Helmut Haller (Von BC Augsburg zu FC Bologna) – Ein üppiges Handgeld macht die Sache einfacher



Helmut Haller (Von BC Augsburg zu FC Bologna) – Ein üppiges Handgeld macht die Sache einfacher

Treffen der Italien-Legionäre: Am 15. Januar 1964 trifft Helmut Haller (l.) mit dem FC Bologna auf den AC Mailand mit Karl-Heinz Schnellinger (m.) und dessen italienischem Teamkollegen Giovanni Trapattoni.
Treffen der Italien-Legionäre: Am 15. Januar 1964 trifft Helmut Haller (l.) mit dem FC Bologna auf den AC Mailand mit Karl-Heinz Schnellinger (m.) und dessen italienischem Teamkollegen Giovanni Trapattoni. Foto: Imago Images / Sven Simon
Augsburg-Oberhausen, Nordfriedhof, 18. Oktober 2012. Die Fußballwelt nimmt Abschied von Helmut Haller. Der Vize-Weltmeister von 1966 ist am 11. Oktober 2012 im Alter von 73 Jahren nach langer Demenz- und Parkinsonerkrankung verstorben.

Neben Weggefährten wie Franz Beckenbauer und Uwe Seeler haben auch die italienischen Vereine, für die Haller im Laufe seiner Karriere gespielt hat, eine Delegation nach Augsburg entsandt, der FC Bologna und Juventus Turin.

Carlo Carliceti, der angereiste Sprecher des FC Bologna, würdigt Haller in besonderer Weise: „Er war der größte Spieler, den wir jemals hatten.“ Das ist ein Ritterschlag für den Augsburger. Denn für den kleinen Klub aus der Emilia Romagna spielen u. a. Granden wie die italienischen Vize-Weltmeister Roberto Baggio, Gianluca Pagliuca und Weltmeister Antonio Cabrini.

Haller, dieser super drahtige Stürmer, den sie im Augsburger Dialekt nur „Hemad“ (Das Hemd) nennen, hat den FC Bologna zu seiner einzigen Serie-A-Meisterschaft nach Kriegsende geführt. Am 7. Juli 1964 gelingt durch ein 2:1 in Rom gegen Inter Mailand der Titelgewinn. Etwas mehr als 2 Jahre später wird Haller nach dem mit 2:4 in der Verlängerung verlorenen WM-Finale gegen England unfreiwillig zum „Dieb“ des Spielballs, den die Engländer 30 Jahre (!) später, vor der EURO 1996, von ihm zurückfordern. Den Engländern den Ball klauen, das ist deutsches Gangstertum, wird auf der Insel vermutet…

 

Auslandswechsel: Böse Briefe für den braven Helmut Haller

In Deutschland nehmen viele Haller eher seinen Wechsel von BC Augsburg, einem Vorgängerklub des FC Augsburg, nach Bologna krumm. Nach Ludwig Janda, Horst Buhtz und Horst „Schimmi“ Szymaniak ist Haller 1962 der 4. deutsche Italien-Legionär.

Der FC Bologna zahlt allein 300.000 Mark – 150.000 Euro – Handgeld für Hallers Dienste. Ein kleines Vermögen.

„Als ich 1962 nach Bologna wechselte“, wird Haller in der Chronik des deutschen Fußballs (2008) zitiert, „war das wie ein Sechser im Lotto.“ In Augsburg verdient er im Monat kolportierte 120 Mark – und bekommt immer wieder unangenehme Briefe, in denen er als „Vaterlandsverräter“ beschimpft wird. Auch ist es in den 1960er-Jahren noch nicht üblich, „Legionäre“ im Nationalteam einzusetzen.

Da aber nicht nur Haller, sondern auch Karl-Heinz Schnellinger (1963) und andere ins Lire-Paradies wechseln, bleibt Bundestrainer Helmut Schön gar keine andere Wahl, als sie zu nominieren.

So wird Helmut Haller einer von bis heute (Stand: August 2020) nur 5 Spielern, die seit Gründung der Bundesliga im Jahr 1963 in der Nationalmannschaft zum Einsatz kommen, ohne vor der ersten Länderspielberufung in der Bundesliga gespielt zu haben – neben Albert Brülls, Schnellinger, Robert Huth und Shkodran Mustafi.

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