FC Bayern München: Die größten Erfolge und höchsten Siege


Was sind die größten fußballerischen Erfolge des FC Bayern München?

Mit 30 Meistertiteln ist der FC Bayern deutscher Rekordmeister, mit 20 Pokalsiegen deutscher Rekordpokalsieger. Der FC Bayern kann bis zum Ende der Saison 2019/20 sieben Europapokalsiege verzeichnen, sechs Siege gelingen in der Champions League bzw. dem Vorläufer, dem Europapokal der Landesmeister.

Ein Mal gewinnt der Verein den Europacup der Pokalsieger , genau wie den UEFA-Cup. Einzig die UEFA Europa-League hat der Klub noch nie gewonnen. Dafür wird er zweimal Weltpokalsieger und einmal gewinnt er die Klub-WM. 2 Mal (2013 und 2020) gewinnt der FC Bayern das große Triple bestehend aus nationaler Meiserschaft, nationalem Pokal und Europacup der Landesmeister (Champions League).

In europäischen Wettbewerben sind die 70-er Jahre die erfolgreichste Dekade als der Verein von 1974 – 1976 drei Mal hintereinander den Europacup der Landesmeister gewinnt. Die Zeit von 2011 – 2020 ist mit bislang 2 Champions-League Tiiteln (2013 und 2020) und drei Finalteilnahmen die zweiterfolgreichste Zeit.

Gerd Müller (Bayern) präsentiert auf dem Marienplatz den Europapokal der Landesmeister.
Gerd Müller (Bayern) präsentiert auf dem Marienplatz den Europapokal der Landesmeister. Foto: Imago Images

Die höchsten Siege des FC Bayern München

Am 28.11.1971 schlägt Bayern München Borussia Dortmund mit 11:1.
Am 28.11.1971 schlägt Bayern München Borussia Dortmund mit 11:1. Foto: Imago Images/WEREK

Die höchsten Siege des FC Bayern München in der Bundesliga sind:

Höchster Auswärtssieg mit 8:1 beim FC St. Pauli: Gegen den bereits als Absteiger feststehenden Kiez-Klub lassen die Bayern am 7. Mai 2011 ihren Frust über die an Borussia Dortmund vergebene Meisterschaft aus. Zur Pause steht es erst 0:2, aber dann machen die Schützlinge von Interimscoach Andries Jonker Ernst.

Die Torfolge: 0:1 Gomez (10.), 0:2 van Buyten (32.), 0:3 Gomez (52.), 0:4, 0:5 Robben (54., 74.), 1:5 Eger (78.), 1:6 Robben (84.), 1:7 Gomez (86.), 1:8 Ribéry (88.). Mit sieben Toren Differenz gewinnen sie auch am 7. Dezember 2013 zu Beginn der Ära Guardiola bei Werder Bremen. Schon zur Pause (0:3) ist alles klar gegen den Lieblingsgegner der Neuzeit. Die Torfolge: 0:1 Lukimya (21./Eigentor), 0:2 van Buyten (27.), 0:3 Ribéry (38.), 0:4 Mandzukic (60.), 0:5 Müller (68.), 0:6 Ribéry (82.), 0:7 Götze (90.).

Höchster Sieg 1971 mit 11:1 gegen den BVB – Am 16. Spieltag der Saison 1971/1972 schlägt der FC Bayern München Borussia Dortmund mit 11:1.

Mannschaft  (inkl. Kicker-Noten): Maier (2) – Koppenhöfer (3) , Hansen (3) , Beckenbauer (2) , Breitner (2) – Roth (2) , Zobel (3) , U. Hoeneß (2) – Krauthausen (2) , Müller (2) , Hoffmann (3) Trainer: Lattek.  Die Torfolge ist spektakulär: 1:0 Müller (11.), 2:0 U. Hoeneß (20., Kopfball), 3:0 Hoffmann (39.), 4:0 Müller (45.), 5:0 U. Hoeneß (49.), 6:0 Beckenbauer (54.), 6:1 Weinkauff (57.), 7:1 Breitner (59.), 8:1 Roth (64.), 9:1 Müller (83.), 10:1 Roth (89.), 11:1 Müller (90.). Das Resultat ist wegweisend für beide Klubs. Während Bayern mit einem Bundesligarekord von 101 Toren Meister wird, steigt der BVB ab.

