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Ex-BVB-Coach Peter Stöger: So schlimm war es mit Aubameyang

Ein gutes halbes Jahr war es still um Peter Stöger (52). Jetzt meldet sich der frühere Coach von Borussia Dortmund und vom 1. FC Köln in einem längeren Interview mit SPORT BILD zurück. Der Wiener spricht darin auch über den im Januar zum FC Arsenal abgewanderten Stürmerstar Pierre-Emerick Aubameyang (29).

Die meisten seiner BVB-Kappen hat Peter Stöger verschenkt. Doch von Verbitterung oder Groll ist beim ehemaligen Coach von Borussia Dortmund gut ein halbes Jahr nach dem Abschied aus Westnichts zu spüren.

„Ich empfinde große Freude, wenn ich die Spiele des BVB mit meinem Nachfolger Lucien Favre verfolge. Für mich ist der gute Start der Dortmunder allerdings nicht so ganz überraschend“, erklärt Stöger in einem SPORT BILD-Interview, „die Handlungen des Vereins in der Sommerpause waren sehr schlüssig.“

Weniger schlüssig ist bis heute in Dortmund der Abschied von Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang (29), der sich am 31. Januar 2018 dem FC Arsenal anschießt.Eine Posse, wie sie Borussia Dortmund und die Bundesliga selten erlebt hat – und über die Stöger heute offen sprechen kann.

Mit 13 Toren in 16 Bundesliga-Auftritten ist Pierre-Emerick Aubameyang einer der wenigen Lichtblicke in einer zerfahrenen Saison 2017/2018 von Borussia Dortmund.

Das Wechseltheater um ihn beginnt schon nach dem DFB-Pokalsieg 2017 (2:1 gegen Eintracht Frankfurt), dem einzigen großen Titel, den der Gabuner mit dem BVB holt. Paris St. Germain, der AC Mailand und auch der chinesische Erstligist Tianjin Quanjian wollen „Auba“ holen. Sein Marktwert liegt im Sommer 2017 bei 65 Mio. Euro.

Der (erzwungene) Abschied von BVB-Coach Thomas Tuchel im Sommer gleichen Jahres löst bei den Dortmundern einen Domino-Effekt aus. Vor Aubameyang streikt sich schon Ousmane Dembélé zum FC Barcelona. Die Borussia lässt sich diesen unrühmlichen Abgang mit 115 Mio. Euro vergüten. Keine schlechte Summe für einen Spieler, der nur ein Jahr beim 5-maligen Bundesliga-Meister gespielt hat.

Im Winter 2017/2018 wird die Aubameyang-Kiste heiß. Disziplinlosigkeiten, schlechte Trainingsleistungen und andere Mätzchen beschleunigen im Januar 2018 seinen Abschied.Absoluter Tiefpunkt der Posse ist das Auswärtsspiel des BVB in Berlin. Während die Mannschaft von Trainer Peter Stöger – er löst im Dezember 2017 den glücklosen Niederländer Peter Bosz ab – bei Hertha BSC ein 1:1 erreicht, sieht man Pierre-Emerick Aubameyang mit ein paar Freunden in einer Indoor-Soccer-Halle.

Für ein derart unprofessionelles Verhalten hat Kicker-Urgestein Carlo Wild nur ein Wort übrig: „Affentheater.“ Klingt hart, trifft aber den Kern.

Ein Zurück in den BVB-Kader kann es für Pierre-Emerick Aubameyang eigentlich nicht mehr geben. „Ich habe Aubameyang zwei Mal aus dem Kader gestrichen“, erzählt Peter Stöger nun in SPORT BILD, „er hat mir ja keine andere Wahl gelassen.“

Stöger weiter: „Vier Tage in der Woche hat er super trainiert. Aber um seine Wechselabsichten zu untermauern, hat er vor den Spielen dann die Teamsitzungen geschwänzt.“Die Abschiedsvorstellung des afrikanischen Stürmers, der in 213 Pflichtspielen für Borussia Dortmund 114 Tore erzielt und den Verein mit dem Elfmeter zum 2:1 im Pokalfinale gegen die Frankfurter Eintracht zum ersten Titel seit der Klopp-Ära (2008 bis 2015) schießt, gibt es am 27. Januar 2018 – beim 2:2 gegen den SC Freiburg.

Stöger: „Wir haben alles versucht, um ihn mindestens noch ein Jahr zu halten, Auba war dazu aber nicht mehr bereit.“ Vier Tage später unterschreibt Aubameyang, der mit seinem witzigen bis infantilen Tor-Jubel ein Liebling der Fans im Signal Iduna Park ist, unterschreibt bei den Gunners einen Vertrag bis zum 30. Juni 2021.

Die Borussia fällt finanziell weich. 63 Millionen Euro spült der Deal mit dem Mittelstürmer in die BVB-Kassen. „Aubameyang“, sagt Peter Stöger heute ohne Bitterkeit, „hat mich 4 Wochen auf Trab gehalten. Aber er hat sich bei mir persönlich entschuldigt, bevor er zu Arsenal London gewechselt ist. Wir haben uns getroffen und er hat mir erklärt, dass sein Verhalten nichts mit meiner Person zu tun hat.“

In London steht Aubameyang – wie zuvor in Dortmund – für Tore am Fließband. 8 Tor-Beteiligungen allein in dieser Saison sprechen für sich.


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