So soll der FC Bayern noch besser gemacht werden


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Der FC Bayern braucht eine Rundumerneuerung - Immer noch!

Kann "King Kahn" nur im TV über Fußball sprechen oder auch neu strukturieren?
Kann "King Kahn" nur im TV über Fußball sprechen oder auch neu strukturieren? Foto: Imago Images
,,Wir haben bekommen, was wir haben wollten”, so fasste Bayern Münchens Sportvorstand Hasan Salihamidzic die Sommer-Transfer-Periode aus Sicht des deutschen Rekordmeisters zusammen.

,,Dem Erfolg beim Champions-League-Turnier haben wir alles untergeordnet”, erklärte der Bosnier im Oktober 2020 in einem Interview mit dem Kicker-Sportmagazin. Man wollte, so Salihamidzic weiter, ,,die Mannschaft nicht durch Gerüchte zu kommenden oder gehenden Spielern belasten.“ Diese Strategie ging auf. Die Münchner holten sich zum 2. Mal nach 2013 das ,,Triple” und begannen die neue Saison mit 2 weiteren Titeln. Es folgten der UEFA Supercup (2:1 n. V. gegen den FC Sevilla in Budapest) und der DFL Supercup gegen Vizemeister Borussia Dortmund (3:2).

Auf ,,Double” 2019 trotz Groß-Angriff der Konkurrenz aus Dortmund und von RB Leipzig folgte als das ,,Triple 2.0″. Eines aber blieb gegenüber 2019 gleich. Die Bayern reagierten spät auf dem Transfermarkt. In den letzten Tagen der aufgrund der Corona-Pandemie ,,schwierigen Umstände” (Salihamidzic) schlug der FC Bayern noch 4-mal zu. 2 Namen waren dabei bei den Neuzugängen überraschend, wenn nicht gar verblüffend.

So weit, so gut! Aber: Hat der FC Bayern wirklich ,,bekommen, was er wollte”? Wir sagen: Nein. Und stellen diese These auf: Der FCB hat nicht alles geholt, was er braucht! Sie wird Teil dieses Posts sein.

Das neue Führungsteam mit Salihamidzic, dem neuen Vorstandsmitglied Oliver Kahn und dem in Rekordzeit zum Erfolgstrainer avancierten Hans-Dieter Flick hat seine erste Bewährungsprobe bestanden. Aber eben nur Teil 1.

Transfers. Das war und ist in München die Königsdisziplin für jeden Bayern-Verantwortlichen. Lange war diese ein Fall für die alten Männer des FC Bayern. Aber: Sie haben ihren Dienst für den Rekordmeister getan und gehen nach und nach von Bord.

Uli Hoeneß ist im November 2019 nach 40 Jahren als Manager und Präsident verabschiedet worden. Ein Mann mit unglaublichem Herzblut für den FC Bayern – und einem unschlagbaren Instinkt für die richtigen Transfers. Karl-Heinz Rummenigge, sein Adlatus, wird 2022 als Vorstandschef zurücktreten und für Oliver Kahn Platz für einen machen. Die schwierigste Aufgabe hat der Vorstands-Neuling im Sommer 2020 mit ,,gut” abgeschlossen. Gemeint ist der Neuaufbau des Bayern-Kaders. Der „Titan“, seit Januar 2020 dem Vorstand des FC Bayern München angehörend, ist mit dem Klub aber noch nicht am Ziel. Er  muss den von Trainer Hansi Flick geforderten personellen Umbruch beim Branchenführer des deutschen Fußballs weiter forcieren.

Seine wichtigsten Helfer auf dem Weg, den FC Bayern auf dem Transfermarkt in die 20er-Jahre des 21. Jahrhunderts zu führen, sind Sportdirektor Hasan (Brazzo) Salihamidzic und Trainer Hans-Dieter Flick.

