So versenkte RB Leipzig die Europa League


1:1 – und Aus! RB Leipzig hat am letzten Spieltag der Europa-League-Gruppenphase das mögliche Weiterkommen doch noch verspielt. Das 1:1 (0:0) gegen das bereits ausgeschiedene Rosenborg Trondheim kostet den Roten Bullen trotz Schützenhilfe vom FC Salzburg bei Celtic Glasgow (2:1) das Sechzehntelfinale. Es gibt Kritik an Ralf Rangnick.

Die Zuschauer ahnen es wohl schon vorher. Nur 17.000 Fans verlieren sich beim letzten Europa-League-Gruppenspiel gegen Rosenborg Trondheim in der Red Bull Arena. Die Aussicht, nur mit einem eigenen Sieg und der Hilfe des „Bruderklubs“ FC Salzburg im Parallelspiel der Gruppe B bei Celtic Glasgow noch in die K.o.-Phase einzuziehen, war ihnen wohl zu vage.

Trotz der schwachen Kulisse und einer unspektakulären ersten Halbzeit scheint sich nach der Pause das Glück zugunsten der Roten Bullen zu wenden. Matheus Cunha (47.) bringt Leipzig mit einem abgefälschten Schuss mit 1:0 in Führung. In der 67. Minute Riesenjubel: Munas Dabbour trifft im Celtic-Park per Kopf zum 1:0 für die Salzburger. Einen Torwart-Patzer von Craig Gordon nutzt der eingewechselte Frederik Gulbrandsen zum 2:0 für die Österreicher, die ihre Pflicht erfüllen. Celtics 1:2 per Elfmeter von Olivier Ntcham (90. + 5) geht im Schlussjubel der schottischen Fans über das Ergebnis in Leipzig fast unter.

Vier Minuten vor Schluss kostet eine haarsträubende Nachlässigkeit in der Abwehr die Leipziger den sicher geglaubten Sieg – 1:1 durch Tore Reginiussen (32). Die Bullen sind raus – ohne Applaus.

Nach dem Aus in der Europa League schleicht Leipzigs Nordi Mukiele vom Platz... (Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Weidenfeller: „Leipzig ist zu Recht ausgeschieden“

RBL-Kapitän Willi Orban (l.) fand nach dem Spiel gegen Rosenborg Trondheim deutliche Worte... (Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)
RB Leipzig scheitert damit wie im Vorjahr, bei seiner Europapokal-Premiere, in einer Gruppenphase. 2017 ist es die Champions League, 9 Punkte reichen nicht zum Weiterkommen.

9 Zähler hätten am Donnerstag für die nächste Runde genügt – am Ende ist man mit 7 Punkten draußen. Aber: Leipzig hat die Europa League nicht nur gegen die bereits ausgeschiedenen Norweger weg geworfen. Der Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick (60) fehlt vor allem in den Auswärtsspielen der Punch. 1:2 in Glasgow, 0:1 in Salzburg – und Leipzig hat das Weiterkommen vor dem Gruppenfinale nicht mehr in der eigenen Hand.

Dass man dann die Schützenhilfe der Salzburger nicht nutzen kann, ist auch für die Experten anschließend schwer zu erklären. Roman Weidenfeller, Champions-League-Finalist 2013 mit dem BVB, beim Sender NITRO: „Es ist eigentlich nicht vorstellbar, wenn einem Salzburg so eine Steilvorlage liefert, muss Leipzig einfach nur performen. Leipzig hat dieses Ausscheiden fahrlässig in Kauf genommen.“

Für Weidenfeller ist die Gesamtleistung von RBL nicht ausreichend: „Es waren unheimlich viele Spieltage, wo man die Chance hatte, die K.o.-Runde klar zu machen. Leipzig hat es nie geschafft, konstant seine Leistung abzurufen und ist zu Recht ausgeschieden.“

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Die Streitfrage: Warum ließ Rangnick Sturmbulle Timo Werner draußen?

Am FC Salzburg lag es nicht. Fredrik Gulbrandsen (l.) feiert das 2:0 der Österreicher bei Celtic Glasgow. (Photo by Ian MacNicol/Getty Images)

Europameister Steffen Freund (48), Co-Kommentator bei NITRO, vermisst in der von Rangnick auf 8 Positionen gegenüber der 0:3-Pleite in Freiburg veränderten Leipziger Mannschaft vor allem einen: Timo Werner.

Der 22-jährige Nationalspieler bleibt über 90 Minuten auf der Bank und sagt in der Mixed Zone einen Satz gegenüber Journalisten, der Rangnick nicht schmecken dürfte: „Wenn man so viele Spieler austauscht, muss man sich nicht wundern, wenn man ausscheidet.“ Für die Entscheidung gegen Timo Werner hat Steffen Freund kein Verständnis: „Am Ende muss man das sagen dürfen: Timo Werner hätte hier eher das 2:0 machen können, also warum hätte man Werner nicht bringen sollen?“

Leipzigs Offensiv-Allrounder Marcel Sabitzer (24) wählt vor den TV-Kameras noch deutlichere Worte: „Jeder meint, dass das genug war, was wir heute gezeigt haben – war es aber nicht!“ Kapitän Willi Orban (25) kritisiert vor allem die Einstellung seiner Mannschaft über die gesamte Gruppenphase hinweg: „Natürlich waren wir unter dem Strich in der ganzen Euro-League-Gruppenphase nicht so überzeugend, wir haben einigermaßen rotiert, aber wir haben nie den 100-prozentigen Spirit auf den Platz bekommen, wie das in der Bundesliga der Fall ist.“

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