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FC Bayern München Glanz und Gloria: Die Liste ist lang

Hans-Georg Schwarzenbeck im Finale des Europacups der Landesmeister 1974 gegen Atletico Madrid.
Hans-Georg Schwarzenbeck im Finale des Europacups der Landesmeister 1974 gegen Atletico Madrid. Foto: Imago Images/WEREK

Die wichtigsten Triumphe und größten Erfolge des FC Bayern sind:

DFB-Pokalsieg 1966 als Aufsteiger: Vor der ersten Bundesligasaison der Bayern in der Saison 1965/66 schimpft Trainer Tschick Čajkovski, dass er keine fertigen Spieler habe und zufrieden wäre, wenn die Klasse gehalten werden würde. Was soll ich anfangen mit „kleines, dickes Müller,“ sinniert der Jugoslawe. Am ersten Spieltag der Bundesliga-Saison 1965/66 gibt es im Derby gegen den TSV 1860 eine 0:1 Niederlage. Das Spiel ist ein übles Geholze. 1860 München führt früh und das Spiel erlebt kurz vor dem Abpfiff noch einen Tiefpunkt. Eine Aktion, die den weiteren Lauf der Saison, gar der Fußballgeschichte beeinflussen soll. Beteiligt sind der rustikale Bayern-Vorstopper Danzberg und 1860-Stürmerikone Konietzka. Der Bayern-Verteidiger tritt den bereits am Boden liegenden Konietzka. Die Folge: Platzverweis und eine achtwöchige Sperre. Er verliert seine Position im Team und ein junger Nachwuchsspieler rückt vor, der ein ganz anderes Spielverständnis hat – „Le Kaiser“ Franz Beckenbauer. Der damals 19-Jährige ist die Entdeckung der Saison. Nach nur sechs Liga-Einsätzen wird er in die Nationalelf berufen. Am vierten Spieltag steht der FC Bayern zum ersten Mal an der Tabellenspitze der Bundesliga. Die erste Saison wird auf dem dritten Tabellenplatz beendet. Es ist das einzige Mal in der Geschichte der Bundesliga, dass beide Vereine aus München am Ende einer Saison unter den ersten Drei stehen. Hätte Bayern das Spiel gewonnen, wäre es auf Anhieb Meister geworden (bei gleichem Saisonverlauf), so wird es zum einzigen Mal 1860. Der FCB gewinnt nach 1957 (1:0 gegen Fortuna Düsseldorf) zum zweiten Mal, nun im Finale gegen den Meidericher SV, den DFB-Pokal. Nach dem mit 4:2 gewonnenen Spiel sagt Sepp Maier: „Hoaß war’s, gschwitzt hamma, und gwunna a no. Grad schee war’s!“

Europacup der Pokalsieger – Sieg gegen Glasgow am 31.05.1967 in Nürnberg: In der nächsten Saison, 1966/67, bleibt die Mannschaft nahezu unverändert. Franz „Bulle“ Roth kommt aus Kaufbeuren hinzu, Georg Schwarzenbeck aus der eigenen Jugend. Nach dem Auftritt im Messestädte-Pokal (Vorläufer des UEFA Cups) spielt der FC Bayern erstmals in einem von der UEFA veranstalteten internationalen Wettbewerb, dem Europapokal der Pokalsieger. Mit grandiosem Erfolg. Über Tatran Prešov, die Shamrock Rovers, Rapid Wien und Standard Lüttich erreicht der FC Bayern das Finale in Nürnberg. Exakt dort, wo die Bayern schon 35 Jahre zuvor den ersten wichtigen Titel für den Verein, die Deutsche Meisterschaft 1932, gewonnen haben. Gegner im Finale sind die Glasgow Rangers, die zuvor im Achtelfinale den Titelverteidiger Borussia Dortmund aus dem Wettbewerb geworfen haben. Vor 71.000 Zuschauern erzielt Franz „Bulle“ Roth in der Verlängerung (108. Minute) das 1:0 für die Münchner. Roth hat zwei Jahre zuvor noch in der C-Klasse beim TSV Bertoldshofen gespielt. Die Bundesliga-Saison schließt der FC Bayern auf Platz sechs ab. Der DFB-Pokal wird erfolgreich verteidigt, in Stuttgart sehen 68.000 Zuschauer den Pokaltriumph der Bayern. Mit 4:0, durch Tore von Müller (2), Ohlhauser und Brenninger (je 1), wird der Hamburger SV mit Uwe Seeler geschlagen.

