Gone too soon – Die 11 der verstorbenen Fußballstars 2019!


Manni, das Schlitzohr: Burgsmüller überlistet Kaiserslauterns Torhüter Gerald Ehrmann zum 1:0 für Werder Bremen. (Photo by Bongarts/Getty Images)

Das Jahr 2019 neigt sich dem Ende zu – und wieder betrauert der Fußball mehr als ein Dutzend prominenter Persönlichkeiten.

Sie waren Weltmeister, Vize-Weltmeister, Bundesliga-Rekordschütze eines der beliebtesten Klubs oder Spieler- und Managerlegende in Personalunion.

Einige starben plötzlich und unerwartet, andere nach langer und schwerer Krankheit. Schicksale, die auch Fußball-Laien nicht kalt lassen!

LigaLIVE hat 11 Fußballstars ausgewählt, die 2019 für immer von uns gegangen sind.

11. Dragoslav ,,Seki" Sekularac - 81 Jahre

Tote Fußballstars 2019 / Sekularac
Dragoslav ,,Seki" Sekularac, rechts, in Diensten des Karlsruher SC und im Laufduell mit Gladbach-Legende Herbert Laumen. Foto: Imago Images / Werner Otto

Er gehört zu den ,,Sternen des Roten Stern”, zu den absoluten Superstars des serbischen Rekordmeisters aus Belgrad.

,,Seki” Sekularac prägt die Nachkriegs-Ära des jugoslawischen Fußballs von 1954 bis 1966 bei Roter Stern Belgrad entscheidend mit. Er wird zum ersten Superstar aus Jugoslawien und spielt sich – ähnlich wie Franz Beckenbauer später in ,,Libero” – 1962 selbst.

In der Bundesliga sieht man Sekularac nur in einer Saison, 1966/67 im Dress des Karlsruher SC. Der Wandervogel, der mit Jugoslawien an 2 Weltmeisterschaften teilnimmt, spielt danach in den USA, Kolumbien, Mexiko und Frankreich.

Als Trainer holt er mit Roter Stern 1989/90 das jugoslawische Double und coacht verschiedene unterklassige Teams in Australien, Kanada und Südkorea. Sekularac stirbt am 5. Januar 2019 im Alter von 81 Jahren in Belgrad.

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Text 10: Lothar Kobluhn - 75 Jahre

Verstorbene Fußballstars 2019 Lothar Kobluhn
Lothar Kobluhn (Rot-Weiß Oberhausen) als Kanonier. Foto: Imago Images

Als ,,Kraftpaket von rund 90 Kilogramm, ein Anführer“ beschreibt ihn das Kicker-Sportmagazin nach seinem Tod am 21. Januar 2019 in seiner Heimatstadt Oberhausen.

Lothar Kobluhn steigt unter Trainerlegende Adi Preißler (,,Grau ist alle Theorie – Entscheidend is auf dem Platz”) 1969 mit Rot-Weiß Oberhausen in die Bundesliga auf.

Der etatmäßige defensive Mittelfeldspieler agiert auch als Verteidiger und wird mit 24 Saisontoren in der Spielzeit 1970/71 und mit 2 Treffern vor Bayern-Legende Gerd Müller Torschützenkönig der Fußball-Bundesliga.

Wegen der Vorkommnisse um den Bundesliga-Bestechungs-Skandal 1971 erhält Kobluhn die begehrte ,,Torjäger-Kanone” erst 37 Jahre später, zu seinem 65. Geburtstag.

9. Rudi Assauer - 74 Jahre

Der größte Erfolg der Vereinsgeschichte: Am 22. Mai 1997 präsentierten Schalke-Coach Huub Stevens (l.) und Manager Rudi Assauer den Fans im Parkstadion stolz den UEFA-Pokal.
Der größte Erfolg der Vereinsgeschichte: Am 22. Mai 1997 präsentierten Schalke-Coach Huub Stevens (l.) und Manager Rudi Assauer den Fans im Parkstadion stolz den UEFA-Pokal. (Photo by Bongarts/Getty Images)

Rudi Assauer – Eine Bundesliga-Legende ging für immer! Der ehemalige Spieler von Borussia Dortmund und Werder Bremen sowie Manager von Werder, dem VfB Oldenburg und Schalke 04 stirbt am 6. Februar 2019 in Herten nach jahrelanger Alzheimer-Erkrankung.

