Deutsche Fußballer im Ausland: 25 Legionäre zwischen Kult und Absturz
Von Trautmann bis Kroos: 25 deutsche Fußballer, die im Ausland zu Ikonen wurden oder scheiterten, plus die deutschen Legionäre von heute.
Manche deutsche Fußballer wurden erst im Ausland richtig groß: Bert Trautmann bei Manchester City, Toni Kroos bei Real Madrid, Rainer Rauffmann auf Zypern. Andere kamen als Bundesliga-Stars und kehrten nach wenigen Monaten zurück, etwa Matthias Sammer aus Mailand oder Nuri Şahin aus Madrid. Hier sind 25 deutsche Legionäre, deren Geschichten bis heute erzählt werden, sortiert nach Ikonen, späten Helden, Pionieren und Flops. Dazu kommen die Deutschen, die aktuell im Ausland spielen.
Stand: Oktober 2026
Die 25 deutschen Legionäre im Überblick
| Spieler | Klub im Ausland | Zeit | Warum man sich erinnert |
|---|---|---|---|
| Bert Trautmann | Manchester City | 1949 bis 1964 | 545 Spiele, FA-Cup-Sieg 1956 mit gebrochenem Hals |
| Günter Netzer | Real Madrid | 1973 bis 1976 | Zwei spanische Meistertitel |
| Lothar Matthäus | Inter Mailand | 1988 bis 1992 | Meister 1989, UEFA-Pokal 1991, erster FIFA-Weltfußballer |
| Jürgen Klinsmann | Tottenham Hotspur | 1994/95, 1997/98 | Englands Fußballer des Jahres 1995 |
| Oliver Bierhoff | Ascoli, Udinese, AC Mailand | 1991 bis 2001 | Torschützenkönig der Serie A 1998, Meister 1999 |
| Jörg Albertz | Glasgow Rangers | 1996 bis 2001 | „The Hammer“, drei Meistertitel |
| Stefan Klos | Glasgow Rangers | 1998 bis 2007 | Kapitän, vier Meistertitel |
| Dietmar Hamann | FC Liverpool | 1999 bis 2006 | Champions League 2005, das Wunder von Istanbul |
| Robert Huth | Chelsea, Middlesbrough, Stoke, Leicester | 2001 bis 2019 | Drei Meistertitel, darunter Leicesters Märchen 2016 |
| Toni Kroos | Real Madrid | 2014 bis 2024 | Rekord: sechs Champions-League-Titel |
| Marc-André ter Stegen | FC Barcelona | seit 2014 | Champions League 2015, langjähriger Kapitän |
| Rainer Rauffmann | Omonia Nikosia | 1997 bis 2004 | Viermal Torschützenkönig, Nationalspieler Zyperns |
| Thomas Broich | Brisbane Roar | 2010 bis 2017 | Australiens Spieler der Saison 2012 und 2014 |
| Gerhard Tremmel | Swansea City | 2011 bis 2016 | Ligapokal 2013 im Wembley |
| Thorsten Stuckmann | Preston North End | 2011 bis 2015 | Kulttorwart in der dritten Liga |
| Lars Leese | FC Barnsley | 1997 bis 1999 | Vom Westerwald in die Premier League |
| Moritz Volz | Arsenal, Fulham | 1999 bis 2010 | Das 15.000. Tor der Premier League |
| Shkodran Mustafi | Everton, Sampdoria, Valencia, Arsenal | 2009 bis 2021 | Weltmeister 2014 ohne ein einziges Bundesliga-Spiel |
| Udo Steinberg | FC Barcelona | 1901 bis 1910 | Zwei Tore im allerersten Clásico 1902 |
| Horst Szymaniak | Catania, Inter, Varese | 1961 bis 1965 | Italien-Pionier mit Kultspruch |
| Stefan Effenberg | AC Florenz | 1992 bis 1994 | Abstieg mit der Fiorentina |
| Matthias Sammer | Inter Mailand | 1992/93 | Ein halbes Jahr, dann zurück zum BVB |
| Jens Lehmann | AC Mailand | 1998 | Fünf Serie-A-Spiele |
| Nuri Şahin | Real Madrid, Liverpool | 2011 bis 2013 | Vom Meister-Taktgeber zum Bankdrücker |
| Marko Marin | Chelsea und sieben weitere Klubs | 2012 bis 2021 | Der Wanderer der Löw-Ära |
Die Ikonen: Deutsche, die im Ausland Legenden wurden
Bert Trautmann (Manchester City)
Kein deutscher Fußballer hat in England einen größeren Namen als Bernhard „Bert“ Trautmann. Der gebürtige Bremer kam als Kriegsgefangener nach England, blieb nach dem Krieg im Land und unterschrieb 1949 bei Manchester City. Seine Verpflichtung löste zunächst Proteste aus. 15 Jahre später verabschiedete er sich nach 545 Pflichtspielen als Vereinslegende.