Deutsche Meisterschaft 1968/69 und das Double: Der FC Bayern München kann die ersten fünf Spiele der Saison gewinnen und ist vom ersten bis zum letzten Spieltag Tabellenführer. Am Ende beträgt der Vorsprung auf den Vize-Meister Alemannia Aachen acht Punkte. Die Münchner gewinnen auch den DFB-Pokal, das erste Double seit 1937. Der FC Schalke 04 hat im Pokalfinale die Chance, das zu verhindern, unterliegt aber mit 1:2. Branko Zebec setzt als Trainer in der gesamten Saison nur 13 Spieler ein. Torschützenkönig wird, wie schon 1967, Gerd Müller mit 30 Toren.

Deutsche Meisterschaft 1971/72: Nachdem Borussia Mönchengladbach 1969/70 und 1970/71 Meister geworden ist und die Bayern in der Vorsaison die Meisterschaft noch durch eine Niederlage am letzten Spieltag beim damaligen Angstgegner MSV Duisburg versaubeutelt haben, werden die Münchener 1971/72 wieder Meister. Doch es ist knapp: Denn vor dem letzten Spieltag führt der Klub nur mit einem Punkt vor Herbstmeister Schalke 04, das seine bis dato beste Saison in der Bundesliga spielt. Am letzten Spieltag treffen die beiden Mannschaften im neuen Münchner Olympiastadion aufeinander. Der FC Bayern gewinnt mit 5:1 und wird Deutscher Meister. Das fünfte Tor der Bayern von Franz Beckenbauer ist das 101. Saisontor der Bayern, ein neuer Torrekord. Torschützenkönig wird wieder Gerd Müller mit 40 Toren – ebenfalls Rekord. Der Meisterschaft 1972/73 fehlt der Glanz, zu überlegen sind die Bayern, die den Titel schon am 30. Spieltag einfahren. Diesmal kommt Müller auf 36 Tore, wieder gibt es die Kanone.

Europacup der Landesmeister 1974 – Atletico Madrid: Der FC Bayern München und Atletico Madrid stehen sich im Jahr 1974 im Finale um den Europapokal der Landesmeister im Brüsseler Heysel-Stadion gegenüber. Drei Mal hat Ajax Amsterdam zuvor den Titel gewonnen, nun steht eine Wachablösung in der Königsklasse an und der FC Bayern schickt sich an, der neue europäische Dominator zu werden. Doch lange deutet gar nichts daraufhin. Nach 90 Minuten steht es in einem langweiligen Spiel ohne Höhepunkte 0:0. Bis zur 114. Minute tut sich auch in der Verlängerung wenig. Dann wird den Spaniern ein Freistoß auf der linken Seite zugesprochen. Kapitän Luis Aragones, der spätere Nationaltrainer Spaniens, legt sich den Ball zurecht und zirkelt ihn über die Mauer ins Tor. Nichts zu machen für Sepp Maier, die Bayern scheinen verloren zu haben. Zwei Gegentore hat die Atletico-Abwehr um Eusebio Bejarano und Ramon Heredia bis zum Finale zugelassen, in sieben Partien haben sie zu Null gespielt. Dreißig Sekunden vor Schluss starten die Münchener einen letzten Angriff, der belgische Schiedsrichter Vital Loraux hat die Pfeife bereits im Mund. Da traut sich ein Spieler etwas, der sich sonst nichts traut (trauen darf). Georg Schwarzenbeck, „Katsche“, „Putzer des Kaisers“ oder auch „des Kaisers Adjutant“ genannt, der Mann für das Grobe, der die Drecksarbeit für Le Kaiser verrichtet. Die Legende sagt, dass er nur mit ausdrücklicher Genehmigung von Beckenbauer die Mittellinie überqueren darf. 30 Meter vor dem gegnerischen Tor erhält er den Ball zugespielt, ein Zeichen von Verzweiflung beim FC Bayern. Die Spanier rechnen mit allem, aber nicht mit einem Schuss des Vorstoppers. Doch der traut sich, auch weil ihm nichts Besseres einfällt. Der Ball schlägt im linken unteren Eck ein. „Er wusste gar nicht, wohin mit dem Ball, da hat er einfach draufgehalten. Ich war schon auf dem Weg in die Kabine, guckte nur über die Schulter und sehe wie der Ball einschlägt. Ein unglaubliches Ding“, erinnert sich Trainer Udo Lattek Jahre später. Das Spiel endet Remis. Da es damals noch kein Penalty Shoot-Out gibt, muss das Finale wiederholt werden. Der FC Bayern gewinnt zwei Tage später mit 4:0, Uli Hoeneß schießt die entscheidenden Tore. Es krönt die Supersaison, in der der FC Bayern auch den Meister-Hattrick schafft.

