Nationalmannschaft: Besser als Löw-Team: U21 schlägt Moldawien klar mit 5:0


Top-News 1: Deutschlands U21-Nationalmannschaft souverän gegen Moldau – 5:0!

Die Reise der deutschen U21-Nationalmannschaft nach Moldawien stand unter keinem guten Stern. Ein Corona-Fall im Team brachte die Partie an den Rand der Absage. Die Spieler von Nationaltrainer Stefan Kuntz (58) erfuhren erst am Donnerstag um 23 Uhr, dass die Begegnung in Chisinau stattfinden würde.

Das Spiel stieg. Die Konzentration der deutschen Junioren wurde kaum beeinträchtigt. Im leeren Stadion des FC Zimbru in Chisinau war schon zur Pause alles klar.

Der bei Wolfsburg durchgefallene Lukas Nmecha (18., 25. / Foulelfmeter), jetzt RSC Anderlecht, und Salih Özcan (1. FC Köln) nach 41 Minuten per Kopfball trafen für Deutschland. Jonny Burkhardt von Mainz 05 (67.) und Dominik Kother (KSC) legten nach 67 Minuten und in der 2. Minute der Nachspielzeit das 0:4 und das 0:5 nach.

„Stefan Kuntz hat gesehen, dass er sich auf die Spieler aus der 2. Reihe verlassen kann“, bilanzierte Ex-Nationaltorhüter René Adler bei PRO7 Maxx. In Gruppe 9 der EM-Qualifikation liegt die DFB-Juniorenauswahl mit 12 Punkten einen Zähler hinter Tabellenführer Belgien. Am kommenden Dienstag geht es in Fürth gegen die Juniorenauswahl von Bosnien-Herzegowina.

Lukas Nmecha Deutschland U21
Lukas Nmecha (m.) traf auch im Rückspiel gegen die Moldau für Deutschlands U21-Nationalmannschaft. Foto: Imago Images / Sven Simon

Top-News 2: Über die Playoffs zur EURO 2021? Nordirland ist wieder „on Fire“

Bosnien-Herzegowina Nordirland EURO 2021 Playoffs
Peacock's on Fire! Nordirlands Torhüter Bailey Peacock-Farrell wurde in Bosnien für die Briten zum Held. Foto: Imago Images / Inpho Photography

Erinnern Sie sich noch an den EURO-Sommer 2016? Sonne, Frankreich – und ein unvergleichlicher Ohrwurm. Er kam ursprünglich aus Italien und war schon 20 Jahre alt. Die Fans von Deutschland-Gegner Nordirland legten ihn neu auf.

„Will Grigg’s on Fire“ („Your defense ist terrified as Will Grigg’s on Fire!“), nach der Melodie von Freed from Desire der italienischen Sängerin Gala. Dieser Fan-Gesang wurde zum EM-Hit des Jahres. Der nordirische Stürmer von Wigan Athletic stand zwar im Kader von Michael O‘ Neill. Er kam aber in Frankreich trotz aller Bemühungen von den Rängen nicht zum Einsatz. Bemühen musste sich auch „Die Mannschaft“, die sich im 3. Vorrundenspiel gegen die „Boys in Green“ fast die Füße brach – 1:0 durch ein Tor von Mario Gomez. Hinterher war man geneigt zu sagen: „Wir sind wieder wer…“

Die Fußball-Traumreise der Nordiren, die zuvor 30 Jahre auf eine WM- oder EM-Endrunde gewartet hatten, ging im inner-britischen Duell im Achtelfinale gegen Wales (0:1) zu Ende. Nun könnte es 2021 eine Fortsetzung geben. Zwar ohne Will Grigg. Aber Nordirland ist trotzdem wieder „on Fire!“

Am Donnerstagabend buchte die „Green-White Army“ in Sarajevo gegen Bosnien-Herzegowina das Ticket für die Finalrunde der EM-Playoffs am 12. November 2020. Und sie taten das, was Briten eigentlich nicht können: Sie gewannen im Elfmeterschießen. Nach 120 Minuten stand es 1:1. Gegen Edin Dzeko und Co. setzten sich die Nordiren schließlich vom Punkt aus durch. Held aus Sicht der Grün-Weißen war Torhüter Bailey Peacock-Farrell. Der Keeper vom FC Burnley hielt gegen Haris Hajradinovic. Edin Visca jagte seinen Ball für die Bosnier an die Querlatte. Auf nordirischer Seite vergab George Saville. Dafür trafen Stuart Dallas, Kyle Lafferty, Conor Washington und Liam Boyce. Steven Davis überholte mit seinem 120. Länderspiel Torhüterlegende Pat Jennings. „Ich kann kaum sagen, wie sehr ich mich für ihn freue“, jubelte Nordirland-Coach Ian Baraclough, „was er Nordirlands Fußball gegeben hat, hat kein anderer geschafft.“

Zeit für neue Nordirland-Helden in 2021? Nein, die Mannschaft von Ian Baraclough muss noch das Spiel gegen die Slowakei erfolgreich gestalten. Dann darf auch wieder munterst gedichtet werden. Vielleicht lautet die Fan-Hymne ja dann „Peacock’s on Fire“?