Unsterblich machte ihn das FA-Cup-Finale 1956 gegen Birmingham City. In der 75. Minute prallte er bei einer Parade mit einem Gegenspieler zusammen, spielte trotz heftiger Schmerzen weiter und hielt den 3:1-Sieg fest. Erst drei Tage später zeigte eine Röntgenaufnahme: Der Hals war gebrochen. Kurz vor dem Finale war Trautmann als erster Torhüter zu Englands Fußballer des Jahres gewählt worden. Ein Länderspiel für Deutschland bestritt er nie. Für seine Verdienste um die deutsch-britische Verständigung erhielt er 1997 das Bundesverdienstkreuz und 2004 den Ehrentitel OBE. Trautmann starb im Juli 2013 im Alter von 89 Jahren.

Günter Netzer (Real Madrid)
Der Kopf der Gladbacher „Fohlenelf“ wechselte 1973 zu Real Madrid. In drei Jahren in Spanien wurde Netzer zweimal Meister (1975 und 1976) und gewann den spanischen Pokal. Mit der Nationalmannschaft war er 1972 Europameister und 1974 Weltmeister. Seine Karriere ließ er bei Grasshopper Zürich ausklingen.
Lothar Matthäus (Inter Mailand)
Mit dem FC Bayern hatte Matthäus bereits drei Meisterschaften und den DFB-Pokal gewonnen, als er 1988 zu Inter wechselte. Gemeinsam mit Andreas Brehme beendete er dort 1989 eine lange Durststrecke: Inter wurde erstmals seit 1980 wieder italienischer Meister. 1990 führte Matthäus Deutschland in Italien zum WM-Titel und gewann den Ballon d’Or, 1991 folgten der UEFA-Pokal mit Inter und die Wahl zum ersten FIFA-Weltfußballer überhaupt. Nach einem Kreuzbandriss 1992 kehrte er zum FC Bayern zurück.
Jürgen Klinsmann (Tottenham Hotspur)
Als Klinsmann 1994 nach London kam, eilte ihm in England der Ruf des „Divers“ voraus, des Schwalbenkönigs. Er antwortete mit Selbstironie: Nach seinem Siegtor beim Debüt gegen Sheffield Wednesday warf er sich zum Jubel bäuchlings auf den Rasen. Die Fans liebten den „Klinsmann-Dive“. Am Ende seiner einzigen vollen Saison standen 29 Tore in 50 Pflichtspielen, davon 20 in der Premier League, und die Auszeichnung als Englands Fußballer des Jahres 1995, als erster Deutscher seit Trautmann. In der Saison 1997/98 kehrte er auf Leihbasis zurück und rettete Tottenham mit neun Ligatoren vor dem Abstieg, darunter vier beim 6:2 in Wimbledon.
Oliver Bierhoff (Ascoli, Udinese, AC Mailand)
In der Bundesliga galt Bierhoff Ende der 1980er-Jahre als gescheitert: Uerdingen, HSV und Gladbach brachten ihm nur wenige Tore. Über Austria Salzburg ging er nach Italien, wo er sich bei Ascoli in der Serie B durchsetzte. Bei Udinese wurde er zum Star, 1997/98 sogar Torschützenkönig der Serie A. Dazwischen lag der berühmteste Moment seiner Karriere: Im EM-Finale 1996 gegen Tschechien erzielte er als Joker beide Tore beim 2:1, den Siegtreffer als erstes Golden Goal der Geschichte. 1998 holte ihn der AC Mailand, mit dem er 1999 Meister wurde.
