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Diese Transfers bedauert Bayern München bis heute – und über diese lachen sie Tränen


DIE STORY IN KURZEN VIDEOS

DIE STORY IN KURZEN ESSAYS

Der FC Bayern und der Bimbes: Fast immer geschickt eingesetzt

Den Bimbes gut angelegt? Die Bayern dominieren seit Jahrzehnten die Bundesliga und ihren Transfermarkt. Auch den Champions-League-Sieger von 2001, Alexander „Zico“ Zickler, holten sie von Dynamo Dresden einst für einen Preis, der eigentlich ein Schenkelklopfer war.
Den Bimbes gut angelegt? Die Bayern dominieren seit Jahrzehnten die Bundesliga und ihren Transfermarkt. Auch den Champions-League-Sieger von 2001, Alexander „Zico“ Zickler, holten sie von Dynamo Dresden einst für einen Preis, der eigentlich ein Schenkelklopfer war. Foto: Imago Images
Auf dem Festgeldkonto des FC Bayern München befinden sich aktuell ca. 250 Millionen Euro. Auf dieses Kapital sind die Verantwortlichen zu Recht stolz. Der Branchenriese des deutschen Fußballs hat stets solide gewirtschaftet, hat große Namen in die Bundesliga geholt, sich aber nie dem modernen Transfer-Irrsinn unterworfen. Jedenfalls nicht ganz.

Sicher, so prall gefüllt war die Kriegskasse der Münchner nicht immer. Es gab diese Zeiten, in denen auch die Bayern hohe Schulden hatten und in denen nur ein spektakulärer Transfer des besten deutschen Spielers seiner Zeit für Entspannung sorgte. Die Bayern – Sie sind seit 1987, seit ihrem zehnten Titelgewinn nicht nur alleiniger deutscher Fußball-Rekordmeister, sondern sie sind auch der Transfer-Meister.

Das Portal Transfermarkt.de weist den Wechsel des französischen Weltmeisters Lucas Hernández 2019 mit 80 Mio. Euro aus – der teuerste Transfer der Bundesliga-Geschichte – trotzdem bleiben die Münchner damit (noch) weit unter der ominösen 100 Mio. Euro-Schallmauer, die vor allem in der Premier League und in Spaniens La Liga in schöner Regelmäßigkeit durchbrochen wird. Das „Stupid English Transfer Money“, das die Premier-League-Klubs respektive ihre meist nicht-britischen Eigentümer und Investoren in den Markt pumpen, wird auch für den FC Bayern ein immer wichtigerer Faktor. In einem Umfeld, in dem geschicktes Taktieren, Handlungsschnelligkeit, aber auch Instinkt immer wichtiger werden.

 

„BorExit“ für einen Mega-Transfer-Flop der Bayern

Dieses „Händchen“ für Transfers hatten die Bayern eigentlich fast immer. Wer ganz oben stehen will, muss der Konkurrenz immer einen Schritt voraus sein, das wusste schon Macher Uli Hoeneß. Deshalb: Einen Superstar holen sie sogar ablösefrei vom Konkurrenten Borussia Dortmund – bei einem Marktwert des treffsichersten Spielers seiner Zeit in der Bundesliga ein Transfer, bei dem man in München anschließend herzlich gelacht haben dürfte. Umgekehrt schlägt der bis heute (Stand: Juli 2020) zweitteuerste Transfer der Bayern-Historie beim Rekordmeister mal so gar nicht ein – und nimmt alsbald den „BorExit“, also den Weg zurück zu Borussia Dortmund, den außer ihm noch ein weiterer Weltmeister von 2014 geht.

Solche „Ausreißer“ nach oben und unten – Transfer-Tops und Flops – liefern die Bayern in ihrer ruhmreichen Bundesliga-Geschichte immer wieder. Klar, dank ihrer prall gefüllten Kassen sind sie der Konkurrenz seit gut 40 Jahren immer überlegen. Entsprechend konnte der FC Bayern München bei Transfers ordentlich hinlangen. Und das gelang meistens ziemlich gut aber nicht immer. Anders gesagt: In der Regel setzten die Bayern den vorhandenen Bimbes geschickt ein. Jedenfalls deutlich geschickter als die Management-Kollegen in den anderen deutschen Millionenstädten – man denke an moderne Geldverbrennung in Berlin, Hamburg oder Köln. Dass man gerade in der Hansestadt auch den Bayern das Geld nachwirft, wird in unserer Story ein Thema sein. Doch einige Transfers in den letzten 40 Jahren bedauern die Bayern noch heute. Auf der Kaufseite und auf der Verkaufsseite. Weil sie stattfanden oder weil sie entweder gar nicht oder nicht rechtzeitig stattfanden.

