Jürgen Moll (1939 – 1968): Das traurige Comeback der Berner Helden



Jürgen Moll (1939 – 1968): Das traurige Comeback der Berner Helden

Jürgen Moll - Top-Stürmer von Eintracht Braunschweig in den 1960-er Jahren.
Jürgen Moll - Top-Stürmer von Eintracht Braunschweig in den 1960-er Jahren. Foto: Imago Images
Jürgen Moll und seine Ehefrau Sigrid Mollwitz haben den Urlaub auf Sylt genossen. Acht Tage vor Weihnachten sind sie am 16. Dezember 1968 schon auf dem Rückweg nach Braunschweig, als ihr Wagen in der Nähe von Evendorf in Niedersachsen bei Schneeglätte von der Autobahn abkommt. Moll und seine Frau sterben, zurück bleiben zwei Kinder.

Zu ihren Gunsten entscheiden Eintracht Braunschweig und der DFB sich für zwei Benefizspiele. Eine Auswahl der Braunschweiger und des ärgsten Rivalen Hannover 96 trifft auf eine Art Bundesliga-Allstar-Team.

Viel prominenter ist die erste Partie an diesem 14. April 1969 – mit dem Deutschen Meister von 1967 und der Weltmeistermannschaft von 1954.

Die „Helden von Bern“, die seit ihrem 3:2-Coup gegen Ungarn am 4. Juli 1954 nie mehr in einem offiziellen Spiel gemeinsam antraten, geben ein Comeback. Angegraut, fülliger geworden, mit buschigen Koteletten wie der zweifache Final-Torschütze Helmut „Boss“ Rahn und mit dem bereits 50 Jahre alten „Fußballgott“ Toni Turek zwischen den Pfosten, geben sich die WM-Helden die Ehre.

21.000 Zuschauer – Braunschweigs Zuschauerschnitt liegt in der Saison 1968/69 bei 13.000 Fans pro Spiel – sorgen für eine Einnahme von 120.000 Mark – und für eine Menge Wehmut. Der Name Jürgen Moll steht für die ersten Erfolge von Eintracht Braunschweig in der Bundesliga. 1945 als Kriegsflüchtling von Karlsbad im Sudentenland nach Niedersachsen gekommen, hat er über den Verein Leu Braunschweig den Weg zu den „Löwen“ gefunden.

Ab 1961/62 spielte der Stürmer für Eintracht Braunschweig. Der zu diesem Zeitpunkt 23-Jährige ist am 24. August 1963 mit dabei, als die Braunschweiger als Gründungsmitglied mit einem 1:1 bei 1860 in die neue deutsche Fußball-Ära namens „Bundesliga“ starten. Braunschweigs Berufs-Außenseiter 1967 gegen Ajax Amsterdam.

Nur eine Woche später trägt sich Moll ins Geschichtsbuch von Eintracht Braunschweig. Im ersten Bundesliga-Heimspiel gegen Preußen Münster (1:0) erzielt Jürgen Moll nach 15 Minuten das erste Heimtor im Eintracht-Stadion an der Hamburger Straße. Acht Tore im Bundesliga-Premierenjahr 1963/64 bedeuten für Moll einen persönlichen Rekord in der deutschen Fußball-Eliteliga. Sieben Treffer steuert er 1966/67 zum bis heute größten Husarenstück der Braunschweiger bei. Mit einer Mannschaft ohne Stars landet Trainer Helmuth Johanssen die für lange Zeit größte Überraschung in der Liga-Geschichte.

Moll, Stammspieler und Führungspersönlichkeit bei den Braunschweigern, machte in der darauffolgenden Saison auch international von sich reden. Im Europapokal der Landesmeister erreichte er mit dem krassen Außenseiter Braunschweig das Viertelfinale gegen das große Juventus Turin.

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