Europacup der Landesmeister 1975: Der zweite Landesmeister-Titel ist der vielleicht überraschendste Triumph der Bayern, die sich 1974/75 in einer veritablen Krise befinden. Im WM-Finale gegen die Niederlande (2:1) haben sechs Spieler des Serien-Meisters gestanden, denen jegliche Motivation fehlt. Sie unterliegen zum Auftakt Kickers Offenbach im Frankfurter Waldstadion – der Bieberer Berg wurde modernisiert – mit 0:6. Es ist die bis dahin höchste Bundesliga-Niederlage des Meisters. Schon zuvor setzt es Debakel in Testspielen wie gegen Betis Sevilla (0:5) und Racing Brüssel (1:5).  Warum? Die Bayern sehen sich als WM-Opfer. Weil das Starensemble im Monat 600.000 D-Mark an Gehalt verschlingt und der Verein wegen der langen Sommerpause drei Monate keine Einnahmen hat, jagt es Manager Robert Schwan unmittelbar nach dem dreiwöchigen Urlaub um die Welt. Trainer Udo Lattek dazu im Rückblick: „Training fand damals eigentlich nur noch im Flieger und auf der Gangway statt“. Aber der Klub kassiert gutes Geld für seine Weltmeister-Kombo, aus der nur Paul Breitner (zu Real Madrid) ausgeschieden ist. Dessen letzte Worte werden zum Menetekel: „Die Bayern sind satt und brauchen vom Zeugwart bis zum Schuhputzer eine neue Motivation.“ Wie wahr.

Schon im dritten Heimspiel schwindet der Nimbus der Unbesiegbarkeit im Olympia-Stadion, als Schalke 04 nach 73 Spielen und viereinhalb Jahren dort als erster Bundesligist gewinnt (0:2). Gegen eine Meistermannschaft, die weitgehend unverändert ist – nur der Ex-Duisburger Stürmer Klaus Wunder oder Neuling Karl-Heinz Rummenigge kommen häufiger zum Einsatz. Doch dem großen Rest um die Achse Sepp Maier, Franz Beckenbauer und Gerd Müller fehlt es an Kraft und Motivation. Uli Hoeneß: „Unser Abgleiten war ein ganz natürlicher Vorgang. Wir waren ausgebrannt, müde, ausgelaugt. Wir konnten uns nur noch in den Europacupspielen zusammenreißen“ Bereits nach dem 1:3 in Braunschweig am 7. Spieltag titelt der Münchner Merkur: „Der Respekt vor dem Meister ist weg.“ Die Mannschaft konzentriert sich nur noch auf die Verteidigung des Europapokals, profitiert auch von einem Freilos in der 1. Runde und schaltet dann im deutsch-deutschen Duell den 1. FC Magdeburg (3:2/2:1) aus. Das reicht damals schon, um über den Winter zu kommen. Udo Lattek kommt nicht über den Winter, er wird am 2. Januar 1975 in höchster Abstiegsnot gefeuert (14. Platz). Fußball-Professor Dettmar Cramer übernimmt und gewinnt auf Anhieb den Europapokal, den die Mannschaft nach Erfolgen über Ararat Erewan (2:0/0:1), AS St. Etienne (2:0/0:0) und Leeds United (2:0 im Finale) glanzlos, aber abgeklärt verteidigt. Das Finale wird von der brutalen Gangart der Engländer, die Andersson und Hoeneß vom Platz treten, und Ausschreitungen ihrer Fans, die mit Sitzschalen werfen, überschattet.

FC Bayern – Leeds United: 28. Mai 1975 in Paris, Ergebnis 2:0 (0:0), Zuschauer: 50.000 (Prinzenpark) Schiedsrichter: Kitabdjan (Frankreich)

FC Bayern: Sepp Maier – Rainer Zobel, Hans-Georg Schwarzenbeck, Franz Beckenbauer (Kapitän der Mannschaft), Bernd Dürnberger – Björn Andersson (4. Josef Weiß), Franz Roth, Hans-Josef Kapellmann – Uli Hoeneß (42. Klaus Wunder), Gerd Müller, Conny Torstensson. Trainer: Dettmar Cramer. Tor 1:0 Franz Roth (72.), 2:0 Müller (82.).

Weltpokal 1976 und zum dritten Mal Europacup der Landesmeister: Der FC Bayern gewinnt 1976 zum dritten Mal nacheinander den Europacup der Landesmeister. In einem uninspirierten Spiel wird der AS St. Etienne mit 1:0 geschlagen. „Bulle“ Roth schießt mal wieder den Siegtreffer.

