Wayne Rooney: So lief der Abschied der Fußball-Legende


Wayne Rooney (33) hat sich im Fußballtempel von Wembley am Donnerstag gegen die USA von der englischen Fußball-Nationalmannschaft verabschiedet. Beim 3:0 (2:0) gegen die US-Amerikaner trägt der legendäre Stürmer noch einmal die Kapitänsbinde der „Three Lions“.

In der 58. Minute der Partie zwischen England und den USA werden die Sprechchöre immer lauter – und dann ist er zurück. Mit „seiner“ Trikotnummer 10 und der Kapitänsbinde der „Three Lions“. Wayne Rooney, Rekord-Torschütze für England mit 53 Toren in 119 Länderspielen, meldet sich noch einmal an. Er dirigiert, er gestikuliert – wie zu besten Zeiten, als er mit Weggefährten wie David Beckham, Steven Gerrard oder Michael Owen eine Ära in der englischen Nationalmannschaft geprägt hat.

Wenig später muss „Wild Wayne“, der im Mittelfeld gemütlich trabt, vor einem Flitzer geschützt werden. Wirkliche Bindung zum Spiel hat der Jubilar nicht. Neben den jungen Wilden um den Dortmunder Jadon Sancho (18) oder Liverpools Trent Alexander-Arnold (20) wirkt der 33-Jährige Rooney wie aus der Zeit gefallen.

Man merkt an diesem Donnerstagabend, dass Rooney bei D. C. United in der nordamerikanischen Major League Soccer trotz achtbarer 12 Treffer in 20 Spielen nicht mehr in einer Top-Liga spielt. Dennoch hat er in der 72. Minute noch einen Tor-Abschluss.

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Wayne Rooney lief noch einmal für England auf. (Photo by Catherine Ivill/Getty Images)
Rooney ist 2017 aus der Nationalmannschaft zurückgetreten. Dem Umbruch unter Gareth Southgate will er nicht im Weg stehen.

Torhüterlegende Shilton ätzt: „Länderspiele sind keine Geschenke“

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God save The Roon - Wayne Rooney und sein Nachfolger Harry Kane (l.) bei der englischen Nationalhymne vor dem Spiel gegen die USA. (Photo by Mike Hewitt/Getty Images)
Mit dem großen Abschied für „Wild Wayne“ in der Fußball-Kathedrale von Wembley geht jedoch auch Kritik einher.

„Länderspiele“, ätzte etwa der englische Rekord-Internationale Peter Shilton (69), „sollten nicht wie Geschenke verteilt werden. Es verwundert daher, dass Nationaltrainer Gareth Southgate Rooney für ein Spiel zurückholt.“

Die Kritik an seinem Abschiedsspiel nimmt „The Roon“ gelassen: „Die Leute müssen damit nicht einverstanden sein und ich wollte damit auch keinem anderen Spieler weg nehmen“, erklärt Rooney bei der Pressekonferenz zum Spiel in London, „aber noch einmal ins Wembley-Stadion einlaufen zu dürfen, macht mich stolz und es wird ein besonderer Moment für mich werden.“

Obwohl der Champions-League-Sieger von 2008 und 5-malige Premier-League-Meister mit Manchester United in der Nationalmannschaft ohne Titel blieb, ist ihm die Zeit mit den „Three Lions“ heilig. „Ich habe großartige Erinnerungen an das Nationalteam“, erzählt Rooney, „ich durfte wunderbare Freundschaften schließen.“

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Wayne Rooney: No regrets!

Der Moment, auf den ganz Fußball-England gewartet hat: Wayne Rooney kommt für Jesse Lingard ins Spiel. (Photo by Catherine Ivill/Getty Images)

Wayne Rooney blickt ohne Zorn auf seine Länderspiel-Karriere. Dies krönte er zumindest für sich selbst mit dem Rekord-Tor am 8. September 2015 beim 2:0 gegen die Schweiz.

Mit diesem Treffer löst er Weltmeister Sir Bobby Charlton als Rekordschütze beim Weltmeister von 1966 ab. „Im Fußball passieren gute und schlechte Dinge“, sagt der 5-fache Premier-League-Champion (mit Manchester United) über sein Titel-Dilemma mit England, „das muss man akzeptieren. Es wäre sicherlich schön gewesen, etwas mit dem Team zu gewinnen.“

Das gelingt nicht. Im WM-Viertelfinale 2006 gegen Portugal (1:3 n. E.) sieht er nach Tätlichkeit gegen seinen damaligen Teamkollegen bei Manchester United, Cristiano Ronaldo, die rote Karte.

England scheitert ohne Rooney im Elfmeterschießen – und mit ihm kommt das „Aus“ vom ominösen Punkt bei der EURO 2012 und 2004.

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Adams exklusiv: „Rooney ist ein großartiger Diener des englischen Fußballs“

Sechs Tore erzielt Wayne Rooney in 10 Spielen bei einer EURO-Endrunde, sein 6. Tor beim blamablen 1:2 gegen Island im Achtelfinale 2016 ist auch sein letztes Länderspieltor.

In 11 WM-Spielen gelingt ihm nur ein einziger Treffer – es ist das letztlich unbedeutende 1:2 gegen Uruguay in der Vorrunde 2014. Weiter als bis zum Viertelfinale schafft es England trotz (oder wegen) Rooneys Sturm-Power nie. Seine Nachfolger machen es 2018 in Russland prompt besser. Sie gewinnen nicht nur erstmals in der WM-Geschichte Englands ein Elfmeterschießen (Achtelfinale gegen Kolumbien), sondern ziehen als erste englische Auswahl seit 1990 wieder in ein WM-Halbfinale ein.

Am treffsichersten ist Rooney in den WM-Qualifikationsspielen, wo er in 26 Auftritten 16-mal einnetzt.

„Wayne Rooney“, sagt Englands Idol Tony Adams (52) zu Ligalive.net, „ist ein großartiger Diener des englischen Fußballs.“