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Ligacup: Klopp und FC Liverpool verlieren Elfer-Krimi – Wolfsburg vergeigt Europa

Ligalive am Morgen: Elfmeter-Drama um Jürgen Klopp und den FC Liverpool im Ligacup gegen den FC Arsenal. Wutgeheul bei den ,,Wölfen” vom VfL Wolfsburg. Der Bundesligist scheiterte im Europa-League-Playoff an AEK Athen (1:2) und Lazio Roms Knipser Ciro Immobile erklärt, warum es bei Borussia Dortmund für ihn als Torjäger nicht lief.

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Top-News 1: Ligacup – FC Liverpool und Klopp scheitern wieder vom Elfmeterpunkt!

Liverpool gegen den FC Arsenal und die Elfmeter – da war doch was? Im Community Shield hatten sich die „Gunners“ in Wembley gegen den englischen Meister nach Elfmeterschießen durchgesetzt. Nun bezwangen sie die „Reds“ erneut im Elfer-Krimi – 5:4 am Donnerstagabend im Ligapokal!

Jürgen Klopp und die nationalen Pokal-Wettbewerbe in England – keine Erfolgsstory! Seit der 53-Jährige den FC Liverpool 2015 übernommen hat, konnte er weder im Ligapokal noch im prestigeträchtigen FA Cup triumphieren.

Am Donnerstag brachte er gegen Arsenal wieder einige Spieler aus der 2. Reihe. Adrián ersetzte im Tor Alisson Becker. James Milner, Curtis Jones und der von Hertha BSC zurückgeholte Marko Grujic kamen im Mittelfeld zum Zug. Sie ersetzen u. a. Fabinho und Thiago Alcantara. Im Angriff versuchte sich Takumi Minamino neben Mohamed Salah. Roberto Firmino und Sadio Mané blieben draußen. Das wirkte sich hemmend auf Liverpools Spielweise aus. Zur Pause hieß es 0:0 im leeren Anfield-Stadion. „Liverpool fand fast nicht statt“, so der frühere LFC-Profi Stephen Warnock bei BBC Radio 5 Live. Bei Arsenal spielten aus der ehemaligen Bundesliga-Combo u. a. Bernd Leno und Sejad Kolasinac. Doch auch der Mannschaft des spanischen Trainers Mikel Arteta fehlte es an Durchschlagskraft. Arsenal verzeichnete nach torlosen 90 Minuten nur 2 Schüsse auf die Bude.

So ging es ins Elfmeterschießen. Hier wurde der deutsche Torhüter Bernd Leno bei den „Gunners“ zum Held. Der Nationalspieler hielt gegen Divock Origi und Harry Wilson. Adrián entschärfte gegen Mohamed Eleny. Joe Willock schoss die Londoner mit dem 5:4 ins Viertelfinale.Das komplette Elfmeterschießen: 1:0 James Milner, 1:1 Alexandre Lacazette, 2:1 Gini Wijnaldum, 2:2 Cedric Soares, 3:2 Takumi Minamino, Adrián hält gegen Mohamed Eleny, Bernd Leno pariert gegen Divock Origi, 3:3 Ainsley Maitland-Niles, 4:3 Curtis Jones, 4:4 Nicolas Pepé, Harry Wilson scheitert an Leno, 4:5 Joe Willock. Es wurde somit Liverpools 4. Pleite in den letzten 6 Elfmeter-Duellen. „Es war ein sehr schweres Spiel für uns, aber jetzt haben wir weiter die Chance auf einen Titel“, so Bernd Leno bei Sky Sports UK, „der Verein hat mir immer das Gefühl gegeben, dass ich die Nummer 1 bin und ich bin die Nummer 1 und werde es bleiben. Das werde ich jede Woche beweisen.“Top News 2: Europa League – VfL Wolfsburg verspielt in Athen Millionen, Milan nach 24 Elfern weiter!

Ein unfassbar gruseliger Europacupabend für den VfL Wolfsburg! Die „Wölfe“ verloren in der Nachspielzeit bei AEK Athen im Europa-League-Playoff mit 1:2 (1:0). Damit sind 3 Mio. Euro UEFA-Prämie futsch. Ein anderer Top-Klub spielte dagegen in der Nachtschicht um die Europacup-Millionen.

