FC Bayern München: Peinliche Katastrophen und große Niederlagen


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Was sind die größten fußballerischen Peinlichkeiten des FC Bayern München?

Die größten fußballerischen Peinlichkeiten des FCB bei internationalen Spielen sind zwei besonders schmerzhafte Niederlagen des FC Bayern in Europa. Als Mutter aller fußballerischen Peinlichkeiten des FC Bayern gilt die Niederlage im Finale der Champions League 1999 in der Nou Camp Arena des FC Barcelona gegen Manchester United, als das Team einen 1:0 Vorsprung in den letzten Minuten des Spiels nicht über die Zeit retten kann.

Fast genauso peinlich ist den Bayern-Oberen die Niederlage im Finale der Champions-League in der heimischen Allianz-Arena im Jahr 2012 gegen Chelsea London, das trotz drückender Überlegenheit im Elfmeterschießen verloren wird.

Das Vize-Tripple im Jahr 2012 gilt als Tiefpunkt, aber auch als Wendepunkt des FC Bayern. Weitere peinliche Katastrophen und große Niederlagen der Klubgeschichte sind (Stand: August 2020).

Uli Stein (r.) war beim 4:0 der Arminia bei Bayern München am 10. März 1979 nicht nur in Top-Form, sondern auch modisch ganz weit vorn. Foto: Imago Images / Kicker / Liedel
Uli Stein (r.) war beim 4:0 der Arminia bei Bayern München am 10. März 1979 nicht nur in Top-Form, sondern auch modisch ganz weit vorn. Foto: Imago Images / Kicker / Liedel

Die FC Bayern-Peinlichkeiten im Einzelnen

Der Anfang vom Ende. Diego Milito mit dem 1:0 gegen den FC Bayern im Champions League Finale 2010. Inter Mailand schlägt den FC Bayern mit 2:0. Foto: Imago Images/AFLOSPORT

Bayern vs. Barca in der UCL 2015 – Das Original frisst die Kopie: Im Halbfinale der Champions-League Saison 2014/15 trifft der FC Bayern auf den FC Barcelona. Pep Guardiolas neues Team gegen seinen Heimatverein. Die Kopie gegen das Original. Und das Original zeigt der Kopie, was Klasse ist. 3:0 gewinnen die Katalanen das Hinspiel und auch im Rückspiel dominiert das beste Team der Saison 2014/15 lange Zeit. Nach einer frühen Führung und dem 2:1 für Barca ist klar, dass die Bayern diesen Rückstand nicht mehr würden aufholen können. Der 3:2 Sieg der Münchner ist Kosmetik.

Ancelotti überlistet die Bayern – UCL 2014: Ein weiteres UCL-Desaster für den FC Bayern und Pep Guardiola ereignet sich in der Saison 2013/14. Der Titelverteidiger scheitert im Champions-League-Halbfinale an Real Madrid. Ohne ein einziges Tor und mit der höchsten Heimspiel-Niederlage (0:4) der Europapokal-Geschichte lässt sich eine konfuse Bayernelf von den Königlichen von Europas Fußball-Thron stoßen. Sechs Tage nach dem 0:1 in der spanischen Hauptstadt zerstören Sergio Ramos mit einem Kopfball-Doppelschlag in der 16. und 20. Minute sowie Cristiano Ronaldo (34./89.) vor 68.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena die Münchner Hoffnungen auf die erste Titelverteidigung in der Champions League. Die Bayern merken sich den Trainer, der ihnen das angetan hat: Carlo Ancelotti, er wird 2016 Nachfolger von Pep Guardiola.

Schema F unter LvG – UCL Finale 2010: Das historische Tripple hat der FC Bayern schon mehrfach in letzter Minute vergeigt. Unter anderem im Jahr 2010. Der deutsche Meister und Pokalsieger verliert in Madrid das Finale der Champions League gegen Inter Mailand mit 0:2 (0:1). Vor 74 954 besiegelt Diego Milito (35./70. Minute) mit seinen Toren die damals vierte Niederlage der Bayern in einem europäischen Landesmeister-Finale nach 1982, 1987 und 1999. Inter erobert erstmals seit 45 Jahren wieder die wertvollste Trophäe des europäischen Club-Fußballs und macht nach Meisterschaft und Pokalsieg den Dreifach-Triumph perfekt. Die Bayern sind feldüberlegen, doch spielen sie typischen LvG-Fußball. Schematisch, ausrechenbar und uninspiriert.