FC Bayern München – AS Saint-Étienne:  12. Mai 1976 in Glasgow (Hampden Park), Ergebnis: 1:0 (0:0), Zuschauer: 54.684, Schiedsrichter: Károly Palotai (Ungarn). Die Aufstellung: Sepp Maier – Johnny Hansen, Georg Schwarzenbeck, Franz Beckenbauer (Kapitän), Udo Horsmann – Bernd Dürnberger, Franz Roth, Hans-Josef Kapellmann – Karl-Heinz Rummenigge, Gerd Müller, Uli Hoeneß, Trainer: Dettmar Cramer. Tor 1:0 Franz Roth (57.)

Im Dezember 1976 tritt Bayern erstmals im damals eher zweitrangigen Weltpokal an und triumphiert über die Brasilianer von Cruzeiro Belo Horizonte in zwei wegen der Witterungsumständen denkwürdigen Spielen (2:0 in München/0:0). In München liegt schon im November Schnee, der die Rasenheizung überfordert. In Brasilien sind es drei Tage vor Weihnachten 23 Grad und ein Platzregen fegt über den Platz. Gespielt wird um 22.30 Uhr. Die Tore schießen Gerd Müller und Jupp Kapellmann.

1980 Meister, endlich wieder: Zwei Spieltage vor Ende der Saison liegen der Hamburger SV und Bayern München punktgleich an der Tabellenspitze. Beide haben eine Tordifferenz von +48, nur aufgrund zweier mehr geschossener Tore liegt der HSV vorne. Doch Meister werden die von Pal Csernai trainierten Bayern. Am vorletzten Spieltag verlieren die Hamburger beim Aufsteiger Leverkusen mit 1:2, während die Bayern ihre beiden letzten Spiele gewinnen. Meistertitel Nummer 6! 1981 wird der Titel verteidigt, wieder ist der HSV der schärfste Konkurrent. Es ist die Breitnigge-Ära, Spielmacher Paul Breitner und Stürmer Karl-Heinz Rummenigge, der in beiden Spielzeiten Torschützenkönig wird (26 bzw. 29 Tore), dominieren die Liga.

1984/85 – Einleitung der super-erfolgreichen 80-er Jahre. Bayern München gelingt in der Saison 1984/85 ein Start-Ziel-Sieg. Nach dem ersten Spieltag steht die Mannschaft torgleich und punktgleich mit Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln an der Tabellenspitze, ab dem zweiten Spieltag sind die Münchener bis zum Saisonende alleiniger Tabellenführer. Nach sechs Siegen in Folge haben sie bereits vier und nach dem 10. Spieltag sogar fünf Punkte Vorsprung vor Mönchengladbach. Am letzten Spieltag stehen die Münchner zwei Punkte und zwei Tore vor Werder Bremen. Während die Bremer das letzte Spiel bei Borussia Dortmund mit 0:2 verlieren, gewinnt der FC Bayern bei Eintracht Braunschweig mit 1:0. Wissen für Blowhards: Das Nachholspiel des 12. Spieltags Borussia Mönchengladbach–Bayern München (3:2) am 11. Dezember 1984 am Bökelberg ist die erste bundesweite Live-Übertragung einer kompletten Bundesligapartie in Deutschland (in der ARD).

Gewinn der deutschen Meisterschaft 1986: Herbstmeister Werder Bremen führt die Tabelle vor dem vorletzten Spieltag mit zwei Punkten vor Titelverteidiger FC Bayern München an. Dann kommt es im Bremer Weserstadion zum direkten Duell der Titelaspiranten, in dem die Bremer durch einen Sieg vorzeitig Deutscher Meister werden können. Das Spiel endet 0:0. In der 89. Minute vergibt Michael Kutzop einen Elfmeter für Werder Bremen. Am letzten Spieltag verlieren die Bremer beim VfB Stuttgart mit 1:2, während die Bayern mit 6:0 gegen Borussia Mönchengladbach gewinnen und bei Punktgleichheit aufgrund der besseren Tordifferenz erneut Deutscher Meister werden. Zum ersten und bisher einzigen Mal holt damit ein Verein, der an den 33 Spieltagen zuvor nie Tabellenführer gewesen ist, die Meisterschale.