Ausgangspunkt: Die von Uli Hoeneß im Mai 2019 mit „Wenn Sie wüssten, wen wir für die neue Saison schon alles sicher haben“ allzu vollmundig angekündigte Transfer-Offensive nach der gerade noch gegen Borussia Dortmund verteidigten Deutschen Meisterschaft blieb aus! Das mag viele Fans des deutschen Rekordmeisters verwundert haben, geschadet hat es dem FC Bayern in der Saison 2019/2020 nicht. Nach einem eher blamablen ersten Drittel übernahm Hansi Flick das Ruder und schaffte mit dem FC Bayern souverän die Meisterschaft. In 24 Spielen in der Bundesliga unter Flick gelangen 21 Siege, 1 Remis bei nur 2 Niederlagen. 64 Punkte bedeuteten einen Schnitt von 2,67 Zählern pro Spiel. Damit lag Hans-Dieter Flick (Quelle: Kicker – Die große Bilanz einer unglaublichen Saison) klar vor den Trainern der beiden letztlich wieder deklassierten Verfolger, Lucien Favre von Borussia Dortmund (2,03 Punkte pro Spiel) und Julian Nagelsmann (RB Leipzig / 1,94). Zusätzlich gewann der FC Bayern das Pokalfinale souverän gegen Bayer Leverkusen (4:2) und holte gegen PSG (1:0) in Lissabon die Champions League.

Das wäre eigentlich ein Grund, um sich zufrieden zurückzulehnen. Die Konkurrenz hat weder die finanziellen Mittel, um die Bayern vom Thron zu holen, noch die sportliche Courage. RB Leipzig knickte 2020 als ,,Herbstmeister” ebenso ein wie Borussia Dortmund eine Saison zuvor. Das ist eine Qualitäts-, aber auch und vor allem eine Mentalitätsfrage. Für 1899 Hoffenheim ist die Herausforderer-Rolle eine Nummer zu groß, ebenso wie für Borussia Mönchengladbach.

Bundesliga-Marktführer zu sein allein reicht den ehrgeizigen Münchnern aber nicht aus. Es gibt neue Ziele. Die Verteidigung des Triple ist eine, damit könnte man eine neue Ära in Europa einleiten wie zwischen 1974 und 1976. Da verstaubte der Europapokal der Landesmeister regelrecht an der Säbener Straße. Oder: Man könnte es Juventus Turin gleichtun und 9 oder 10-mal in Folge nationaler Meister werden. Es gibt nur wenige Rekorde im deutschen und im europäischen Fußball, die vor diesem FC Bayern in Topform sicher sind. Und das meinen wir ganz ohne Häme.

Dennoch – die unglückliche Transferpolitik aus dem Sommer 2019 hat Spuren beim Branchenprimus hinterlassen und sollte als warnendes Beispiel für die Zukunft gelten. Stillstand kann man sich in München nicht erlauben. Bei Bayern München gilt auch weiterhin: ,,Under Construction”.

EINE ANDERE LIGALIVE STORY?

Die verfehlte Transferpolitik des Jahres 2019: Eine Mahnung!

Beim FC Bayern schien der Transfer-Stau nach der Leihe von Philippe Coutinho (,m.), endlich aufgelöst...
Beim FC Bayern schien der Transfer-Stau nach der Leihe von Philippe Coutinho (,m.), endlich aufgelöst... (Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

Ivan Perisic, Philippe Coutinho und Michael Cuisance – das war die mit viel medialem Getöse angekündigte „Transferoffensive“ des FC Bayern München für die Saison 2019/2020. Oder soll man sagen: Allenfalls ein Offensivchen? Coutinho und Perisic waren ordentliche Spieler, aber sie waren Back-ups. Keine Wunschlösungen.

Michael Cuisance war bis April 2020 jemand für die 2. Mannschaft. Er spielt mittlerweile auf Leihbasis bei Olympique Marseille. Rückkehr fraglich.