Felix Magath – Rache ist süß: Bundesliga 2009. Bittere Niederlagen gibt es nicht nur in Europa, sondern auch in der Bundesliga. Und Ex-Trainer, die sich „rächen“. Felix Magath ist ein Paradebeispiel. Aufgrund seiner Erfolge als Trainer beim VfB Stuttgart wird der FC Bayern auf Magath aufmerksam und verpflichtet „Quälix“ zur Saison 2004/05 als Trainer. Das Engagement beim Rekordmeister dauert vom 1. Juli 2004 bis zum 31. Januar 2007 – In dieser Zeit wird Magath mit den Bayern sowohl in der Saison 2004/05 als auch 2005/06 Deutscher Meister und gewinnt jeweils auch den DFB-Pokal. Zwei Doubles in Folge sind zuvor noch keinem Verein oder Trainer gelungen. Als die Bayern nach der WM 2006 und dem Abgang von Michael Ballack nicht an die Leistungen der Vorjahre anknüpfen können, wird Magath am 31. Januar 2007 nach einem 0:0 gegen den VfL Bochum entsorgt und durch seinen Vorgänger Ottmar Hitzfeld ersetzt. Am 15. Juni 2007, knapp zwei Monate vor dem Beginn der Saison 2007/08, wird Magath neuer Geschäftsführer und Trainer beim VfL Wolfsburg. Er verpflichtet weitgehend unbekannte Spieler wie den Brasilianer Grafite oder den Bosnier Edin Džeko. In der Saison 2007/08 schafft das Team den UEFA-Cup und 2008/09 gewinnt der VfL Wolfsburg die Deutsche Meisterschaft. Dabei „schreddern“ sie im Frühjahr 2009 den FC Bayern zu Hause mit 5:1. Rache ist süß.

Richtig schlecht sind die Bayern im Jahr eins nach Beckenbauer, in der Saison 1977/78: Da setzt es auch die größte Negativserie des Vereins mit sieben Niederlagen nacheinander. Sie beginnt mit einem 0:2 in Mönchengladbach am 22.10., setzt sich fort mit den gleichen Ergebnissen im Heimspiel gegen Hertha BSC und im UEFA-Cup-Spiel bei Marek Stanke Dimitrov (nach 3:0 im Hinspiel ein „Erfolg“), einem 3:6-Desaster beim MSV Duisburg, einem 1:3 im Derby gegen die bis dahin sieglosen „Löwen“ und gleich zwei 0:4-Niederlagen binnen drei Tagen bei Eintracht Frankfurt, letzte am 26.11. im UEFA-Pokal. Erst dann verliert Trainer Dettmar Cramer seinen Job, Bayern tauscht ihn gegen den Eintracht-Trainer Gyula Lorant ein, der prompt sein Debüt gewinnt (4:2 gegen Kaiserslautern).

So schlimm wird es nie wieder. Aber im Oktober 1991 gibt es immerhin noch vier Niederlagen hintereinander: Am 5.10. heißt es 1:4 gegen die Stuttgarter Kickers (H), am 12.10. gibt’s ein 0:3 gegen Borussia Dortmund (H), am 19.10. ein 2:3 beim VfB Stuttgart und am 22.10. ein 2:6 bei Bröndby 1903 Kopenhagen (UEFA-Cup, 2. Runde, Hinspiel). Diesen Wert hat nur noch ein Coach egalisiert, dem man das gar nicht zugetraut hätte – Wunder-Mann Pep Guardiola. Denn der Rekordtrainer verliert im Frühjahr 2015 nach fast 24 Jahren ebenfalls vier Spiele nacheinander. Gegen Borussia Dortmund (Halbfinale DFB-Pokal/H/1:1, 0:3 i.E.), bei Bayer Leverkusen (Bundesliga/0:2), beim FC Barcelona (Halbfinal-Hinspiel Champions League/0:3) und gegen den FC Augsburg (Bundesliga/0:1). Vor allzu scharfer Kritik schützt ihn die schon längst gewonnene Meisterschaft.

2:6 im Europacup gegen das „Weltteam” aus Kopenhagen – 1991: Im Oktober 1991 kassiert der FCB die höchste Niederlage in einem europäischen Wettbewerb. Die setzt es ausgerechnet gegen den „Weltklub“ Bröndby Kopenhagen. Am 23. Oktober 1991 verlieren die Bayern in der 2. Runde des UEFA-Pokals in Kopenhagen mit 6:2 (Torschützen Kopenhagen: Manniche (2), Nielsen, Wegner, Kraus, Uldbjerg; München: Mazinho, Münch). Bei den Bayern ist wenige Tage zuvor Jupp Heynckes von Manager Uli Hoeneß entlassen worden, nach der Niederlage wachsen die Zweifel an Trainernovize Sören Lerby.