Die Kulisse mutete gespenstisch an. Vor leeren Rängen musste der VfL Wolfsburg im 70.000 Zuschauer fassenden Athener Olympiastadion gegen AEK ran. Genauso trist fühlte sich das Spiel an. Insgesamt eine Partie mit vielen Fehlleistungen auf beiden Seiten.

Bei den Wolfsburgern bildeten Josip Brekalo, Wout Weghorst und Renato Steffen die Angriffsreihe. Maximilian Arnold und Xaver Schlager spielten auf der Doppel-Sechs. Schlager verursachte mit einem wuchtigen Einsteigen gegen Nenad Krsticic nach einem Freistoß aus dem Halbfeld einen Foulelfmeter (19.). VfL-Torhüter Pavao Pervan hielt gegen AEK Kapitän Petros Mantalos (20.). Der 32-jährige Österreicher, der Koen Casteels vertrat, hielt die „Wölfe“ damit im Spiel.

AEK Athen hatte sich mit einem 1:0 gegen den Schweizer Klub FC St. Gallen für die Playoffs qualifiziert. Der Tabellendritte der griechischen Liga aus dem Vorjahr blieb trotz dieser vergebenen Chance bissig. Mit dem Pausenpfiff aber die Wolfsburger Führung. Admir Mehmedi traf trocken aus 15 Metern nach Zuspiel von rechts durch Brekalo. Mehmedi verpasste nach 56 Minuten nach einem Abwehrfehler der Griechen per Direktabnahme die Vorentscheidung. Ein Sonntagsschuss von André Simoes aus fast 30 Metern (65.) musste für AEK her, um zurückzukommen. 1:1, Pervan ohne Chance gegen diesen Effetball! In dem langweiligen Spiel sah alles nach Verlängerung aus. Aber: Karim Ansarifard (90. + 4) brachte AEK mit dem 2:1 in die Europa League. Kein harter Schuss, wieder aus dem Nichts, aber eben wieder drin. Wolfsburg blamiert!

In die Nachtschicht mussten am Donnerstagabend der AC Mailand mit Superstar Zlatan Ibrahimovic. Milan gewann in einem Endlos-Elfmeterschießen nach 2:2 in der Verlängerung (1:1, 0:0) beim portugiesischen Klub Rio Ave. 9:8, bei insgesamt 24 (!) Elfmetern. Der Ex-Wolfsburger Simon Kjaer verwandelte den letzten Ball für die Gäste. Gianluigi Donnarumma hielt gegen Aderllan Santos. Damit darf Milan auch in Europa mitspielen.Er war vergangene Saison noch besser als der frisch gebackene „Fußballer Europas“ vom FC Bayern, Robert Lewandowski. Ciro Immobile (30) erzielte 36 Saisontreffer für Lazio Rom in der Serie A. Der italienische Stürmer damit mit 2 Treffern mehr als Lewandowski. In der am Donnerstag ausgelosten Champions-League-Gruppenphase (Ligalive.net berichtete)  trifft Immobile nun wieder auf den BVB. Und, wie die UEFA am Donnerstag entschied, werden auch Zuschauer zugelassen sein.

,,Das Wiedersehen mit Ciro Immobile, auf das wir uns sehr freuen, gibt dem Los Lazio Rom eine besondere Würze“, war BVB-Vorstandschef Hans-Joachim (Aki) Watzke sicher. Die Werte, die der 41-fache italienische Nationalspieler in Rom derzeit vorlegt, sind nicht im Ansatz zu vergleichen mit seinen Tor-Zahlen bei der Borussia. 2014 für 18,5 Millionen Euro vom FC Turin nach Dortmund geholt, enttäuschte der Stürmer bei den Westfalen auf ganzer Linie. Der vermeintliche Nachfolger von Lewandowski – er wechselte ablösefrei zum FC Bayern München – wurde zu einem der größten Transfer-Flops der Klopp-Ära. In 24 Bundesliga-Spielen traf er nur 3-mal. Besser lief es für Ciro Immobile mit dem BVB in der Champions League. Die „Königsklasse“ sah 2014/2015 insgesamt 4 Immobile-Tore in 6 Spielen. Reichte nicht zu einer Erfolgsstory. Dortmund schied – ohne Immobile im Kader – im Achtelfinale gegen Juventus Turin aus (0:3, 1:2 im Hiknspiel). Mit dem Abschied von Jürgen Klopp endete auch die Zeit von Ciro Immobile. Er wechselte am 12. Juli 2015 zum FC Sevilla. Bei Lazio Rom knüpfte er ab 2016 an seine formidablen Tor-Quoten vor dem Dortmund-Wechsel an. Er markierte 23 Tore in 36 Serie-A-Spielen. Mit den Römern holte Immobile die Coppa Italia 2019 und 2-mal den italienischen Supercup.