Alexander Nübel hat man bereits am 22. Dezember 2019 verpflichtet, um Weltmeister Manuel Neuer maximal zu „irritieren“. Mehr aber auch nicht. Viel eher hat man auf einer Position (Torhüter), wo es bei FC Bayern seit gut einem Jahrzehnt keine Diskussion gibt, eine unnötige Debatte eröffnet. Das ist schön für die Medien, aber der Ruhe im Team abträglich. Wie Nübels Rolle in München aussieht, zeigt sich dann, wenn Neuer bei der Nationalmannschaft ist, in ,,großen” Spielen gegen Amateurteams wie den 1. FC Düren (3:0) im DFB-Pokal…

Leroy Sané hat im Juli 2020 auch endlich an der Isar unterschrieben. Ein erster Zielspieler für den FC Bayern. Alle anderen Transfers wurden auch 2020 – wie ein Jahr zuvor – wieder mit heißer Nadel gestrickt. Sie helfen nicht, wenn es um den strategischen Neuaufbau des Erfolgsteams geht. Sie sorgten eher für eine ,,runde” Transferbilanz beim FC Bayern, aber sie beheben die (wenigen) Probleme im Kader nicht.

Immerhin: Es gab 2020 – auch dank des Champions-League-Finalturniers und dem Rummel danach – kein ,,Wen wir schon alles sicher haben!” Das war irgendwie beruhigend. Das neue Trio Infernale im Bayern-Regieraum, Flick, Kahn und Salihamidzic, analysierte die Situation nach dem ,,Triple”-Triumph sachlich. Vor allem ohne die Euphorie, die in solchen Phasen selbst für die erfolgreichsten Klubs den Blick für die Realität verstellt. ,,Wir sind wirtschaftlich am Anschlag”, sagte Hasan Salihamizdic zum Saisonstart im Kicker-Sonderheft zur Bundesliga. Das klingt vernünftig. Denn das ,,Wenn Sie wüssten, wen wir schon alles sicher haben” (Uli Hoeneß) im Frühjahr 2019, das sich als Phrase herausstellte, war peinlich. Eigentlich ,,sicher” hatte man nur Lucás Hernández von Atlético Madrid, dessen 80 Mio. € Wechsel nach München (Bundesliga Transfer-Rekord damals) schon im Dezember 2018 feststand. Dazu kam Hernandez` Weltmeisterkollege Benjamin Pavard, der wenig später vom VfB Stuttgart fest verpflichtet wurde. Wer danach glaubte, die Münchner würden ihr berühmtes Festgeld-Konto plündern, um nach den 110 Millionen Euro für die beiden französischen Weltmeister weitere Hochkaräter zu verpflichten, der irrte. Die von den Bayern getätigten Transfers waren allesamt Last-Minute-Buchungen. Philippe Coutinho vom FC Barcelona wurde mit 8,5 Mio. Euro teuerste Leihgabe der Bundesliga-Geschichte und auch der kroatische Vize-Weltmeister Ivan Perisic, zuvor in der Liga schon bei Borussia Dortmund und beim VfL Wolfsburg am Ball, kam nur auf Leihbasis. Keiner dieser Spieler wurde über das Saisonende 2019/2020 weiter verpflichtet. 2021 wird es sich mit den Leihspielern ähnlich verhalten.

„Jetzt ist unser Kader so komplett und so gut aufgestellt, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagte FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß bereits im September 2019 bei Sky Sport und ergänzte: „Wir hatten Anfang Juli einen zu kleinen Kader. Den haben wir jetzt durch 3 Transfers in den letzten Tagen und Wochen aufgefüllt – und ich meine auch mit Qualität aufgefüllt.“ Im Sommer 2020 klingt das bei Karl-Heinz Rummenigge wesentlich moderater – und ohne die große Selbstzufriedenheit. ,,Der Mix ist sehr gut”, sagte Rummenigge im Kicker-Sonderheft zur Bundesliga. Oliver Kahn: ,,Die Spieler, die die Achse ausmachen, sind stabil und langfristig unter Vertrag. Ein Umbruch findet immer mit einer gewissen Kontinuität statt.”

Also ist die Bayern-Strategie eine andere als früher, wenn man (unerwartet) vom Meisterthron gestoßen oder in Europa früh rausgeworfen wurde? Abwarten, wer passt anstatt den Transfermarkt leer zu kaufen?

