Ligalive Livescores: +75 Ligen und Wettbewerbe ...

Ligalive.TV: Match Highlights internationaler Ligen ...

Ligalive Aktuell: Content To Rise Above the Noise...

Diese Fußball-Profis haben sich als schwul geoutet


DIE STORY IN KURZEN VIDEOS

DIE STORY IN KURZEN TEXTEN

Diese Fußball-Profis sind schwul und hatten den Mut sich zu outen

Eigentlich müsste es aktuell 45 – 150 schwule Spieler in den drei Bundesligen Deutschlands geben. Aber in den drei deutschen Profi-Ligen gibt es derzeit keinen aktiven und offen schwulen Spieler. Nicht viel anders sieht es in den anderen vier europäischen Top-Ligen (Premier League, Primera Division, Serie A, Ligue 1) aus. Gibt es also gar keine oder kaum schwule Fußballer? Oder trauen sich die männlichen Fußballer ihr Coming Out nicht?

Zwischen 45 und 150 schwule Fußball-Profis. Und nicht Null.

Fans setzen sich für schwule Fußballer ein. Foto: Getty Images
Fans setzen sich für schwule Fußballer ein. Foto: Getty Images

Denn der Anteil homosexueller Menschen an der Bevölkerung liegt laut Psychomeda zwischen 3 und 10 Prozent. Die Zahlen schwanken stark, weil es unterschiedliche Antworten auf die Frage gibt, ab wann jemand eindeutig homosexuell ist.

So schätzten sich in einer repräsentativen Emnid-Umfrage aus dem Jahr 2000 nur 1,3 bzw. 0,6 Prozent der in Deutschland lebenden Befragten als schwul bzw. lesbisch sowie 2,8 bzw. 2,5 Prozent als bisexuell ein.

Gleichzeitig gaben aber 9,4 Prozent der Männer und 19,5 Prozent der Frauen an, sich vom eigenen Geschlecht erotisch angezogen zu fühlen.

Und was das tatsächliche Sexualverhalten angeht, kam der Kinsey-Report 1948 zu dem Ergebnis, dass 37 Prozent der männlichen US-Bevölkerung nach Beginn der Pubertät „zumindest einige physische homosexuelle Erlebnisse bis zum Orgasmus“ hatten und weitere 13 Prozent „erotisch auf andere Männer“ reagierten, „ohne tatsächliche homosexuelle Kontakte“ zu unterhalten.

Und mehr als 1000 schwule Profis seit Beginn der Bundesliga

St.-Pauli-Fans engagieren sich für schwule Profis. Foto: Getty Images
St.-Pauli-Fans engagieren sich für schwule Profis. Foto: Getty Images
Entsprächen Sexualverhalten und -orientierung der Profi-Fußballer der Gesamtbevölkerung, dann müsste es bei ca. 1500 aktiven Fußball-Profis in den drei Fußball-Bundesligen in Deutschland gegenwärtig zwischen 45 (3 %) und 150 (10%) schwule Fußball-Profis geben. Und nicht Null.

Und in den mehr als 50 Jahren Bundesliga hätte es deutlich mehr als 1.000 schwule Profis geben müssen.

Doch es gibt nur ganz wenige Fußballer, die sich während oder nach der Karriere als homosexuell oder bisexuell geoutet haben. Dafür gibt es umso mehr Gerüchte, wer denn nun schwul sei.

In England konnte man in 2015 sogar auf das Coming Out der damaligen Nationalspieler wetten.

EINE ANDERE LIGALIVE STORY?

Der erste offen schwule Profi der Premier-League

Der Fall von Justin Fashanu ist besonders tragisch. Foto: Getty Images
Der Fall von Justin Fashanu ist besonders tragisch. Foto: Getty Images

Wir fangen unseren Beitrag an mit den männlichen nationalen und internatioanlen Fußballern, die sich als homosexuell geoutet haben.  

Besonders tragisch ist dabei der Fall des ersten Fußball-Profis der Premier League, der sich als schwul outete. Er endete mit Suizid. Der Spieler hatte einiges „ausgefressen“, aber die Presse verdächtigte ihn eines Vergehens, welches er nicht begangen hatte.