Größter Erfolg: Als Schalke-Manager feiert er mit dem Revierklub und dem von ihm in den Niederlanden entdeckten Trainer-Nobody Huub Stevens den Gewinn des UEFA-Pokals 1997.

Als Spieler holt Assauer 1966 mit dem BVB im Finale gegen den hoch favorisierten FC Liverpool (2:1 n. V.) in Glasgow den Europapokal der Pokalsieger, es ist der erste Triumph einer deutschen Mannschaft in einem internationalen Wettbewerb.

Assauers Markenzeichen sind die obligate Zigarre und kernige Sprüche. „Wenn der Schnee schmilzt, sieht man, wo die Kacke liegt“, sagt er einmal. Die Frage nach der Verpflichtung von Trainer-Guru Felix Magath beantwortet er auf Schalke mit einer Gegenfrage: ,,Wer ist Felix Magath?” Außerdem bekennt er bei der Verpflichtung von S04-Coach Mirko Slomka: ,,Auf Mirko Slomka wäre ich nicht gekommen!” Wer denkt nicht an seine bitteren Tränen nach der  „Das ist natürlich ein schwerer Schlag für den Verein“, sagt Schalkes Rekord-Torjäger Klaus Fischer (69 / 182 Treffer) nach Assauers Tod. Der ehemalige Schalke-Macher hat nach Bekanntwerden seiner Alzheimer-Erkrankung 2010 sehr zurückgezogen gelebt. „Rudi Assauer“, sagt Fortunas Trainer-Veteran Friedhelm Funkel, „ist ein Stück deutsche Fußballgeschichte.“

8. Gordon Banks - 81 Jahre

Verstorbene Fußballstars 2019 Gordon Banks
Gordon Banks (m.) nach dem WM-Finale 1966, England gegen Deutschland (4:2 n. V.) mit Wolfgang Overath, Hans Tilkowski (l.) und Uwe Seeler. Foto: Imago Images / Ferdi Hartung
Die ,,Banks of England” gilt als bester englischer Torhüter aller Zeiten.

Größter Erfolg des Keepers von Leicester City ist der Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 1966 im eigenen Land mit dem 4:2-Sieg nach Verlängerung gegen Deutschland.

1970 gelingt Banks bei der WM in Mexiko gegen Brasiliens Fußball-Idol Pelé eine Parade, die vom Weltfußball-Verband (FIFA) zur größten Rettungstat aller Zeiten gekürt wird. Im Hechtsprung rückwärts und aus der entfernten Torwartecke heraus, rettet Gordon Banks gegen ,,O Rei”.

Ein Autounfall, bei dem in Folge einer Verletzung Banks’ Sehkraft beeinträchtigt wird, beendet 1972 seine Fußballerkarriere in England und in der Nationalmannschaft. Danach arbeitet Banks als Talentscout, TV-Experte und Amateurcoach.

7. Manfred Burgsmüller, 69 Jahre

Manni Burgsmüller ist der zweitälteste Torschütze der Bundesliga. Foto: Imago
Manni Burgsmüller ist der zweitälteste Torschütze der Bundesliga. Foto: Imago

Manfred ,,Manni” Burgsmüller gehört in den 1970er-Jahren der berühmten Stürmer-Schmiede Rot-Weiß Essen an.

Vom Revierklub kommen auch Weltmeister Helmut ,,Boss” Rahn, Willi ,,Ente” Lippens, später Frank ,,Fränkie” Mill und Jürgen ,,Kobra” Wegmann. 1976 wechselt Burgsmüller nach einem Intermezzo bei Bayer Uerdingen zu Borussia Dortmund, wo er bis 1983 bleibt und in der Saison 1980/81 mit 27 Treffern seine persönliche Bestmarke erstellt. Nach jeweils einem Jahr beim 1. FC Nürnberg und Rot-Weiß Oberhausen in Liga 2 zieht es ,,Manni“ 1985 an die Weser, wo er seine schlitzohrige Spielweise auf die Spitze treibt. Im Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern rempelt er Torhüter Gerald Ehrmann den Ball in einem unachtsamen Moment aus der Hand und befördert ihn ins Tor – eine Szene für jeden Bundesliga-Rückblick!

