Rassismus-Skandal: Bulgarien-Legende Hristo Stoichkov weint im TV


Englands Spieler nach den rassistischen Anfeindungen im EM-Qualifikationsspiel in Sofia gegen Bulgarien (0:6).
Englands Spieler nach den rassistischen Anfeindungen im EM-Qualifikationsspiel in Sofia gegen Bulgarien (0:6). Foto: Imago Images

Es sind schlimme Bilder aus Sofia, die am Montagabend die Fußball-Welt erschüttern.

Der Hitler-Gruß einiger Idioten auf der Tribüne beim EM-Qualifikationsspiel Bulgarien gegen England (0:6), englische Spieler, die um Fassung ringen und mehrmals vom Feld gehen wollen, um ihre farbigen Mitspieler um Raheem Sterling (Manchester City) oder Marcus Rashford von Manchester United zu schützen – und die dann doch nicht aufgeben.

Die Partie in Sofia hat nicht nur Fußball-England in kollektive Schockstarre versetzt. Dass man mit dem Kantersieg gegen den WM-Vierten von 1994 gleichzeitig das EM-Ticket gelöst hat, interessiert niemanden.

Doch auch auf der Gegenseite hat der schwarze Abend von Sofia seine Spuren hinterlassen. Und zwar bei einem, der für das Fußballland Bulgarien wie kein zweiter steht: Hristo Stoichkov.

Der frühere Barcelona-Profi Hristo Stoichkov hat eine Aussperrung des bulgarischen Fußballs über Jahre gefordert. Foto: Imago Images.

Hristo Stoichkov: Emotionaler Auftritt im TV

Bundesliga-Legionär Krassimir Balakow (l.) und Hristo Stoitschkow feiern den 1:1-Ausgleich gegen Deutschland im WM-Viertelfinale 1994. Foto: Rick Stewart/ALLSPORT
Der 53-Jährige hat das Fußball-Land Bulgarien 1994 bei der Weltmeisterschaft in den USA auf Rang 4 und damit zum größten Erfolg der Verbandsgeschichte geführt.

Mehr noch als seine damaligen Mitspieler Krassimir Balakov (VfB Stuttgart), Jordan Letchkov (Hamburger SV) und Emil Kostadinov (FC Bayern) steht Stoichkov als Mitglied es ,,Dream Team“ des FC Barcelona im Rampenlicht der Fußball-Weltöffentlichkeit.

Dass die Geschehnisse in Sofia den auf dem Platz als extrovertiert geltenden Ex-Flügelstürmer nicht kalt lassen, zeigt ein TV-Auftritt Stoichkovs im spanischsprachigen US-Fernsehsender TUDN.

Der 5-malige ,,Fußballer des Jahres“ in Bulgarien kämpt mit seinen Emotionen, als er in einer Talkrunde auf die beschämenden Vorfälle eingehen muss. ,,Worin liegt die Lösung?“, wird Stoichkov gefragt.

EINE ANDERE LIGALIVE STORY?

Balakov: ,,Es ist eine große Schande"

Nach den rassistischen Anfeindungen in Bulgarien gegen das englische Team will bei Harry Kane nach der in Sofia gesicherten EM-Teilnahme keine Freude aufkommen...
Nach den rassistischen Anfeindungen in Bulgarien gegen das englische Team will bei Harry Kane nach der in Sofia gesicherten EM-Teilnahme keine Freude aufkommen... Foto: Imago Images / Paul Chesterton

Stoichkov gibt die Antwort, die ihm sichtlich innerlich weh tut.

,,Es müssen härtere Strafen her“, fordert der 2-fache Europapokalsieger (1992, 1997), ,,den Fans muss es für 5 Jahre verboten werden, ins Stadion zu gehen.“

Mit dieser Forderung meint der Bulgare den fußballerischen Bann, der einst England nach den schweren Ausschreitungen im Landesmeister-Finale 1985 zwischen dem FC Liverpool und Juventus Turin (0:1) im Brüsseler Heyselstadion getroffen hat. Für 5 Jahre und bis zur Saison 1990/91 bleiben die Teams von der Insel für alle europäischen Wettbewerbe gesperrt.

Sagt es und beugt sich nach vorn. Der große Hristo Stoichkov weint im TV! Aus Scham über die Dinge, die das einst so stolze Bulgarien aus der Mitte der Fußball-Familie drängen könnten…Sein ehemaliger Nationalmannschafts-Kollege Krassimir Balakov (53), seit 2019 Coach der Bulgaren, nach dem Spiel: ,,Ich habe mit der englischen Presse gesprochen und gesagt, dass wir uns schämen müssen, wenn sich dieser Vorgang als wahr erweist. Wenn es wahr ist, dann kann ich nur wiederholen, dass es eine große Schande ist.“

Ligalive-Infografik: Team Profile England, EM-Qualifikation 2018/2019

Ligalive Live-Ticker - Nationale und internationale Spiele mit Autorefresh, ohne lästiges Aktualisieren

Ligalive-Infografik: Torschützenliste England, EM-Qualifikation 2018/2019

Ligalive TV: Bulgariens Nationalcoach Krassimir Balakov über den Rassismus-Skandal gegen England