FC Liverpool: Jürgen Klopp philosophiert, mauert aber bei Transfers


Jürgen Klopp war voll des Lobes ob der Leistung von Stephanie Frappard.
Jürgen Klopp war voll des Lobes ob der Leistung von Stephanie Frappard. (Photo by Ian MacNicol/Getty Images)

Den Auftritt im schottischen Edinburgh am Sonntag hat man sich beim amtierenden Champions-League-Sieger FC Liverpool sicher anders vorgestellt.

Die ,,Reds“ verlieren unter der Regie von Jürgen Klopp (52) mit 0:3 (0:2) gegen ihren Champions-League-Gruppengegner aus dem Vorjahr, den SSC Neapel. Gut eine Woche vor dem traditionellen ,,Curtain Raiser“, der Saison-Eröffnung im englischen Fußball im Community Shield gegen Meister Manchester City in Wembley ist der Vizemeister noch nicht in der Form, um die ,,Citizens“ herauszufordern.

Schon allein deshalb ist Jürgen Klopp bemüht, den Ball flach zu halten und nach dem Gewinn der Champions League, Liverpools erstem Titel seit 7 Jahren (damals Liga-Cup), die Erwartungen nicht ins Kraut schießen zu lassen. Die Merseysiders gehen in das 30. Jahr ohne einen englischen Meistertitel.

Dass es sich beim ,,Curtain raiser“ nur um ein simples, aber wie eine Journalistin meint ,,sehr glamouröses“ Vorbereitungsspiel handelt, will Klopp nach der Partie gegen Napoli so nicht stehen lassen – und antwortet in seiner typischen Art. ,,Ich weiß nicht, warum man diesen Wettbewerb überhaupt ausspielt, wenn er nichts bedeutet“, wundert sich der deutsche Coach, ,,wieso wird er nicht abgeschafft?“

Champions-League-Sieger Liverpool mit Andy Robertson (l.) und Jordan Henderson konnte in Edinburgh nicht überzeugen...
Champions-League-Sieger Liverpool mit Andy Robertson (l.) und Jordan Henderson konnte in Edinburgh nicht überzeugen... (Photo by Ian MacNicol/Getty Images)

Klopp zu Transfers: ,,Sind nicht im Fantasia Land"

Mats Hummels (l.), hier gegen Liverpools Champions-League-Held Divock Origi, ist nach Rückkehr bei Borussia Dortmund auch zu einem Spitzenverdiener des BVB avanciert.
Mats Hummels (l.), hier gegen Liverpools Champions-League-Held Divock Origi. (Photo by Joe Robbins/Getty Images)
Klopp kontert weiter: ,,In Deutschland habe ich diesen Wettbewerb 5-mal gewonnen und niemand hat es je erwähnt.“

Stimmt nicht ganz. Es waren nur 3 Supercup-Erfolge mit Borussia Dortmund (2008, 2013, 2014), von denen der erste in Klopps Premieren-Saison 208/2009 auch noch inoffiziell geführt wird. Vielleicht liegt es daran.

Fakt ist: Beim Champions-League-Sieger herrscht nach der Transfer-Offensive des Vorjahres, die dem LFC auch den Henkelpott gebracht und ihn zum besten Vizemeister der Premier-League-Ära (seit 1992) gemacht hat, die totale Flaute. Hatte Liverpool 2018 noch 182 Mio. Euro in neue Stars investiert – allein Keeper Alisson Becker von der AS Rom und der Ex-Leipziger Naby Keita kosten zusammen über 120 Mio. Euro – so stehen bislang mit Sepp van den Berg (17 ( PEC Zwolle) und Harvey Elliott (16) aus der U18 des FC Fulham.

,,Wir müssen unsere Rechnungen zahlen“, sagt Klopp schon vor dem Test gegen Neapel, ,,sorry, aber das muss jeder. Wir haben viel Geld in dieses Team investiert und nun sieht es so aus, als würden wir dies nicht tun – aber das hie ist nicht Fantasia Land, wo man alles kriegt, was man will.“

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Jürgen Klopp (r.) und Trent Alexander-Arnold wissen nach dem 2:0-Erfolg gegen Wolverhampton Wanderers nicht, ob sie lachen oder weinen sollen... (Photo by Laurence Griffiths/Getty Images)

Es ist ungewöhnlich, dass Liverpool trotz des großen Erfolges aus der Vorsaison nicht weiter aufrüstet.

Selten herrscht um einen Champions-League-Sieger eine derartige Transfer-Flaute wie in diesem Sommer um den 6-fachen Gewinner aus Liverpool.

Selbst die Gerüchte sind an der Anfield Road momentan so fade wie lauwarmes Bier. Timo Werner (23) von RB Leipzig liest man immer wieder, Diadie Samassékou (23) aus Salzburg, das sind nicht gerade heiße Spuren.

„Wir müssen es besser machen. Ich möchte nicht nach Entschuldigungen suchen – Neapel hat die Vorbereitung zur gleichen Zeit wie wir gestartet, aber ihre Saison beginnt 3 Wochen später, daher können sie schön und ruhig trainieren. Wir müssen in 4 Wochen hart arbeiten, und manchmal hast du in solchen Spielen schwere Beine“, sagt Klopp. Die Pleiten-Serie hat aus Sicht des Deutschen aber auch etwas Gutes: ,,Die Gegner, die uns jetzt analysieren denken, es wird ein leichter Job gegen uns – aber nächste Woche werden wir anders auftreten.“ Das muss Liverpool auch – einen Kalt-Start in der Liga gegen Aufsteiger Norwich City kann man sich nicht erlauben.

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