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Dreißig Bundesliga-Negativrekorde für die Ewigkeit


Worst of the Worst – Die schlechtesten Teams der Bundesliga-Geschichte

Ein ganz besonderer Negativrekord für den BVB: 0:12 gegen Borussia Mönchengladbach im Saisonfinale 1978.
Ein ganz besonderer Negativrekord für den BVB: 0:12 gegen Borussia Mönchengladbach im Saisonfinale 1978. Foto: Imago Images
Es geht nicht um Worst-Case-Szenarien, sondern um die Schlechtesten aller Zeiten. In der Bundesliga.

Rekorde, auf die kein Spieler, kein Trainer und kein Team stolz sein dürfte, denn die meisten dieser Negativ-Werte haben sich über Jahrzehnte gehalten, sind Teil der deutschen Fußball-Folklore und der Großteil dürften sogar für die Ewigkeit sein.

Eine Aufstellung des Grauens, Zahlen und Daten dafür, wie man es in der Bundesliga am besten nicht machen sollte. Unsere Autoren haben die schrecklichsten und skurrilen Negativrekorde der Bundesliga herausgepickt und die entsprechenden Mannschaften hinzugefügt. Und die Hintergründe und die Details analysiert.

Da sind dann die üblichen Verdächtigen, die man kennt, wenn es um sportliche Peinlichkeiten und um Trainer-Rauswürfe als eine Art Teil der eigenen Folklore geht, und von denen man Negativrekorde auch hätte erwarten können. Sie sitzen im hohen Norden und natürlich in Berlin, wo man auch fußballerisch den funktionierenden Teil der Republik öfters verlässt, als es den Fans in der Bundes-Hauptstadt lieb ist. Ein Klub, der nicht mal ein richtiger Aufsteiger war, hat hier Bundesliga-Negativ-Rekorde praktisch in Stein gemeißelt.

 

Negativ-Rekorde bei Bayern und beim BVB? Und es gibt sie doch!

Aber es gibt auch ein paar Negativwerte der ganz speziellen Art. Ziemlich strange – von Spielern, die Europameister und Weltmeister wurden und von denen man diese Zahlen sicherlich nicht erwartet hätte. Das Beste: AJA (all jokes aside) für einige Negativ-Höhepunkte haben Teams gesorgt, von denen das ebenfalls so schnell niemand vermuten würde. Die Bayern aus München sind dabei, der BVB ist gleich mehrfach vertreten. Auch die erfolgreichen Gladbacher, einmal allerdings wider Willen. Natürlich haben auch viele Fahrstuhlklubs ihren Platz im Negativranking. Und das völlig zu Recht! Nach dem Motto: Schlimmer geht immer. Auch in der Bundesliga.

Die Nordklubs sind Master of Desaster – wahre „Helden“ im Aufstellen von Negativrekorden, die Masterclass des fußballerischen Desasters. Auch die rheinischen Klubs sind immer mal wieder für einen gut. Das gilt für 3 der großen Klubs vom Rhein, von denen einer im Ranking der schlechtesten Klubs in bester Gesellschaft ist – gemeinsam mit 8 anderen Teams! Die Negativ-Rekorde der Fußball-Bundesliga – wir haben 30 herausgepickt, die immer auch in Verbindung mit einem Klub standen, die sich aber nicht auf vereinsinterne, sondern Liga-weite Werte beziehen.

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Platz 30 – 26: Vom Beinahe-Geisterspiel bis zum abgestiegenen Meister

30. Tasmania Berlin – Borussia Mönchengladbach – Die wenigsten Zuschauer

An den Negativ-Werten von Tasmania Berlin 1965/66 muss sich jeder Bundesliga-Klub messen lassen. Foto: Imago Images

827 – In Worten: Achthundertsiebenundzwanzig. Das ist die Anzahl der Zuschauer, die sich am 15. Januar 1966 im Berliner Olympiastadion verlieren.

Tasmania Berlin empfängt den Quasi-Mitaufsteiger Borussia Mönchengladbach. Aber das will keiner mehr sehen. Längst sind die Berliner zur Lachnummer der Liga geworden. Und bis die Gladbacher im Olympiastadion für einen Zuschauer-Rekord sorgen werden, wird es bis 1976/77 dauern, also noch fast 11 Jahre.