Es setzt noch sechs Niederlagen mit vier Toren Differenz, doch da sind die Gegner aber von anderem Kaliber: 1973 gibt es im Landesmeister-Cup ein 0:4 bei Ajax Amsterdam, ebenso wie 1977 im erwähnten UEFA-Cup-Spiel bei Eintracht Frankfurt, 2009 unter Jürgen Klinsmann in der Champions League beim FC Barcelona oder 2014 im Halbfinalheimspiel dieses Wettbewerbs gegen Real Madrid. Mehr als nur den Hauch einer Blamage hat dagegen das 0:4 im UEFA-Cup-Halbfinale bei Zenit St. Petersburg. Nur einmal heißt es 1:5: im UEFA-Cup-Halbfinale 1980 bei Angstgegner Eintracht Frankfurt, aber erst in der Verlängerung.

Endstation Breisgau und Magdeburg, Weinheim und Vestenbergsgreuth: Selbst gegen Teams wie den SC Freiburg setzt es Anfang der 90-er Jahre richtige Klatschen, wie z.B. am 2. Spieltag der Saison 1994/95 mit 1:5 beim SC Freiburg. Von besonderer Peinlichkeit sind aber einige Bayern-Niederlagen im Pokal. Die Bayern scheiden im DFB-Pokal drei Mal innerhalb von zehn Jahren gegen Amateure aus. Gegen den 1. FC Magdeburg, gegen den FV Weinheim 08 und – legendär – gegen die Mittelfranken des TSV Vestenbergsgreuth. In Weinheim (1990) und in Nürnberg (1994), wohin Vestenbergsgreuth wegen der Fernsehübertragung ausweicht, erwischt es sie schon in der ersten Runde. Beide Spiele enden 1:0. Im November 2000 kommen sie immerhin in die 2. Runde, ehe ihnen der damals viertklassige 1. FC Magdeburg (Oberliga Nordost-Süd) im Elfmeterschießen (4:3) den Garaus macht. Was für ein Fest für Bayern-Hater.

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FC Bayern München Peinlichkeiten: Es gibt noch mehr

Die aus Bayern-Hater Sicht erfreulichsten Spielzeiten in der Bundesliga sind 1974/75, 1977/78, 1991/92 sowie 1976/77. Darin finden sich folgende Negativ-Rekorde der Bayern:

Schlechteste Platzierung in der Abschluss-Tabelle: 1977/78 sind die Roten am Ende auf Platz 12.
Meisten Gegentore: 1976/77 kassiert Sepp Maier 65 Gegentore.
Schlechteste Tordifferenz: 1974/75 hat der FCB eine Tordifferenz von -6 (57:63).
Wenigsten erzielten Punkte: 1977/78 sind es 32:36 Punkte (34 Spiele), 1991/92 36:40 Punkte (38 Spiele). Es sind die einzigen Spielzeiten in der Bundesliga mit negativen Bilanzen.
Wenigste Siege: 1977/78 gibt es für die Münchener nur elf Siege, alle zuhause. Daraus folgt…
Wenigste Auswärtssiege: 1977/78 bleibt der FC Bayern in der Fremde erfolglos, schafft nur sieben Remis.
Meiste Niederlagen: 1991/92 verliert der FCB 15 von 38 Spielen, 1974/75 gibt es 14 Niederlagen in 34 Spielen.
Schlechteste Heimbilanz: 1991/92 ist der FCB 14. (von 20 Mannschaften) in der Heimspieltabelle, die Münchener kommen nur auf 21:17 Punkte.
Schlechteste Halbserien: 1977/78 steht der FCB nach der Hinrunde mit 14:20 Punkten auf Platz 15. In der Rückrundentabelle 1991/92 liegt er auf Platz 13 bei mageren 17:21 Punkten (20 Teams). Vergleichbar schlecht verläuft die Rückrunde 1976/77 mit 15:19 Punkten (18 Teams).

Nicht in diesen zeitlichen Korridor fällt nur diese Rubrik:
Wenigste Tore: 1994/95 und 2006/07 erzielt der FCB nur jeweils 55 Tore (in 34 Spielen).

