FC Bayern: Die Skandal-Akte Franck Ribéry


Borussia Dortmund gegen FC Bayern München – Ein Spiel, das in der Fußball-Bundesliga noch lange nachhallen wird (Ligalive berichtete). Für Bayern-Star Franck Ribéry (35) könnte es sogar persönliche Konsequenzen haben. Der Vize-Weltmeister von 2006 soll nach der Partie einen TV-Journalisten geschlagen haben.

Der FC Bayern München hat den Vorfall nach dem Spiel im Dortmunder Signal Iduna Park am Montag auf Nachfrage von BILD bestätigt. „Franck Ribéry hat uns informiert, dass er mit seinem Landsmann Patrick Guillou, den er seit vielen Jahren kennt, eine Auseinandersetzung hatte“, zitiert das Blatt Bayern-Sportvorstand Hasan Salihamidzic (41).

„Wir haben noch am Samstagabend vereinbart, dass wir zeitnah bei einem persönlichen Treffen darüber sprechen, wie die Angelegenheit aus der Welt zu schaffen ist“, kündigt Salihamidzic an. Von einer „ruhigen“ Länderspielpause kann also in München nicht die Rede sein.

Ribéry soll den TV-Mann, Experte beim katarischen Sender beIN Sports für die Fußball-Bundesliga, im Kabinengang des Signal Iduna Parks in Dortmund erst beschimpft und ihm 3 Ohrfeigen verpasst haben.

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Franck Ribéry fiel beim FC Bayern München nicht nur sportlich auf... (Photo by Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images )

Guillou, u. a. Profi beim französischen Rekordmeister AS St. Etienne, so berichten Augenzeugen, habe dabei beide Hände in den Jackentaschen gehabt. Zu den Personen, die den Vorfall beobachtet haben, gehören auch Ex-Bayernstürmer Jean-Pierre Papin (55), inzwischen ebenfalls für beINSports tätig, und Bayern-Brasilianer Rafinha.

„Rädelsführer“ im schlimmsten Fußball-Skandal Frankreichs

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Die Weltmeisterschaft 2010 leitete das Ende von Ribérys Nationalmannschafs-Karriere ein... (Photo by Doug Pensinger/Getty Images)
Nur, damit wir uns richtig verstehen: Die sportliche Leistung von Franck Ribéry mit Champions-League-Titel 2013, 8 deutschen Meisterschaften und 5 DFB-Pokal-Trophäen steht außerhalb jeder Diskussion.

Der Franzose kommt in München allerdings nie ohne Kontroversen aus. Erst recht nicht in der französischen Nationalmannschaft. Das „Fiasko von Knysna“, die offene Spieler-Meuterei der „Equipe tricolore“ gegen Nationaltrainer Raymond Domenech bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika ist und bleibt der absolute Tiefpunkt in der Länderspiel-Geschichte des 2-maligen Weltmeisters.

Da kann man den „Schlucksee“ mit dem desaströsen WM-Trainingslager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft 1982 am Schluchsee oder die „Schande von Gijon“ beim „Nichtangriffspakt“ im WM-Spiel gegen Österreich (1:0) wenige Wochen später getrost zu den Akten legen. Was sich die französischen Spieler bei der ersten WM auf dem afrikanischen Kontinent geleistet haben, ist ein starkes Stück Unverfrorenheit. Ein riesiger WM-Skandal. Mittendrin: Franck Ribéry. Mobbing, Gruppenzwang, Selbstüberschätzung und völlige Abschottung von der Realität ergeben im WM-Quartier von Knysna eine explosive Mischung. Sie fliegt den Franzosen um die Ohren. Der Fall wird sogar Sache der Nationalversammlung. 6 „Rädelsführer“ werden ausgemacht, darunter neben Kapitän Patrice Evra – nie um einen Skandal verlegen – auch der nicht minder skandalerprobte Nicolas Anelka und Ribéry.

Die Folge: Am 17. August 2010 wird Ribéry in Folge der Ereignisse in Südafrika vom französischen Fußball-Verband aus der Nationalmannschaft ausgeschlossen. Ein Comeback-Versuch 2014 scheitert vor der WM in Brasilien verletzungsbedingt.

Ribéry entgeht 2009 knapp einer Gefängnisstrafe

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Franck Ribéry und Karim Benzema (r) - Zwei ,,böse Buben" des französischen Fußballs? (Photo by Phil Cole/Getty Images)

In Deutschland gerät Ribéry schon 2009 in die Schlagzeilen. Er soll in einem Münchner Hotel nebst mit seinem Nationalmannschaftskollegen Karim Benzema (30), der sich im Herbst 2015 als mutmaßlicher Erpresser seines Teamkameraden Mathieu Valbuena hervortut, Sex mit einer minderjährigen Prostituierten gehabt haben.

Diese Aktion, in Frankreich strafbar nach Artikel 225-12-1 des Code pénal, bringt Ribéry in die Negativ-Schlagzeilen. Am Ende werden er und die beiden anderen beteiligten Männer freigesprochen, weil ihnen das Wissen um die Minderjährigkeit der Frau nicht nachzuweisen ist.

Auf dem Platz ist Ribéry der „Monsieur 100.000 Volt“ beim FC Bayern. 117 Tore, 180 Assists sprechen für sich. Aber da wären noch die 48 Gelben Karten und die 4 Platzverweise, die er sich in mehr als 10 Jahren beim FC Bayern abholt. Dass er im Pokalfinale 2016 nach einer Tätlichkeit gegen Dortmund Gonzalo Castro nicht vom Platz fliegt, rechnen viele Kritiker dem Wahl-Münchner als „Bayern-Bonus“ an.

Nun steht Ribéry wieder mal im Fokus. Seine Skandale und Affären scheinen kein Blatt Papier zwischen sich und seine aus Algerien stammende Frau Wahiba zu bringen. „Monsieur Sabattier“, wettert Madame Ribéry bei Instagram gegen Guillous Chef bei beINSports, „denk daran, deinen Kollegen zu wechseln, er ist langweilig und nutzlos.“ Mon Dieu!

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