Kann sich legendäre Bayern-Macher Hoeneß zusammen mit dem ebenfalls formal ins Renten-Alter eingetretenen Karl-Heinz Rummenigge in die Loge zurückziehen – wie Waldorf und Statler (,,Weißt du, was das Beste an dieser Show ist? Sie ist zu Ende!”)? Zuschauen, wie die bis 2023 verpflichteten Säulen im Team, Neuer, Müller, Lewandowski ihre Erfolgsära weiterstricken bzw. ausklingen lassen? Nicht ganz. Der Bayern-Umbruch – Salihamidzic mag diesen Begriff nicht – ist noch lange nicht abgeschlossen. Das neue Trio hat stark angefangen. Aber auch auf dem Zenit dieser Bayern-Erfolgsära muss an die Zeit danach gedacht werden.

Die ,,alten Herren” Hoeneß und Rummenigge wirken nun im Hintergrund. Oder aus der Zuschauerperspektive – wie die beiden alten Herren aus der Muppet-Show – immer noch aufs Transfergebaren ein. Wie das im praktischen Fall aussieht, zeigte Hoeneß im September 2019. Er kanzelte den 77-jährigen Berater Pinhas ,,Pini” Zahavi als ,,geldgierigen Piranha” ab. Der israelische Spielervermittler vertritt die Interessen von David Alaba, der beim FC Bayern partout nicht über 2021 verlängern wollte. Es ist nur eine von vielen Personalien, die in der Saison 2020/2021 in München diskutiert werden.

Ligalive Infografik: FC Bayern München - Team Profile

2020/2021: Transfers ja, aber nur Backups statt neue Superstars!

Hansi Flick, Bayern München
Bayern-Coach Hansi Flick ist der 6. deutsche Trainer in einem Champions-League-Finale. Copyright: imago images / Poolfoto

Der Wendepunkt für die Bayern mit ihrem Last-Minute-Kader von 2019 kam erst nach der Trennung von Niko Kovac am 3. November.

„Gut aufgestellt“, das waren sie, ja. Weil Hansi Flick die richtigen Knöpfe bediente. Er moderierte das Star-Ensemble ruhig und moderat und holte 2 Spieler wieder in die Stammelf, die bei Kovac eigentlich schon auf der Transferliste standen bzw. keine Rolle mehr spielten. Jérome Boateng und Thomas Müller erhielten von Flick, mit dem sie in der Nationalmannschaft gearbeitet hatten, das verlorene Vertrauen zurück. Vor allem Müller zahlte mit Top-Leistungen zurück und wirkte wie ein Neuzugang.

Was dann folgte, war eine epische Siegesserie, an deren Ende 5 Titel standen. Gegen starke Teams, die sich auf Augenhöhe bewegen wie den FC Sevilla und Borussia Dortmund, gab man sich keine Blöße. Die Bilanz: 82 Punkte nach 34 Spielen mit 100 erzielten Toren sehen hingegen schon wieder nach einem neuen Rekord der Bundesliga-Bayern aus.

Und auch international scheinen die Bayern nun wieder in die Top 4 des internationalen Fußballs aufgestiegen zu sein. Das Team der ,,alten Männer” vom FC Barcelona wurde im Viertelfinale der Champions-League im ,,Final 8″-Turnier in Lissabon mit 8:2 geschreddert. Konnten die Bayern zunächst heilfroh sein, dass sie vor der Corona-Krise mit dem 3:0 beim FC Chelsea in London gegen einen in allen Belangen unterlegenen Gegner den Grundstein für das Champions-League-Viertelfinale legen konnten, so war der Triumph gegen den FC Barcelona ein Zeichen dafür, dass Hansi Flick genau das mit dem Team geschafft hat, was Niko Kovac diesem nicht zutraute oder was er taktisch diesem nicht beibringen konnte.

Vollgas-Fußball in einer Mischung aus Klopp-, Heynckes und Guardiola-Stil – und schon hat sich die Wahrnehmung des FC Bayern komplett geändert! Ein neuerlicher K. o. im Achtelfinale wie 2019 – 0:0 und 1:3 gegen den FC Liverpool – oder ein Ausscheiden im Viertelfinale wäre fatal gewesen. Den endgültigen Lackmus-Test auf internationales Top-Niveau, den Beweis, dass der FC Bayern wieder ganz oben angekommen ist, erbrachte man dann im Finale gegen PSG.

