Pokalfinale: Das trennt Bayern und RB Leipzig


FC Bayern: Was macht Robert Lewandowski (r.)? (Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

Sie prägen die Saison 2016/2017 als Meister und Vizemeister und die Rückrunde der abgelaufenen Spielzeit. Jetzt stehen sich Rekordmeister FC Bayern München und Emporkömmling RB Leipzig erstmals in einem Finale gegenüber. 

In der Tabelle unter den Top 3, gibt es Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Spitzenklubs, aber auch riesige Unterschiede.

,,Das ist schon besonders für unseren jungen Verein – wir müssen schließlich festhalten, dass wir erst seit 10 Jahren existieren, dass wir erst das 3. Jahr Bundesliga spielen“, sagt RBL-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff (43) am Freitagabend bei einer Veranstaltung in Berlin den Portalen Sportbuzzer.de, t-online.de und Ligalive.net.

Die Leipziger könnten mit einem Pokalsieg am Samstag in einen exklusiven Kreis einziehen. Nach Essen, München und Wien wäre Leipzig in mehr als 80 Jahren DFB-Vereinspokal erst die 3. Stadt, die 2 verschiedene Vereine als Pokalsieger stellen kann. Zuvor sind dies die beiden Wiener Klubs Rapid und First Vienna FC – während der Okkupation Österreichs durch Hitler-Deutschland – 1860 und der FC Bayern München sowie die beiden Essener Teams Rot-Weiß (RWE) und Schwarz-Weiß, die 1953 und 1959 den ,,Pott“ in den Pott holen. Der Leipziger Verein VfB, 1993/94 kurzzeitig in der Bundesliga, gewinnt den ,,Tschammer-Pokal“ 1937 gegen den FC Schalke 04.

Timo Werner im Bundesliga-Spiel RB Leipzig gegen FC Bayern München mit Franck Ribéry (l.). (Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

Bayern verlor nur 4 Pokal-Finals

25. Oktober 2017: Im Pokal-Hit gegen den FC Bayern verschießt Leipzigs Timo Werner den entscheidenden Elfmeter. Sehen sich die Leipziger und die Bayern im Pokalfinale 2019 wieder? (Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)
FC Bayern gegen RB Leipzig – viel größer können die Unterschiede zwischen 2 Finalteilnehmern kaum sein. Obwohl RBL mit 35 Punkten die zweitbeste Rückrundenmannschaft der Bundesliga hinter den Münchnern ist, so scheinen unendliche Weiten zwischen den beiden Vereinen zu liegen.

Für den FC Bayern ist es am Samstag das 23. Pokalfinale seiner ruhmreichen Vereinsgeschichte. 18-mal haben die Münchner am Ende die jeweilige Arena – seit 1985 ist das Berliner Olympiastadion Austragungsort – am Ende als Sieger verlassen, zuletzt 2016, nach einem Elfmeterdrama gegen Borussia Dortmund.

Die Leipziger stellen mit nur 12 Gegentoren im Kalenderjahr 2019 die beste Defensive der Bundesliga.

Ganz anders die Bayern: Neben der Pokal-Spielzeit 1983/84, als Karl-Heinz Rummenigge und Co. das Finale in Frankfurt erst im Elfmeterschießen gegen Borussia Mönchengladbach gewinnen, hat der Branchenriese so viele Gegentore kassiert wie in diesem Jahr. Damals sind es 10, vor dem Finale 9. Der tapfere Zweitligist 1. FC Heidenheim trifft allein 4-mal gegen den FCB.

EINE ANDERE LIGALIVE STORY?

Kovac: ,,Leipzig wird Bayerns nächster großer Konkurrent"

Da lag die Sensation mehr als in der Luft: Robert Glatzel bejubelt das 4:4 für den 1. FC Heidenheim beim FC Bayern München. (Photo by Adam Pretty/Bongarts/Getty Images)

Geht es rein ums Finanzielle, so benötigt RB Leipzig die sprichwörtlichen Flügel, die der Energydrink des Hauptsponsors Red Bull verleihen soll, um die Münchner zu erreichen.

657,4 Mio. Euro Umsatz hat der Liga-Krösus von der Isar im abgelaufenen Geschäftsjahr gemacht, Leipzig kommt immerhin auf 250 Mio. Euro. Nicht schlecht für den Verein, der 2009 aus der Taufe gehoben wird. 291.000 eingetragene Mitglieder des FC Bayern München e. V. stehen gerade 17 Vereinsangehörigen der ,,RasenBallsportler“ gegenüber.

In Sachen Bundesliga-Erfahrung schlägt München die Leipziger ebenfalls aus dem Feld: 3.750 Liga-Spiele haben die Bayern-Stars absolviert, Timo Werner und Co. kommen nur auf 1.331. In bisher 7 Duellen in der Bundesliga und im DFB-Pokal haben die Münchner ebenfalls die Nase vorn. 5 Siege, ein Remis am 33. Spieltag der abgelaufenen BL-Saison 2018/2019 – und nur ein Leipziger Sieg. Diesen gibt es am 27. Spieltag der Saison 2016/2017. Es ist das einzige Mal, dass Leipzig mehr Torschüsse abfeuert als die Bayern (16:9).

Trotz dieser Riesen-Unterschiede spricht Bayern-Trainer Niko Kovac (47) mit großem Respekt über den Final-Gegner. ,,Klar wird Leipzig einer der nächsten großen Konkurrenten, davon bin ich überzeugt“, sagt Kovac, ,,dort ist eine sehr gute Struktur vorhanden, der dortige Erfolg ist klar mit Ralf Rangnick verbunden.“ Der RBL-Trainer und Sportdirektor führt Leipzig 2016 in die Bundesliga und 2019 ins Pokalfinale. Die Partie am Samstag in Berlin wird vorerst das letzte Spiel für den Schwaben sein. Ihn beerbt zum 1. Juli Julian Nagelsmann.

Ligalive-Infografik: Head2Head - RB Leipzig gegen FC Bayern München in DFB-Pokal und Bundesliga

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