Nun wird Ciro Immobile mit Lazio Rom wieder gegen seinen Ex-Klub spielen. In Gruppe F der Champions League treffen die ,,Laziali” auf die westfälische Borussia, Zenit St. Petersburg und den FC Brügge. Als hätte Immobile es geahnt, gab er der Zeitschrift SPORT BILD (Ausgabe 39, 2020) eine Woche vor der CL-Auslosung ein längeres Interview. Darin sprach er auch über den BVB und Jürgen Klopp. „Ich war unerfahren, hatte zu wenig Anpassungsfähigkeit und Interesse meinerseits an der neuen Sprache und der neuen Kultur“, verrät der Italo-Stürmer. Zudem, so Immobile in SPORT BILD, habe es Probleme innerhalb der Mannschaft gegeben. Der Schatten des Robert Lewandowski war für Immobile zu lang.

Dortmund kam mit 0:2 gegen Leverkusen und dem damals schnellsten Bundesliga-Tor aller Zeiten schlecht rein. Man stand zwischenzeitlich sogar auf einem Abstiegsplatz. Es zeichnete sich ab, dass nach dem Rausch der Jahre 2010 bis 2013 (2-mal Meister, Pokalsieger, CL-Finalist) der Kater folgte. „Ich glaube, dass ich einfach zu einem ungünstigen Zeitpunkt nach Dortmund gewechselt bin“, erklärt Ciro Immobile der SPORT BILD. „Vielleicht“, so mutmaßt der Italiener, „war dann die Luft raus.“ Dazu kam wohl auch ein Schuss Selbstzufriedenheit. „Zu Beginn war ich sogar zufrieden mit meiner Leistung“, so Immobile, „ich habe in der Champions League gut gespielt und in der Liga abgeliefert.“ Dann aber stürzte der einzige Bayern-Herausforderer in der Bundesliga ab. „Für ein Team wie Borussia Dortmund, das Erfolge gewohnt ist, war es schwierig, mit solch einer Situation umzugehen“, glaubt Ciro.

Dass Jürgen Klopp zum Saisonende zurücktrat, verwunderte kaum. Der Erfolgscoach suchte eine neue Herausforderung in Liverpool. Bis heute bedauert der Lazio-Stürmer, dass er nur eine Saison unter „Kloppo“ spielte. „Ich hätte sehr gerne in einer besseren Phase mit Klopp zusammengearbeitet“, so Ciro Immobile im Interview, „aber ich denke, das weiß er.“ Klopp hat die Qualität des italienischen Torjägers in den Jahren danach immer wieder in seinen Interviews betont. „Er hat erklärt, dass er ein Fan von mir und von Lewandowski ist“, sagt Immobile.Er glaubt, das Geheimnis des Erfolgstrainers zu wissen. „Klopp hinterlässt dir etwas, du vergisst ihn nicht. Ich hatte Glück, unter ihm spielen zu dürfen.“ Die Verpflichtung von Ciro Immobile für Lewandowski konnte den BVB 2014 nicht zurück an die Bundesliga-Spitze führen. Dass dies den Borussen in naher Zukunft gelingt, sieht Immobile eher nicht. Sein für jeden BVB-Fan bitteres Fazit: „Auch wenn der BVB die letzten Jahre den Münchenern ein paar Nadelstiche verpassen konnte – am Ende triumphiert Bayern, weil sie einfach stärker sind.“


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