Dabei war auch eines klar: Die Erfolge des FC Bayern unter Hansi Flick überlagern jetzt schon die Performance des Bayern-Kader in der Hinrunde der Bundesliga-Saison 2019/2020. Die Gefahr: Der Irrglaube, dass die erwartete Runderneuerung der Mannschaft nach dieser Phase nicht mehr nötig wäre. Das ist falsch. Sie ist nur aufgeschoben und nicht aufgehoben. Wer genau hinschaut, der erkennt, dass der FC Bayern in Corona-Zeiten zu wenig Risiko auf dem Transfermarkt eingegangen ist. Eric Maxim Choupo-Moting kam ablösefrei von Paris St.-Germain. Er ist allenfalls ein Backup für den überragenden Robert Lewandowski. Douglas Costa holte man auf Leihbasis von Juventus Turin. Der Brasilianer ist auf den Außenpositionen ebenfalls wohl nur Vertreter für Sané, Serge Gnabry und Co.

Dabei scheint sich der Verein in Transfer-Belangen nicht einig zu sein. Während der ,,Titan” Oliver Kahn bei Neuverpflichtungen Covid-19 bedingt eher auf der Bremse zu stehen scheint, will Hasan Salhamidzic die Weiterentwicklung des Kaders. Hansi Flick fordert einen breiter aufgestellten Kader. Trotz oder wegen der Verwerfungen, die Corona im internationalen Fußball allgemein und bei den Transfersummen im speziellen auslöst. So uneinig die Klubführung noch bei den Neuzugängen ist, so einig scheint man sich bei den Abgängen zu sein.

Und auch Hansi Flick will mehr Qualität in der Breite und mehr Power auf den Flügeln. Dieser Umbruch vollzieht sich mit Leroy Sané, der sein Glück in der Bundesliga und nicht in der Premier League sieht. Aber einen 100-prozentigen Ersatz für das legendäre ,,Robbery”-Duo Arjen Robben und Franck Ribéry (gemeinsam 182 Liga-Tore und 8 bzw. 9 Deutsche Meistertitel) hat man immer noch nicht gefunden. ,,Flick wünscht sich in jedem Fall aber einen zusätzlichen, fertigen Flügelspieler, der gerne jünger sein darf als Ivan Perisic, 31″, schrieb das Kicker-Sportmagazin am 27. August 2020 zum Thema ,,3 Lücken bei Bayern.”

Eine weitere Lücke ist die Sechser-Position. 2021 wird man, wenn Javi Martinez dann wirklich den Verein verlassen hat und so der Last-Minute-Wechsel nicht wieder platzt, einen neuen Mann im defensiven Mittelfeld brauchen. Corentin Tolisso ist zu verletzungsanfällig und er gilt auch nicht als absoluter Wunschkandidat von Flick auf dieser Position.

Ebenfalls notwendig: Ein Backup auf der rechten Außenverteidigerposition. Benjamin Pavard ist auf dieser Seite stabil, aber ein Youngster wie Chris Richards ist sicher kein idealer Nachfolger. Geht David Alaba 2021, wird auch die Innenverteidigung wieder zur Baustelle.

Ligalive Infografik: Der FC Bayern in der Saison 2011/12

Die Streichliste: Diese 10 Spieler können und sollen 2021 in jedem Fall gehen (Spieler 10 - 6)

ManCity-Trainer Pep Guardiola möchte David Alaba um jeden Preis verpflichten.
ManCity-Trainer Pep Guardiola möchte David Alaba um jeden Preis verpflichten. Oder doch nicht?Copyright: imago images / Sven Simon

Bayern München Transfers – Wir teilen die Abgänge des FC Bayern in 2 Gruppen auf. In Gruppe 1 (Streichliste Spieler 10 – 6) sind die Spieler, die nach Ende der Saison 2020/2021 den Verein verlassen wollen oder sollen.

In der Gruppe 2 (Streichliste Spieler 5 – 1) sind die Spieler, die den Verein verlassen wollen und die der Verein bei einem guten Angebot auch ziehen lassen würde. Sie müssen aber nach Vereinsansicht nicht zwingend gehen.