Auf diese Berliner hat niemand mehr Bock. Sie haben bis zum Spiel gegen die rheinische Borussia 16 von 18 Partien im „Oberhaus“, in das sie vom DFB „berufen“ wurden, verloren. „Nach dem Skandal bei der Hertha (Handgeldzahlungen) wurden wir im letzten Moment, kurz vor dem Start der neuen Spielzeit, als Berliner Klub in die Bundesliga berufen“, erinnert sich Wulff-Ingo Usbeck („Ringo“), erster Torschütze für Tasmania Berlin in der Bundesliga, 2003 im Bundesliga-Lexikon der DFL, „schon damals wussten wir, dass die Vorbereitung auf die schwere Saison viel zu kurz war.“ Das ist kein Wunder, wenn die Spieler zum Teil per Radio-Reisemeldung aus dem Urlaub geholt werden müssen, um dann Bundesliga zu spielen…

Hatte Tasmania zum Start – beim 2:0-Sieg gegen den Karlsruher SC – noch 80.000 Zuschauer ins Olympiastadion gelockt, so waren es nun noch 827. Allein 7 Punkte Rückstand hat der Berliner Außenseiter vor diesem 19. Spieltag schon auf den Tabellenvorletzten Borussia Neunkirchen, 9 sind es bereits auf den KSC und Rang 16. Was passt zu so einem tristen Anlass am besten? Genau. Ein 0:0.

29. Kein Torschuss in 90 Minuten – Werder Bremen 2014/2015

Franco di Santo und Werder Bremen: Ratlos und ohne Torschuss in München.
Franco di Santo und Werder Bremen: Ratlos und ohne Torschuss in München. Foto: Imago Images / Nordphoto

8. Spieltag der Saison 2014/2015. Wir nehmen es vorweg: Es ist eine der jüngeren Spielzeiten ohne Meisterschaftskampf. Mit 10 Punkten Vorsprung geht der FC Bayern München vor dem VfL Wolfsburg durchs Ziel.

Die Bayern sind im Tiki-Taka-Modus von Pep Guardiola nur schwer zu schlagen und verlieren nur 5 Saisonspiele. Die Schießbude der Liga steht schon 2014/2015 im hohen Norden Deutschlands. Werder Bremen wird am Saisonende zwar 10. in der Tabelle, doch die Hanseaten müssen 65 Gegentore hinnehmen – so viele wie sonst nur der Absteiger SC Paderborn. Sie stehen mit einem Torverhältnis von minus 10 jenseits von Gut und Böse.

Wie krass die Unterschiede zwischen den einstigen Dauer-Rivalen aus Nord und Süd mittlerweile sind, zeigt sich am 18. Oktober 2014. Die Bremer geraten in der Allianz Arena mit 0:6 unter die Räder.

Schon zur Pause steht es 4:0 für den FC Bayern, bei dem sich sogar je 2-mal Philipp Lahm und Mario Götze in die Torschützenliste eintragen dürfen, neben Xabi Alonso und Thomas Müller. Das aber ist nicht das eigentlich Bemerkenswerte bzw. aus Bremer Sicht Erschreckende. Nein, anders! Erstmals seit Beginn der Datenerfassung in der Bundesliga im Jahr 1993 – seitdem wissen wir, welcher Spieler sich den linken Stutzen zuerst anzieht – bleibt eine Mannschaft in 90 Minuten ohne einen einzigen Torschuss. 19:0 lautet die Torschussbilanz zugunsten der Münchner. Vielleicht liegt es am hohen Laufpensum, das die Bremer aus der Puste bringt und sie daran hindert, auf das Tor von Manuel Neuer zu schießen. Sie spulen 6 Kilometer mehr herunter als der Gegner…

28. Der Rekord-Absteiger – 1. FC Nürnberg

10. Mai 2014: Der 1. FC Nürnberg verliert auf Schalke mit 1:4 und ist neuer Rekord-Absteiger der Bundesliga. Torjäger-Legende Marek Mintal (l.) und Sportdirektor Martin Bader sind fassungslos.
10. Mai 2014: Der 1. FC Nürnberg verliert auf Schalke mit 1:4 und ist neuer Rekord-Absteiger der Bundesliga. Torjäger-Legende Marek Mintal (l.) und Sportdirektor Martin Bader sind fassungslos. Foto: Imago Images / Sven Simon

„Der Club is a Depp“ – Dieses geflügelte Nürnberger Sprichwort wird seit 1969 fast im Jahres-Rhythmus angewandt – von Fans und Medien.

Die Nürnberger – bis zu ihrer Ablösung durch den FC Bayern München 1987 stolzer deutscher Rekordmeister – halten mehrere traurige Rekorde in der Fußball-Bundesliga.

Kein anderer Verein musste so oft die Segel streichen wie der FCN. 9-mal stiegen die Franken seit der Liga-Gründung 1963 ab. Kurios: Damit ist die Anzahl der Bundesliga-Abstiege so hoch wie die der deutschen Meistertitel für die „Clubberer“.

