Marc-Vivien Foé: Karriere, Titel und der Tod beim Confed Cup 2003
Marc-Vivien Foé starb mit 28 Jahren beim Confed Cup 2003. Seine Stationen, 62 Länderspiele, zwei Afrika-Cup-Titel und das, was von ihm bleibt.
Marc-Vivien Foé starb am 26. Juni 2003 im Alter von 28 Jahren. Der kamerunische Mittelfeldspieler brach im Halbfinale des Confed Cups gegen Kolumbien im Stade de Gerland von Lyon auf dem Platz zusammen und konnte nicht wiederbelebt werden. Bis dahin hatte er 62 Länderspiele bestritten, acht Tore erzielt, zweimal den Afrika-Cup gewonnen und in Frankreich die Meisterschaft geholt.
Wer ihn nur von diesem Tag kennt, kennt den kleineren Teil. West Ham United zahlte 1999 eine Vereinsrekordablöse für ihn, und mit Olympique Lyon wurde er 2002 französischer Meister.
Stand: November 2026
Inhaltsverzeichnis
Die Stationen im Überblick
| Verein | Zeitraum | Eckdaten |
|---|---|---|
| Canon Yaoundé | bis 1994 | Kamerunischer Pokalsieger 1993 |
| RC Lens | 1994 bis 1999 | Debüt am 13. August 1994 (2:1 gegen Montpellier), Meister 1998 |
| West Ham United | 1999 bis 2000 | 4,2 Millionen Pfund Ablöse, 38 Ligaspiele, 1 Tor |
| Olympique Lyon | ab Mai 2000 | 6 Millionen Pfund Ablöse, Ligapokal 2001, Meister 2002 |
| Manchester City (Leihe) | 2002/03 | 550.000 Pfund Leihgebühr, 38 Startelfeinsätze in 41 Spielen |
Aus Yaoundé in die Nationalelf
Foé wurde am 1. Mai 1975 in Yaoundé geboren. Mit Canon Yaoundé gewann er 1993 den kamerunischen Pokal. Im selben Jahr spielte er bei der U20-WM in allen drei Gruppenspielen und traf beim 2:3 gegen Kolumbien am 8. März einmal. Am 22. September 1993 debütierte er in der A-Nationalmannschaft, einem 0:1 gegen Mexiko.
Bei der WM 1994 stand er in allen drei Spielen in der Startelf. Kamerun sammelte einen Punkt und verlor das letzte Spiel 1:6 gegen Russland. Die WM 1998 verpasste Foé, weil er sich im Trainingslager vor dem Turnier das Bein brach.
Meister mit Lens, Rekordtransfer zu West Ham
Nach der WM 1994 wechselte er zum RC Lens, wo er fünf Spielzeiten blieb und 1998 französischer Meister wurde. Im Januar 1999 holte ihn West Ham für 4,2 Millionen Pfund, damals Vereinsrekord. In London kam er auf 38 Ligaspiele und ein Tor gegen Sheffield Wednesday, im UEFA-Cup traf er beim 3:1 gegen NK Osijek.
Im Mai 2000 folgte der Wechsel nach Lyon, für sechs Millionen Pfund. Foé verpasste dort große Teile einer Saison wegen einer Malaria, gewann 2001 den Ligapokal und 2002 die Meisterschaft.
Zweimal Afrikameister, WM 2002 in Asien
Mit Kamerun gewann Foé 2000 und 2002 den Afrika-Cup. Beim zweiten Titel in Mali saß Winfried Schäfer auf der Bank, der deutsche Trainer, der die Mannschaft nach nur einem Jahr im Amt auch zur WM 2002 geführt hatte. In Japan und Südkorea spielte Foé jede Partie: Sieg gegen Saudi-Arabien, Remis gegen Irland, Niederlage gegen Deutschland, danach war Schluss.
Manchester City: das letzte Jahr
Im Sommer 2002 lieh City ihn für 550.000 Pfund aus Lyon aus. Sein erstes Tor gelang ihm am 9. Dezember 2002 bei Sunderland, im folgenden Monat kamen fünf weitere dazu. Am 21. April 2003 traf er beim 3:0 gegen Sunderland, es war das letzte City-Tor an der Maine Road. Er stand in der Saison 2002/03 in 38 von 41 Spielen in der Startelf.