Jörg Albertz und Stefan Klos (Glasgow Rangers)
Gleich zwei Deutsche wurden in Glasgow zu Helden. Jörg Albertz kam 1996 für rund vier Millionen Pfund vom Hamburger SV und spielte im linken Mittelfeld neben Paul Gascoigne und Brian Laudrup. Wegen seiner Distanzschüsse nannten ihn die Fans „The Hammer“. In fünf Jahren erzielte er 82 Tore in 229 Pflichtspielen und gewann drei Meisterschaften, darunter 1997 den neunten Titel in Folge („Nine in a Row“). 2001 kehrte er zum HSV zurück.
Stefan Klos, Champions-League-Sieger 1997 mit Borussia Dortmund, unterschrieb im Dezember 1998 bei den Rangers. In Glasgow wurde der Torhüter Stammkraft und später Kapitän, gewann vier schottische Meisterschaften, darunter das Triple 2003, und bestritt bis 2007 insgesamt 298 Pflichtspiele. 2009 nahmen ihn die Rangers in ihre Hall of Fame auf.
Dietmar Hamann (FC Liverpool)
Sieben Jahre spielte Hamann an der Anfield Road, und in Liverpool ist er bis heute ein Held. 2001 gewann er mit den Reds den UEFA-Pokal, das Finale in Dortmund endete 5:4 nach Verlängerung gegen Alavés. Sein größter Abend folgte 2005 in Istanbul: Liverpool lag im Champions-League-Finale gegen den AC Mailand zur Pause 0:3 zurück. Hamann kam in der zweiten Halbzeit, stabilisierte das Mittelfeld und verwandelte im Elfmeterschießen. Liverpool gewann den Henkelpott.
Robert Huth (Chelsea, Stoke, Leicester)
Der Berliner wechselte als Jugendspieler von Union Berlin zum FC Chelsea und wurde dort unter José Mourinho 2005 und 2006 englischer Meister. Über Middlesbrough und Stoke City kam er 2015 zu Leicester City und schrieb Fußballgeschichte: Der krasse Außenseiter wurde 2016 Meister, Huth bildete mit Wes Morgan die Innenverteidigung. Mit 322 Premier-League-Spielen gehört er zu den deutschen Rekordspielern der Liga. Ein Bundesliga-Spiel hat er nie bestritten.
Toni Kroos (Real Madrid)
Nach dem WM-Titel 2014 wechselte Kroos vom FC Bayern zu Real Madrid. In Madrid wurde der Mittelfeldspieler zum Taktgeber einer der erfolgreichsten Mannschaften der Geschichte: Mit Real gewann er die Champions League 2016, 2017, 2018, 2022 und 2024, dazu kommt der Titel mit Bayern 2013. Sechs Champions-League-Siege sind Rekord. Im Sommer 2024 beendete Kroos nach der Heim-EM seine Karriere, auf dem Höhepunkt und mit seinem letzten Spiel für Real im gewonnenen Finale gegen Borussia Dortmund.
Marc-André ter Stegen (FC Barcelona)
Für zwölf Millionen Euro kam ter Stegen 2014 aus Gladbach nach Barcelona und gewann gleich in der ersten Saison die Champions League. Über ein Jahrzehnt war er Stammtorhüter und später Kapitän der Katalanen. Zuletzt verlor er seinen Platz: Barça verlieh ihn im Winter 2026 nach Girona, wo ihn eine Verletzung stoppte, und im August 2026 für ein Jahr an Ajax Amsterdam. Sein Vertrag in Barcelona läuft bis 2028.
