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Peter Grosser (Vom FC Bayern zu 1860) – Bayern München war ihm zu schlecht….

Peter Grosser (Vom FC Bayern zu 1860) – Bayern München war ihm zu schlecht…. Verräter-Transfers: Ein Reporter forciert den Seitenwechsel in München

Münchner Derby am 30. März 1968 in der Fußball-Bundesliga: Die Kapitäne Werner Olk vom FC Bayern (l.) und Peter Grosser von 1860 München vor dem Spiel im Smalltalk.

Peter Grosser steht zu Beginn seiner Fußballerkarriere eigentlich im Dienst des „falschen“ Münchner Klubs, des FC Bayern.

Dort rückt er 1958 in die 1. Herrenmannschaft auf. Die Bayern sind zu diesem Zeitpunkt das, was man gemein hin einen „Mittelklasse-Verein“ nennt und vor allem sind sie die Nummer 2 in der eigenen Stadt. Ihre einzige deutsche Meisterschaft haben sie 1932, also vor Urzeiten, gewonnen und der DFB-Pokalsieg von 1957 darf in dieser Phase als Ausreißer nach oben gewertet werden.

Münchens Nummer 1 ist (noch) der TSV 1860. Die „Löwen“, 1963 Süddeutscher Meister und 1964 DFB-Pokalsieger, ziehen folgerichtig auch in die neu gegründete Bundesliga ein. Die Eliteliga bleibt den „Roten“ vom FC Bayern bis 1965 verwehrt.

Die Aussicht auf die neue Bundesliga lockt auch Peter Grosser. Der torgefährliche Mittelfeldspieler hat sich mit 65 Toren in 134 Liga-Spielen auch für die Bayern interessant gemacht. Bei den Harlachingern tobt ein Machtkampf zwischen Präsident Wilhelm Neudecker und Sponsor Roland Endler. Neudecker weigert sich, Grossers Vertrag zu verlängern. Das löst einen Streit zwischen Urviech Neudecker und Endler aus – und der zieht Grosser auf seine Seite.

 

Ein Journalist hilft Grosser

Auf Vermittlung eines Reporters der Münchner Abendzeitung (az) wechselt Grosser „auf Giesings Höhen“, zu 1860 München und prägt die erfolgreichste Zeit des Vereins mit.

Am 31. August 1963 ist Peter Grosser der erste Doppel-Torschütze für 1860 München in der Bundesliga – beim 3:3 bei Borussia Dortmund. Er führt 1860 zum DFB-Pokalsieg 1964 und als Kapitän bis ins Europapokalfinale der Pokalsieger 1965 im Londoner Wembley-Stadion gegen West Ham United (0:2) und Bobby Moore. Ein Jahr später die Krönung: 1860 wird als erster Münchner Klub Deutscher Meister der Bundesliga-Ära.

 

Peter Grosser – Was wenige wissen

Dass Peter Grosser vom MTV München, dem Stammverein des FC Bayern, kommt, ist bekannt.

Der 7. Mai 1966 ist für den Mittelfeldspieler von 1860 München ein trauriger Tag. Das 2. Länderspiel Grossers sollte auch sein letztes werden. Gegen die Nationalmannschaft Nordirlands (2:0) läuft der „Löwe“ in Belfast zum letzten Mal auf.

Wenig später ereilt Grosser das Schicksal, das nicht viele deutsche Meisterkapitäne eines Bundesligisten in einem WM-Jahr kennen. Für eine anstehende Weltmeisterschaft trotz Meisterstück nicht nominiert zu werden, das muss nach 1964 außer Grosser nur einer erfahren: Günter Theodor Netzer von Borussia Mönchengladbach (1970). Stefan Reuter (2002) vom BVB hat seine Nationalmannschaftskarriere bereits beendet. Ebenso wie Andreas Brehme 1998 mit dem 1. FC Kaiserslautern. Netzer verletzt sich 1970 kurz vor der Abreise nach Mexiko. Bei Grosser ist es eine eigene Geschichte.

  

Peter Grosser – Private ups and downs

Peter Grosser ist am 28. September 2018 runde 80 Jahre alt geworden. Er hat auf dem Weg zu dieser stolzen Zahl einige private Schicksalsschläge hinnehmen müssen.

Der Ur-Münchner hat seine beiden Söhne verloren. Der 1965 geborene Sohn Thomas stirbt 2008 im Alter von nur 42 Jahren während eines Hallentrainings in Unterhaching. Beim 3. Münchner Fußball-Bundesligisten SpVgg Unterhaching ist Peter Grosser zwischen 1990 und 2011 Vize-Präsident.

Seinen zweiter Sohn Peter Junior erliegt 1979 bereits mit 19 Jahren den Folgen eines Autounfalls. Peter Grosser Junior verstirbt nach 3 Tagen im Koma. Der „Löwe“ hat lange gebraucht, um über diese Geschehnisse sprechen zu können. Nach dem Tod seines Sohnes Thomas gibt Grosser mehr als 2 Jahre lang keine Interviews.

