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Bundesliga-Star Kramaric: Der „Lewandowski von Hoffenheim“ ließ korrupte Kroatien-Bosse abblitzen – Nun auch Bayern?

Bundesliga-Star Andrej Kramaric wird bereits mit Bayern Münchens Stürmerstar Robert Lewandowski verglichen.

Kramaric Lewandowski Bayern

Wie sieht eigentlich das „Making of“ eines Bundesliga-Stars aus? 1899 Hoffenheims Top-Torjäger Andrej Kramaric (29) hat einen beachtlichen Weg zurückgelegt. Vom geschmähten Jugendspieler bei Dinamo Zagreb zum Vize-Weltmeister. Nun ist er Rekord-Torschütze der TSG und Bayern-Transfer-Hotspot. Und die Vergleiche mit Robert Lewandowski folgten fast zwangsläufig.

Mittlerweile gebraucht man bei der TSG Hoffenheim, die am Donnerstag in der Europa League KAA Gent empfängt, neue Begrifflichkeiten. „Karamaric ist unser Lewandowski“, zog schon Ex-1899-Coach Alfred Schreuder den Vergleich zu Bayern Münchens Tormaschine.

Andrej Kramaric hat keine lineare Karriere gemacht. Er hat sich bestimmten Mechanismen im Fußball seiner kroatischen Heimat verweigert. Bei Dinamo Zagreb ausgebildet, fiel er als Jung-Profi in Ungnade. Weil er sich den Machenschaften des mächtigen Mamic-Clans im Klub nicht stellen wollte. Der Messecup-Sieger von 1967 war fest im Griff von Fußball-Pate Zdravko Mamic. Dessen Bruder Zoran Mamic, Ex-Bundesligaprofi von Bayer Leverkusen, gab den Sportdirektor. Sie wurden 2018 wegen Korruption und Steuerhinterziehung zu Gefängnisstrafen verurteilt. „Als ich jung war, habe ich bestimmte Dinge nicht akzeptiert“, sagte Kramaric. „Die Dinge haben sich in die falsche Richtung entwickelt.“ Und das, so der Kroate weiter, „obwohl Dinamo mein Klub war.“

Könnte man sagen. Dinamo Zagreb gab den Stürmer erst an den Stadtrivalen Lokomotive ab. Warum? Kramaric wollte eine Gehalts- und Ablösebeteiligung des Mamic-Klubs Dinamo bei einem Transfer nicht akzeptieren. Für schlappe 1,2 Mio. Euro ging er dann zum aufstrebenden HNK Rijeka. Mit 37 Liga-Toren in 42 Spielen gelang ihm der Durchbruch. Nach nur einer Saison wechselte er 2015 zu Leicester City. Rijeka kassierte die Rekord-Ablöse von 8 Mio. Euro. Diese Bestmarke steht immer noch. Kramaric darf sich heute Englischer Meister 2016 nennen (15 Spiele). Seit 2016 bei 1899 Hoffenheim, wurde er mit 80 (Stand: 10. Dezember 2020) Toren Rekordschütze der Kraichgauer. Er überholte damit den legendären Bosnier Sejad Salihovic (67 Treffer).

Blickt man auf seine Zahlen, so kommen seit 2016, seit seiner Verpflichtung durch die Hoffenheimer, nur 3 Spieler auf bessere Torbeteiligungs-Werte. Es sind dies der Ex-Leipziger 2 (jetzt FC Chelsea) und die Bayern-Stars Thomas Müller und Robert Lewandowski. Sie waren an 126 (Werner) bzw. 141 und 196 (Müller und Lewandowski) Bundesliga-Toren beteiligt. Kramaric kommt auf 115 Tor-Beteiligungen (Quelle: Kicker-Sportmagazin).

Für Kroatien erzielte er in 49 Länderspielen 13 Tore. Kramaric wurde mit den „Feurigen“ 2018 in Russland Vize-Weltmeister. „Andrej ist unser Golden Boy“, lobt ihn Weltfußballer Luka Modric. „Ich erwarte, dass er mindestens auf noch einmal 50 Länderspiele kommt.“ Niko Kovac (49) kennt Kramaric aus seiner Zeit als kroatischer Nationaltrainer. Dem Kicker-Sportmagazin (Montag) sagte Kovac: „Ich bin der Meinung, dass in Andrej sogar noch mehr Potenzial schlummert. Er hat seinen Zenit noch nicht erreicht.“ Der Ex-Coach von Bayern München weiter: „Er bekommt in Hoffenheim genau die Aufmerksamkeit, die er braucht. Aber hat auch die Qualitäten, mit denen er bei einem Spitzenklub in der Bundesliga bestehen kann.“ Auch bei den Bayern bei ihrem Neuaufbau? Sicher nicht, solange Robert Lewandowski dort am Fließband trifft. Einen Backup für den Polen wird Kramaric nicht geben. Zudem würden die 1899-Verantwortlichen rund 50 Mio. Euro Ablöse aufrufen. Das werden die Bayern nicht investieren. Somit bleibt Kramaric eben der Lewandowski von Hoffenheim.


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