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Thomas Müller: Nicht mehr unersetzlich

2015 war alles noch anders.

Thomas Müller galt einst als unersetzlich. Das war 2015 oder 2016 als Louis van Gaal deutlich mehr als 100 Millionen Euro für den Bayern-Spieler bot.

Auf die Idee käme heute wohl niemand. Auch LvG nicht mehr.

Zuerst spielte der Bayern-Stürmer im DFB-Team nicht mehr von Beginn an. Dann wurde er ob seiner mangelnden technischen Fähigkeiten offen kritisiert.

Nun setzt ihn Trainer beim FC Bayern München immer öfter auf die Bank. 90 Minuten spielt der Bayern-Angreifer kaum noch durch.Aus gutem Anlass spricht deshalb Trainer Niko Kovac über seinen Offensivspieler. Und spricht von einer Momentaufnahme.Am 25.10.2018 war im Presseraum des FC Bayern deutlich weniger los als eine Woche zuvor. Die Situation des Ergänzungsspielers Thomas Müller zieht nicht ganz so viel Interesse auf sich wie der Auftritt der Bosse.

Doch Raum für Spekulationen lässt die Pressekonferenz dennoch. „Es fehlt ihm gar nichts, das ist nur eine Momentaufnahme“, sagte Trainer Niko Kovac über den Edelreservisten vor dem Auswärtsspiel beim FSV Mainz 05.

Er müsse entscheiden und könne eben nur elf Spieler in der Startformation bringen.

Und Thomas Müller gehört ziemlich selten zu den auserwählten elf Spielern. Und das dürfte sich in naher Zukunft ob der neuerlichen Siege auch nicht groß ändern (Wolfsburg, Athen).Ein Startelfeinsatz des knapp 30 Jahre alten Müller ist immer weniger garantiert. „Er ist weiterhin freundlich, höflich und trainiert ordentlich“, führte Kovac auf der Pressekonferenz weiter aus.

Nach Lobeshymnen und einem Plädoyer für den Weltmeister von 2014 klang das weniger. Vor allem weil es der Trainer-Novize beim FC Bayern eher grundsätzlich sah. „Man muss Leistung bringen, wir müssen Gas geben im Training und im Spiel. Es kann sich keiner rausnehmen.“

Es ist nicht mehr so einfach wie früher für Thomas Müller, der sich auf seiner Position gegen jüngere Konkurrenten wie Serge Gnabry wehren muss, die in deutlich besserer Verfassung sind. Der einst von Louis van Gaal geprägte und von Jupp Heynckes ähnlich gehandhabte Satz, „Müller spielt immer“, gilt nicht mehr. Schon eher das Gegenteil: „Müller spielt nimmer.“ Jedenfalls keine 90 Minuten am Stück mehr.

Das UCL-Spiel in Athen war bereits das dritten Pflichtspiel in Folge, in dem Thomas Müller zum Start auf der Bank saß. Nach dem 0:3 in den Niederlanden mit der DFB-Elf hatte Müller beim 1:2 gegen Frankreich auch in der Nationalelf seinen Startplatz abgeben müssen.Thomas Müllers Status als Führungspersönlichkeit bleibt von seiner neuen Rolle noch unangetastet. Das Wort von „Radio Müller“ hat weiterhin Gewicht. Umso höher ist es ihm anzurechnen, dass er beim FC Bayern sein Wohl und Wehe hinten anstellt. „Wir sollten mehr über die Dinge sprechen, die auf dem Platz passieren“, sagte Müller in Athen: „Uns bringt“s wirklich nicht weiter, wenn wir irgendwelche Diskussionsrunden aufmachen.“

Wenn Müller ein Fass aufmachen wollte, er könnte es einfach. „Jeder weiß, es ist sein Anspruch, hier bei Bayern München auch zu spielen. Er ist trotzdem immer positiv, einer, der immer anfeuert und auch in so einer Phase immer einen Spruch auf Lager hat. Das ist überragend von ihm“, lobte Joshua Kimmich.

Müller als „Gute Laune Müller“ ist als Typ für die Münchner praktisch unersetzlich. Er verkörpert den Verein wie kein Spieler sonst. Müller hat seit seinem Profidebüt im August 2008 deutlich mehr als 450 Pflichtspiele für den FC Bayern absolviert. Dazu knapp 100 Länderspiele.

Bisher ist er aus jeder schwierigen Phase stärker zurückgekommen. Mal sehen.


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