26. Juni 2003: der Halbfinaltag von Lyon
Einige Tage vor dem Spiel ging es Foé nicht gut. Er sagte einen Pressetermin ab und ließ sich untersuchen, gefunden wurde nichts. Laut Medienberichten hatte er Magenprobleme, wollte aber nicht pausieren. Das Halbfinale gegen Kolumbien wurde bei rund 40 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit gespielt. Schäfer fragte in der Pause nach, ob alles in Ordnung sei, Foé bejahte. Als der Trainer ihn in der zweiten Halbzeit auswechseln wollte, lehnte er ab.
Dann brach er allein im Mittelkreis zusammen. Bei der Minute weichen die Quellen ab, die FIFA nennt die 71., die englischsprachige Wikipedia die 72. Schiedsrichter Markus Merk erreichte ihn als Erster und glaubte nach eigenen Worten sofort, dass Foé tot sei. Nach Angaben von Schäfer stand kein Defibrillator bereit. Ärzte und Helfer versuchten rund 45 Minuten lang, ihn wiederzubeleben, andere Quellen sprechen von einer Stunde. Festgestellt wurde sein Tod im Medizinzentrum von Lyon.
Eine erste Obduktion fand keine Ursache. Die zweite ergab eine erblich bedingte hypertrophe Kardiomyopathie, eine Herzmuskelerkrankung, die bei Belastung zum plötzlichen Herztod führen kann. Das Spiel endete 1:0 für Kamerun, die Mitspieler erfuhren nach FIFA-Angaben erst nach dem Sieg, was geschehen war.
Das Finale und das Gedenken
Auf Wunsch seiner Familie wurde das Turnier nicht abgebrochen. Am 29. Juni 2003 verlor Kamerun das Finale im Stade de France gegen Frankreich 0:1, Thierry Henry erzielte das Golden Goal. Beide Mannschaften wärmten sich in T-Shirts mit der Aufschrift „Foe 17“ auf, die Kameruner liefen mit einem lebensgroßen Bild ihres Mitspielers ein, und die Kapitäne Marcel Desailly und Rigobert Song hoben den Pokal gemeinsam.

Was von Foé bleibt
Manchester City vergibt die Nummer 23 nicht mehr, Lens sperrte die 17 für fünf Jahre, Lyon zog sie zurück, bis Jean II Makoun sie ihm zu Ehren wieder trug. An der Maine Road erinnern ein Gedenkgarten und eine Plakette im Walk of Pride an ihn, in Lens trägt eine Straße nahe dem Stade Félix-Bollaert seinen Namen. Kamerun richtete ein Staatsbegräbnis aus und ernannte ihn nachträglich zum Kommandeur des Nationalen Verdienstordens. Beim Confed Cup 2003 bekam er den Bronzenen Ball.
Auch beim Ungarn Miklós Fehér (2004) und beim Spanier Antonio Puerta (2007) wurde nach dem Tod eine genetische Herzerkrankung genannt. Christian Eriksen erlitt am 12. Juni 2021 bei der EM gegen Finnland einen Herzstillstand, wurde auf dem Platz mit einem Defibrillator behandelt und überlebte. Dass Foé trotz Unwohlsein spielen wollte und die Auswechslung ablehnte, ist belegt. Warum, bleibt offen.
Häufige Fragen zu Marc-Vivien Foé
Wie alt wurde Marc-Vivien Foé?
28 Jahre: geboren am 1. Mai 1975 in Yaoundé, gestorben am 26. Juni 2003 in Lyon.
Welche Rückennummer trug er?
Die 17 in Lyon, Lens und im Nationalteam, bei City die 23. Beim Finale 2003 trugen beide Teams beim Aufwärmen Shirts mit „Foe 17“.
Spielte Foé je in der Bundesliga?
Nein. Seine Vereine lagen in Kamerun, Frankreich und England. Gegen Deutschland trat er mit Kamerun bei der WM 2002 an.