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Bernd Schuster – Es war perfekt. Doch dann beging der „blonde Engel“ Verrat

Bernd Schuster – Es war perfekt. Doch dann beging der „blonde Engel“ Verrat. Verräter-Transfer: Von Barca zu Real, von Real zu Atletico. Und irgendwann nach Leverkusen

Was die Fans und die Medien dachten, interessierte Bernd Schuster, wie dieses Foto deutlich zeigt, wirklich nie…

Bernd Schuster ist eine deutsche Fußball-Legende. Der „blonde Engel“ war der erste und einzige Superstar aus der Bundesliga, der es in Spanien schaffte.

Und das in absolut jungen Jahren. Schuster genügten zwei Spielzeiten, er unterschrieb 1978 beim amtierenden Deutschen Meister 1. FC Köln, um sich ins Blickfeld der Katalanen zu spielen. Der offensive Mittelfeldspieler wechselte 1980 zum FC Barcelona und blieb dort acht Jahre. Das inspirierte den Koralle-Verlag in Hamburg, eine Springer-Tochter übrigens, zur Comic-Reihe „Kai Falke“. Der darin agierende Fußballstar konnte seine Ähnlichkeit zu Bernd Schuster schon allein deshalb nicht verleugnen, weil er im Trikot des FC Barcelona auftrat. Welche Diskussion dies heute um die Vermarktungs- und Verwertungsrechte auslösen würde, mag man sich ausmalen. Viel Spaß mit den Anwälten von Bernd Schuster…

Insgesamt 14 Jahre verbrachte Schuster bei den drei spanischen Spitzenklubs „Barca“, Real und Atlético Madrid, ehe ihn Bayer Leverkusen unter dem Motto „A Country for Old Men“ 1994 zusammen mit Rudolf Völler in die Bundesliga zurückholte. Ähnlich wie in Barcelona verlief Schusters Abschied aber auch unterm Bayer-Kreuz: Kontrovers und würdelos. Vom später entlassenen Coach „Sir“ Erich Ribbeck aus dem Kader gestrichen, klagte Schuster seinen Platz einfach ein. In Barcelona leistete er sich neben einer Klage gegen „Mes que un Club“ ein Sakrileg. Einen Tabubruch.

Schuster wechselte 1988 auf direktem Weg und ohne Zwischenstation zu „Barca“-Erzrivale Real Madrid. Mit seinem Transfer zu Atlético Madrid gelang ihm 1990 etwas, was bisher nur der Spanier Miguel Solér vorweisen konnte. Der Augsburger wurde zum erst zweiten Profi, der jemals für alle drei Großen in Spanien spielte.

Die größten Erfolge Schusters fielen in seine Zeit beim FC Barcelona, wo er mit gerade mal 20 Jahren auftauchte. Bei nur 61 absolvierten Bundesliga-Spielen und zehn Treffern in der deutschen Fußball-Eliteliga. So was konnte eben auch nur ein Bernd Schuster. In Barcelona wurde er Spanischer Meister und drei Mal Pokalsieger (Copa del Rey). Zudem errang er 1982 mit den Katalanen im Pokalsieger-Wettbewerb (2:1 gegen Standard Lüttich im eigenen Stadion Camp Nou) seinen größten Erfolg auf Vereinsebene. Mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, für die Schuster nie bei einer WM spielte, war er 1980 in Italien Europameister geworden. In Wettbewerb übergreifend 295 Spielen für „Barca“ traf Schuster 106-mal. Was Schuster zugutekam, war die Verpflichtung des englischen Trainers Terry Venables. Der später auch als englischer Nationalcoach erfolgreiche Venables machte den deutschen Spielmacher in einem britisch wirkenden 4-4-2-System zur zentralen Figur. Die Folge: „Barca“ wurde direkt spanischer Meister und erreichte 1986 das Europapokalfinale der Landesmeister. Dieses wurde trotz „Heimvorteil“ im spanischen Sevilla gegen den rumänischen Außenseiter Steaua Bukarest zum Langweiler (0:0 nach Verlängerung). Und zur Blamage für die Katalanen, die im Elfmeterschießen gegen den deutschstämmigen Torhüter Helmuth Duckadam den Kürzeren zogen.