Gewinn 1986/87, Hattrick again: In der Saison 1986/87 gewinnt der FC Bayern München mit sechs Punkten Vorsprung seinen dritten Titel in Folge. Dieses ist nach der Periode von 1972 bis 1974 der zweite Meisterschafts-Hattrick der Bayern. Trainer ist wieder Udo Lattek. Insgesamt ist dies die zehnte deutsche Meisterschaft der Bayern, die damit vor dem 1. FC Nürnberg alleiniger Rekordmeister sind. Die Münchner verlieren nur ein einziges Spiel, das Heimspiel gegen Leverkusen mit 0:3, das ist Rekord (egalisiert in der Spielzeit 2012/13 mit einer Niederlage – wieder gegen Leverkusen).

Gewinn der Meisterschaft 1989 gegen Köln und Daum: Bayern München führt seit dem fünften Spieltag die Tabelle der Saison 1988/89 an, nur ein einziges Mal unterbrochen vom VfB Stuttgart am 10. Spieltag. Als einzige ernstzunehmende Konkurrenz erweist sich der 1. FC Köln, der unter Trainer Christoph Daum seine beste Saison seit der Meisterschaft 1977/78 spielt und nach dem 29. Spieltag bis auf einen Punkt an die Bayern herankommt. Das Duell zwischen dem FC Bayern und dem 1. FC Köln ist geprägt von der verbalen Auseinandersetzung zwischen den Trainern Christoph Daum und Jupp Heynckes. Der mediale Höhepunkt ist das legendäre Encounter im „Aktuellen Sportstudio“ kurz vor dem Duell der Klubs in Köln am 25. Mai. Im TV-Studio gibt es keinen Sieger, auf dem Platz triumphieren die Bayern. Bis zur 80. Minute steht es 1:1. Dann wird Daum nervös und verzockt sich. Er nimmt Abwehrmann Jürgen Kohler vom Feld, dessen Gegenspieler Roland Wohlfarth schießt noch zwei Tore und sichert den Bayern den 3:1-Sieg, der die Meisterschaft vorentscheidet. 1990 verteidigen die Heynckes-Schützlinge die Meisterschaft, diesmal ganz ohne Drama. Köln wird wieder Zweiter, nun aber mit sechs Punkten Rückstand und die Liga spottet über den „Vize-Daum“, der nach der Saison entlassen wird.

UEFA Cup Sieg 1996, alle drei Wettbewerbe voll: Der deutsche Rekordmeister besiegt unter Aushilfstrainer Franz Beckenbauer, der schon bei der Meisterschaft 1994 seinem Ruf als Glückskund gerecht wird, in den Finalspielen Girondins Bordeaux (2:0 und 3:1) und wird nach Bayer 04 Leverkusen (1988), Eintracht Frankfurt (1980) und Borussia Mönchengladbach (1975, 1979) der vierte deutsche Verein, der den UEFA-Pokal gewinnen kann. Damit hat der Verein alle drei europäischen Pokale gewonnen. Im Jahr darauf misslingt die Titelverteidigung schon in der ersten Runde – Aus gegen den FC Valencia (0:3/1:0), doch holt das Team von Giovanni Trapattoni die Deutsche Meisterschaft nach zweijähriger Dortmunder Dominanz wieder an die Isar. „Trap“ wird der erste italienische Meistertrainer in Deutschland.

Double Gewinn 1999/00, Duelle gegen Bayer Leverkusen: Im Mittelpunkt der Saison steht der Zweikampf um den Meistertitel zwischen Bayern München und Bayer 04 Leverkusen. Der von Christoph Daum trainierte Werksklub übernimmt am 30. Spieltag durch ein 4:1 gegen Arminia Bielefeld die Tabellenführung. Titelverteidiger FC Bayern leistet sich dagegen eine überraschende 1:2-Niederlage im Derby gegen 1860 München. Leverkusen und der FCB gewinnen die letzten Spiele vor dem 34. Spieltag (Leverkusen 3:1 in Bremen, 2:0 beim HSV und 4:1 gegen Frankfurt, Bayern 1:0 in Dortmund, 4:1 gegen Rostock und 3:0 in Bielefeld). Leverkusen geht mit 73 Punkten und einer Tordifferenz von +40 in das Auswärtsspiel bei der Spvgg. Unterhaching, Bayern hat vor dem Finale gegen Werder 70 Punkte und eine Differenz von +43. Drei Punkte weniger, aber eine bessere Torbilanz. Zum Meistertitel reicht Leverkusen ein Remis, Manager Reiner Calmund plant schon die Meisterfeier, der DFB bringt die Schale in den Sportpark Unterhaching. Doch die Werkself gerät durch ein Eigentor von Michael Ballack nach 20 Minuten in Rückstand, der FCB führt zur Halbzeit bereits mit 3:1. Leverkusen drückt, trifft aber nicht. Nach 72 Minuten köpft Markus Oberleitner zum 2:0 für Unterhaching ein. Der FCB ist Meister und wieder schaut Christoph Daum in die Röhre.