Zum Teil ist das Schicksal der Spieler auf der Streichliste Teil der ,,Wheeling und Dealing” Aktivitäten von Oliver Kahn, Hansi Flick und Hasan Salihamidzic.

Spielertausch-Geschäfte sind in Covid-19 Zeiten auch beim FC Bayern nicht ausgeschlossen. Gibst Du mir Deinen Super-Forward, dann gebe ich Dir meine Abwehr-Kante. Da kann Thomas Müller sich gerne über Transfers in Zeiten von Gehaltskürzungen beschweren. Die Bayern der Saison 2020/2021 sollen und werden einen anderen Kader haben, einen Kader wie Hansi Flick ihn sich vorstellt. Wer kann einem Trainer mit der besten Bilanz aller Bundesliga-Trainer (Quotient aus Gewonnene Spiele / Absolvierte Spiele) schon etwas abschlagen? Vor allem, wenn sich die Wünsche im machbaren finanziellen Rahmen halten? Vom netten Aushilfs-Hansi mitten ins Machtzentrum an der Säbener Strasse in etwas mehr als 6 Monaten – Respekt.

10. Jérome Boateng - Er geht jedes Jahr...

Boateng, bayern, verletzt
Wird 2021 den Verein verlassen: Jerome Boateng vom FC Bayern München. Foto: Imago Images / Michael Weber

Der Umgang des FC Bayern München mit Jérome Boateng ist fast schon ein Evergreen für den Umgang des Vereins mit altgedienten Spielern. 

Nach dem Gewinn des „Double“ mit dem DFB-Pokalsieg gegen RB Leipzig (3:0) in Boatengs Heimatstadt Berlin im Mai 2019 empfahl ihm Uli Hoeneß „dringend Luftveränderung“. Anders gesagt: Du bist hier so gut wie raus! Trotz Vertrag bis Juni 2021 schienen die Münchner den Weltmeister von 2014 unbedingt loswerden zu wollen.

Karl-Heinz Rummenigge, beim FC Bayern neben der Rolle des Vorstandsvorsitzenden auch in der Abteilung „Das offene Wort“ zu finden, bemühte sich „um eine faire Lösung“ im Fall Boateng.

Diese sah dann so aus, dass man sich – wie ein Jahr zuvor mit Thomas Tuchels PSG – auch im Sommer 2019 nicht mit Juventus Turin über einen Wechsel einig wurde. Boateng blieb! Die schweren Verletzungen von Niklas Süle und Lucas Hernandez sowie der Trainerwechsel von Kovac zu Flick steigerten Boatengs Einsatzzeiten. Dass er am Ende zum 2. Mal in seiner Karriere das ,,Triple” gewann, lag auch am uneingeschränkten Vertrauen von Flick, der Boateng und auch Müller bei Bayern wieder in den Sattel half.

„Ich verdanke Hansi Flick sehr viel. Wäre er nicht jetzt Trainer, wäre ich vielleicht nicht mehr beim FC Bayern“, sagte Boateng. Ein Abschied im Sommer ist aktuell nicht zwingend sein Ziel. „Mein Vertrag in München läuft noch bis 2021. Unter Trainer Hansi Flick kann ich mir vorstellen, ihn zu erfüllen“, sagte der Innenverteidiger im Mai 2020 der SPORT BILD.

Das könnte möglich sein, denn nur im Winter 2020/2021 hat Bayern die Chance, den Berliner, der nach dem 2. Triple-Gewinn über Wochen mit blau gefärbtem Haupthaar auflief, noch für eine angemessene Ablöse gehen zu lassen. Ob dann aber noch ein Klub bereit ist, für den 32-Jährigen eine Marktwert gerechte Ablöse von 12 Mio. Euro hinzulegen?

9. Javi Martinez – Er war eigentlich schon weg...

Javi Martinez UEFA Supercup
Na sowas! Anstatt nach Bilbao zu wechseln, fuhr Javi Martinez mit dem FC Bayern München zum UEFA Supercup nach Budapest - und köpfte den FCB gegen den FC Sevilla zum Sieg! Foto: Imago Images / Sven Simon
Javi Martinez kam 2012 und noch vor der Verpflichtung von Trainer Pep Guardiola nach München.