 

„Aus“ gegen Leverkusen leitete Schusters Skandal-Wechsel ein

Auch 1988 scheiterte der FC Barcelona auf europäischen Parkett an einem Underdog: 0:0 und 0:1 im UEFA-Cup-Viertelfinale gegen Bayer 04 Leverkusen. Das Hinspiel fand in Köln, Schusters ehemaliger Wirkungsstätte, statt – und wurde für den Rückkehrer nicht angenehm. Bei jedem Ballkontakt wurde der ehemalige FC-Regisseur ausgepfiffen. „Ich glaube, dass es für die Leverkusener Spieler eine Riesen-Umstellung ist, vor 100.000 Zuschauern zu spielen“, glaubte Schuster im anschließenden Interview, „das müssen wir ausnutzen.“ Eine Fehleinschätzung. Nur 20.000 Fans verloren sich gegen den Werksklub im riesigen Estadio Camp Nou – und „Barca“ flog raus.

Wenig später wurde Schuster für viele in Katalonien zum Verräter. Zum Judas. Und das, obwohl er zuerst geschmäht wurde. Nach dem 30. April 1988, nach dem 2:0 im „Clasico“ gegen Real Madrid, stand er nicht mehr im „Barca“-Kader. Er schlug pikiert zurück. So viel Ignoranz veranlasste den schweigsamen Mittelfeldspieler 1988, ausgerechnet zum Erzrivalen Real Madrid zu wechseln. Wie? Er klagte gegen den Verein auf Vertragsauflösung.

Viel schlimmer als der Wechsel des „blonden Engels“ nach Madrid war jedoch die Tatsache, dass im Verlauf des Prozesses herauskam, dass viele „Barca“-Spieler zwei Verträge besaßen: Einen offiziellen für die Steuerbehörde und den „eigentlichen“ Arbeitsvertrag. Schuster erlebte indes bei Real Madrid zwei erfolgreiche Spielzeiten, wurde spanischer Meister und Pokalsieger und schloss sich 1990 Atlético Madrid an. Der nächste Tabubruch.

Bernd Schuster und Barcelona konnten auch Jahre später keine Versöhnung mehr feiern. Der gebürtige Augsburger wechselte 2007 noch einmal, als Trainer, zu Real Madrid und holte mit „Los Blanco“ 2008 die spanische Meisterschaft. Trotz seiner Entlassung in Madrid am 9. Dezember 2008. Chuzpe hatte Schuster im Laufe seiner schillernden Karriere immer und die Meinung der Öffentlichkeit hat ihn selten interessiert. Doch Kult bei „Barca“? Das hat er sich durch seine Wechsel selbst verdorben.Videoinhalte – Der Video-Player oben zeigt zunächst das Video über Bernd Schuster, danach automatisch folgend alle weiteren Videos unseres Dossiers: “Nur diese 9 Deutschen, 2 Österrreicher und 2 Schweizer schafften es zu Barca”.

Alternativ kann jedes Video auch direkt aufgerufen werden durch Klicken auf das Bild, die Überschrift oder den Hinweis der weiter unten folgenden Vorschaubilder, Überschriften und Hinweise unter der Überschrift “Nur diese 9 Deutschen, 2 Österrreicher und 2 Schweizer schafften es zu Barca – Einzelvideos”.

Wer die Story mit vielen zusätzlichen Texten, Bildern und allen Videos lesen und schauen will, dem empfehlen wir unser Dossier “Neun Deutsche, zwei Österreicher und zwei Schweizer schafften es zum FC Barcelona. Aber nur Vier werden kultisch verehrt – ihr Ende war tragisch”. Bitte hier entlang.

Wer das Dossier werbefrei und als E-Book, PDF oder PWA kostenpflichtig lesen und schauen will, bitte hier informieren.


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