Deutsche Meisterschaft 2000/01, gegen Schalke 04 – Do it again, FCB: Seit dem 29. Spieltag ist Schalke 04 in der Saison 2000/01 Tabellenführer vor dem FC Bayern München. Vor dem vorletzten Spieltag sind die Bayern und Schalke punktgleich bei einer besseren Tordifferenz der Schalker. In der 90. Minute fallen nahezu zeitgleich zwei Tore. Für den FC Bayern trifft Alexander Zickler zum 2:1-Heimsieg gegen den 1. FC Kaiserslautern, sieben Sekunden zuvor hat Krassimir Balakow für den VfB Stuttgart das 1:0-Siegtor gegen Schalke erzielt. Jetzt ist der FC Bayern wieder Erster und hat vor dem letzten Spieltag drei Punkte Vorsprung vor Schalke 04. Die Bayern benötigen bei einem Sieg der Schalker gegen Unterhaching mindestens ein Unentschieden beim Hamburger SV. Schalke gewinnt das letzte Spiel gegen Unterhaching, während Bayern gegen den HSV Remis spielt und Deutscher Meister wird. Das Finale ist weit dramatischer als es klingt: Schalke liegt mit 0:2 und 2:3 zurück, siegt aber schlussendlich noch mit 5:3. Markus Merk leitet die Partie des HSV gegen Bayern München. Eine Leihgabe der Schalker steht im Tor der Hamburger, Matthias Schober. Der HSV erzielt in der 90. Minute das 1:0 durch Sergej Barbarez. In der vierten Minute der Nachspielzeit gibt es einen indirekten Freistoß für den FCB im Strafraum des HSV. Schober hat eine Rückgabe regelwidrig mit der Hand aufgenommen. Die HSV-Mauer steht auf der Linie, es gibt eigentlich keine Lücke. Patrick Andersson findet trotzdem eine und schießt sein einziges Tor in einem Pflichtspiel für den FC Bayern. Die Münchener sind wieder Deutscher Meister. Diesmal heißt der Architekt des Hattricks Ottmar Hitzfeld, seit 1998 im Amt und jedes Jahr Meistertrainer.

Champions League 2001 und Weltpokal: Das Finale findet am 23. Mai 2001 im Giuseppe-Meazza-Stadion in Mailand statt. Der FC Bayern München gewinnt gegen den FC Valencia nach einem 1:1 nach Verlängerung mit 5:4 im Elfmeterschießen. Oliver Kahn pariert drei Elfmeter und errichtet sich sein eigenes Denkmal. Im Halbfinale schaltet der FCB zuvor Titelverteidiger Real Madrid aus. Die Münchener gewinnen beide Spiele, mit 1:0 und 3:1. Im November holen die Bayern in Tokio den Weltpokal. Held des Tages ist Verteidiger Sammy Kuffour, der das „goldene Tor“ zum 1:0 gegen Boca Juniors aus Argentinien erzielt (110. Minute).

Double 2005 und 2006, die Ära Magath: 2004/05 übernimmt der Schleifer Felix Magath von Ottmar Hitzfeld die Bayern-Mannschaft, die ihren 2002/03 (16 Punkte Vorsprung) souverän gewonnenen Titel 2004 an Werder Bremen verloren hat. Magath holt auf Anhieb das Double, was vor ihm nur Branko Zebec (1969) gelungen ist. Der schärfste Verfolger, Schalke, nach einem 1:0 gegen Bayern am 25. Spieltag noch Erster, bricht ein und wird um 14 Punkte distanziert, weil Bayern die letzten neun Spiele gewinnt. Die Meisterschaft wird schon am 31. Spieltag (4:0 in Kaiserslautern) eingefahren. Auch im Pokalfinale wird Schalke besiegt (2:1). 2005/06 wiederholt Magaths Team das Kunststück: Der FC Bayern steht mit Ausnahme des ersten und des neunten Spieltages auf dem ersten Tabellenplatz und sichert sich am vorletzten Spieltag den Meistertitel – kurioserweise wieder auf dem Betzenberg (1:1). Die Bayern haben fünf Punkte Vorsprung auf Werder Bremen. Im Pokalfinale quält sich das Team von „Quälix“ zu einem 1:0 gegen Eintracht Frankfurt. Magaths Kredit reicht trotzdem nur sieben Monate, auf Platz vier wird er am 30. Januar 2007 entlassen. Ottmar Hitzfeld kommt zurück und wird 2008 ein fünftes und letztes Mal Meister.

