Bundesliga-Geschichte – Als Möller zum Schwalbenkönig wurde


Mönchengladbachs Torwart Uli Sude stellt am 13. April 1985 einen Bundesligarekord auf. In Bremen hält er bereits zum zweiten Mal in der Saison zwei Elfmeter. Sowohl Uwe Reinders als auch Norbert Meier scheitern am Hexer, der hinterher trotzdem sauer ist. Zum einen, weil Borussia 0:2 verliert, zum anderen weil ihm nach seinem Interview von Trainer Jupp Heynckes eine Geldstrafe droht. Sude erklärt öffentlich, er gönne Werder den Titel mehr als den Bayern, „damit der Lattek seinen Heiligenschein los wird. Der geht mir auf den Keks.“ Gehört sich nicht, findet Heynckes, der unter Lattek zweimal Meister wurde und auch sein Assistent war.

Einfach kein Glück mit großen Namen auf der Trainerbank hat Bayer Leverkusen 1989. Nach Dettmar Cramer und Erich Ribbeck muss der Werksklub auch das Kapitel Rinus Michels beenden. Der Trainer des amtierenden Europameisters Niederlande sollte Bayer in den Uefa-Cup führen, stattdessen sind sie Zwölfter. Man diagnostiziert einen Generationenkonflikt und bemüht die meistgesetzte Floskel bei Trainerentlassungen: „Er erreicht die Spieler nicht.“

Am selben Tag wird Kaiserslauterns Bruno Labbadia zum Stehaufmännchen und erzielt beim 2:2 in Leverkusen ein kurioses Tor. Zweimal lässt er sich im Strafraum fallen, bekommt den Elfmeter nicht, steht wieder auf und murmelt den Ball rein – so viel Frechheit wird mit der Plakette für das „Tor des Monats“ belohnt.

Andreas Möller, Dortmund
Dortmunder Andreas Möller führt im Laufduell mit Karlsruhes Dirk Schuster die Schauspieleinlage seines Lebens auf und lässt sich einfach im Strafraum fallen. Elfmeter! Copyright: Imago images

13. April 1995: Andreas Möllers Schwalbe mit Folgen

Rinus Michels, Leverkusen
Bayer-Trainer Rinus Michels "erreicht die Spieler nicht“ und musste im April 1989 gehen. Copyright: Imago images / Ferdi Hartung

Wenn je eine Mannschaft gegen ihren Trainer gespielt hat, dann am 13. April 1991 im Frankfurter Waldstadion. Nach dem 0:6 der Eintracht gegen den HSV kommt selbst Jörg Berger zu dem Schluss und macht entsprechende Andeutungen auf der Pressekonferenz. Der Vorstand handelt und setzt den Retter vor die Tür.

An Gründonnerstag 1995 haben Schwalben Hochkonjunktur. Sie flattern durch alle Wohnstuben, in denen an diesem Abend Fußball im Fernsehen läuft. Dortmunds Nationalspieler Andreas Möller führt im Laufduell mit Karlsruhes Dirk Schuster am 13. April die Schauspieleinlage seines Lebens auf und lässt sich einfach im Strafraum fallen. Elfmeter! Keine Kameraeinstellung kann Möller freisprechen. Dass es eine Schwalbe ist, gibt er sogar selbst zu, allerdings von besonderer Art: „Das war eine Schutzschwalbe“, sagt er keck und wenn er KSC-Trainer Winfried Schäfer besser leiden könne, hätte er es auch zugegeben. Sie beschützt vor allem den Tabellenführer vor einem Punktverlust (Endstand 2:1), aber den Sünder nicht vor einem Makel für die Ewigkeit. Der DFB reagiert: zwei Spiele Sperre, 10.000 DM Geldstrafe.

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13. April 2013: Fürth unterliegt dem BVB daheim

Jörg Berger, Eintracht Frankfurt, 1991
Jörg Berger fliegt nach dem 0:6 der Eintracht gegen den HSV als Trainer raus. Copyright: Imago images

Wenig stolz kann Trainer Mirko Slomka am 13. April 1998 sein. Nach dem 1:5 seiner Schalker in Bremen wird er am 13. April entlassen – auf Platz 3. Schafft auch nicht jeder…

Viel bleibt nicht in Erinnerung vom einzigen Bundesligajahr der SpVgg 2013. Greuther Fürth, außer dass sie hoffnungslos überfordert ist und kein Heimspiel gewinnt. Auch gegen Borussia Dortmund setzt es am 13. April ein 1:6. Aber immerhin ist hoher Besuch zu verzeichnen.

José Mourinho, Trainer von Real Madrid, des Borussen-Gegners in der Champions League, beehrt die Playmobil-Arena. Er ist der meistgefilmte Mann des Nachmittags. Ob die Konzentration des Beobachters litt? Real verliert in Dortmund ein paar Tage danach mit 1:4.

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