In unserem Beitrag haben wir Transfers zusammengestellt, die der FC Bayern heute noch bedauert. Und wir erzählen die Geschichten von Transfers, über die man an der Säbener Straße heute noch Tränen lacht. Weil sie „passierten“, wie sie „passierten“, oder weil sie eben zum Glück (für die Bayern) doch nicht „passierten.“ Wobei sich vor allem bei einem Spieler und ehemaligen „Ultra“ die Frage stellte: Was passiert, wenn es passiert? Hier sind die Hintergründe der besten, burleskesten, schlechtesten und drolligsten 30 Bayern-Transfers in den letzten 30 Jahren. Geschichten von Weitblick, Finesse, Scharaden, fiesen Tricks und Inkompetenz, die man so im Umfeld des FC Bayern gar nicht vermutet hätte. Ist aber so geschehen.

Der FC Bayern und seine Transfers: Zwischen „WTF“ und „super gemacht“

Und wieder eine Meisterschaft. Den Bimbes ist gut angelegt! (Photo by Bongarts/Getty Images)
Den Bimbes gut angelegt? (Photo by Bongarts/Getty Images)
Wir starten mit der dieses Essay überspannenden Frage „Was bedauert Bayern?“ und widmen uns in “Regret 1” zunächst den spektakulärsten Nicht-Transfers, also den Spielern, an denen Bayern wohl dran war, aber möglicherweise doch nie so richtig. Also denen, die die Bayern verpassten und die dann woanders zu Superstars wurden. „Mal verliert man und mal gewinnen die Anderen“, sagte der bei Bayern vergräzte Meistercoach Otto Rehhagel mal. In diesen beschriebenen Fällen galt: „Dieses Mal lachen die Anderen.“

„Regret 2“ ist die Rubrik „Spieler, die zu früh oder zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkauft wurden“ – und hinterher, als die Ex-Bayernstars woanders die Trophäen abräumten, wollte von den Granden keiner mehr die Idee für diese Transfers gehabt haben. Diese Liste ist länger, als man auf den ersten Blick glauben mag.

Die härteste Kategorie für jeden Bayern-Fan und ein Fest für die Hater-Fraktion der Großkopferten ist die Rubrik „Regret 3“, mit Spielern, deren Verkauf nicht nur ungünstig sondern “dämlich” war. Zum Tränenlachen für die Konkurrenz!

Fast genauso hart sind die Rubriken “Regret 4” und “Regret 5”. Hier zählen wir die HIntegründe von verfehlten Bayern-Käufen auf. Spielern, in denen die Bayern-Oberen neue Superstars gesehen haben, doch sich ordentlich verguckten.

Aber: Auch die Bayern durften bei vielen Transfers lachen. Und zwar bei den Spielerwechseln, die wir in Rubrik 6 unter die Frage „Was freut Bayern?“ gestellt haben. Profis, die Skepsis, manchmal sogar mit Häme bedacht wurden, als sie das Trikot des Rekordmeisters überstreiften, die dann aber die investierten Summen bis auf den letzten Heller zurückzahlten oder Bayern beim Abschied richtig Geld brachten. Über diese Transfers der Marke „Super gemacht“ lachen und freuen sich die Bayern-Oberen heute noch.

Entweder weil sie einen Spieler teuer verkaufen konnten (teurer jedenfalls als er es wert war) oder weil sie einen Angestellten zum Schnäppchenpreis verpflichten konnten. In einigen Fällen aber auch, weil der Transfer dann doch nicht zu Stande kam, obwohl die Bayern wirklich baggerten und den Spieler „unbedingt haben“ wollten. Glück gehabt. Bayern-Dusel eben.

EINE ANDERE LIGALIVE STORY?