Wir zeigen dann, wie vergleichsweise unbefangen die weiblichen Fußballer mit dem Thema Homosexualität umgehen. Hier ist es eher schon umgekehrt und jede „stabile“ Innenverteidigerin muss dagegegn ankämpfen, nicht gleich in die Schublade „Kampflesbe“ gesteckt zu werden (wenn sie es denn nicht ist). Der Frauenfußball lebt mit der Normalität der lesbischen Liebe – zumindest solange es nicht um eine Darstellung des Privatlebens in der Öffentlichkeit geht. Für den weitgehend normalen Umgang mit Homosexualität innerhalb des Frauenfußballs ist auch die Geschichte verantwortlich: Der Sport war nach der Aufhebung des DFB-Verbots im Jahr 1970 nicht betont lesbisch. Aber er bot, da das Spiel mit dem Ball von Frauen ohnehin voller Vorurteile war, den gesellschaftlich im Abseits stehenden Lesben eine Nische, in der sie akzeptiert wurden. Der Anteil homosexueller Spielerinnen war in den 80er Jahren deutlich höher als im Querschnitt der Gesellschaft. Die ehemalige Bundestrainerin Tina Theune-Meyer nennt in ihrer Diplomarbeit aus den frühen 80er Jahren einen Anteil von 20 – 40 Prozent, im Spitzenbereich weit über 50 Prozent. Auch in anderen Sportarten soll der Anteil lesbischer Spitzensportlerinnen deutlich höher sein als im Querschnitt der Gesellschaft. Sergej Stachowski, bekannt durch seine Zweitrunden-Attacke gegen Roger Federer 2013 in Wimbledon, sagte in einem russischen Interview im Jahr 2015  offen: „Die Hälfte der Frauen der WTA-Tour ist lesbisch. Ich würde meine Tochter niemals zum Tennis schicken! Die soll Golf spielen.“

Wir enden unseren Beitrag mit der Absurdität der Boulevardberichterstattung und listen auf, welcher männliche Fußballstar schon so alles  im „Verdacht stand“, homosexuell zu sein und – Höhepunkt – wie die Wettquoten für einige englische Nationalspieler mal waren…

Kategorie1 National: Vom ersten offen schwulen deutschen Nationalspieler bis zum ostdeutschen Talent

Thomas Hitzlsperger – Der erste Nationalspieler

Thomas Hitzlsperger spielte 52-mal für die deutsche Nationalmannschaft. Foto: Getty Images
Thomas Hitzlsperger spielte 52-mal für die deutsche Nationalmannschaft. Foto: Getty Images
Thomas Hitzlsperger wurde 1982 als jüngstes von sieben Kindern in München geboren und wuchs im Forstinninger Ortsteil Wagmühle auf. Er hat fünf Brüder und eine Schwester. 1998 beendete er seine Schullaufbahn mit der mittleren Reife und erlernte anschließend bis 2003 den Beruf des Bürokaufmanns.

Der größte Erfolg in der Karriere war der Gewinn der Deutschen Meisterschaft mit dem VfB Stuttgart in der Bundesliga-Saison 2006/07.

Außerdem erreichte Hitzlsperger mit der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2006 den dritten Platz und wurde 2008 Vizeeuropameister. Insgesamt spielte er 52 Mal für das DFB-Team.

Er kickte sowohl in der Bundesliga als auch in der Serie A und in der Premier League (u.a. für Aston Villa).

Outing im Jahr 2014

Er kickte sowohl in der Bundesliga als auch in der Serie A und in der Premier League. Foto: Getty Images
Er kickte sowohl in der Bundesliga als auch in der Serie A und in der Premier League. Foto: Getty Images

Im Januar 2014, ein Jahr nach seinem Karriereende, outete sich „The Hammer“ in einem Interview mit der Zeitung „die Zeit“ als schwul.

Den Link zu einem Interview in England gibt es am Schluss des Posts.

Auf einer Fifa-Konferenz im Frühjahr 2017 war Hitzlsperger als Podiumsgast eingeladen zum Thema „Gleichberechtigung und Inklusion“.

Als Fragen aus dem Publikum kommen, steht auch Clarence Seedorf auf.

Ist es wirklich notwendig?

Im Januar 2014, ein Jahr nach seinem Karriereende, outete sich „The Hammer“ in einem Interview als schwul. Foto: Getty Images
Im Januar 2014, ein Jahr nach seinem Karriereende, outete sich „The Hammer“ in einem Interview als schwul. Foto: Getty Images
Der ehemalige Weltklasse-Spieler aus den Niederlanden richtet sich an den schwulen Hitzlsperger und fragt:

„Ist es wirklich notwendig, dass ihr über eure sexuelle Orientierung sprecht? Heterosexuelle tun das doch auch nicht.“

Hitzlsperger hält eine bewegende Rede, warum er dieses für notwendig hält.

Den Holländer hat er nicht überzeugt. Viele andere schon, aber viele eben auch nicht.

EINE ANDERE LIGALIVE STORY?

Marcus Urban – Der Ostdeutsche

Marcus Urban war eines der größten ostdeutschen Fußball-Talente in den 80er- und 90er-Jahren. Foto: Getty Images
Marcus Urban war eines der größten ostdeutschen Fußball-Talente in den 80er- und 90er-Jahren. Foto: Getty Images
Marcus Urban war eines der grössten ostdeutschen Fußball-Talente in den 80er und 90er Jahren. Eindeutiges Ziel – die Nationalmannschaft. Dann ruinierte eine Verletzung die Karriere und er musste sich in unterklassigen Ligen verdingen.

Irgendwann verlor er die Lust daran und traute sich das Coming Out.

Zitat aus einer englischen Quelle:

„It was fantastic. All this pressure was suddenly relieved. And it was well received by my surrounds.“ „From there on out I was much happier. This was my World Cup win.“

Seite von
>