WM 2014: Die Spieler von Ghana wollen Cash im Koffer



Drei Millionen US-Dollar im Koffer - Erpressung Ghana Style

Fast wäre Deutschland bei der WM 2014 an Ghana gescheitert.
Fast wäre Deutschland bei der WM 2014 an Ghana gescheitert. Foto: Imago Images

Drei Millionen Dollar touren – live im Fernsehen gesendet – durch Brasilia. Das ist am 24. Juni 2014 keine Doku-Soap irgendeines Privatsenders.

Es ist der Versuch des ghanaischen Fußballverbandes, seinen wenig erfolgreichen „Black Stars“ bei der WM in Brasilien doch noch Beine zu machen. Leicht haben sie es nicht in ihrer Gruppe, die Westafrikaner. Ghana geht in der Gruppe mit dem späteren Weltmeister Deutschland, Portugal und den von Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann betreuten USA nicht gerade als Favorit ins Turnier. Nach dem zweiten Spiel, einem mehr als achtbaren 2:2 gegen Deutschland, ist die Stimmung bei den „Black Stars“ auf dem Nullpunkt. Nur noch ein hoher Sieg in dritten Vorrundenmatch gegen Portugal mit Superstar Cristiano Ronaldo kann noch helfen. Was tun?

Die „Black Stars“ wollen nicht mehr. Sicher, sie könnten gegen das bisher so enttäuschende Portugal noch mal Dampf machen. Wollen sie aber nicht. Sie wollen nur noch eins: Ihr Geld. Sie wollen es gleich und in bar. Keine Tricks, keine ungedeckten Schecks. Sonst arbeiten wir ab 12 Uhr für die Gegenseite…

Die Lieferung erfolgt, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (F. A. Z.) schreibt, „unter filmreifen Umständen.“ Es geht um drei Millionen US-Dollar für den 23-köpfigen WM-Kader der Afrikaner. Für die Verbands-Oberen wird es ein Wettlauf mit der Zeit. Sie packen die Summe eilig in 100-Dollar-Noten in eine Maschine, die vor dem Spiel abends um halb neun auf dem Flughafen Presidente Juscelino Kubitschek in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia landet.

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Drei Millionen Dollar Cash für das Team - Das war die Spielbedingung.
Drei Millionen Dollar Cash für das Team - Das war die Spielbedingung. Foto: Imago Images

Der Geldtransport wird live im TV gezeigt

Fast hätte sich Ghana für die Ausscheidungsrunde qualifiziert. Foto: Imago Images

Der Geldtransport durch Brasilia wird live im Fernsehen gezeigt. Drei Millionen Dollar werden in aller gebotenen Gemütsruhe verladen und durch die Hauptstadt kutschiert. Eigentlich eine Einladung für jeden Gangster.

Aber: Nach Angaben des brasilianischen Senders Globo ist der Transport von 72 Militärpolizisten, 19 örtlichen Polizisten, 26 Soldaten, 14 Männern von der örtlichen militärischen Spezialeinheit, einem Piloten der polizeilichen Luftüberwachung der Luftwaffe, zwei Polizisten der Highway Patrouille und einer Einsatzkraft der mobilen Luftüberwachung aus Brasilia gesichert. Sicher ist sicher.

So muss man sich also einen Zahltag für Ghanas Fußball-Nationalmannschaft vorstellen… Der Kies erreicht die Spieler des deutschen Gruppengegners gerade noch rechtzeitig. Die Partie gegen Portugal kann wie geplant stattfinden. Beflügeln kann der Geldsegen aus der Heimat die „Black Stars“ nicht mehr. Sie verlieren mit 1:2 gegen Portugal – und fahren gemeinsam mit dem Star-Ensemble um „CR7“ nach Hause.

Zwei Spieler haben sich allerdings schon vorab verabschiedet. Es sind der in Berlin geborene Mittelfeldspieler Kevin-Prince Boateng und Sulley Muntari vom AC Mailand. Kevin-Prince Boateng, zu diesem Zeitpunkt beim FC Schalke 04 unter Vertrag, hat bis 2009 für die deutschen Junioren-Nationalmannschaften gespielt. Erst 2010 entscheidet er sich für das Land seines Vaters und nimmt für Ghana an der WM in Südafrika teil.

 

Prügelei im Training – Boateng dreht durch

Vor dem Spiel gegen die Portugiesen kommt es dienstags zuvor im Training zu einer handfesten Auseinandersetzung zwischen dem exzentrischen Boateng und Muntari. Coach Appiah („So etwas wünsche ich keinem Coach“) wirft beide raus.

Von der Suspendierung erfährt der Prince der Legende nach durch einen Zettel an seiner Hotelzimmertür. Stille Post made in Ghana.

Aber: Sowohl Muntari vom AC Mailand als auch Boateng weigern sich nach Angaben des ghanaischen Reporters Gary Al-Smith, der aus Brasilia für den Radiosender CitiFM in Accra berichtet, das Mannschaftsquartier zu verlassen. Sie wollen ihr Geld.

Erst, als sie es an besagtem Donnerstagmorgen nach dem Spiel gegen Portugal kassiert haben, verschwinden beide aus dem Hotel. Beide spielen nie mehr für die „Black Stars“. Zahltag in Ghana.

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