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Top-News 3: Weltmeister Mario Götze in Holland: Auf den Spuren von „Boss“ Rahn

Mario Götze PSV Eindhoven
Mario Götze ist neu beim PSV Eindhoven. Foto: Imago Images / Pro Shots

Geschichte wiederholt sich. 60 Jahre, nachdem WM-Siegtorschütze Helmut „Boss“ Rahn (2003) beim SC Enschede in den Niederlanden anheuerte, folgte mit Mario Götze (28) ein weiterer Spieler, der Deutschland zum Weltmeister machte, in Holland. Der ehemalige Star von Borussia Dortmund und Bayern München wechselt zur PSV Eindhoven (Ligalive.net berichtete).

Ein überraschender Transfer kurz vor Toresschluss, ohne Frage! Aber Götze hat mit dem Engagement beim Europapokalsieger von 1988 die Chance auf einen echten Neuanfang. Doch was vereint, was trennt den WM-Helden von Rio und den „Boss“, den Berner Helden von 1954?

Kurios: Sowohl Götze als auch Rahn zog es 6 Jahre nach ihrem goldenen Treffer für Deutschland in die Niederlande. Rahn hatte sein geliebtes Rot-Weiß Essen 1959 verlassen müssen. Er war nach Trunkenheitsfahrten und wenig professioneller Lebensweise in den Wirtschaftswunder-Jahren negativ in die Schlagzeilen geraten. Der „Held von Bern“ („Helmut, erzähl mich dat dritte Tor“) war nur noch ein Abziehbild von einst. Aufgeschwemmt, desillusioniert, zog sich „Der Boss“ immer mehr zurück. Sein letzter, ganz großer Auftritt war die WM 1958. In Schweden erreichte Deutschland das bis heute beste Resultat als Titelverteidiger: Platz 4. Rahn erzielte bei diese Endrunde 6 Treffer – und wurde 2. bei der Wahl zu „Europas Fußballer des Jahres“. Beim 1. FC Köln blieb er nur eine Saison, handelte sich weitere Disziplinarstrafen ein.

Die Folge: 1960 flüchtete Rahn ins niederländische Exil. Beim SC Enschede, dem Vorgängerklub des FC Twente Enschede, fand er eine neue Heimat. 1963 holte ihn Trainer-Legende Rudi Gutendorf zum Bundesliga-Start nach Deutschland zurück. Zum Meidericher SV nach Duisburg. „Egal, ob der säuft, der bringt 5.000, 6.000 Zuschauer aus Essen mit herüber“, überzeugte „Riegel-Rudi“ die zweifelnden MSV-Bosse. Sie waren der Meinung. ,,Der passt nicht zu uns, der säuft."

Mario Götze (28) wurde von Joachim Löw nach seinem WM-Siegtor gegen Argentinien am 13. Juli 2014 in Rio de Janeiro lange im Nationalteam gehalten. Erst 2017 fiel er nach Stoffwechsel-Erkrankung ein ganzes Jahr aus. Sein letztes Länderspiel machte Götze am 14. November 2017, beim 2:2 gegen Frankreich in Köln. „Die Mannschaft“ hat er nach dem Wechsel nach Holland noch nicht abgeschrieben. „Definitiv möchte ich wieder zurück in die Nationalmannschaft“, sagte Götze bei seiner Präsentation am Donnerstag in Eindhoven. „Ich bin jetzt 28 Jahre alt und habe noch große Ambitionen“, so der U17-Europameister von 2009.

Ähnlich wie bei Rahn mit Rudi Gutendorff fand er nun mit Roger Schmidt (53) in Eindhoven den Mentor, den er in Dortmund mit Favre und Co nie hatte. „Ich hatte ein paar gute Gespräche mit Roger“, erklärte Mario Götze dem Kicker-Sportmagazin (Donnerstag-Ausgabe). „Erst danach habe ich mich ernsthaft mit einem Wechsel in die Niederlande beschäftigt“, so der 5-malige Deutsche Meister. Schmidt ist sicher: „Mario ist in Bestform ein großer Gewinn für die PSV.“

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