Was bedauert der FC Bayern? Regret Kategorie 1: Die 5 größten Nicht-Transfers des FC Bayern

5. Andreas Möller – „Da kam ich zu spät“

Andreas Möller und der FC Bayern – das wurde nichts außer einer kalten Feindschaft. Hier provoziert ihn Lothar Matthäus 1997 im Spitzenspiel bei Borussia Dortmund (1:1) mit abfälliger „Heul doch“-Geste.
Andreas Möller und der FC Bayern – das wurde nichts außer einer kalten Feindschaft. Hier provoziert ihn Lothar Matthäus 1997 im Spitzenspiel bei Borussia Dortmund (1:1) mit abfälliger „Heul doch“-Geste. Foto: Imago Images / Kicker / Liedel

Bayern-Macher Uli Hoeneß hat den Verein in 40 Jahren als Manager und Präsident geprägt wie kaum ein anderer Funktionär.

Das Cleverle aus Ulm, Metzgerssohn, Wurstfabrikant, Business-Profi durch und durch, hat dem FC Bayern mit Sicherheit die absoluten Top-Transfers beschert – Spieler und Trainer.

Seine Coups mit Pep Guardiola (2013) als Coach oder Lothar Matthäus (1984) als Spieler, den man von einem direkten Konkurrenten weg lotste, muss man als absolut genial bezeichnen.

Doch der gute Uli hatte auch mal Pech. Es ist mehr als eine Legende, dass er den vielleicht besten offensiven deutschen Mittelfeldspieler seiner Zeit verpasste. Gemeint war ein junger Frankfurter, gemeint war Andreas „Andy“ Möller.

 

Die „Herren Experten“ und das Supertalent aus der Frankfurter Vorstadt…

Werner Schilling sieht ihn im Kicker – Jahrbuch des Fußballs 1986 als „das Supertalent“. Keine Anleihe bei Dieter Bohlen: Möller war der „Player to watch“ aus dem Jahrgang 1967. Aber zugreifen wollte zunächst keiner. „Der Junge aus der Frankfurter Vorstadtszene“, schrieb Schilling über Möller, „erschien den Herren Experten, die über seine Förderung zu entscheiden hatten, als zu schwächlich.“

Zu diesen „Herren Experten“ gehört natürlich auch Uli Hoeneß, der – auf einem ersten sportlichen Höhepunkt als Manager des FC Bayern mit 3 Meistertiteln in Folge zwischen 1985 und 1987 – den jungen Möller einfach verpasste. Der pfeilschnelle offensive Mittelfeldspieler von Eintracht Frankfurt landet nie beim FC Bayern. Möller war ab Mitte der 1980er-Jahre, als die SGE endlich in den Jugendfußball investierte und 1985 Deutscher A-Jugendmeister wurde, das Jahrhunderttalent der Hessen. Schon ab 1981 trug er das Eintracht-Trikot, 1985 wurde er Profi bei den „Adlern“.

Und das kam so. ,,Bei Andy Möller kam ich zu spät”, erzählte Hoeneß 1993 in einem Kicker-Rückblick auf 30 Jahre Bundesliga, „ich weilte in Duisburg bei einem Jugendturnier. Es war Sonntag. Dort bekam ich den Tipp, die Frankfurter Eintracht hätte einen großartigen Jugendspieler, den ich sofort verpflichten müsste. Am Montagabend erreichte ich Möller, ein paar Stunden vorher hatte er bei Eintracht Frankfurt unterschrieben.” Auch 1994, als Giovanni Trapattoni neuer Trainer in München wurde, war Möller, der mit dem italienischen Erfolgscoach bei Juventus Turin 1993 gegen seinen Ex-Klub Borussia Dortmund den UEFA-Cup gewonnen hatte, kein Thema in München. Möllers Rückkehr aus Italien und zum BVB war dem spendierfreudigen Dortmunder Präsidenten Dr. Gerd Niebaum („Dr. Gott“) umgerechnet 4,6 Mio. Euro wert. Mit „Turbo“ Möller als Antreiber wurde die Borussia 2-mal Deutscher Meister und grüßte im Mai 1997 im Bayern-Wohnzimmer, dem Münchner Olympiastadion, als erster deutscher Champions-League-Sieger. Dumm gelaufen.

