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Macht es Ibrahimovic wie Bayern-Star Effenberg? Nationalmannschafts-Comebacks – Nicht immer eine gute Idee!

Zlatan Ibrahimovic und das Comeback in der Nationalmannschaft von Schweden. Der Fußballstar sollte gewarnt sein. Eine Rückkehr ins Nationalteam war – wie bei Stefan Effenberg oder Paul Breitner – keine gute Idee.

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Fußballstar Zlatan Ibrahimovic (39) 2. Es wäre ein unglaubliches Comeback – nach mehr als 4 Jahren Abstinenz. Bei spektakulären Nationalmannschafts-Comebacks stünde der Stürmerstar des AC Mailand nicht allein. Auch Bayern-Star Stefan Effenberg wagte den Versuch.

Die Reihe der Comebacker in ihren jeweiligen Nationalmannschaften? Eine Galerie der ganz Großen! Wir beginnen unsere Auswahl mit einem der größten deutschen Fußballer aller Zeiten. Fritz Walter (1920 – 2002). Der Kapitän der „Helden von Bern“, der unvergleichlichen Weltmeister von 1954, wollte es eigentlich lassen. Ab November 1956 galt der Abschied des „alten Fritz“ aus der Nationalmannschaft als sicher. Oder „als sischer“, wie man in Kaiserslautern sagt. Bundestrainer Sepp Herberger („Der Chef“) überredete Walter aber zu einem Comeback. Er berief den 37-jährigen Mittelfeldstrategen im März 1958 wieder ins DFB-Aufgebot. Bei der anschließenden WM in Schweden kam das Team bis ins Halbfinale. Es ist die bis heute beste Platzierung von Deutschland als amtierender Weltmeister. Das 1:3 gegen Schweden im Halbfinale war Fritz Walters letztes Länderspiel. Er verletzte sich nach 75 Minuten. In Unterzahl ging Deutschland in der Verlängerung baden. Comeback? Keine gute Idee!

Ein weiterer deutscher Weltmeister war 6 Jahre weg vom DFB-Team. Paul Breitner, Elfmeterschütze im Finale von München, kostete sein Wechsel zu Real Madrid einige Länderspiele. Sein Verhältnis zu Bundestrainer Helmut Schön galt ohnehin nicht als das Beste. Schön nervte es, bei Real Madrid jede Länderspiel-Abstellung Breitners absegnen zu lassen. Das führte im November 1975 zum Bruch. Ein endgültiger Abschied war’s nicht. So wie Breitner („Also ich… werd' hier nie mehr spielen“) auch in der Bundesliga wieder in Kaiserslautern auflief, kam er auch ins Nationalteam zurück. 1981, unter Schön-Nachfolger Jupp Derwall. Mit Deutschland erreichte er 1982 noch mal das WM-Finale. Paul Breitner wurde zum einzigen deutschen Spieler, dem in 2 verschiedenen WM-Finals ein Tor gelang. Nach dem Finale am 11. Juli 1982 in seiner einstigen Wahl-Heimat Madrid dankte „Paule“ endgültig ab. Insgesamt kein schlechtes Comeback.

Stefan Effenberg war 1994 der 2. deutsche Spieler, der bei einer WM suspendiert wurde. Nach Uli Stein (1986) machte „Effe“ nach der „Stinkefinger-Affäre“ im Spiel gegen Südkorea (3:2) den Abflug. Bundestrainer Berti Vogts gelobte, ihn „nie wieder zu nominieren (ja)“. Das änderte sich im Herbst 1998. Nach dem WM-Debakel in Frankreich und zahlreichen Rücktritten holte Vogts Effenberg zurück. Allerdings nur für 2 lausige Länderspiele. Gegen Malta (2:1) und Rumänien. Das Flop-Comeback per se!

Gilt auch für den, um den die Fußballwelt am 25. November 2020 trauerte. Diego Armando Maradona († 60). Der Weltmeister von 1986 hatte sich mit dem verlorenen WM-Finale 1990 gegen Deutschland (0:1) eigentlich verabschiedet. Seine Doping-Sperre ab Februar 1991 tat ihr Übriges. 2 Freundschaftsspiele gegen Brasilien (1:1) und Dänemark (5:4 n. E.) schienen 1993 ein würdiger Abschied zu sein. Waren sie aber nicht.

Maradona folgte dem Ruf der argentinischen Fußball-Öffentlichkeit. Als Argentinien 1993 das „Aus“ in der WM-Quali drohte, kehrte er zurück. Das hätte er nicht tun sollen. „El Diego“ war zwar zurück im Nationalteam. Aber immer noch gedopt. Nach dem 2:1 gegen Nigeria bei der WM 1994 in den USA flog alles auf. Maradona wurde wieder gesperrt. Und spielte nie wieder für Argentinien.

Rücktritt vom Rücktritt? Das gab es auch in Frankreich. Fußball-Idol Zinedine Zidane überlegte es sich 2005 noch einmal. Zuvor hatte der Welt- und Europameister im August 2004 das Kapitel „Equipe Tricolore“ geschlossen. Mit Frankreich hatte Zidane die WM 2002 (Vorrunden-„Aus“) und die EURO 2004 (0:1 gegen Griechenland) in den Sand gesetzt. Es war jedoch aber nicht die oft zitierte, geheimnisvolle „Stimme“, die Zidane zum Comeback riet. Sondern einfach ein Gespräch mit seinem Bruder. So entstehen Fußball-Mythen. Besser wurde die Comeback-Idee damit nicht. Zidane führte Frankreich zwar zur WM 2006 nach Deutschland. Doch im Finale von Berlin leistete er sich einen unfassbaren Aussetzer. Ein Kopfstoß gegen Italiens Marco Materazzi beendete Zidanes Länderspiel-Karriere. Mit einem dicken Makel.

Jetzt also Zlatan Ibrahimovic? Vorsicht. Keiner der Comebacker war bei seinem 2. Versuch im Nationalteam so alt wie der alte Schwede. Deshalb. Zlatan Ibrahimovic: Think twice!


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