2. Liga: 2 Trainer für Platz 4 – Dieser HSV war zum Fremdschämen!

Tschüss, Paderborn - wir bleiben unten. Die Spieler des HSV nach dem desaströsen 1:4 beim SC Paderborn am 12. Mai 2019 am 33. Spieltag der 2. Liga. (Photo by Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Sonntag, 17.20 Uhr. Der Hamburger SV steht vor den Trümmern einer enttäuschenden ersten Zweitliga-Saison. Nach dem 1:4 (0:1) im direkten Duell beim SC Paderborn kann der ,,Bundesliga-Dino“ nicht mehr in die deutsche Fußball-Eliteliga zurückkehren.

Es sind Zahlen des Grauens, die die HSV-Fans nicht nur am Sonntagnachmittag erschüttern. 8 Spiele ohne Sieg, 3 Niederlagen in Serie, ein Zähler aus den letzten 4 Heimspielen – und nun das ebenso desaströse wie Saison entscheidende 1:4 beim SCP.

Der zweitbesten Offensive der 2. Liga nach dem 1. FC Köln haben die Hamburger Minimalisten, die mit 41 Toren 53 Punkte holen, nichts mehr entgegenzusetzen.

Am Ende bleibt nur eine Erkenntnis: Beim HSV hat sich nach dem historischen Abstieg vor einem Jahr aus der Bundesliga nichts, aber rein gar nichts geändert. Der Hamburger SV muss sich auf ein schweres, 2. Zweitliga-Jahr einstellen.

Nach dem Nicht-Aufstieg gab es beim Hamburger SV klare Worte von Kapitän Aaron Hunt. (Photo by Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Der HSV hat den Aufstieg einfach weg geworfen

Paderborn: War das das letzte Interview von Hannes Wolf als Trainer des Hamburger SV? (Photo by Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)
,,Die Spieler müssen sich vorwerfen lassen, nach dem Derby-Sieg auf St. Pauli Anfang März in 8 sieglosen Spielen Chancen in Fülle weg geworfen zu haben“, bilanziert Kicker.de am Sonntag.

Der Sturz aus den Abstiegsrängen verläuft schleichend. Selbst nach dem 5. sieglosen Spiel in Serie, dem 1:1 beim Aufsteiger 1. FC Köln, findet sich der HSV immer noch auf dem direkten Aufstiegsplatz 2.

Dann geht in 3 Wochen die ganze Saison kaputt. Aus im Pokal-Halbfinale gegen Bundesligist RB Leipzig (1:3) und 3 Liga-Pleiten in Folge in den direkten Duellen bei Union Berlin (0:2) und in Paderborn (1:4) sowie zu Hause gegen den Abstiegskandiaten FC Ingolstadt (0:3).

,,Wir hatten zu oft nicht die richtige Mentalität, jeder von uns muss sich fragen, ob er alles für den Aufstieg getan hat“, sagt HSV-Ersatzkeeper Tom Mickel nach dem 1:4-Debakel in Paderborn. Ganz ehrlich: Wir ersparen Ihnen an dieser Stelle die Analyse zur HSV-Krise, denn diese haben wir in den letzten Wochen wirklich häufig genug auf der Tapete gehabt…

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Lasogga

Die Idylle in Hamburg war stets trügerisch...

Lehrjahre sind keine Bayern-Jahre: Jann-Fiete Arp (m., mit Bakery Jatta und Douglas Santos) nach dem 2:3 des HSV im Zweitliga-Heimspiel gegen Darmstadt 98. (Photo by Oliver Hardt/Bongarts/Getty Images)

,,Wir sind völlig verdient nicht aufgestiegen. Wir hatten so viele Möglichkeiten“, klagt auch HSV-Kapitän Aaron Hunt nach dem ,,Aus“ in Paderborn.

Die Option ,,Trainerwechsel“ hat der HSV schon im Oktober gezogen. Hannes Wolf (38) löst den glücklosen Christian Titz ab. Besser wird es mit dem ehemaligen Aufstiegstrainer des VfB Stuttgart (2017) nur auf den 1. Blick.  7 Zweitliga-Spiele ohne Niederlage lassen bis kurz vor Weihnachten 2018 eine trügerische Idylle in Hamburg einziehen.

Nach dem Jahreswechsel und spätestens nach dem 1:2 in Regensburg Ende Februar deutet sich die Wende zum Schlechteren an. Hannes Wolf kann in dieser Phase nicht mehr gegensteuern. Alle seine Maßnahmen, das Blatt zu wenden, scheitern. Er sortiert Youngster Jann-Fiete Arp aus, holt in Paderborn Abwehrspieler David Bates zurück, suspendiert Lewis Holtby.

,,Paderborn war ein Spiegelbild der letzten Wochen“, sagt Wolf, dessen Job nun in Hamburg in Gefahr ist. Egal, ob der angezählte Coach bleibt oder nicht. Mit Jann-Fiete Arp, Pierre-Michel Lasogga, Lewis Holtby, Orel Mangala und Kyriakos Papadopoulos werden zahlreiche Leistungsträger den Verein verlassen bzw. verlassen müssen. Der HSV steht vor dem vielleicht schwierigsten Neuaufbau der letzten Jahre.

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