4. Naby Keita – Gute Freunde kann niemand trennen

Naby Keita (2. v. r.) traf am 18. März 2018 für RB Leipzig beim ersten Bundesliga-Sieg der „Roten Bullen“ gegen den FC Bayern München.
Naby Keita (2. v. r.) traf am 18. März 2018 für RB Leipzig beim ersten Bundesliga-Sieg der „Roten Bullen“ gegen den FC Bayern München. Foto: Imago Images / Christian Schroedter
Naby Keita spielt seit der Saison 2018/2019 für den FC Liverpool. Er hätte auch zum FC Bayern oder zum FC Barcelona wechseln können.

Dass es so kam, lag vor allem daran, dass der vom deutschen Trainer Jürgen Klopp betreute LFC bereit war, für den Nationalspieler Guineas richtig Geld in die Hand zu nehmen.

Die „Reds“ riefen für den zentralen Mittelfeldspieler eine Ablöse von 60 Mio. Euro ab. Damit wurde Keita zum bis dahin teuersten Export der 2016 in die Bundesliga gestürmten „Roten Bullen“ aus Leipzig.

Ein ernsthafter Konkurrent im Rennen um Keita, der in seiner ersten Saison mit dem FC Liverpool in Madrid die Champions League gewann, war der FCB dabei wohl nie. Nur im April 2017 gab es im Daily Mirror einen Hinweis darauf, dass Bayern an Keita dran sei. Gleichzeitig nannte das Boulevardblatt aber auch Liverpool als bevorzugtes Ziel des Afrikaners, zumal er mit Sadio Mané einen ehemaligen Teamkollegen von RB Salzburg dort wusste. Die Folge: Keita machte im August 2017 frühzeitig klar Schiff. Er unterschrieb einen Vertrag bis 2023 in Liverpool und gab im Leipziger Dress noch einmal richtig Gas: 11 Tor-Beteiligungen (6 Treffer) in 27 BL-Spielen.

 

Klopp gab den Ausschlag

„Ich habe schon als Kind auf der Straße im Liverpool-Trikot gespielt”, sagte er später dem Guardian, „weil ich ein Mittelfeldspieler bin und Steven Gerrard immer der Boss der Mannschaft war, konnte ich gar kein anderer sein als Gerrard, wenn wir gespielt haben.“

Entsprechend trug er seitdem in Liverpool auch die legendäre Rückennummer 8. Das Trikot überreichte ihm Gerrard persönlich. Ein weiterer Grund? Der Trainer. „Aber ein großer Teil meiner Entscheidung war die Rolle des Trainers. Wir hatten gute Gespräche miteinander. Was er mir über das Projekt gesagt hat, hat mich wirklich überzeugt.” Der Mann, der da so überzeugend für das „Projekt“ geworben hatte, war Jürgen Norbert Klopp, seit Oktober 2015 Coach in Anfield. Auch Sadio Mané habe ihm sehr weitergeholfen. Der Senegalese im Dress des FC Liverpool sei „fast wie ein Bruder”, berichtete Keita. Der Ex-Leipziger weiter: „Er erzählte mir, was für ein großartiger Klub Liverpool ist, wie sich das Team weiterentwickelt und was für ein großartiges Potenzial der Klub hat.” So falsch lag er mit dieser Einschätzung nicht.

Mehr noch: Keita tat den Bayern im Dress des FC Liverpool richtig weh: Im Achtelfinale der Champions League 2018/2019 (0:0 / 3:1) räumte er mit den „Reds“ die Münchner aus dem Weg.

3. Leon Bailey – (K) einer wie Robben…

Diesen Torjubel von Leon Bailey am 30. November 2019 für Bayer Leverkusen in der Allianz Arena hätte man vermutlich lieber für Bayern München gesehen…
Diesen Torjubel von Leon Bailey am 30. November 2019 für Bayer Leverkusen in der Allianz Arena hätte man vermutlich lieber für Bayern München gesehen… Foto: Imago Images / Eibner Pressefoto
Leon Bailey als Nachfolger des legendären Arjen Robben auf der Linksaußenposition beim FC Bayern? Im August 2019 gab es diese Gerüchte um den jamaikanischen Außenstürmer von Bayer Leverkusen.