40 Millionen, die man an Athletic Bilbao überwies, bedeuteten am 29. August 2012 einen neuen Bundesliga-Transfer-Rekord. Martinez, amtierender Europameister aus Spanien, erfüllte nur in seiner Premieren-Saison beim FC Bayern München die hohen Erwartungen.

Im (ersten) „Triple-Jahr“ 2012/2013 machte er, noch unter Jupp Heynckes, 27 Bundesliga-Spiele und sorgte für hohe Stabilität im defensiven Mittelfeld. Eine signifikante Verletzungsanfälligkeit – unter anderem setzte ihn 2014/2015 ein Kreuzbandriss für 43 Pflichtspiele matt – warf Martinez immer wieder zurück.

In der 2. Triple-Saison 2019/2020 konnte sich Martinez weder in der Innenverteidigung, noch auf der angestammten Sechserposition nachhaltig für eine Vertragsverlängerung über 2021 hinaus empfehlen.

Was aber passierte? Die von einigen Medien schon als perfekt gemeldete Rückkehr von Javi Martinez nach Bilbao kam nicht zustande. Athletic Bilbao zögerte bei der Abfassung eines 2-Jahres-Vertrages für seinen bis 2017 teuersten Abgang aller Zeiten. Anstatt ins Baskenland zurückzukehren, fuhr Martinez am 23. September 2020 mit dem FC Bayern zum UEFA Supercup Finale nach Budapest gegen den FC Sevilla. Kann man mal so machen. Wie schon 2013 gegen Chelsea, so entschied er auch dieses Mal das Duell Champions-League- gegen Europa-League-Sieger. Sein Tor zum 2:1 in der Verlängerung brachte Bayern den 4. Titel in Folge. Dass sich ein solches Husarenstück 2021 wiederholt, ist unwahrscheinlich. Martinez wird die Bayern verlassen, auch wenn er mit diesem Tor noch einmal gezeigt hat, wie wertvoll er sein kann.

8. Eric Maxim Choupo-Moting: Backup - und schon mit neuen Zielen für 2021

Eric Maxim Choupo-Moting FC Bayern München
Last-Minute-Transfer: Eric Maxim Choupo-Moting kam ablösefrei von Paris St.-Germain zum FC Bayern München. Foto-Montage: Imago Images / Sven Simon
Dass Eric Maxim Choupo-Moting im gesetzten Stürmer-Alter von 31 Jahren im Sommer 2020 auf den letzten Drücker zum FC Bayern München wechselte, überraschte. 

Die Bayern präsentierten den früheren Bundesliga-Profi vom Hamburger SV, vom 1. FC Nürnberg, Mainz 05 und Schalke 04 am 5. Oktober 2020. ,,Er gibt unserem Kader eine Tiefe, die wir brauchen”, sagte Hasan Salihamidzic bei der Verpflichtung des ablösefreien Stürmers von Paris St.-Germain.

,,Eric hat bei Paris St.-Germain internationale Erfahrung gesammelt, er kennt die Bundesliga, das passt zusammen”, war der Bayern-Sportvorstand sicher. Die Münchner statteten den gebürtigen Hamburger mit einem Ein-Jahres-Vertrag aus. Dabei dürfte es auch bleiben. Choupo-Moting ist beim FC Bayern nicht mehr und nicht weniger als der berühmte ,,Backup” für Robert Lewandowski. Der trifft und trifft und trifft zwar, doch auch eine Tor-Maschine wie ,,Lewy” braucht ihre Auszeiten. Kommen diese, ist Choupo-Moting nicht nur gefragt, sondern auch zur Stelle. Er traf zum Beispiel direkt im DFB-Pokal-Nachholspiel gegen den 1. FC Düren (3:0).