Insgesamt kommt Burgsmüller auf 213 Bundesliga-Treffer. Nur 3 Stürmer treffen häufiger in der deutschen Fußball-Eliteklasse: Gerd Müller vom FC Bayern (365 Tore), Klaus Fischer (u. a. Schalke 04 und 1860 München, 268) und Jupp Heynckes (Borussia Mönchengladbach und Hannover 96, 220 Tore). Fast jeder Fußball-Fan kennt eine Anekdote rund um Manfred Burgsmüller, der nach seiner Fußballerkarriere auch als Profi im American Football tätig ist. Er stirbt am 18. Mai 2019 in seiner Heimatstadt Essen.

6. Atli Edvaldsson, 62 Jahre

Box-Legende Muhammad Ali (Cassius Clay) besucht am 15. September 1984 das Düsseldorfer Rheinstadion zum Bundesliga-Spiel Fortuna gegen Eintracht Braunschweig und fordert Atli Edvaldsson (r.) direkt zum Sparring... Foto: Imago Images

Atli Edvaldsson ist 1980 bei seiner Verpflichtung durch Borussia Dortmund einer der ersten Isländer in einer europäischen Top-Liga.

Für den BVB, Bayer 05 Uerdingen und Fortuna Düsseldorf macht Edvaldsson bis zu seinem Abschied aus Deutschland im Jahr 1988 insgesamt 224 Bundesligaspiele und kommt auf 59 Tore.

Der 70-fache Nationalspieler Islands schafft am 6. Juni 1983 im Spiel Fortuna Düsseldorf gegen Eintracht Frankfurt als erster isländischer Fußballspieler einen Hattrick in der Bundesliga (Tore zum 3:0 in der 3., 10. und 36. Minute). Später erzielte er auch noch die Tore zum 4:1 (54. Minute) und 5:1-Endstand (82. Minute) und wird damit zum ersten ausländischen Spieler im ,,Fußball-Oberhaus”, dem 5 Tore in einem Spiel gelingen.

Atli Edvaldsson verstirbt am 2. September 219 an den Folgen einer Krebserkrankung.

5. Fernando Ricksen, 43 Jahre

Edinburgh, 22. Mai 2005: Fernando Ricksen (m.) nimmt als Kapitän der Glasgow Rangers nach dem Meister-Finale den Pokal entgegen. (Photo by Pool/Getty Images)
Fernando Ricksen erliegt am 18. September 2019 in Airdrie in Schottland der heimtückischen Muskelerkrankung ALS.

Der 12-malige Nationalspieler der Niederlande hat fast 6 Jahre gegen diese schreckliche Krankheit gekämpft.

,,Ich war sehr traurig, als ich diese Nachricht erhalten habe“, erklärt Rangers-Coach und England-Legende Steven Gerrard nach Ricksens Tod, ,,Fernando war oft beim Training und ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie er gelitten hat.“

Mit dem schottischen Rekordmeister Glasgow Rangers holt Ricksen 3-mal die Meisterschaft in der Premier League und 3-mal den Scottish FA Cup. Sein größter Erfolg ist der Gewinn des UEFA-Pokals 2008 mit Zenit St. Petersburg – gegen seinen Herzensverein Rangers FC.

4. Norbert Eder, 63 Jahre

Bayern-Star Norbert Eder
Norbert Eder machte 286 Bundesliga-Spiele für den FC Bayern München und den 1. FC Nürnberg. Foto: Imago Images / Copyright: imago/Claus Bergmann

Der Verteidiger, der am 2. November 2019 nach langer Krankheit verstorben ist, hat sich lange vom Fußballgeschäft zurückgezogen.

Der Verteidiger vom FC Bayern München springt 1986 spät auf den WM-Zug aufgesprungen und wird mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Mexiko etwas überraschend Vize-Weltmeister.

Für den FC Bayern spielt der gebürtige Unterfranke Norbert Eder von 1984 bis 1988 und wird mit den Münchnern 3-mal in Folge (1985 – 1987) Deutscher Meister. Der ganz große Wurf mit dem FC Bayern misslingt im Europokalfinale der Landesmeister 1987 in Wien – 1:2 gegen den Außenseiter FC Porto.

„Was ich in den vier Jahren in München erreicht habe, war unglaublich. Obwohl ich nicht als Star verpflichtet wurde, war ich Stammspieler und saß im Mannschaftsrat. (…) Wir hatten eine Supertruppe mit Sören Lerby, Dieter Hoeneß, Lothar Matthäus, Andy Brehme und Klaus Augenthaler. Und ich war mittendrin”, sagt Eder später über seine Karriere.

