzählen wir von einem kleinen Mann. Das Gegenteil von einem wortgewaltigen Sprachgenie. Aber ein echter Fußballkenner. Ihn fragte man damals um Rat in den dunklen Tagen des deutschen Fußballs. Und er gab entscheidende Tipps. Sowohl was die Trainerposition, als auch was Strukturen, Konzepte und Strategien im deutschen Fußball anbetraf. Ohne ihn hätte es den Aufstieg des DFB-Teams bis zum Weltmeister wohl nicht gegeben.

Und das ist viel wichtiger als seine komisch-lustig-peinlichen Sprüche, die durch den regionalen “Sprachfehler” in der Regel noch lustiger wirken. Die Rede ist nicht von Lothar Matthäus. Und wir benennen und beschreiben 3 entscheidende Initiativen und Reformen, die zum Wiederaufstieg des deutsche Fußballs führten. Vielleicht sollte man den Mann jetzt wieder fragen.

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