Späte Helden: In Deutschland übersehen, im Ausland gefeiert
Rainer Rauffmann (Omonia Nikosia)
„Mein Name in Deutschland war kaputt“, sagte Rauffmann über seinen Wechsel 1997 nach Zypern. Seine Bundesliga-Bilanz: vier Tore in 26 Spielen für Eintracht Frankfurt, dazu ein Abstieg mit der Eintracht und ein kurzes Gastspiel in Bielefeld. Bei Omonia Nikosia wurde der Stürmer zum Phänomen. Von 1998 bis 2001 war er viermal in Folge Torschützenkönig der zyprischen Liga, in der Saison 1997/98 erzielte er 42 Ligatore. Die Fans riefen ihn „Trellos Germanos“, den verrückten Deutschen. Später lief er sogar für die Nationalmannschaft Zyperns auf.
Thomas Broich (Brisbane Roar)
In Deutschland galt Broich als großes Talent, das nie ganz ankam. Gladbach, Köln, Nürnberg: Nach der Saison 2009/10 war er ohne Verein. Der Filmemacher Aljoscha Pause begleitete ihn jahrelang, die Doku „Tom meets Zizou“ machte seine Geschichte bekannt. In Australien wurde Broich zum Star. Mit Brisbane Roar gewann er gleich in der ersten Saison Meisterschaft und Grand Final, die Mannschaft blieb in einer Rekordserie 36 Ligaspiele ungeschlagen. Zweimal erhielt er die Johnny-Warren-Medaille als bester Spieler der A-League (2011/12 und 2013/14). Bis 2017 blieb er in Brisbane.
Gerhard Tremmel (Swansea City)
Unterhaching, Hannover, Hertha, Cottbus: Tremmel war ein solider Bundesliga-Torwart, als er 2011 zum Premier-League-Aufsteiger Swansea City ging. In der Liga meist Ersatz, wurde er im Ligapokal zum Helden. 2012/13 stand er in allen Pokalspielen im Tor und gewann am 24. Februar 2013 im Wembley-Stadion das Finale gegen Bradford City mit 5:0, den ersten großen Titel der Klubgeschichte.
Thorsten Stuckmann (Preston North End)
Nach Stationen in Münster, Braunschweig und Aachen bekam Stuckmann im November 2011 einen Kurzvertrag bei Preston North End. Er überzeugte, blieb und wurde in Deepdale zum Publikumsliebling. Bei seinem Einstand sang er in der Kabine, wie in England üblich, ein Lied: „Schenk mir dein Herz“ der Höhner. Sein größtes Spiel war das FA-Cup-Achtelfinale am 16. Februar 2015 gegen Manchester United, das Preston mit 1:3 verlor.
Lars Leese (FC Barnsley)
Sportfreunde Neitersen, VfB Wissen, Preußen Köln, dann ein Jahr als Ersatztorwart in Leverkusen ohne Bundesliga-Einsatz: 1997 wagte Leese den Sprung zum Aufsteiger FC Barnsley in die Premier League. Er bekam seine Einsätze, unter anderem beim 1:0-Sieg an der Anfield Road, und wurde zum Publikumsliebling, auch wenn Barnsley am Saisonende abstieg. Der Journalist Ronald Reng schrieb über ihn das Buch „Der Traumhüter“, das als Fußballbuch des Jahres ausgezeichnet wurde.
Moritz Volz (Arsenal, Fulham)
Mit 16 Jahren wechselte Volz 1999 aus der Schalker Jugend zum FC Arsenal, damals eine große Ausnahme. Durchsetzen konnte er sich in London beim FC Fulham, für den er über 100 Premier-League-Spiele bestritt. Die Engländer mochten ihn auch wegen seines Humors: Er fuhr mit dem Rad zum Training und trat bei Fan-Aktionen gern verkleidet auf. Am 30. Dezember 2006 erzielte er gegen Chelsea das 15.000. Tor der Premier-League-Geschichte.