3. Eduard ,,Edi" Krieger, 73 Jahre

Verstorbene Fußballstars 2019
Edi Krieger in Diensten des FC Brügge. Foto: Imago Images

Eduard ,,Edi” Krieger stirbt am 20. Dezember 2019 und nur 4 Tage nach seinem 73. Geburtstag in seiner Heimatstadt Wien.

Der 25-fache Nationalspieler Österreichs erlangt in der Alpen-Republik Legendenstatus, da er beim ,,Wunder von Cordoba” bei der WM 1978 im argentinischen Cordoba, beim 3:2 im Final-Rundenspiel gegen Deutschland in der Startelf steht.

Krieger leitet das 3:2 durch Hans Krankl mit ein, indem er einen Pass von Hansi Müller abfängt und den Ball zu Robert Sara weiterleitet. Der Rest ist deutsch-österreichische Fußballgeschichte…

Der Abwehrspieler wechselt 1975 von Austria Wien zum FC Brügge, mit dem er unter dem legendären Wiener Coach Ernst Happel 2-mal ein Europapokalfinale (1976, UEFA-Cup und 1978, Landesmeister-Cup) erreicht, aber beide Male am FC Liverpool scheitert…

2. Martin Peters, 76 Jahre

Martin Peters jubelte auch für Tottenham Hotspur. Foto: Imago Images

Englands Weltmeistermannschaft von 1966 verliert im Jahr 2019 gleich 2 Spieler: Gordon Banks, der am 12. Februar verstirbt, und den am 21. Dezember 2019 von uns gegangenen Martin Peters.

Damit leben 53 Jahre nach dem Triumph von Wembley, dem einzigen Erfolg einer englischen Fußball-Nationalmannschaft bei einem WM- oder EM-Turnier, noch die Brüder Sir Bobby und Jack Charlton, George Cohen, Norbert ,,Nobby” Stiles, Roger Hunt und der 3-fache Final-Torschütze Sir Geoff Hurst.

Peters erzielt in der unvergessenen Partie gegen Deutschland am 30. Juli 1966 die 2:1-Führung für England. 1965 hat der gebürtige Londoner bereits mit West Ham United, das auch die Weltmeister Hurst und Bobby Moore stellt, im englischen Fußballtempel auch im Europapokalfinale der Cupsieger gegen 1860 München (2:0) triumphiert.

Martin Peters ist 1970 bei seinem Wechsel von West Ham United zu Tottenham Hotspur mit einer Ablöse von 200.000 Pfund der zu diesem Zeitpunkt teuerste Spieler Großbritanniens. Er beendet 1981 seine aktive Spielerkarriere bei Sheffield United, arbeitet in der Versicherungsbranche und als Vorstand der ,,Spurs”, stirbt 219 an den Folgen einer Demenzerkrankung.

1. Hans-Jörg Criens, 59 Jahre

Frust pur: Die Gladbache rHans-Jörg Criens (l.) und Holger Fach nach dem verlorenen DFB Pokal Finale 1992 in Berlin gegen Hannover 96. Foto: Imago Images
Hans-Jörg Criens – Der ,,Vater aller Joker” erliegt am 26. Dezember 2019 im Alter von nur 59 Jahren einem Herzinfarkt.

,,Tiefe Traurigkeit und Trauer erlebe und durchleide ich mit der Familie von Hans-Jörg Criens!“, schreibt Trainerlegende Peter Neururer am Abend des 2. Weihnachtsfeiertages bei Facebook, ,,ein großartiger Mensch hat uns verlassen! Machs gut, Langer , ich vergesse Dich nie.“

Den ,,Langen“ wird man wohl auch bei Borussia Mönchengladbach nie vergessen. Criens ist nach Jupp Heynckes und Herbert Laumen der drittbeste Torjäger der ,,Fohlen” in ihrer ruhmreichen Bundesliga-Geschichte.

Zwischen 1981 und 1993 trifft Criens im Dress der Gladbacher 92-mal. Nur 2 Bundesliga-Tore erzielt der legendäre Einwechselspieler aus dem DFB-Pokal-Halbfinale von 1984 (5:4 n. V. gegen Werder Bremen) 1993/94 auf seiner letzten Bundesliga-Station, beim 1. FC Nürnberg. Mit dem ,,Club” muss Criens auch den einzigen Abstieg seiner Karriere hinnehmen. Mit Gladbach verpasst er in den DFB-Pokalfinals 1984 und 1992 gegen den FC Bayern München und Hannover 96 jeweils nach Elfmeterschießen einen Titelgewinn.

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