Zuletzt rauschen die Nürnberger 2019 aus der Bundesliga ab. Alleiniger Rekord-Absteiger sind sie jedoch schon 2014, als sie mit dem 8. Gang in die 2. Liga Arminia Bielefeld überholen. Ein Abstieg, der mit „verdient“ noch sehr milde umschrieben ist. Mit 11 Niederlagen aus den letzten 12 Spielen (!) geht es für den „Club“ beinahe ungebremst in die 2. Liga.

27. Die Heimspiel-Allergiker – Borussia Dortmund rettet die Ehre der Gastgeber

Historisch: Ein Spieltag ohne Heimsiege. Borussia Dortmund mit (v. l.) Axel Witsel und Marco Reus konnte beim 2:2 gegen Werder Bremen nicht glänzen.
Historisch: Ein Spieltag ohne Heimsiege. Borussia Dortmund mit (v. l.) Axel Witsel und Marco Reus konnte beim 2:2 gegen Werder Bremen nicht glänzen. Foto: Imago Images

Eine Spieltag in der Fußball-Bundesliga wie kein anderer.

Die Heim-Mannschaften blamieren sich in Runde 6 der Saison 2019/2020, einer Spielzeit, die auch durch die Unterbrechung nach der Corona-Pandemie historisch bleibt, in geschichtsträchtigem Umfang.

In 9 Heimspielen holen die gastgebenden Teams nur einen einzigen Punkt. Borussia Dortmund rettet mit einem insgesamt für die Favre-Elf nicht befriedigenden 2:2 gegen Werder Bremen die Ehre der Heim-Schläfer. Den Vogel aber schießt der 1. FC Köln ab: Die „Geißböcke“ gehen im Sonntagsspiel mit 0:4 gegen Hertha BSC unter. Einen überraschenden Auswärtssieg landet der FC Schalke 04 beim 3:1 bei Tabellenführer RB Leipzig.

Eine Woche später steht fest: Noch nie in mehr als 55 Jahren Bundesliga hat es nach 7 Spieltagen so viele Auswärtssiege gegeben wie in der Saison 2019/2020.

 

Nie waren die Gästeteams stärker als 2019

Diesen Rekord hat die Liga nach diesem frühen Zeitpunkt schon in der Tasche. 25-mal dürfen die Gästeteams bislang jubeln, 25-mal schallt am Ende der Ruf ,,Auswärtssieg, Auswärtssieg” durch die Stadien, erstmals in fast 57 Jahren deutsche Fußball-Eliteliga gibt es mehr Auswärts- als Heimerfolge. 25 Auswärtssiege, das ist ein historischer Rekordwert, der die 24 Erfolge in gegnerischen Stadien nach 7 Spieltagen aus den Spielzeiten 2011/2012 und 2015/2016 übertrumpft.

26. 1. FC Nürnberg – Der einmalige Abstieg als Meister!

7. Juni 1969: Der vielleicht bitterste Abgang in der Geschichte des 1. FC Nürnberg.
7. Juni 1969: Der vielleicht bitterste Abgang in der Geschichte des 1. FC Nürnberg. Foto: Imago Images / Sven Simon
Der 1. FC Nürnberg gehört fraglos zu den „Spezialisten“ der Bundesliga. Die Fans in Franken, so muss man feststellen, fürchten sich regelrecht vor dem Erfolg!

Das ist kein Wunder. Jedes Mal, wenn seit 1968 der Name 1. FC Nürnberg in eine Trophäe eingraviert wird, gibt es im Jahr danach eine Mega-Blamage. Oder gleich einen Negativ-Rekord.

Wie 2008. Als amtierender Pokalsieger muss der 1. FC Nürnberg am Saisonende 2007/2008 in die 2. Liga. Die Mannschaft von Trainerlegende Hans Meyer („In jeder Mannschaft gibt es ein paar richtig blöde Spieler“) kommt mit der Doppelbelastung Liga und UEFA-Cup nicht zurecht – und steigt ab. Doch es geht noch schlimmer.

Im Jahr 1968 holt der 1. FCN unter Trainer Max Merkel zum ersten und einzigen Mal in der Bundesliga-Ära die deutsche Meisterschaft. Als Meisterprämie, so verrät FCN-Spieler Fritz Popp 2003, gibt es eine AEG Waschmaschine und eine Junghans-Uhr. Man gönnt sich ja sonst nichts. Ein Jahr später fallen die Geschenke mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit dürftiger aus. Der „Club“ vollbringt ein historisches Kunststück. Als Meister steigt man 1968/69 ab – bei nur 18 Zählern weniger als in der Meistersaison! Von Platz 1 auf 17, das hat es zuvor und danach nie wieder in der deutschen Fußball-Eliteliga gegeben. Fritz Popp: „Dass wir ein Jahr nach dem Meisterstück absteigen mussten, ist nicht zur Nachahmung empfohlen.“

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