Shkodran Mustafi (Sampdoria, Valencia, Arsenal)
Mustafi verließ die HSV-Jugend 2009 Richtung Everton, kam dort aber nicht über die Reserve hinaus. Erst bei Sampdoria Genua schaffte er den Durchbruch. Als Nachrücker für den verletzten Marco Reus fuhr er zur WM 2014 nach Brasilien und wurde Weltmeister, ohne je ein Bundesliga-Spiel bestritten zu haben. Über Valencia ging es 2016 für eine Ablöse von rund 40 Millionen Euro zum FC Arsenal. Erst 2021, beim FC Schalke 04, debütierte Mustafi doch noch in der Bundesliga.
Die Pioniere: Deutsche Legionäre aus der Frühzeit
Udo Steinberg (FC Barcelona)
Der gebürtige Berliner gehört zu den ersten Stars des FC Barcelona, der 1899 vom Schweizer Joan Gamper mit einer Gruppe von Einheimischen und Ausländern gegründet wurde. Unter den Gründungsmitgliedern war mit Otto Maier auch ein Deutscher. Steinberg spielte von 1901 bis 1910 für Barça und schrieb am 13. Mai 1902 Geschichte: Im ersten Duell mit Madrid, im Halbfinale der Copa de la Coronación auf der Pferderennbahn von Madrid, erzielte er zwei der drei Barcelona-Tore. Madrid war durch Arthur Johnson in Führung gegangen. Es war der erste Clásico überhaupt.
Horst Szymaniak (Catania, Inter, Varese)
„Schimmi“ ging 1961, zwei Jahre vor dem Start der Bundesliga, nach Italien. Nach zwei Jahren in Catania kam er 1963 zu Inter Mailand, wo er in der Saison, in der Inter 1964 den Europapokal der Landesmeister gewann, sechs Ligaspiele bestritt. In die Fußballsprache ging er mit einem Satz aus Gehaltsverhandlungen ein: „Ein Drittel? Nee, ich will mindestens ein Viertel!“ Die Rückkehr 1965 endete im Desaster: Mit Tasmania Berlin erlebte er die schlechteste Saison der Bundesliga-Geschichte.
Die Flops: Bundesliga-Stars, die im Ausland scheiterten
Stefan Effenberg (AC Florenz)
Nach der schwachen Bayern-Saison 1991/92 zog es Effenberg nach Florenz. In einer Mannschaft mit Brian Laudrup und Gabriel Batistuta schien der Erfolg sicher, stattdessen stieg die Fiorentina 1993 nach Jahrzehnten der Erstklassigkeit ab. Effenberg blieb ein Jahr in der Serie B, half beim direkten Wiederaufstieg und kehrte 1994 nach Mönchengladbach zurück.
Matthias Sammer (Inter Mailand)
Als Meister mit dem VfB Stuttgart wechselte Sammer 1992 zu Inter. „Die Kohle war entscheidend“, gab er später offen zu. Mit Trainer Osvaldo Bagnoli kam er nicht zurecht, nach elf Serie-A-Spielen und vier Toren war das Kapitel im Winter beendet. Borussia Dortmund holte ihn zurück, und dort wurde Sammer zum Führungsspieler, Meister, Europameister 1996 und Ballon-d’Or-Gewinner.
Jens Lehmann (AC Mailand)
Mit Schalke hatte Lehmann 1997 im Mailänder San Siro den UEFA-Pokal gewonnen. Ein Jahr später kam er zum AC Mailand, bestritt aber nur fünf Serie-A-Spiele. Nach einer Verletzung verlor er den Platz an Sebastiano Rossi. Schon im Winter kehrte er zurück, ausgerechnet zu Borussia Dortmund, was ihm die Schalker Fans lange übel nahmen. Seine große Zeit im Ausland kam später: Bei Arsenal wurde er 2004 als Stammtorwart der „Invincibles“ ungeschlagen Meister.
Nuri Şahin (Real Madrid, Liverpool)
Als Taktgeber der Dortmunder Meistermannschaft 2011 wechselte Şahin zu Real Madrid. Verletzungen bremsten ihn, unter José Mourinho kam er kaum zum Zug. Auch eine Leihe zum FC Liverpool brachte keine Wende. Im Januar 2013 kehrte er nach Dortmund zurück. Als Bundesliga-Rekordhalter bleibt er trotzdem in Erinnerung: 2005 war er mit 17 Jahren der jüngste Torschütze der Liga, bis Youssoufa Moukoko ihn 2020 ablöste.
