Ex-Nationaltorhüter Tim Wiese: Was hat dich bloß so ruiniert?


Am 17. Dezember 2020 hat Tim Wiese seinen 39. Geburtstag gefeiert. Zeit zur Selbstreflexion. Über Erfolge, aber auch Pleiten, Pech und Pannen! Zwischen UEFA-Cup-Finale und ,,Trainingsgruppe 2″. Der letzte Skandal um Ex-Nationaltorhüter Tim Wiese ist noch gar nicht so lange her….

Der frühere Bundesligaprofi von Lautern, Werder Bremen und 1899 Hoffenheim soll im November 2019 in Berlin am Tatort einer Schießerei im Milieu gesichtet worden sein.

Das ergab die Auswertung des Video-Materials, das ein Taxifahrer per Dashcam der Polizei zur Verfügung stellte, wie die BILD-Zeitung berichtete.

Lassen wir, da es sich um ein laufendes Ermittlungsverfahren handelt, mal die Details außen vor, so bliebe die Frage: Was macht ein 6-maliger deutscher Nationaltorhüter am Tatort?

Tim Wiese versaute sich die Karriere. (Photo by Simon Hofmann/Bongarts/Getty Images)
Tim Wiese versaute sich die Karriere. (Photo by Simon Hofmann/Bongarts/Getty Images)

Tim Wiese: Weg von Werder und dann über Jahre im freien Fall...

Gute Laune in der Loge von Tim Wiese (r.) in der Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim- Der geschasste 1899-Torhüter saß seine Zeit auf der Tribüne ab...
Gute Laune in der Loge von Tim Wiese (r.) in der Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim- Der geschasste 1899-Torhüter saß seine Zeit auf der Tribüne ab... (Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

Es ist nicht die einzige Frage rund um Tim Wiese, die offen bleibt.

Äußern will er sich zu dem Vorfall nicht. ,,Der Betroffene wurde vergeblich befragt”, zitiert BILD am Montag einen Ermittler, ,,er ist für uns ein unkooperativer Zeuge einer Auseinandersetzung im Milieu.” BILD schreibt weiter: ,,Tim Wiese wollte sich gestern auf Anfrage nicht zu dem Vorfall äußern.” Das muss er auch nicht. Der 6-malige deutsche Nationaltorhüter folgt so oder so seit 2012 der Devise des englischen Fußball- und Vinyl-Philsophen Nick Hornby: A long way down. Auf dem Weg nach unten scheinen dem gebürtigen Rheinländer keine Limits gesetzt.

Alles beginnt mit seinem nicht verlängerten Vertrag bei Werder Bremen im Sommer 2012. Bei den Hanseaten ist Wiese schon allein durch seine Glanzleistung im DFB-Pokal-Halbfinale 2009 gegen den norddeutschen Erzrivalen Hamburger SV (4:2 n. E.) mit 3 gehaltenen Elfmetern von Jérome Boateng, Ivica Olic und Marcell Jansen zum Volksheld geworden.

In Bremen wird Wiese DFB-Pokalsieger 2009 und 2-mal deutscher Vizemeister. Er verlängert seinen zum Saisonende 2011/2012 in Bremen auslaufenden Vertrag nicht, prahlt mit einem angeblich sicheren Engagement bei Real Madrid – und wechselt dann zur TSG 1899 Hoffenheim!

EINE ANDERE LIGALIVE STORY?

Ailton war 2004 „Fußballer des Jahres“ und war mit Werder Bremen extrem erfolgreich. Foto: Getty Images

,,Trainingsruppe 2" und Wrestling

Tim Wiese Nationalmannschaft
Ein Bild aus besseren Tagen: Tim Wiese (r., mit Lukas Podolski und Per Mertesacker) bei seiner letzten Turnier-Teilnahme mit Deutschland, bei der EURO 2012 in Polen. Foto: Imago Images / Chai v.d. Laage

Tim Wiese – Absturz eines Nationaltorhüters. Unter Trainer Markus Babbel bei 1899 Hoffenheim noch gesetzt, degradierte ihn dessen Nachfolger Marco Kurz bei ,,Hoffe” zum 3. Torhüter. In der Winterpause 2012/2013 wurde mit Heurelho Gomes von Tottenham Hotspur sogar ein neuer Keeper verpflichtet.

In der Vorbereitung auf die Saison 2013/14 wurden Wiese und weitere nicht mehr zum Profikader gehörende Spieler in die von Vereinsseite betitelte, inzwischen nicht nur in Hoffenheim als legendär geltende „Trainingsgruppe 2“ versetzt, die unabhängig vom übrigen Profikader trainierte. Diese Spielergruppe, die am Ende noch aus Wiese, Tobias Weis, Edson Braafheid, Matthieu Delpierre und Matthias Jaissle bestand, hielt sich bis Ende September 2013. Während die übrigen Spieler der „Trainingsgruppe 2“ in das Training der 2. Mannschaft des Bundesligisten aus dem Kraichgau integriert wurden, erhielt Wiese auf eigenen Wunsch Einzeltraining mit dem ehemaligen Torhüter Lutz Pfannenstiel (später Manager Fortuna Düsseldorf), der als Scout im Verein beschäftigt war.

Am 21. Januar 2014 gab die TSG 1899 Hoffenheim die Trennung von Wiese bekannt. Angeblich hatte er eine Abfindung in Höhe von 6 Millionen Euro erhalten. Aber schriftlich haben wir das auch nicht.  Wenig später wurde publik, dass Wiese lediglich eine Abstandszahlung erhalten hat und sein Grundgehalt reduziert worden sei. Der Vertrag von Wiese, der weiterhin vom Spiel- und Trainingsbetrieb freigestellt war, hatte noch Gültigkeit über seine ursprüngliche Laufzeit bis zum 30. Juni 2016. Ein Wahnsinn. Der Verein wollte sich damit die Transfer-Rechte erhalten. Doch daraus wurde nichts. Im November 2014 erklärte Wiese, dass er mit dem Fußball „nichts mehr am Hut hat” – und wechselte zum Wrestling.

Mit regelmäßigen Wrestling-Auftritten und kleineren Konflikten mit der Polizei machte der Ex-Keeper – WM-Dritter 2010 – in der Folgezeit Schlagzeilen. Aber nichts brachte ihn mehr ins Zwielicht als seine mutmaßliche Präsenz am Tatort in Berlin. Tim Wiese oder der Absturz eines Nationaltorhüters. Und wir fragen uns: Was hat dich bloß so ruiniert?

Ligalive-Infografik: Tim Wieses letzte Saison - Bundesliga 2012/2013

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