Nach Informationen des US-Sportsenders “ESPN” gab der FC Bayern München zuvor bereits im Sommer 2018 ein offizielles Angebot in Höhe von 60 Millionen Euro für Leon Bailey ab. Beim bärbeißigen Leverkusener Macher Rudolf „Rudi“ Völler blitzten die Münchner damit ab.

Denn: Bayer Leverkusen war nicht bereit, den Jamaikaner für eine solch „geringe“ Summe ziehen zu lassen. Für den Linksaußen, der vertraglich noch bis 2022 an die „Werkself“ gebunden war, forderte Leverkusen mindestens 100 Millionen Euro Ablöse. Ein stolzer Preis, zumal Bailey Marktwert laut Transfermarkt.de im August 2018 auf maximal 45 Mio. Euro geschätzt wurde.

100 Mio. Euro Ablöseforderung – Eine Summe, bei der auch der FC Bayern in bisher unbekannte Dimensionen vorgestoßen wäre. Das Bedauern ob der Ablöseforderungen von Leverkusen war groß, ob es noch größer geworden wäre, hätten die Münchener den verlangten Betrag gezahlt, darüber lässt sich spekulieren. Fakt ist: Bailey verlängerte im August 2018 seinen Vertrag unterm Bayer-Kreuz und hat bis 2023 gezeichnet.

2. Timo Werner – Erst wollte Bayern nicht, dann Werner nicht Ersatz sein und schließlich passte er nicht zur Spielweise

Timo Werner und der FC Bayern – das wollte nichts werden.
Timo Werner und der FC Bayern – das wollte nichts werden. Foto: Imago Images
Ende 2018 begann nach dem Spiel FC Bayern München – RB Leipzig (1:0) eine scheinbar unendliche Transfer-Geschichte.

Timo Werner, Transfer-Hotspot und Nationalspieler von RB Leipzig, äußerte sich in einem Sky-Interview im Anschluss an die Partie zum Thema „Vertragspoker“ so viel sagend, dass man von einem bevorstehenden Wechsel zum FC Bayern München ausgehen musste.

Der Vertrag des gebürtigen Stuttgarters lief zum 30. Juni 2020 aus, sodass ein ablösefreier Wechsel an die Isar ein mögliches Szenario war. Die Leipziger ließen jedoch nicht locker. Unmittelbar vor dem Pokalfinale am 26. Mai 2019 gegen den FC Bayern (0:3) bekräftigte RBL-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff auch gegenüber Ligalive, dass man in Sachen Werner „noch einmal einen neuen Anlauf starten“ würde.

Im Sommer 2019 dann tatsächlich die Wende. Auf Anraten von Bundestrainer Joachim Löw, den Werner wohl ins Vertrauen gezogen hatte, blieb der Nationalstürmer in Leipzig – und verlängerte in der Bachstadt bis 2023. „Leipzig war für mich der perfekte Schritt, jetzt bin ich immer noch Spieler von Leipzig, das war für mich auch der richtige Schritt, dort zu bleiben, was die Zukunft bringt, das steht in den Sternen”, musste Werner im November 2019 während einer Pressekonferenz bei der deutschen Nationalmannschaft seinen Verbleib bei RBL sogar noch verteidigen.

 

Timo Werner war offenbar „nicht Bayern-like“

Bei den Münchnern war der Transfers des „drittbesten Stürmer der Welt“, wie ihn Lyon-Coach Rudi Garcia bezeichnete, offenbar im Frühsommer 2019 verpennt worden. Angeblich lag ein unterschriftsreifes Arbeitspapier für Werner vor. Ein Transfer-Gebaren, das so gar nicht Bayern-like war.

Die zögerliche Haltung der Bayern und das „Wenn Sie wüssten, wen wir schon alles sicher haben für die neue Saison“ vom scheidenden Macher Uli Hoeneß erwiesen sich als Bumerang. Leipzig wurde auch dank der starken Performance von Timo Werner mit 18 Toren erstmals „Herbstmeister“ in der Bundesliga. „Der Nicht-Transfer von Timo Werner hat Bayern geschadet“, rügte Ex-Bayern-Coach und Transfer-Experte Felix Magath die Münchner im Dezember 2019 in einem BILD-Interview, „hätte man ihn auch noch verpflichtet, wären man wahrscheinlich mit großem Abstand Erster.”