Besonders berühmt ist ein 4:7…Die überraschendste Wende in einem Bundesligaspiel gegen den FC Bayern. Am 20. Oktober 1973 liegt der 1. FC Kaiserslautern gegen die Bayern zur Halbzeit mit 1:3 hinten, in der 57. Minute erhöhen die Münchener auf 4:1. Fait accompli – denken alle Zuschauer, die ersten gehen nach Hause. Doch das Spiel kippt noch einmal. 7:4 für die Pfälzer steht es nach 90 Minuten! Sechs Tore gegen den FC Bayern in 33 Minuten – eine grandiose Leistung der „Roten Teufel“. Wegen seines spektakulären Verlaufs wird diese Partie von den Lesern der „Sport Bild“ 2013 zur besten in 50 Jahren Bundesliga gekürt, sicherlich auch mit den Stimmen zahlreicher Bayern-Hater. Die Statistik: 1. FC Kaiserslautern – Bayern München 7:4 (1:3), 12. Spieltag, 20.10.1973, 15:30 Uhr; 1. FC Kaiserslautern: Elting, Ackermann, Bitz, E. Diehl, F. Fuchs, Huber, Laumen, Pirrung, Sandberg, Schwager, K. Toppmöller. München: Maier, Beckenbauer, Dürnberger, Gersdorff, Hansen, Hoeneß, Hoffmann, Müller, Roth, Schwarzenbeck, Zobel. Tore: 0:1 Gersdorff (3.), 0:2 Gersdorff (12.), 0:3 Müller (36.), 1:3 Pirrung (43.), 1:4 Müller (57.), 2:4 K. Toppmöller (58.), 3:4 Pirrung (61.), 4:4 Pirrung (73.), 5:4 E. Diehl (84.), 6:4 Laumen (87.), 7:4 Laumen (89.). Schiedsrichter: Horst Bonacker Bergheim), Zuschauer: 34000, Kartenstatistik: Gelb: Bitz – Gersdorff, Rot: Gersdorff (76.).

Dem FC Bayern die Bundesliga-Meisterschaften „geklaut“: Fünf Meisterschaften hat Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga dem FC Bayern „geklaut“. Eine davon am letzten Spieltag. In der Saison 1970/71 liegen die Bayern vor dem letzten Spiel beim MSV Duisburg vor den Gladbachern, sie verlieren jedoch mit 0:2. Gladbach gewinnt in Frankfurt mit 4:1 und verteidigt als erster Verein den Meistertitel in der Bundesliga. Das passiert den Bayern bis Dezember 2019 nicht mehr.
Gewonnen und doch verloren. Der FC Bayern gewinnt in der Saison 1994/95 mit 5:2 in Frankfurt, aber wegen eines Wechselfehlers von Giovanni Trapattoni, der mit Dietmar Hamann einen vierten Amateur bringt (drei sind erlaubt), wird das Ergebnis am grünen Tisch in ein 2:0 für Frankfurt umgewandelt.

Die höchste Heimniederlage – 0:7 gegen Schalke 04 – 1976. Doch es geht noch peinlicher. Und dafür sorgt ausgerechnet Schalke 04, in der Regel ja kein Angstgegner für die Bayern. Doch am 9. Oktober 1976 besiegt der FC Schalke 04 den großen FC Bayern mit 7:0 im Olympiastadion in München. Klaus Fischer schießt dabei vier Tore. Das 7:0 gegen Schalke ist bis heute immer noch die höchste Pflichtspielpleite des FC Bayern und gleichzeitig der höchste Sieg der Königsblauen. Und hier die Zahlen: FC Bayern München – FC Schalke 04 0:7 (0:2) Sa 09.10.1976, 15:30 Uhr, Olympiastadion, München, Bundesliga 1976/1977, 9. Spieltag, 50.000 Zuschauer, Schiedsrichter: Günter Linn (Altendiez). Tore: 0:1 Klaus Fischer (11. Minute), 0:2 Erwin Kremers (44.), 0:3 Klaus Fischer (46.), 0:4 Manfred Dubski (64.), 0:5 Klaus Fischer (67.), 0:6 Rüdiger Abramczik (74.), 0:7 Klaus Fischer (82.). Fast genauso bemerkenswert: Fortuna Düsseldorf gewinnt am 9. Dezember 1978 mit 7:1 gegen den FCB, das ist die höchste Auswärtspleite des Rekordmeisters. Mehr als sieben Tore hat Bayern noch nie in der Bundesliga bekommen (Stand Dezember 2019).