Marko Marin (Chelsea und viele mehr)
2012 wechselte der Dribbler von Werder Bremen zum FC Chelsea, kam dort aber kaum zum Einsatz. Es folgten Leihen nach Sevilla, Florenz, Anderlecht und Trabzon, später Olympiakos Piräus, Roter Stern Belgrad und Saudi-Arabien. Mit Olympiakos wurde Marin griechischer Meister, mit Roter Stern Belgrad serbischer Meister. Den Durchbruch, den man ihm in der frühen Löw-Ära zugetraut hatte, schaffte er im Ausland nie.
Deutsche Fußballer im Ausland heute
Die meisten deutschen Nationalspieler stehen in der Bundesliga unter Vertrag. Einige der bekanntesten spielen aber im Ausland, vor allem in England, Spanien und Italien:

- Antonio Rüdiger (Real Madrid): Seit 2022 in Madrid, Champions-League-Sieger 2022 und 2024. Im Juni 2026 verlängerte Real seinen Vertrag bis 2027.
- Kai Havertz (FC Arsenal): Schoss Chelsea 2021 mit dem einzigen Tor des Finales zum Champions-League-Sieg. Mit Arsenal wurde er 2025/26 englischer Meister.
- Florian Wirtz (FC Liverpool): Wechselte im Juni 2025 für eine Rekordablöse aus Leverkusen nach Liverpool, die teuerste Verpflichtung der Klubgeschichte.
- Nick Woltemade (Juventus Turin): 2025 für eine Vereinsrekordsumme von Stuttgart zu Newcastle United, seit September 2026 an Juventus ausgeliehen.
- Leroy Sané (Galatasaray): Verließ den FC Bayern 2025 und spielt seitdem in Istanbul.
Ob einer von ihnen eines Tages in einer Reihe mit Trautmann, Matthäus oder Kroos genannt wird, entscheiden die nächsten Jahre. Wer die größten deutschen Torhüter sucht, findet sie in unserer Liste der besten Torhüter aller Zeiten. Welche Deutschen den Ballon d’Or gewonnen haben, steht in unserem Überblick der deutschen Ballon-d’Or-Gewinner, und woher Spitznamen wie „Kaiser“ oder „Bomber“ kommen, erklären wir bei den berühmtesten Fußballer-Spitznamen.
FAQ: Deutsche Fußballer im Ausland
Welcher deutsche Fußballer war im Ausland am erfolgreichsten?
Gemessen an Titeln ist es Toni Kroos. Mit Real Madrid gewann er zwischen 2016 und 2024 fünfmal die Champions League, dazu kommt der Titel mit Bayern 2013. Sechs Champions-League-Siege sind Rekord.
Welcher Deutsche ist in England am bekanntesten?
Bert Trautmann. Der Torhüter bestritt 545 Pflichtspiele für Manchester City und gewann 1956 den FA Cup, obwohl er sich im Finale den Hals gebrochen hatte. Jürgen Klinsmann wurde 1995 als zweiter Deutscher Englands Fußballer des Jahres.
Welche Deutschen wurden Weltmeister, ohne in der Bundesliga gespielt zu haben?
Shkodran Mustafi war 2014 Weltmeister, ohne je ein Bundesliga-Spiel bestritten zu haben. Er spielte damals bei Sampdoria Genua. Sein erstes Bundesliga-Spiel machte er erst 2021 für Schalke 04.
Welche deutschen Nationalspieler spielen aktuell im Ausland?
Stand Oktober 2026 zählen dazu unter anderem Antonio Rüdiger (Real Madrid), Kai Havertz (Arsenal), Florian Wirtz (Liverpool), Nick Woltemade (Juventus, ausgeliehen von Newcastle) und Leroy Sané (Galatasaray).