Und er denkt schon an die Zukunft. „Nach Hamburg möchten wir irgendwann zurück“, sagte der Stürmer im Oktober der Fußball-Zeitschrift 11 FREUNDE. Choupo weiter: „Und ja, vielleicht spiele ich dann noch mal für einen meiner alten Klubs, St. Pauli oder den HSV.“ Das könnte 2021 gut der Fall sein.

7. Douglas Costa - Der ,,Söldner" bleibt nur ein Jahr

Die Transferrechte für Douglas Costa (links) liegen weiterhin bei Juventus Turin.
Die Transferrechte für Douglas Costa (links) liegen weiterhin bei Juventus Turin. Foto: Imago Images

Für Pep Guardiola war er vor dessen letzter Saison in München ein Wunschspieler. Douglas Costa, inzwischen 30, kam für 30 Millionen Euro 2015 von Schachtjor Donezk.

Seine Vita beim FC Bayern: Unter Guardiola-Nachfolger Carlo Ancelotti wurde er 2017 erst zu Juventus Turin verliehen. Der italienische Rekordmeister verpflichtete den dynamischen Rechtsaußen schließlich 2018 für 40 Mio. Euro. Gern genommenes Geld für einen, den Uli Hoeneß wohl mit der Wurstkarre nach Turin gefahren hätte. ,,Costa hat nicht funktioniert, weil er ein ziemlicher Söldner war, der uns charakterlich nicht gefallen hat“, lautete 2017 Hoeneß` Urteil in einem Zeitungsinterview.

Nun 3, Scudetti später, ist Douglas Costa zurück in München. Die Aussagen von damals nimmt Costa dem Uli nicht krumm.
,,In Hoeneß‘ Augen ging es mir beim Wechsel damals nur um Geld. Ich hätte an Hoeneß’ Stelle dasselbe über mich gesagt“, bekannte er bei SPORT BILD (Ausgabe vom 21. Oktober 2020).

Costa spielt auf der Rechtsaußenposition gegen die (gesetzten) Konkurrenten Kingsley Coman, Serge Gnabry und Leroy Sané an. Unwahrscheinlich, dass er da über die Backup-Rolle hinauskommt. 2021 wird das Kapitel ,,FC Bayern und Costa” endgültig geschlossen werden. Die fest geschriebene Ablöse von 40 Mio. Euro werden die Münchner kaum in die Hand nehmen. Costa wird der 4. Spieler aus der ,,Loan Army” nach James Rodriguez, Philippe Coutinho und Ivan Perisic werden, der nach Leihende wieder zurückgeht.

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6. Adrian Fein - Leihspieler ist wohl ohne Chance

Adrian Fein PSV Eindhoven
Wer Jogginghosen trägt... den Lagerfeld-Test hätte Adrian Fein (l.) bei seiner Präsentation bei der PSV Eindhoven (mit Manager John de Jong) sicherlich nicht bestanden. Foto: Imago Images / Revierfoto

Seit seinem 7. Lebensjahr spielt Adrian Fein für den FC Bayern München. Der defensive Mittelfeldspieler durchlief alle Juniorenteams und die U23-Mannschaft des Rekordmeisters. 

Dass Fein ähnlich wie Thomas Müller, Bastian Schweinsteiger oder Philipp Lahm zu einem legendären Eigengewächse der Münchner wird, ist mit der Saison 2020/2021 mehr als fraglich geworden. Der FC Bayern hat Fein zur PSV Eindhoven verliehen. Es ist die 3. Leihe in Folge. Zuvor spielte Fein bei Jahn Regensburg und beim Hamburger SV auf Leihbasis.

Das Gastspiel in Eindhoven könnte ein längeres werden. Die Niederländer, die vor der Saison 2020/2021 auch Ex-Bayernstar Mario Götze verpflichteten, haben sich in Feins Arbeitspapier eine Kaufoption hinein diktieren lassen.

Diese will der Philips-Klub wohl auch ziehen. Wie die regionale Zeitung Eindhoven Daagblad berichtet, soll Fein für eine vergleichsweise geringe Ablöse fest verpflichtet werden. Der per Kaufoption festgeschriebene Betrag liegt dem Blatt zufolge bei 6 Mio. Euro und damit nur knapp über dem Marktwert des Leihspielers.

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