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Pokal-Pleite: Der FC Bayern in den Trikots von 1991, die gingen schon damals nicht…

Der FC Bayern München kassierte in den Trikots von 1991 die früheste Pokal-Pleite seit 2004. Mit Nostalgie war es in Kiel nicht weit her.

David Alaba trifft im Elfmeterschießen für den FC Bayern München bei Holstein Kiel (7:8). Am Ende gewann Kiel.

Der FC Bayern München und seine Trikots. Das ist nicht immer eine Erfolgsgeschichte. Bewiesen am Mittwochabend beim Pokal-„Aus“ bei Zweitligist Holstein Kiel (Ligalive.net berichtete). 2021 trägt der FC Bayern die Trikots von 1991 in Hipster-Design wieder auf. Keine gute Idee. Die Stimmung ist aber auch ohne die Trikot-Debatte beim FC Bayern gereizt genug…

Es war am 14. August 1991. Den Fans des FC Bayern unter den nur 9.000 Zuschauern im Münchener Olympiastadion sollte dieser Tag zu denken geben. 2:4 verlor der stolze FC Bayern München in seinen neuen blau-roten Trikots. Im DFB-Pokal, nach Verlängerung und gegen einen Außenseiter namens FC 08 Homburg. Der Zweitligist aus dem Saarland hatte mit Rodolfo Cardoso, Steffen Korell oder Neale Marmon durchaus ambitionierte Spieler im Team. Die Bayern-Stars um Stefan Effenberg, Brunhold Labbadia, Brian Laudrup und Thomas Strunz waren blamiert. Vor der Blamage gegen Homburg hatte am 10. August 1991 auch ein gewisser FC Hansa Rostock (2:1) die Punkte aus München entführt.

In diesen Trikots sollte dem FC Bayern auch in der Folgezeit nicht mehr viel gelingen. Im Oktober 1991 setzte es Wettbewerb übergreifend 4 Niederlagen in Folge. 1:4 gegen die Stuttgarter Kickers, 0:3 gegen Borussia Dortmund, 2:3 beim VfB Stuttgart und 2:6 (!) bei B1903 Kopenhagen (heute FC Kopenhagen). Im UEFA-Cup. Die Fans erkannten die Bayern nicht mehr. Trotz der schicken Trikots, mit denen der FC Bayern voll im Trend der bunten, schrillen 1990er-Jahre war. Die Saison 1991/92 wurde zur zweitschlechtesten Spielzeit des Rekordmeisters in der Bundesliga. Nur Platz 10 – und 3 Trainer. Jupp Heynckes und Sören Lerby mussten vorzeitig gehen. ,,Sir” Erich Ribbeck führte die Bayern wieder in ruhigere Fahrwasser. Mit einer Erkenntnis. Lediglich 1977/78, nach dem Abgang von „Kaiser“ Franz Anton Beckenbauer, war man als Zwölfter noch schlechter.

Dass der Rekord-Pokalsieger am Mittwoch in Kiel mit den gleichen Trikots wie 1991 aus dem Cup rumpelte, ist bezeichnend! Die Fakten noch mal zum Mitschreiben. Es war die 5. Niederlage im 16. Elfmeterschießen für den FC Bayern im DFB-Pokal. Zudem war es die 1. Pokal-Pleite gegen ein Nicht-Bundesliga-Team seit 2004. Damals düpierte Alemannia Aachen das Star-Ensemble von der Isar. Dazu kam am Mittwoch: Frühestes Pokal-„Aus“ für den FC Bayern seit 2000. Erster Knock-out gegen einen unterklassigen Klub im Elfmeterschießen nach mehr als 20 Jahren. Im November 2000 verloren die stolzen Münchner beim 1. FC Magdeburg. Nun also Kiel. Und es rumpelte nach dem „Aus“ wie zu besten „FC Hollywood“-Zeiten.

Thomas Müller („Natürlich haben Sie gelacht“) attackierte die ARD-Reporterin Valeska Homburg verbal. Auch die „Abteilung offenes Wort“ schwieg auf der Tribüne. ,,Es gibt jetzt keine Entschuldigungen mehr”, war auch für Coach Hans-Dieter Flick Schluss mit lustig. 2 (65), sonst immer für „das offene Wort“ zu haben, verließ kommentarlos das Holstein-Stadion. Schade.


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