Dass der in Sachen Transfers nicht immer glücklich agierende Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic im Januar 2020 noch einmal in Sachen Werner nachlegte, machte die Sache nicht besser. „Werner ist ein guter Spieler, der eine hervorragende Hinrunde gespielt hat. Allerdings haben wir Robert Lewandowski. Robert ist ein Stürmer, der zu unserer Spielweise ideal passt”, sagte der Bosnier der SPORT BILD.

Der Schlussakt im Werner-Hickhack könnte im Sommer 2020 erfolgen. Wie BILD am 1. Mai 2020 berichtete, würde „Werner auf keinen Fall nach München“ gehen, sondern sich für eine festgeschriebene Ablöse von 60 Mio. Euro wohl dem FC Liverpool anschließen wollen.

1. Matthias Sammer – Nur als Sportchef zu den Bayern…

Als Spieler ließ der FC Bayern Matthias Sammer, hier am 18. April 1992 in Diensten des VfB Stuttgart, mehrfach im Regen stehen.
Als Spieler ließ der FC Bayern Matthias Sammer, hier am 18. April 1992 in Diensten des VfB Stuttgart, mehrfach im Regen stehen. Foto: Imago Images / Baumann
Das Thema „DDR-Stars“ galt bei den Münchnern anfangs als heikel. Sicher, rund 30 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer und der Deutschen Einheit wissen wir, dass Profis aus der ehemaligen DDR beim Rekordmeister zu den Säulen des Erfolgs gehören.

Aber: Die Bayern brauchten Zeit, um den Markt „Ost-Fußball“ zu sondieren. Alexander „Zico“ Zickler von Dynamo Dresden machte erst im Jahr 1993 den Anfang. Mit einer Ablöse von umgerechnet 1,15 Mio. Euro machte man die Dynamos nicht wirklich zum Transfer-Krösus… Es folgten u. a. der Thüringer Thomas Linke und die Sachsen Michael Ballack und Jens Jeremies sowie der Mecklenburger Stürmer Carsten Jancker (Rapid Wien), die aber allesamt schon in der deutschen und in der österreichischen Bundesliga Erfahrungen gesammelt hatten und zu diesem Zeitpunkt nicht mehr für einen Ost-Verein spielten. Wirklich geplündert – noch so ein Stammtisch-Märchen – hat Bayern München den DDR-Fußball nie!

Für diese Strategie zeichnete unmittelbar nach der „Wende“ ein anderer Klub verantwortlich. Es waren Bayer Leverkusen mit seinem XXL-Manager Reiner „Calli“ Calmund und dessen nicht minder gewieftem Adjutanten Wolfgang „Karni“ Karnath. Sie holten mit Andreas Thom und Ulf Kirsten zwei der begehrtesten DDR-Spieler an den Rhein – und beinahe auch den dritten Hochkaräter. Der Dresdner Matthias Sammer galt als das Ausnahmetalent des DDR-Fußballs. Aber: Ein „Veto“ von Einheitskanzler Dr. Helmut Kohl und ein Geistesblitz von VfB-Patriarch Gerhard Mayer-Vorfelder („MV“) verhinderten, dass Sammer zu Bayer 04 ging, wie Karnath einmal Ligalive verriet. Stattdessen ging Sammer zum VfB Stuttgart und wurde mit den Schwaben 1992 – ein Krisenjahr für den FC Bayern mit Rang 10 in der Liga – Deutscher Meister.

Als er ein gutes halbes Jahr später sich bei Inter Mailand mit Trainer Osvaldo Bagnoli überworfen hatte, kehrte Sammer nach Deutschland zurück. Aber nicht zum FC Bayern, wo man im Herbst 1992 erst die Rückhol-Aktion mit Lothar Matthäus (ebenfalls Inter) durchgezogen hatte. Borussia Dortmund griff zu und Sammer wurde mit dem BVB nicht nur Deutscher Meister und Champions-League-Sieger, sondern auch „Europas Fußballer des Jahres“ 1996. Dortmund – und das musste sich Bayern Mitte der 90er-Jahre nicht nur in diesem Fall ankreiden – war einfach handlungsschneller. Es ist versöhnlich, dass Sammer später doch noch zu den Bayern kam. Als Sportdirektor.

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