2011 bricht er in der Münchner Abendzeitung (az) sein Schweigen. „Peter war damals 19, ich kann das heute noch gar nicht begreifen“, sagt Peter Grosser in einem lesenswerten Interview. Das Grab seiner Söhne besucht er auch im hohen Alter beinahe täglich: „Dort komme ich zur Ruhe und kann klare Gedanken fassen.“

 

Erfolge

Deutscher Meister 1966 und DFB-Pokalsieger 1964 mit dem TSV 1860 München

6 Tor-Beteiligungen an den beiden höchsten Bundesliga-Erfolgen des TSV 1860 München: 9:0 gegen den Karlsruher SC und 9:1 bei Borussia Neunkirchen, 1964/65

UI-Cup-Sieger 1970 und 1971 mit Austria Salzburg

Aufstieg in die Oberliga Bayern mit Türkgücü München 1988 (als Trainer)

 

Misserfolge

Die größten Misserfolge musste Peter Grosser in Diensten von 1860 München und der deutschen Fußball-Nationalmannschaft erleben.

Insbesondere sind dies:

Das verlorene Europapokalfinale der Pokalsieger 1965 mit 1860 München – 0:2 gegen West Ham United

Die Nicht-Nominierung zur Fußball-Weltmeisterschaft 1966

Der verpasste Aufstieg in die eingleisige 2. Bundesliga 1992/93 mit der SpVgg Unterhaching

 

Peter Grosser, Auweia

Meister ohne Weltmeisterschaft. Peter Grosser ist nicht verletzt. Der Mannschaftsführer von 1860 München wird von Bundestrainer Helmut Schön einfach nicht für die Weltmeisterschafts-Endrunde 1966 in England nominiert. Eine überraschende Entscheidung. Denn: Der WM-Teamanzug für Grosser ist bereits geschneidert. Dann aber ruft ihn Helmut Schön nicht an! Für den Münchner ist die Enttäuschung groß. Er tut etwas Unüberlegtes.

„Ich hab’ mir dann gedacht, der Schön kann mich gern haben und bin vor der WM in den Urlaub nach Venedig gefahren“, erzählt Grosser zu seinem 75. Geburtstag (2013) der Münchner Abendzeitung (az). Grosser weiter: „Schön rief noch an, er wollte mich umstimmen und zum Lehrgang einladen. Aber ich bin stur geblieben. Im Nachhinein war dies vielleicht ein Fehler.“

So bleiben das entscheidende WM-Qualifikationsspiel 1965 in Stockholm (2:1) und der Auftritt in Nordirland die einzigen Auftritte im DFB-Dress für das Idol von 1860. „Im Rückblick bereue ich, das Angebot von Schön nicht angenommen zu haben“, so Grosser später, „ich hätte wirklich mitfahren sollen nach England, auch wenn sich dort für mich nur ganz geringe WM-Einsatzchancen ergeben hätten. Man weiß aber nie – vielleicht wäre ich in Wembley am Ende doch dabei gewesen.“

War er ja auch! Aber nur mit 1860 München 1965 im Pokalsieger-Finale. Peter Grosser führt die „Löwen“ als erstes deutsches und als erstes Münchner Team in ein Europapokalendspiel. Im Londoner Fußball-Tempel gibt es ein 0:2 aus Sicht der Sechziger. Auf das Finale ist Grosser dennoch stolz. „ Wir waren auch die erste deutsche Mannschaft, die in diesem Stadion spielen durfte. Und ich sage es immer wieder: Wenn das Finale auf neutralem Boden stattgefunden hätte, hätten wir den Pokal mit nach München genommen“, erklärt er dem 1860-Fanportal DieBlaue24.com. Immerhin: Es lohnt sich auch finanziell. Die Verlierer kassieren von 1860 München eine Prämie von 1.500 Mark. Viel Geld im Wirtschaftswunder-Land.

 

„Venedig statt Wembley, das hört sich super an – und trifft es genau.“ (Peter Grosser über sein WM-Aus 1966)Videoinhalte – Der Video-Player oben zeigt zunächst das Video über Peter Grosser, danach automatisch folgend alle weiteren Videos unseres Dossiers: “Die 30 größten “Verräter-Transfers” der Bundesliga-Geschichte”.

Alternativ kann jedes Video auch direkt aufgerufen werden durch Klicken auf das Bild, die Überschrift oder den Hinweis der weiter unten folgenden Vorschaubilder, Überschriften und Hinweise unter der Überschrift “Es ist so schwer, ein FC Bayern Star zu sein – Einzelvideos”.

Wer die Story mit vielen zusätzlichen Texten, Bildern und allen Videos lesen und schauen will, dem empfehlen wir unser Dossier “Die 30 größten “Verräter-Transfers” der Bundesliga-Geschichte. Auf zum Erzfeind – diese Spieler kannten keine No Go‘s”. Bitte hier entlang.

Wer das Dossier werbefrei und als E-Book, PDF oder PWA kostenpflichtig lesen und schauen will, bitte hier informieren.


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