Keine Chance gegen Kloppo und das Vize-Tripple, 2012. Die Bayern dominieren und zumindest für kurze Zeit die Nr. 1 im deutschen Fußball zu werden, diesen Wunsch hegen viele. Das gelingt dem BVB in den Jahren 2011 und 2012. Sichtbarer Ausdruck dafür ist der 5:2-Sieg im DFB-Pokalfinale 2012 und der Gewinn des Doubles. Überragender Mann im Finale ist Robert Lewandowski, der drei Tore schießt. Für die Bayern ist es damals die fünfte Pleite gegen den BVB in Serie. Peinlich. Auch die Aussage von Kapitän Philipp Lahm nach dem Spiel: „Wir waren über 90 Minuten die bessere Mannschaft…”. Das Jahr 2012 ist sowieso ein absolutes Seuchenjahr für die Bayern.

Versagt beim Penalty Shoot-Out – Die Gram beim Finale dahoam, 2012. Gegen Amateure im DFB-Pokal rauszufliegen ist peinlich. Gegen Engländer im eigenen Stadion das Champions League-Finale im Elfmeterschießen zu versemmeln, das ist megapeinlich. Wobei die größere Peinlichkeit darin besteht, dass es überhaupt zum Shootout kommt, denn an diesem 19. Mai 2012 spielt nur eine Mannschaft: der FC Bayern, der durch Thomas Müller kurz vor Schluss in Führung geht und diese durch Didier Drogbas Kopfballtor nach einer Ecke wieder hergibt. Schon in der Verlängerung üben sie dann Elfmeterverschießen, Arjen Robben vergibt den „Matchball“ und scheitert an Petr Cech. Böse Vorboten. Im Elfmeterschießen sind sie wieder im Vorteil, obwohl es an Schützen mangelt und sogar Manuel Neuer schießen muss (und trifft). Ivica Olic und ganz zuletzt Bastian Schweinsteiger vergeben und stürzen den Verein tagelang in tiefste Tristesse. Das fatale „Finale dahoam“ krönt die Seuchensaison 2011/12. Denn auch in der Bundesliga und im DFB-Pokal reicht es nur zum zweiten Platz. Es ist die Initialzündung für die bis August 2019 anhaltende Dominanz der Bayern über den deutschen Fußball. So was wollen sie nicht mehr erleben und deshalb holen sie Matthias Sammer (als Sportdirektor).

Barcelona 1999. Die Mutter aller Niederlagen oder in 102 Sekunden vom Himmel in die Hölle. Chelsea war furchtbar, aber die Mutter aller Bayern-Niederlagen ist der verpasste Sieg im Champions Legaue-Finale 1999. Durch ihre Niederlage in Barcelona verpassen die Bayern die Chance, zum damals vierten Mal in der Vereinsgeschichte den einstigen Europapokal der Landesmeister zu gewinnen. Sie kratzt auch an ihrem Mythos der Kaltschnäuzigkeit und Unbesiegbarkeit nach eigener Führung – und das auf wirklich überflüssige Art. 40.000 Fans, die im Münchner Olympiastadion auf einer Großleinwand zusehen, quittieren das Aus in allerletzter Minute mit fassungslosem Entsetzen. Vor 90.000 Zuschauern im Fußball-Tempel Camp Nou und einem Milliardenpublikum an den TV-Schirmen in aller Welt wähnt sich der FC Bayern nach dem Freistoßtor von Mario Basler (6. Minute) am Ziel aller Träume. Doch diese werden durch die Tore von Teddy Sheringham (91.) und Ole-Gunnar Solksjaer (93.), beide nach Eckbällen von David Beckham, zunichte gemacht. „Das war die grausamste Niederlage, weil wir so nah dran waren”, fasst Präsident Franz Beckenbauer das Unfassbare in Worte. „Ein paar Sekunden haben ausgereicht, um Manchester wieder ins Spiel zu bringen. Ich habe selten eine unglücklichere Niederlage erlebt als diese.” 102 Sekunden, um genau zu sein. „Es ist bitter, es ist traurig. Es ist unfassbar für Spieler und Fans, was hier passiert ist. Der Mannschaft kann man keinen Vorwurf machen”, sagt Lothar Matthäus, der sich noch beim Stand von 1:0 auswechseln lässt, was ihm intern schwere Vorwürfe einbringt. Torschütze Mario Basler wird fast poetisch: „Das waren drei Minuten bis zur Ewigkeit. Da bricht eine Welt zusammen.”

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