Double 2010, LvG und sein statisches Systemspiel: Nach einem Jahr ohne Meisterschaft gewinnt der FC Bayern München wieder den Titel. Entscheidend ist die neu verpflichtete Flügelzange Arjen Robben/Franck Ribéry, vom Boulevard „Robbery“ getauft. Auch wichtig: Der niederländische Trainer Louis Van Gaal (LvG) integriert die aus dem Jugendbereich des Vereins stammenden Thomas Müller und Holger Badstuber in die erste Mannschaft, beide fahren nach der Saison zur WM nach Südafrika. Nach der Meisterschaft gewinnen die Bayern auch das Pokalfinale gegen Werder Bremen (4:0).

Der Triumph des Josef Heynckes 2012/13 Teil 1 – Die Meisterschaft gegen den BVB: Nach zwei Jahren ohne Titel dominiert der FC Bayern wieder die Bundesliga. Bereits am ersten Spieltag übernimmt er mit einem 3:0 bei Aufsteiger Greuther Fürth die Tabellenführung und behält diese durchgehend bis zum Saisonende. Acht Siege zu Saisonbeginn bedeuten einen neuen Rekord; am neunten Spieltag folgt die einzige Saisonniederlage, zu Hause gegen Leverkusen (1:2). Ansonsten gibt es nur noch zwei Mal gegen Borussia Dortmund und je einmal gegen den 1. FC Nürnberg und Borussia Mönchengladbach keinen Sieg. Die 91 Punkte sind ein weiterhin bestehender Bundesligarekord.

Der Triumph des Josef Heynckes 2012/13 Teil 2: Im Endspiel der UEFA Champions League bezwingt der FC Bayern München im Londoner Wembley-Stadion in einem deutschen Duell Borussia Dortmund mit 2:1 und qualifiziert sich damit für den UEFA Super Cup 2013 und die FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2013. Das entscheidende Tor erzielt Arjen Robben (89. Minute), die Führung von Mario Mandzukic (60.) gleicht Ilkay Gündogan per Foulelfmeter (68.) noch aus. Von besonderer Bedeutung ist der zweifache Sieg des FC Bayern gegen die damalige Übermannschaft des FC Barcelona im Halbfinale. Mit 4:0 und 3:0 demütigt die Elf von Jupp Heynckes das Starensemble der Katalanen. Zehn Tage nach Wembley holen sich die Bayern das historische und einmalige Triple, schlagen im DFB-Pokal-Finale den VfB Stuttgart mit 3:2. Heynckes bekommt einen perfekten Abgang.

2013 gewinnt der FCB auch noch den UEFA Supercup und wird Club-Weltmeister: Der FC Bayern besiegt, nun unter Pep Guardiola, den FC Chelsea nach Elfmeterschießen und gewinnt im Sommer 2013 erstmals den europäischen Supercup. Gegen die Londoner liegen die Münchner zweimal in Rückstand und kommen erst in der letzten Sekunde der Verlängerung durch Javi Martinez zum 2:2-Ausgleich. Im Elfmeterschießen leistet sich der Triple-Sieger keinen Fehlschuss, Manuel Neuer pariert den fünften Versuch der Engländer. 37 Jahre nach dem ersten Weltpokalsieg wird der FC Bayern im Dezember 2013 zum dritten Mal Club-Weltmeister.

Seit der Spielzeit 2012/13 dominiert der FC Bayern die Bundesliga und wird bis zur Saison 2019/20 mit fünf verschiedenen Trainern achtmal hintereinander Deutscher Meister. Eine derartige Serie hat es im deutschen Fußball nur in der DDR gegeben, wo staatliche Einflussnahme dem BFC Dynamo Berlin zu zehn Titeln am Stück verhilft. Erfolgreicher in Europa ist nur Juventus Turin, die die Serie A 2019/20 zum neunten mal in Folge gewannen.

Lissabon 2020. Im August 2020 gewinnt der FC Bayern zum zweiten Mal das große Triple. Im Endspiel der Champions League 2019/20 schlägt das Team von Hansi Flick Paris Saint-Germain mit 1:0.

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